Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 20 (1891)
- Issue
- N° 7. (12.2.1891)
- Date
- 1891-02-12
- Page
- Seite 26 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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nicht nar der Besitz ihres Vermögens and ihrer Liegen• sohaften bestätigt, sondern aaoh die Paohtangen, wenn sie welche inne hatten. Die Uebrigen mussten naoh Polen aaswandern, ihre immobilen Besitzungen zar Verfügung des Grossherzogs Alexanders zurück• lassend. Aber diese Verfolgung währte nioht lange. Als Alexander nämlich König wurde und zum Krieg mit Russland Geld benöthigte, räumte er den Juden das Ansiedelungsrecht in Litthauen in denselben Städten, welche sie vor der Vertreibung bewohnt hatten, wieder ein, aber unter der Bedingung, dass, wenn sie ihre früheren Besitzungen zurüok haben wollen, sie dieselbe von dem gegenwärtigen Besitzer zurüokkaufen müssten. Ausserdem wurden die litthauisohen Juden verpflichtet, während des Krieges 1000 Reisige auf eigene Kosten zu erhalten. Nach Litthauen zurürokgekehrt, nahmen die Juden in sehr kurzer Zeit ihre früheren Stellungen wieder ein, und das um so leichter, als sie in der Person des Königs Sigmund I. einen eifrigen Protector fanden. Zu jener Zeit waren unter den Juden Litthauens die drei Brüder Abraham, Miohael und Eisek Ezofowioz aus Brzesc, die vornehmsten. Aller Wahrscheinlichkeit naoh bekleidete Abraham noch vor der Katastrophe des Jahres 1195 das Amt eines Burgvogtes zu Kowno. Das Verbannungsdekret der Juden zwang ihn naoh Wilna, um dort über die von ihm innegehabten Paohtungen Reohnung zu legen. In den zeitgenössischen Quellen finden sich gar keine Spuren von seiner Thätigkeit im nächsten Dezennium vor. Daraus wäre zu schliessen, dass er das Sohioksal seiner mitverbannten Glaubensgenossen theilte. Es ist aber zu vermuthen, das*, als ihm der Aufenthalt im Auslande lästig ward, er naoh Litthauen zurück• kehrte und das Christenthum annahm, und der König Alexander, seine ungemeinen Fähigkeiten würdigend, nahm ihn nicht nur wieder in Gnade auf, sondern verlieh ihm auoh den Adel mit dem Wappen Jaatrzubieo. Als Abraham Ezofowioz im Jahre 1500 die Mauthe von Kowno in Pacht hielt, war er bereits ״Stadthauptmann von Smolensk und Vogt von Minsk.“ Damals sohon musste er sich um den König viele Verdienste erworben haben, wenn er für ewige Zeiten die Besitzung Wojduwy im Wilnaer Bezirke von dem Güteroomplexe Rakanoisk mit dem Stifts• briefe folgenden Inhalts geschenkt erhielt: ״Da sioh durch Tugenden und Charakter jeder vou einem mittleren Stande zu einer höheren Stute erhebt und da angelangt, noch grössere Beweise seiner Treue seinem LaDdesherrn gegenüber und der vernünftigen Erf'üllung Seiner Befehle ablegt, sonach den treueu, redliehen und makellosen Dienst des edlen Abraham Ezofowicz, welcher zur Zeit, als der Feind unsere Grenzstädte und Schlösser überfiel, sioh immer um uns verdient gemacht hat, sein Blut und Gut nioht schonend, in Erwägung ziehend, verleihen Wir ihm als treuen Diener, ihn belohnend und ihn auoh für die Zukunft für Unsern Dienst noch mehr anzuspornen, die Herrschaft Wojduwy eto. auf ewige Zeiten und mit diesem Stiftsbriefe verschreiben Wir selbe dem Abraham, seiner Frau, seinen Kindern, und Nachkommen etc.