Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-10-24 · N° 43. (24.10.1889) · p. Seite 169

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 43. (24.10.1889)
Date
1889-10-24
Page
Seite 169 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/6492408-5990870-5991303--1824-5368733
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 169 — Das Targum zu dem Buche Schir ha־Schiri». Von Dr. Jakob Reis», Rabbiner in Kuttenplan (Böhmen).־ (Schluss.) Cap V, 12. In der Handschrift fehlen die Worte ומנהרין ית דינא למהר שעיע כחלב דתבין בבית מדרשא ומתינין ברינא. Cap. V, 14. In unserem Targnm heisst es: ברלין ו5םרן ... גיהר ... ברלא; dagegen in der Handschrift abweichend ברקן ועפרן ... ניחאר.... בילאר. Leyy in seinem chaldäi-chen Lexicon, (Band II, S. 233) halt!לפר lür ein Glossem oder Var. zur Erklärung des. ברקן. Auch im נאולת הנר wird עפרן als Glossem angesehen. Cap V, 16. In der Handschrift wie in unserem Targum heisst es am Ende: נביאיא ומתנבא,! בירושלס. Sinngemässer lautet im גאולת הנר diese Stelle נביאיא דמתנבאין בירושלם. Cap VI, 1. In der Handschrift wie in unseren Targumausgaben steht, וב? אמרו störend vor תושכחתא ד״ה. Darauf macht schon aufmerksam מרדכי בן יחיאל לוריא in seinem: פירוש המלות של תרגום מחמש מגלות (1580 דניאל ועזרא (קראקא. La גאולת הנר erscheint in der daselbst angeführten Targumstelle וכן אמרו am richtigen Platze vor על אידין חובא. Cap. VI, 8. Für אלכסנדרות מלכא in unserem Targum steht אלכסנדרות דשיעא, Cap. VII, 3. In der Handschrift fehlen die Worte .לדכאה ויסאבה Cap. VH, 6. In der Handschrift, wie auoh in unserem Targum heisst es ודלת עמא דאזלין ברישא מכא. Es ist einleuchtend, dass ברישא מ3א fehlerhaft ist. Im גאולת הנר wird zu dieser Stelle bemerkt: ההולכת עתה בראש וקוף; demgemäss muss für מבא gelesen werden מכיכא. Cap. VII, 9. In der Handschrift heisst es übereinstimmend mit unserem Targum: וריחיהק יהי נדיף כריחא דתפוחין דננתא דעדן, was die Paraphrase zu der Textstelle וריח אפך כתפוחים ist. Im Traktate Sabbath fol. 88 a wird in dem mit dem Worte פריו beginnenden Tossafot von Rabbenu Tarn bemerkt, dass unter dem Worte תפוח des in der Gemara daselbst ahgeführten und erläuterten Verses Schir ha-Schirim Cap. H, 3 אתרוג zu verstehen sei mit der Begründung, dass in der Textstelle יריח אפך כתפוחים Cap. VII, 9 das תפוחים mit אחרנא übersetzt ist; der Wortlaut des Tossaiot ist folgender: ומפרש דתפוח היינו אתרוג וריח אפך כתפוחים מחרנמינן כריחא דאתרוגא. Allein die Bemerkung Rabbenu Tams stimmt nicht überein weder mit der Handschrift noch üiit unserem Targum. In Beiden wird gerade Cap II, 3 das Textwort כתפוח mit אתרונא, dagegen Cap. V1I, 9 das Textwort כתפוחים mit בריחא דתפוחין paraphrasirt, während von Rabbenu Tarn das Gegentheil behauptet wird. Rabbenu Tarn scheint also ein anderes Targum zu Schir ha-Schirim vor sich gehabt zu haben. Cap. VIII, 12. In der Handschrift fehlen die Worte: ירבעם בר נבט ותרין שבטין יהירה ובנימין יהי שליט ברית• bl aclibemerkung. In der früherenAbbandluiig ״das Targum zu dem Buche Kohelet“ im Litteraturblatte d. J. No. 36, 37 und 33 sind einige Druckfehler zu verbessern. In der EinleituM muss es heissen: Prof. D1־. H. Grätz. In dem Absätze: Oap. I,.) ist das Klammerzeichen des zweiten לעתיד zu streichen, ln der Handschritt kommt דעתיל zweimal neben einander vor und keines hat ein Klammerzeichen. In dem Absätze: Cap. V, 7 muss es ומשעבד anstatt ומשעד heissen. In demselben Ab- »atze ist von ״zweierlei“ bis einschliesslich ״Handschritt“ ein- 'ual zu streichen. In dem Absätze: Cap. VII, 8 muss es בנפות רוחא anstatt לנסות רוחא heissen. Zu meiner Vermuthung in dem Absätze Cap. VII, 12, dass היככא höchst wahrscheinlich nur die Paraphrase für