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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-10-24 · N° 43. (24.10.1889) · p. Seite 170

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 43. (24.10.1889)
Date
1889-10-24
Page
Seite 170 (sequence 4)
Language
German
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— 170 — der wahren Philosophie einst bekannt gewesen seien in der jüdisohen Nation, dass sie aber in den Stürmen nnd Drangsalen der Zeitverhältnisse, durch den vorzeitigen, gewaltsamen Tod der jüdischen Weisen in Vergessenheit gerathen, durch fremde und falsche Lehrmeinungen ersetzt worden wären, während die eigentlichen Grundwahrheiten der Philosophie uns nun als fremde Gebilde erscheinen! Als eine weitere Begründung für das von dem Herrn Verfasser aufge* stellte Princip der Forschung hätten namentlich auoh die Worte Maimuni’s eine besondere Hervorhebung verdient, die er im Anschluss an die von ihm im Geiste der Schrift vorgesohriebenen Schranken der Speculation äussert: ״Es ist aber bei diesen Stellen sagt er, in welchen die Propheten und die Weisen sich geäassert, nicht etwa der Gedanke ausgesprochen, die Pforte des Nachdenkens ganz und gar zu verstopfen nnd den Verstand zu hindern, dass er dasjenige begreife, was er zu begreifen vermag, wie etwa die Einfältigen und die Denkscheuen glauben mögen, denen es gefällt, ihre Mängel und ihre Thorheit für Vollkommenheit und Weisheit auszugeben, während sie die Vollkommenheit und Weisheit Anderer als einen Mangel und als eine Entfernung vom Gesetze angesehen (ושלמות זולתם וחכמתם חסרון ויציאה מן הדת), sie machen die Finsterniss zum Licht und das Licht zur Finsterniss; vielmehr geht der ganze Sinn derselben (der Bibelverse) dahin, dass es für den mensch־ liehen Verstand eine Grenze giebt, bei welcher er stehen bleiben solle.“ (Moreh I, 32.) (Schluss folgt.) Scherbel, Xoritz. Der Unstgrblichkeitsglaube nicht vom theologischen Standpunkt. C. Sterzei. Gumbinnen. 136 S. Das zu Berlin erscheinende ״Archiv“ urtheilt über dieses Buch unseres goseh. Mitarbeiters, über welches wir uns eine eingehendere Recension Vorbehalten, wie folgt: Wenn Vert. den Unstorblichkeitsglauben nicht vom theologischen Standpunkte behandelt, so tliut er dies, da er selbst Thoologe ist, um seinem Werke den Vorwurf der Parteilichkeit von vornherein zu ersparen. Wir haben das Werk mit vielem Interesse gelesen, da es eine Materie behandelt, die gerade die Neuzeit behandelt, bis in die geheimsten Tiefen bewegt und angefangen hat, in weiten Schichten des Volkes Wurzel zu fassen. Der Verfasser behandelt den Unsterblichkeitsglauben vom empirischen, analytischen und moralischen Standpunkt und es ist ihm überall gelungen, den Glauben au das Vorhandensein einer Seele, im Menschen nicht als Nonsens zu erweisen. Für diejenigen, welche in ihrer materialistischen Weltanschauung das Vorhandensein einer Seele leugnen, bietet das Buch insofern Interessantes, als es zeigt, wie gar oft die Verfechter ihrer Anschauung im Irrthnm sich befinden, wie gar oft sie unbewusst für die Seelentheorie eintreten, für diejenigen, welche mit dem Verf. das Vorhandensein einer Seele annehmen bietet es der Gründe genug, welche den Glauben an die Un- Sterblichkeit der Seele vor der Vernunft rechtfertigen. Freilich einen Beweis im mathematischen Sinne hat Verf für das Vorhandensein dar Seele nicht erbracht; aber das liegt in der Natur der Materie und kann unmöglich dem Werke zum Vorwurf gemacht werden Hiergegen bietet es der Vorzüge genug, da es in rocht eingehender Weise alle Gründe der Materialisten in ihren bedeutendsten Vertretern der Neuzeit beleuchtet und zu Gunsten einer idealen Weltanschauung widerlegt. Wr. Litterarische Notizen. Cincinnati. Die Tradition von einer Sintfluth, welche sich bei allen Völkern erhalten hat, hat in jüngster Zeit durch die Berichte von den in Peru, Mexico nnd Central-America autgetundenon gebrannten Thontäfelchen eine neue Stütze erhalten. Diese Berichte gehen bis auf das .lalir 2000 (ante) zurück. I D1-. J. T. Everett behauptet in der Uebersicht zu einer demnächst in ״Magazine of American Historie“ erscheinenden Veröilentlichung, dass die Tolters, von weichen diese Berichte handeln, ein hochcivilisirtes und religiöses Volk waren; ihre Traditionen erzählen