Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 18 (1889)
- Issue
- N° 41-42. (10.10.1889)
- Date
- 1889-10-10
- Page
- Seite 164 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 164 — Stelle steht die folgende Bemerkung ה״נ הוד! לסיר■ למא בית ישראל רחיצין. Cap. iv, 6. Für וטיהרי im Targum steht וטיהררי in der Handschrift. Cap. IV, 8. In unserem Targum heisst es מן קרוי טוריא דחסינץ מן נמרץ; dagegen in der Handschrift .מן רירר טווריא מן נמרץ Cap. IV, 12. In unserem Targum wie auch in der Handschrift heisst es וחתימן בכן כמבול• Zu dieser Stehe steht im נאולת הנר folgende Bemerkung: רמתי וחתימן הן כמבולי. Cap. IV, 13 u. 14. Die Handschrift lautet zu diesen beiden Versen übereinstimmend mit unserem Targum. Allein im Traktate Baba bathra fol. 16 b werden in dem mit dem Worte בכוחלא beginnenden Tossaphot zwei Belegstellen aus dem Targum Sohir ha-Sohirim in folgender Weise beigebraoht 0ויונתן תדנ נרד וכרכום רשר! וכרכום כפרים לם נרדים לם רישקא. Diese beiden Stellen aber weiohen ab von unserer Handschrift und von unseren Targumausgaben; denn daselbst sind die Textworte נרד וכרכום übersetzt mit רשק ומוריקא und כפרים עם נרדים mit כפורק לם רשקין. Cap. V, 1. In der Handschrift fehlen die Worte ואתפנקו מן טובא דאתלתד. Cap. V, 2. In der Handsohrift fehlen die Worte אתמלי מן טיפי ליניך. Cap. V, 3. In der Handsohrift fehlen die Worte סרקית שכנתי מביניך והיכדק אהדור ואת לכרת לובדין בישין ואנא. Cap. V, 10. In unseren Targumausgaben heisst es:באצטלא חוור כתלנא חיו יקרא ד*ה דאנפוהי; dagegen in der Handschrift באצטלא חיוור כתלג הוא לפיק בשיחא (Schluss folgt.) .סיררא משנה חיו יקרא דאפר Litteraturbericht. Recensionen. Rostowski, ספר מורה צדק ל״פ שטת הרמב״ם (Wilna, 1888.) In einer sehr lesenswerthen Abhandlung des genialen Herder betitelt: ״Dass und wie die Philosophie für das Volk nutzbar zu machen״ lesen wir, gleich am Eingänge, eine bedeutsame oulturhistorische Bemerbung, deren tiefer Wahrheitsgehalt uns bei der Leotüre des Rostowski’schen Werkes zu erneutem Bewusstsein gekommen ist, deren Würdigung uns auoh voll und ganz das Verständnisa eröffnet, sowohl für den Plan und die Anlage, als auch für die grossen Vorzüge und Mängel, welohe diese Arbeit eines zweifei* los 8eib89tändigen und wahrheitsliebenden Denkers erkennen lässt. ״Seit ihrem Ursprünge, sagt Herder daselbst von der Philosophie, war sie einer Partei beständig ein Fels der Aergerniss, der anderen ein Eckstein der Weisheit gewesen, und dieses 80 besondere Phänomen eines Widerspruohes ist nicht bloss bei ganzen Zeitaltern, Völkern, öecten, gleichsam eine Unterscheidungsmarke und ein Sohiboleth gewesen, sondern zu einer Zeit, unter einem Volke, ja oft in verschiedenen Zeitpunkten eines u. desselben Menschen hat sie diese Metamorphose des Urtheils ausstehen müssen; sie ist ein Proteus unter den Nationen geworden.“ Für all diese Erscheinungen des geistigen Lebens, wie sie uns Herder schildert, bietet nun auch die Arbeit des Herrn Verfassers das treueste Spiegelbild dar, sowohl im Hinblick auf den Leserkreis, den derselbe vor Augen hat, als auoh, was die Genesis der religiösen Lehren und Ueberzeugungen anbelangt, die der Herr Verfasser als den feststehenden Verantwortlicher Redacteur Dr. Bthmer, Magdeburg. Druck v! geistigen Gewinn seines eigenen Nachdenkens, als die gereifte Frucht seiner denkenden Beschäftigung mit dem Lehrinhalte des Judenthums zur Darstellung , bringt. Aber nicht