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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-10-10 · N° 41-42. (10.10.1889) · p. Seite 165

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 41-42. (10.10.1889)
Date
1889-10-10
Page
Seite 165 (sequence 5)
Language
German
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Beilage z 11 No. 41-42 des ״Jüdischen Litteratiirbaltts,” שיר הכבוד, Gottesdienstliche Gesänge für israelitische Gemeinden nach sephardisohem Ritus, componirt und herausgegeben von Isidor Löwit, Chordirigent, und Jacob Bauer, Oberoantox der türkischsephardischen Gemeinde zu Wien. I. Theil. Wien 1889, Verlag dei Herausgeber. (Schluss.)*) Besprochen von Ed. Birnbaum. Und nun kann zur Besprechung der Melodien, den wirklichen sephardisohen Charakter tragenden Melodien, geschritten werden, die wohl würdig sind, hier des Ausführlichen behandelt zu werden, zur Genugthuung für die Nachkommen eines Geschlechts, dessen Andenken in allen Zeiten heilig gehalten werden wird in Israel, und zur Genugthuung für die hochherzigen Förderer der Drucklegung des Werkes, welche sich von dem Gedanken haben leiten lassen, den von den Vätern treu überlieferten Melodien die weiteste Verbreitung zu geben. Wie vielen von den Vorfahren haben sie nicht Trost und Erhebung gewährt, wie viele haben nicht unter dem Klange dieser Weisen ihre glaubensstarken Seelen ausgehaucht! Die freicomponirten Nummern hier übergehend, bietet die Sammlung im Ganzen 17 wirklich spanisches oder türkisches Gepräge tragende Melodien, von denen aber manche (so die No. 4. 5. 19. 21 30—33. 36 und 38) jede nähere Bezeichnung vermissen lassen, während! andere in einer nicht consequent durchgeführten Weise : die Bezeichnung ״seph. Melodie“ oder ״Original-! melodie“ führen. Den Leser über den etwaigen Unterschied, den sich die Herren Herausgeber bei dieser I Niederschreibung vielleicht dachten, im Unklaien ' lassend, hat das inconsequente Verfahren nur das Missliche für die Beurtheilung, dass es nicht geringe Zweifel über die Authenticität der Gesammtaufzeiohnung ■ autkommen lässt. Aber auch dann bietet die Sammlung dem liturgischen Forscher genug des Beaohtenswerthen, und darauf mag nun hier näher eingegangen werden. Es ist bekannt, dass im Vergleich zu dem deutsehen Chasanuth, welches in vielen Stüoken, haupt- ן sächlich den unrythmischen, unverfälschte Spuren hohen! Alterthums aufweist, das Spariolische sich mehr an arabische, maurisch-spanische, griechische und tür-! kische Volksmelodien anlehnt. Während also das; deutsche Chasanuth den Charakter eines nationalen I Volksgesanges im Grossen darbietet, repräsentirt sich j das sephardische mehr als Naohklang längst ver- ׳ gessener National weisen eines begrenzten engeren Vaterlandes. Dies zeigt sich sowohl bei den jüngeren Hymnengesängen und Sequenzen, wie nicht minder bei Vergleiohung der synagogalen Psalmodien beider Riten. Man vergleich• z. B. die seph. שירה mit der deutschen. Im deutschen Ritus wird sie beim Vorlesen der Thora am Sabbath-Schirah oder bei einem ברית in besonderer Weise psallirt, welche Cantilation entweder direct auf die Art und Weise der Absingung der sogen. נדרים» oder aber auf die der allgemeinen Sabbath- und Festespsalmen zurückzuführen! geht; die Sephardim hingegen singen eine ganze j streng-rythmische Melodie, die sie allerdings für l sehr alt erklären, ja sogar bis auf Moses zurückführen (8. de Sola’8 Einleitung zu den ״Anoient Melodies“ S. 16). Der Kritiker jedoch dürfte der unrythmischen Psalmodie, wie sie der deutsche Ritus kennt, den Vorzug der Anciennetät geben. Der umgekehrte Fall trifft zu bei ברכת כהנים, für welohes *) 10 No. 39 ist zu berichtige!»: S. 155 Z. 19 ״Gemeinden“, Z. 30 ״wenigen“, Z. IG v. u. sowohl (st. wohl); (S. 15G Z. 10 v. u. ״In“ (st, Zu). der deutsche Ritus wiederum rythmisohe Melodien, und zwar übertragene, hat, während die Sephardim nur ein sogen. כ״ כ אנטיגן (autico) haben, welohes in den seltensten Fällen mit einem beliebigen לחן abwechselt, wie ich es in einer alten Handschrift gefunden habe, dass auf ב״ כ neben anderen לחנים ein לחן דו חון עורא אלחדב נר״ו אכו״ר verzeichnet war. (Ueber Alchadav, auch אלחדף geschrieben, vgl. Zunz, Zur Gesch. u. Liter. 424, und Mortara, Indioe alphabetico dei Rabbini e Scrittori israeliti p. 2. Dass Ezra Aich ad.Chasan gewesen, ist bisher den Biographen nicht bekannt gewesen.) Für das verhältnissmässig junge Alter der seph. Melodien spricht ferner die häufige Bezeichnung der seph. Hymnen nach weitliohen Liedern, von denen einige hier verzeichnet werden mögen. So hat Isr. Nag’ara sein *יה רבו nach einer arabischen Melodie ייא ראבי שאלי□ שאילמי und ארה ככוד מלכותך nach der Mel. פסי אואסי סילואנא geschrieben, welche letzte Mel. auch Lonsano (שתי ידות צ״ב! benutzte. Im Machsor Livorno hat das Pismon שאו שצרים für Simehat-Thora die Ueberschrift טריש קולוריש אין אונה (vgl. hierzu Familieublatt No. 4 d. J.). Ferner die Hymne תרומם כת רמה für dasselbe Fest die Mel. אין קאמפום דואירמה. David Pardo hat seine Tochacha אתה בן אדם mit der Mel. אומכרים איז קי טי קוטיינים belegt. Die Melodie zu אחר נוגנים, welche im Machsor mit ישמעאלים JW bezeichnet ist, hat Maicello in seinen Psalmen der Vergessenheit entrissen. Eine Melodie אין לאש טיירש די בריטאניא hat Lonzano a. a. 0., der an einer anderen Stelle treffend sagt: ושאלתי לשירים מי אביהם ואמרו ישמעאלים לוט והגרים was auf die vorliegende Sammlung besonders zutrifft. In derselben finden wir nun 2 seph. 3 ,לכה דודי יגדל Melodien zu תקון טל, die auch hier mit dem גשם correspondiren, die Mel. zur כתובה לשבועות von Isr. Nag’ara mit einer Einleitung ,"TH לשמחת, welche aber im Machsor Livorno fehlt. Dort beginnt die Kesuba gleich mit den Worten ירד* חדי לגנו unter Weglassung des א vom Akrostichon ״Israel“. Besonders hervorzuheben ist das מפי אל für ש״ת mit der spaniolischen Version, von der nur zu bedauern, dass bloss der Refrain spaniolisch gesungen wird. Dasselbe wird übrigens, selbstverständlich mit hebr. Refrain, auch in manchen deutschen Gemeinden am Simchalh-Thora gesungen. In Elbing wird es auch bei der Seuda der Chewra Kadischa vorgetragen. Die Lesarten sind aber auch bei den Spaniern verschieden. Fehlerhaft ist die Zufügung des Wortes כל vor Israel. Der Vers muss lauten: מפי אל, מפי אל, יבורך ישראל. Der Chasan singt, hier unter Assistenz von Männerstimmen, diesen Refrain, worauf der Chor nur die span. Version, die hier aber orthographisch fehlerhaft wiedergegeben zu sein scheint, antwortet. Sodann beginnt der Chasan wieder das Alphabet אין אדיר , worauf der Chor die span. Version des Refrains respondirt. Diese lautet: ״L)i boo ca de el d’jo, di boo ca de el d’jo, s3 ran ben di t’schu to do jisrael.“ a In einer span Handschrift lautet die Uebersohrift zu diesem Gesang: רשות לקדיש לשבועות או לשמחת התורה סימן אלפא ביתה. Ein ähnliches פומק תורקישקו בלעו beginnend מי כמוך מלך עולם שנין גייבי קאנדיבולם besitze ich in Abschrift. Ob das תרומם בת רמה (S. 55) identisoh ist mit dem לחן אי; לאמפום תאירמה (s. oben), ist leider nicht vermerkt. Von Interesse ist auch das צמאה נפשי des Abr. Ibn Ezra für Schmiui- Azeret (No. 35). Dagegen scheint mir das שמע S. 60 die asohken. Melodie für Simehat-Thora zu sein. Mit zwei Nummern für die חתני התורה schliesst

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