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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-11-07 · N° 45. (7.11.1889) · p. Seite 180

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 45. (7.11.1889)
Date
1889-11-07
Page
Seite 180 (sequence 2)
Language
German
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— 180 - Es wurden folgende 5 Begnadigungen erbeten und gewahrt: 1. Dass die dem Hause bei dessen Erbauung gnädigst ertheilte und noch 4 Jahre dauernde Freiheit ab oneribus, in sofern solche die Gemeinde nicht übertragen darf, ferner, und so lange das Institut besteht, dabei verbleibe. 2. Dass der Hausvater und Lehrer Schutz in dieser Qualität erhalte und von allen den sonst ihm obliegenden Handels- und Gewerbeabgaben befreit sei. 3. Dass der Eigenthümer, oder statt seiner der Bewohner, die dem Hause anklebenden Gerechtigkeiten, als Hut-, Weide- und Holzberecbtigung, ganz so wie andere Bürger und Hausbesitzer der Stadt geniesse, und 4. Wenn es seine oder des Instituts oder dessen Stifters Convenienz erfordert, Grundstücke zu acquiriren, wie solche der alte im 105. Jahre verstorbene Jude Isaak Hirsch vormals besessen und Feld-Wirthschaft betrieben hat, gleichfalls acquiriren könne. Dass endlich 5. Das Institut lediglich vom Fürstlichen Ministerio in allen Sachen dessen innere Schuleinrichtung betreffend abhänge, in Judicialibus aber und wenn es Polizei- Sachen oder Civilklagen gegen die dabei angestellten Personen betrifft, unter dem jedesmaligen Gerichtsschulzen, jetzt dem Hofrathe Zincken, stehe, dessen Ausspruch aber nur dem Fürstlichen Ministerio zur höchsten Entscheidung unterworfen bleibe. Der letzte Punkt erregte ganz besonders den Unwillen des Magistrats. Derselbe sah sich in seiner Autorität bedroht. Der Bürgermeister Grimm und Rathsassessor Oesterreich erheben denn auch in einem Immediatgesuche vom 21. Juli 1801 Beschwerde und führen aus, dass das Ansehen des Magistrats leiden werde, wenn das Institut in Polizei- und Civilsachen dem Gerichtsschulzen allein unterstellt bleibe. Sie dringen jedoch nicht durch. Laut einer Resolution vom 28. Juli wird ihnen bedeutet, es müsse bei der Verordnung vom 3. Juli sein Bewenden haben. So waren denn dem Institute, das Michaelis eröffnet werden sollte, die Wege geebnet Der Magistrat musste sich grollend fügen. Seinen Uninuth wollte er jedoch Jacobson noch fühlen lassen, und eine Gelegenheit hierzu bot sich bald. (Forts, folgt.) Rabbi David Kimchi. Von Harry L. Lewis in London. (Schluss.) Auf die correcte Aussprache des Hebräischen legte der Redak grosses Gewicht. Er sucht sorgfältig die Gewohnheit zu beseitigeu, zwei gleiche unmittelbar auf einander folgende Buohstaben wie einen zu lesen, eine liederliche Angewöhnung, welche Saadjah schon erwähnt und die wirklich den Beifall einer so wichtigen Autorität wie Abulwalid gefunden hat. Der Redak hält daran fest, dass die talmudische Regel יוזן רוח בין הדבקיםsioh nicht nur auf קריאת שמע bezieht, sondern unbeschränkte und allgemeine Geltung hat. Auch in mancher anderen Hinsicht war die Theorie des Redak über die Aussprache des Hebräischen eine höchst correcte. Abweiohend von der portugiesischen Aussprache unterscheidet er zwischen ב und ת ,ב ur.d ת; er strebt sogar Spitzfindigkeiten in der Aussprache an, wovon ich gestehen muss, sie nicht zu verstelieu; so warnt, er uns z. B., den Unterschied in der Aussprache zwischen תיו דגושה und ט״ת zu übersehen. Den Buchstaben רו scheint er jedoch wie ״w“ ausgesprochen zu haben, wie dies bei deu Juden in Algier Gebrauch ist, denn er sagt uns, dass dessen Laut von dem des בית רפה unterschieden