“ Gleich nach Sigmund I. Thronbesteigung bestätigte dieser dem Abraham alle Verleihungen des Königs Alexander, wie die Herrschaft Wojduwy mit ihren Servituten, die im Smolensker Bezirke und in der Minsker Wojwodschaft. Der grossherzogliohe Staatssäckel befand sich zu jener Zeit in einer sehr traurigeu Lage, der Mangel an Geld machte sich sehr fühlbar, und das umsomehr, als die Einnahmen grösstentheis in natura, in Gestalt von Rohmaterialien eiugingen. Sigmund I. musste dem Beispiele seiner Vorgänger folgen und Anloihen aufnehmen. Gleich im ersten Jahre naoh seiner Thronbesteigung war Sigmund L dem Abraham gegen 2000 Sohook Grosohen sohuldig. Diese Sohuld war theils durch ihn, theils noch durch König Alexander oontrahirt worden. Bis zur Bezahlung dieser Summe Überlie88 der König die Einkünfte von Zoll und Salz in Kowno und den Waohszoll inj Smolensk dem Abraham in Pacht. Diese Einkünfte müssen sehr bedeutend gewesen sein, wenn Abraham noch vor Ablauf zweier Monate seine 2000 Sohok Grosohen zurüokerhalten hatte und überdies als Uebersohass in Grodno an Händen des Königs weitere 500 Schock erlegte, wofür er die weitere Bestallung zur Verwaltung dieser Einkünfte erhielt. Gleichzeitig überliess der König für den Betrag von 900 Schock Groschen, die Mauthe zu Minsk an Abraham Ezofowioz in Pacht. Um dieselbe Zeit pachtete Ezofowicz auch das litthauisobe Münzregal. Indem Abraham auf diese Weise die Zölle und die Münze, also die Hauptquellen der königl. Einkünfte in Händen hielt, war Abraham in Litthauen die wichtigste Person für den König und stand mit ihm in naher und fortwährender Verbindang. Dies alles geschah um dieselbe Zeit, als König Sigmund naoh Wilna kam und davon verständigt, dass einige seiner Hofleute fortwährend mit dem Verräther Hliriski Beziehungen unterhalten, liess er im Januar 1509 Obracht Gasztold, Fedko Chrebtowioo, Schatzmeister, Martin Chrebtowioz, Stallmeister, und andere gefangen nehmen. In Ermanglung eines Schatzmeisters also, betraute der König, Wilna verlassend, Abraham Ezofowioz mit verschiedenen Aus- Zahlungen, wovon Letzterer, im Juni desselben Jahres naoh Krakau kommend, dem König Reohnung vorlegte, laut welcher er auf Grund königlicher Briefs und Ordres 5000 Gulden und 809 ,Schock Grosohen ausgezahlt hatte. Die obigen Summen gestattete der König Ezofowioz von verschiedenen Einkünften zu beheben: von dem Burgvogte in Wilna, von der dortigen Zollkammer und von den Wachsgeldern, von den Zollämtern in Brzesk, Luck und Wlodzimierz. Ausserdem erhielt Abraham das Privilegium, Aasländisches zollfrei za beziehen. Seinerseits, macht Abraham Ezofowioz, Stadthaupt mann zu Smolensk, Vogt von Minsk, sich dem Könige für die ihm erwiesenen Gnaden und Wohlthalten dankbar zeigend, ein Geschenk von tausend Mark seines eigenen Silbers für die litthauisohe Münze, mit der Verpflichtung, daraus Münze zu prägen, 80 lange er das Münzregal ln Paoht halten wird.“ Um dieselbe Zeit erhielt Ezofowioz ein könig- Hohes Privilegium auf die Herrschaft Hryakow und zwei unbekannte Ländercomplexe im Trookaer Bezirke. (Schluss folgt) (Jeher den Gregorius Haitman’s von Aue. Von Dr. S. Gelb haus, Rabbiner und Prediger zu Prag. (Fortsetzung.) 7. 148—152 Au einer swester minne 86 riet er im ze verre, unz daz der jankherre verkerte 8iue triuwe guot üf einen valschen muot. Vergl. II. L. Samuel 13,1: ״Und Absalom, der Sohn Davids, hatte eine schöne Schwester, die hiess Thamar und es liebte sie Amnon der Sohn Davids.“ 8. 165—168 War umbe verhenget im des got üaz er 86 gr6zen argen 80t Irumt Uber sine hantgetät die er nach im gebildet hat?