Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 18 (1889)
- Issue
- N° 41-42. (10.10.1889)
- Date
- 1889-10-10
- Page
- Seite 163 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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hat in seinem Herzen bereits feste Wurzel gefasst.“ Obsohon die moderne Philosophie von der der Aristotelischen Schule des 12. und 13. Jahrhunderts bedeutend verschieden ist, so können wir es doch fühlen, dass der ״Redak“ in seiner Auffassung von den Sphären des weltlichen und religiösen Wissens im Gegensätze zu der reaetionären Ansicht einiger seiner Zeitgenossen ״dass auf der Erde Thora und Philosophie nicht nebeneinander wohnen könnten“, entschieden im Rechte war.J Wir erlangen aut diese Weise nun auch eine Vorstellung von dem Stufengange der Geistesbildung des ״Redak“. Zu welchem Zwecke verwendete er sein Wissen? Gleich vielen Andern, welche die besten Bücher geschrieben haben, war er kein Schriftsteller von Profession. ״Während ich mit dem Schreiben dieses Buches beschäftigt war,“ sagt er am Schluss seines Wörterbuches, ״verwendete ich die grösste Hälfte meiner Arbeitszeit dazu, Kinder im Talmud zu unterrichten“. Er scheint also ein מלמד תינוקות (Jugendlehrer) gewesen zu sein, was bekanntlich zu jener Zeit keine einträgliche Beschäftigung war; aber er wirkte im Stillen, um die Achtung seiner Mitmenschen zu gewinnen, welche ihm auch dadurch bezeigt wurde, dass sie ihn in seinem hohen Alter zur Wahrnehmung ihrer Interessen noch nach entfernten Städten entsandten und eine ihm widerfahrene Kränkung einer persönlichen Beleidigung gleichachteten. Ohne Zweifel kommen uns die Erfahrungen, welche der ״Redak“ als Lehrer machte, noch heute zu gute. Während er seiten Zöglingen den Talmud erklärte, lernte er gleichzeitig das Geheimniss einer klaren und verständlichen Auslegungsweise, welche •in so reizender Grundzug in allen seinen Gommentaren ist. Er lernte ausserdem, wie die Thatsachen interessant darzustellen seien, so dass er die Aufmerksamkeit seiner Schüler während des Unterrichts und auch die der Leser seiner Schriften zu fesseln im Stande war. Aber ebenso nnterliegt es auch keinem Zweifel, dass der ״Redak“ in mancherlei Hinsicht seine Schwächen hatte. Er ist nämlich oft zerstreut und wiederholt sich in oft unbedeutend von einander abweichenden Ausdrücken, als ob er sich nicht sicher fühlte, seine Meinung das erste Mal schon klar und bestimmt genug ausgedrückt zu haben; jedoch lässt ihn hierbei die Gefälligkeit und Eleganz seines Styls nie langweilig werden. Wir haben es daher nicht zu bedauern, dass er nur einen Theil seiner Zeit der Schriftstellern gewidmet hat, denn die auf uns gekommenen Werke haben durch die Erfahrungen, weiche er als praktischer Lehrer gemacht, bedeutend an Werth gewonnen. Kimohi war aber zu sehr Maimonide, als er den hohen Werth des Vorreohts, Bücher zu schreiben, welohe auch nach seinem Tode die Erinnerung an ihn wach erhalten würden, nicht sollte zu schätzen gewusst haben, ln einer sehr charakteristischen Weise beruft er sich in einer seiner Schriften auf diese Pflicht des Bücherschreibens. ״Nicht das Lernen ist die Hauptsache, sondern die That, und der Thaten giebt es zweierlei. Die erste besteht in der Aus- Übung des göttlichen Gesetzes und der Beobachtung seiner Vorschriften, und die zweite in dem Niedersch: eiben des Gelernten und der Erklärung der heiligen Schriften u. ihrer Gebote — in der Schrittstellerei. Duroh diese lebt die Weisheit fort und geht nicht verloren. Diejenigen also, welche auf diese Weise die Nachwelt bereichert haben, haben in der That für ihre Unsterblichkeit gesorgt und ihr Ruhm wird ewig dauern.