werden müsse. Dem שוא widmet er ein g nzes Kapitel. Den Vocal שוא las er wie ״ä“ ausgenommen vor einem Kehlbuohstaben, wo es einen dem folgenden Vooal entsprechenden Laut erhielt. Dies mag zum Theil seine Richtigkeit haben, obsohou es nicht dem heutigen Gebrauch entspricht. Von Halbvokalen weiss Redak nichts und diess veranlasst ihn, einige grosse Fehler in der Aussprache zu begehen. Er liest nicht nur Mal-ch& für מלכי! ein Schnitzer, welcher Unglücklicherweise fast allgemein ist, sondern Wörter wie קלרות רבבות wie riw-woth, kil-lath. Dagegen legt er sowohl in seiner Grammatik wie in seinen Commentaren grosses Gewicht auf die richtige Betonung der Wörter, ein Punkt, in welchem wir Aschkenasim noch viel zu lernen haben. Es braucht kaum hinzugefügt zu werden, dass der Redak sehr darauf hält, dass diejenigen, welche hebräisch schreiben, sich eines reinen und correkten Styls bedienen. Die Hilfsmittel, welche uns die Bibel für die Sprachkunde bietet, sind ohne Zweifel begrenzte und es tritt an uns die NothWendigkeit heran, fortwährend neue Formen zu bilden. Wir müssen hierbei jedoch sorgfältig darauf achten, die bestehenden Analogien fortwährend im Auge zu behalten. Kimchi warnt besonders die Verfasser liturgischer Poesie, diese Erwägung je ausser Acht zu lassen. Die Commentare des Kimchi verbreiten sich wie die seiner Vorgänger Raschi und lbn Esra über’ den grössten Theil der Bibel. Die Ordnung, in welcher er dieselben verfasste, ist etwas eigenthümlioh. Der erste Theil der Bibel, welchen es erklärte, waren die Bücher der Chronik. Diese wählte er desshalb zuerst, weil einer der Schüler seines Vaters ihn darum gebeten hatte und zwar aus dem Grunde, weil es an passenden Erklärungen zu d6m Buche, welohos damals eben so wie heute am meisten vernachlässigt war, fehlte Hierauf verfasste er seinen Commentar zu den Psalmen und dann zu allen Büchern der ersten und letzten Propheten. Wir können zuversichtlich behaupten, dass er diese Ordnung eingehalten hat, denn überall führt er Stellen aus den Büohern, welohe er schon geschrieben hatte, in den später folgenden an. Nachdem er so die Hagiographen und dann die Propheten commentirt hatte, scheint er den Plan zu einem Commentar über den Pentateuch entworfen zu haben Wir besitzen von diesem jedoch nur den Commentar zur Genesis. Wahrscheinlich wurdeKimchi durch den Tod oder durch die Unruhen und Streitigkeiten, welohe dessen Werke in seinem Alter hervorriefen, an der Vollendung gehindert. Obschon die übrigen Schriften Kimchi’s sioh der wohlverdienten Popularität unter den Juden zu erfreuen hatten, wurde der Commentar zur Genesis erst 1842 gedruckt, in welchem Jahre Ginzburg ihn nach einem Manuscript in Paris edirte. Diese Verzögerung ist, wie Geiger meint, wahrscheinlich dein Umstande zuzusohreiben, dass man allgemein dieses Werk nur für ein Bruchstück ansah, welches dieserhalb nicht verdiente, unter den vollständigen Werken Kimchi’s einen Platz zu finden.*) Dieser Commentar war jedoch schon dem Salomon ben Melech bekannt, welcher ihn in seinem מכלל *) Diese Annahme war begründet und zwar deshalb, weü der Cornmentau zur Genesis nicht nur einen Theil des Penta■ teuch-Con.moutars bildet, sondern auch an sich in dem oben ן erwähnten Manuscript nur als .Bruchstück aut uns gekommen ist. Der Herausgeber desselben erklärt in fiuer Vorbemerkung 1 an den Leser, dass das von ihm benutzte Manuscript erst mit i der Mitte des 1 '■!. Verses aus Kapitel 1 beginne, und er, tun I kein Bruchstück zu liefern, das Fehlende aus dem פפר השרשים! und *£מ־לל יו ersetzt habe. (Der Uebers.)

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