das Textw°rt כי ist, macht der sehr geehrte Herr Redacteur die Ein- Wendung, dass aber das Textwort כי schon mit אתם übersetzt ist. Diesbezüglich muss ich bemerken, dass, abgesehen von der schon von mir in der Einleitung erwähnten und in der Abhandlung angedeuteten Thatsache, dass das Targum zu dem Buche Kohelet manchmal eine zweifache Uebersetzung hat, auch im Kohelet Cap. V, 2 das Textwort כי mit אתם היכמא paraphrasirt ist. Im Targum Kohelet kommt היכמא vor, wenn auch der Buchstabe כ״“ oder das Wort כי״“ nicht vor dem Worte stehen z. B. Cap X, 8. Dort heisst zur Textstelle חופר נומץ בו יפול im Targum wie folgt:היכמא רנבר דברי שוחא . . . Dr. Jacob Reiss, Rabbiner. Recensionen. Rostowski, ספר מורה צדק ע*פ שטת הרמב״ם (Wilna, 1888.) (Fortsetzung.) Diesen letzteren Bedenken gegenüber, welohe, wie es den Anschein hat, auch von dem Herrn Verfasser in ihrer Berechtigung anerkannt werden im Hinblick auf das Unternehmen der freien Forschung, weist derselbe nur auf die Widersprüche der Tradition hin, die in den späteren Schalen za Tage treten, auf die widerstreitenden Ueberlieferungen der grossen Gesetzeslehrer, die von keinem der ״Maaminim“ geläugnet werden können. Die Erkenntniss dieser Widersprüche fordere zweifellos von selbst za einer Prüfung der Wurzeln und Grundlagen der jüdischen Lehre auf, nicht etwa in dem Sinne rede, dass erst ihr Wahrheitsgehalt in Frage komme, sondern nur die Ursachen der späteren Widersprüche zu ermitteln; das Misstrauen gegen die freie Forschung sei überhaupt nur hervorgerufen durch die übelwollenden negirenden Tendenzen, die des Glaubens an den Werth der Tradition ermangeln; aber da, wo eine pietätsvolle Verehrung für dieselbe in dem Gemüthe wurzle and nur das tiefere Verständniss derselben erstrebt werde, sei die selbstständige Forschung zweifellos gestattet; ja es sei sogar für denjenigen unter den ,Gläubigen“, der auch unter solohen Verhältnissen der Prüfung der Glaubenslehren abhold sei, ein nntrügliches Erkennungszeichen, dass sein eigener Glaabe nur auf schwachen Grundlagen ruhen müsse, oder mit unzulässigen Elementen gemischt sei. Aaf solche Weise nun hat der Herr Verfasser im Hinweis aut die späteren Widersprüohe der Tradition di• Berechtigung der selbstständigen Forschung za erweisen unternommen, ohne freilioh — wie ihm denn überhaupt der geschichtliche Sinn abgeht — auoh nur mit einem einzigen Worte der geschiehtliehen Entwickelung der Tradition zu gedenken, die ein erhellendes Licht auf diese Widersprüohe werfen konnte. In diesem Streben nach tieferer gedanklicher Erfassung der Tradition erscheint nan dem Herrn Verf. aus mannigfaohen Gründen Mai muni als der vortrefflichste Führer. Man hätte allerdings mit Recht erwarten können, dass Herr Rostowski, der sioh, wie rühmend hervorgehoben werden muss, in ernster and eingehender Weise mit dem Studium des ״Moreh“ beschäftigt hat, den Maimonides besser nützen würde für die theoretische Begründung seines vermittelnden Standpunktes in der Frage nach der Bereohtigung der freien Forschung — als er dies im weiteren Verlaufe seiner Darstellung thut. Denn wenn Herr Rostowski in der Folge sioh auoh di• kosmologisohen Lehren des Maimonides aneignet und ihren Wahrheitsgehalt zu erweisen bestrebt ist, so durfte er es im Interesse seines eigenen Princips der Forschung nicht unterlassen, auf die Ausführungen Maimuni’s hinzu weisen (Moreh II, 11), dass die ihre entwickelten kosmologisohen Ansichten in voller Uebereinstimmung seien mit .den Lehren der Propheten und Weisen in Israel; es durfte namentlich die Bemerkung Maimuni’s nioht fehlen, dass diese Lehren

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.