nur die Erkenntniss der kämpfenden geistigen Triebkräfte, die in dem Werke des Herrn Verfassers mit grosser Anschaulichkeit zu Tage treten, ist in hohem Maasse geeignet, unser lebhaftes ’ Interesse für seine Darsteilung zu erweoken, sondern sie erscheint uns auch in formeller Beziehung von erhöhter Bedeutung für die Bestätigung der Wahrnehmung, dass Schriften, die in solchen Zeiten der geistigen Gährung entstehen und eineobjective, vermittelnde Stellung ihrer Verfasser erkennen lassen, in Form und Ton der Darstellung ein eigenartiges Gepräge an sich tragen, so dass dieselbe oft einen dramatischen Character annimmt, u. die Bedenken und Einwände der streitenden Parteien in lebhaften Weohselgesprächen zum Ausdruck gebracht werden. Auch Herr Rostowski hat seine Lehrmeinungen in dieser Form entwickelt, zweifellos im steten Hinblick auf die besonders scharfen Gegensätze, die noch immer in seinem Heimatlande unter den Bekennern des Judenthums zu Tage treten, was die berechtigte Stellungnahme zur Tradition anbelangt. Es hätte überdies für den aufmerksamen Leser nicht erst des wiederholten ausdrücklichen Geständnisses bedurft, dass der Verfasser selbst eine Periode schwerer geistiger Kämpfe zu bestehen hatte, bevor er zur klaren, begründeten und gesicherten Erkenntniss dessen gelangt war, dass das Recht der gedanklichen Erfassung und der geistigen Durchdringung der Tradition ein unanfechtbares sei, dass nur ein durch selbstständige Forschung erworbener Glaube ein wahrhaft unveräusserliches Besitzthum der Seele werden könne; — die dramatische Lebendigkeit seiner Darstellung lässt es schon auf den ersten Augenblick erkennen, dass er nicht unbetheiligt ist an den Kämpfen der ״Maaminim“ und ״Mewakrim“, dass er selbst aut das Mächtigste ergriffen war von der Gewalt der Gegensätze, die zu besonderer Schärfe gediehen sind zwischen den Vertretern des starren Glaubens und denjenigen Männern, die mit der Fackel der Erkenntniss in das Gebiet der Tradition einzudringen bestrebt sind. Allerdings lernen wir duroh dieses hervorragend persönliche Interresse des Herrn Verfassers an den geistigen Kämpfen in seinem Heimathlande, ו ur um so genauer die äusseren und inneren Beweggründe kennen, welche dem Einzelnen als Hemmnisse gelten müssen, die ihn hindern könnten, sich zu dem unwandelbaren Standpunkte selbständiger Forschung zu erheben. Es ist zunächst der Hinblick auf das schwere Geschütz der Anfeindung und Verglimpfung, das von den Vertreter des starren Glaubens droht; s. 25: (מבקר)... אמנם אפחד מאוד ממאמיני הא^ כי על כל אומר יאמרו הם, אין להרהר מאומה , dann aber auch die zweifellos in diesen Kreisen selbst mit besonderem Nachdruck hervorgehobenen Ueberzeugungen, dass die Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit der Vorfahren stets ausser Frage sei ihren Nachkommen gegenüber, namentlich wenn sie die von ihnen überlieferten Glaubenslehren nicht als das Erzeugniss ihres eigenen Geistes rühmen sondern als den geoffenbarten Willen der göttlichen Weisheit bezeichnen; dass ferner, was den Wahrheitsgehalt der geistigen Erkenntniss betrifft, die Naohkommen kein Recht haben sioh'als vollberechtigte Riohter ihren Vorfahren gegenüber zu betrachten, da die Möglichkeit des Irrthums bei Beiden in gleiohem Maasse angenommen werden könne. (S. 27 u. 28.) (Fortsetzung folgt.) 1 D. 1*. Wollt, Magdeburg. Verlag vou Robert Fri ese, Leipzig. Hierin eine Beilage.