auch von einer Fluth und einer grossen Zotcoli i'Arche?), in welcher sich Natiz und seine Familie nebst ihren Heerdeu vor den mächtigen Wassern, welche 3 Monate das Land bedeckten, gerettet hatten. (Am. •Jsr.f Paris. Theodor Reinach hat am 13. September in der Academie eine gallo-rümische Inschrift vom Jahre 688 vorgelegt, welche im Museum zu Narbonne ist Dieselbe enthält die Grabinschrift dreier Israeliten, welche die Kinder des Paragorus, des Sohnes von Sepandus, waren. Laad•«. In einem der vor einiger Zeit erschienenen Abendblätter befindet sich eine Rezension zweier Bücher, von denen das | eine die Gedichte Carmen Sylva’s, der Königin von Rumänien, ז und das andere diejenigen der jüngst verstorbenen Emma j Lazarus enthält. Es scheint, als wenn der Herausgeber durch 1 die Nebeneinanderstellung dieser beiden Dichterwerke, des einen | aus den! höchsten und des andern aus dem niedern Range! der menschlichen Gesellschaft, eine beherzigende Lehre hat j geben, und als wenn er hierdurch hat hervorheben wollen, dass ein wahres Talent seinen Besitzer dem Könige gleichstellt. Es wäre auch in der That zu wünschen, dass unsere jüdischen Autoren sich der Verantwortlichkeit, welche ihr gottbegnadetes Talent ihnen auterlegt. stets bewusst bleiben und dahin streben möchten, durch ihre Geisteserzeugnisse nicht sich, sondern ihre Leser zu erheben. Es ist eben so wenig möglich, die Grösse des Unglücks, welches ein werthloses, die Sinne reizendes Buch verursacht, als den heilbringenden Erfolg zu schildern, welchen ein gutes und herzerhebendes Buch für den Leser hat. Literarischer Anzeiger. - 2_ Verlag von Otto Wigand, Leipzig. { | Elias der Prophet. f X tii11 alt hebrlischeN Epox, besprochen in 11 Predigten 2 von Moritz Schwall). J Dr. theol., Prediger an d. reform. Kirche St Martini zu Bremen. tMW—tMW—ltWMHWMHMMMUMMM Im Selbstverläge des unterzeichneten Verfassers ist erschienen: Der [211*7 ln seiner empirischen, analjtischen nnd moralischen Behandlnng, nicht vom theologischen Standpunkte. Das Werk bildet nicht blos ein Handbuch lür Prediger und Lehrer bei Behandlung der Unsterblichkeitalelne,sondern kann auch in jeder gebildeten Familie als interessante und spannende Lektüre Verwendung finden. — Frei« 2 Xk. Moritz Scherbel, Prediger. Das Archiv. Bibliograph. Wochenschrift■ Mittheilungen aus der Litteratur des In- und Auslandes Von Julius Steinschneider in Berlin. Verlag von Julius Wiesenthal in Leipzig. II Jahrg. No. 46. Inhalt: Deutsche Klassiker in rumänischer Uebersetzung. — Referierende Bibliographie. — Zeitschriftenschau. — Kleine liter. Mittheilungen Literarhistorisches Beiblatt No 8: Ad Pauli Eberi calendarium histor. additioues manuscriptae cx Bibi. angelica. [235ö Zu beziehen durch J. Hauffmann in Franklurt a. M.: Der Karr. Roman vou ־W. Fraak. (•232־« Preis Mk. 2■ — Mendelssohn-Bibliothek. (zur populären Erschliessung jüdischer Religion, Geschichte und Litteratur.) Soeben erschienen Band 1-0. In den meisten Buchhandlungen des In- und Auslandes vorrütliig. Jeder Band ist für 25 Pf. einzeln käuflich. [2257 Monatsschrift für die Literatur und Wissenschaft des JndenthHms. Herausg. v. Arthur S. Weissmann. X. (Oktober) Heft enthält ausser der hehr. Beilage: M. Hein: Drei Forscher aer neuesten Zeit — Die jüdischen Speisegesetze. — Victor von Castiglioni: Die Geschichte der Philosophie. — Weissmann: Psalm 40. — Rezensionen. InmeinemVerlag erschien soeben liic Lehrer der Misrhiiuli. Ihr Leben nnd Wirken für Schale und Hans nach den (Quellen bearbeitet von I)r. M.. Brannschweiger. Preis brosch. M. 8.— [2328 In eleg. Leinwandband M. 4.— Das Werk enthalt ausführliche auf zahlreichen Quellennachweisen beruhende in geschm&ckvoller Darstellung gehaltenoBiographien sämmtlicher Mischnalehrer in alphabet ischer Ordnun g. Es giebt kein zweites derartiges Werk in deutscher Sprache. Epilepsie, i2 * *'5״ Krampf- und Nervanleidende finden sichere Heilung nach einzig dastehender tausend- (ach bewährter Methode. Briefliche Behandlung nach Einsendung eines ausführl. Berichtes, dieselben sind mit Retourmarken zu adressiren: HygleaSanatorlumliamhurgl■ Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druok von D. L. Wo lf f, Magdeburg. Verlag von Robert I riese, Leipzig

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