“ Diese Art des Ruhmes hat auch ״Kimchi“ für seine Person angestrebt. Er wünschte duroh seine Schriften unsterblich zu werden, in einem reizenden Gedichte, welches er als Prolog seinem ״Michlol“ vorausschickt, sagt er: ״Mein Buch soll mein Denkmal sein und einer Krone gleioh soll mein Haupt es schmücken. Es ist mein Silber und mein Gold und das beste von allen meinen Gütern. Es wird mir zur Nahrung dienen, wenn Hunger mich befällt und zum Botschafter in dem Streit der Zungen.“ Niemand kann bestreiten, dass diese von ״Redak“ so heiss ersehnte litterarisohe Unsterblichkeit ihm auch geworden, sowie auch, dass er für immer einen Ehren• platz unter d6n bedeutendsten jüdischen Exegeten und Grammatikern behaupton wird. (Fortsetzung folgt.) Das Targum zu dem Buche Schir ha-Schirim. Verhältniss des edirten Textes desselben zu dem eines handschriftlichen Codex auf der Breslaaer Stadtbibliothek, stammend aus dem 13. Jahrhundert. (Codex No. 11.) Von Dr. Jakob Heiss, Rabbiner in Kuttenplan (Böhmen). (Forts, st. Schluss.) Cap. I, 14. Für ושוי in unserem Targum heisst es ישרף. in der Handschrift. Cap. I, 15 Für ומיניך in unserem Targum heisst es ועינייך in der Handschrift. Cap. I, 17. In unserem Targum heisst es: לכשרוהי יהוין מן ארזין דגנתא דעדן ושרחוהי יהוין מן כרתי ושני ושורביניה dagegen in der Handschrift wie folgt: דכשרוהי יהוון מן בראתי ושאני ושורביני. Cap. II, 1. Für לברקום in unserem Targum steht לנרקום in der Handsohrift. Cap. II, 2. Statt ואי הוא in unserem Targum heisst es ואיהו in der Handschrift und für בנלותא ביני מלכי עממיא in unserem Targum steht מלותא פלכי עממיא in unserer Handsohrift. Cap. H, 5. Für מפשר מיליא in unserem Targum heisst es מפרש מיליא iQ der Handsohrift. Cap II, 6. Für ועהרבין in unserem Targum steht וערבבין in der Handschrift. Cap. II, 8. In unserem Targum heisst es: לשמי וטפן... בנין זכותא דאבהותהון דמתילן... דמתילן לגלמתא; ... dagegen in der Handsohrift lautet die Stelle wie folgt* לשמי מרומא... וטפו... בגין זכותא דמתילן... דמתילן לגבעתא. Cap. II, 9. Statt בתר אשווחנא in unserem Targum steht בתר אשוותא in der Handsohrift. Cap. UI, 6. In unserem Targum heisst es gleiohlautend wie in der Handsohrift: דאשתדל עמיה עד מיסה. Hier scheint etwas zu fehlen. Im גאולת הנר steht folgende Bemerkung zu Cap. III, 6: ה״נדאשתדל עמיה דמלאכא עד מיסק. Cap. III, 7. In unserem Targum heisst es: וההיא ברכתא מסחרא להום כשור רם; dagegen anders in der Handschrift und zwar וההיא ברכתא מחפרא להון בשום רם. Cap. III, 11. In der Handsohrift fehlen die Worte von דעבד שלמה bis einschliesslich ית הגא דמטללתא in unseren Targumausgaben. Cap. IV, 1. In unserem Targum heisst es: לעלמא דעמא בית ישראל; dafür in. der Handsohrift לעמא דבית ישראל. Cap. IV, 2. Für jVU in unserem Targum steht נזיין in der Handsohrift. Cap. IV, 4. Für חסין מכותא in unserem Targum steht הפין בזבותא in der Handschrift, ln unserem Targum wie auch in der Handschrift heisst es ferner הוד. עסק רחיצין עמא בית ושראל. Das Wort רחיצין scheint nicht am rechten Orte zu stehen. Im גאולת הגר zur