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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-10-03 · N° 40. (3.10.1889) · p. Seite 161

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 40. (3.10.1889)
Date
1889-10-03
Page
Seite 161 (sequence 3)
Language
German
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K Amsterdam 1725, heisst es: ,לשח־ DITTO דל לפי דאי־ ü שירים יש בתורה ושיר השי,־־ים הוא העשירי. Allein in un- ■ seren T&rgumausgaben wie auoh in der Handschrift F lautet dieser Passus verschieden und zwar: לסרתי שירתא אתאמרו בללמא הדין... שירתא חשיעאה אמר שלמה; Cap. I, 3. Für אשתמל בכל ארלא in unserem Targum heisst es אשתמל בכל ללמא der Handschrift. Unser Targum, wie auch die Handschrift haben: לקל נסך \. Dagegen heisst es im Commentare אילת אהבים \ fol. 9 b zu Cap. I, 3: ובמו שתרגם המתרגם לקל נםייך. (Ausgabe Venedig 1552 אילת אהבים פירוש לל שה״ש חברו החכם מורדרר שלמה הלר בן אלקבץ ני־“,.) Cap. I, 8. In unserem Targum heisst es: אבליא להק לממחי נלותא כנישתא דמתילא ...; dagegen heisst in der Handschrift:אי בעיא למיחזי בגלתא כנישחא דישראל דמתילא. Unsere Targumstelle ist unverständlich; aber auch die Handschrift giebt keinen befriedigenden t Sinn. Diese Schwierigkeit lässt sich beseitigen durch die Bemerkung im גאולת הגר zu dieser Stelle: ה״ג אי בליא להק למחי בגלות, worauf noch die erläuternde Erklärung folgt:אם רוצים ישראל להיות חיים והיימין בגלות Cap. 1, 12. Für הוה נפק רוחהום נדיף in unserem ן: Targum heisst es הוה ריחהום לליף in der Handschrift. * Für סריאו כנידא רידדה ביש לחדא in unserem Targum | heisst es סריאו כנירדא די ריחיה ביש לחרא in der Handfl sohrift. im גאולת הגר ist Folgendes angeführt zu j Cap. I, 12 סריאו כנרדא דריח. Das Interessanteste bietet f hier der Commentar מתנות כהונה zu Schir ha-Schirim rabba Cap. I, 12, woselbst Folgendes bemerkt wird ובתרגום יונתן בריבו כנירדא ריחא ביש לחרא. > -:- (Schluss folgt.) י Kecensionen. ,» Zar Methodologie sozialer Enqueten. Mit bel? sonderem Hinblick auf die neuerlichen Erhebungen f über den Wucher auf dem Lande. Von Dr. Gottlob Schnapper-Arndt. Frankfurt a. M. Verlag von Franz Benjamin Auflarth. Der Verfasser, eine Autorität auf dem Gebiete I der Nationalökonomie, hat es unternommen, die von dem Vereine für Socialpolitik veröffentlichten Berichte über den Wucher auf dem Lande in methodologischer Hinsicht kritisch zu erörtern. Diese Berichte haben bekanntlich eine Reihe verschämter und offener Ausfälle gegen das Judenthum, namentlich in der Tages-! presse zur Folge gehabt, mit nicht zu verkennender Freude haben die Führer und Rufer im antisemitischen Lager das Ergebniss der Enquete ans Tageslicht gezogen als erneuten Beweis eines sittlichen Defekts 1m Judenthume. Das Bemühen des Verfassers obiger Schrift, die veröffentlichten Berichte nach ihrem wissenschaftlichen ökonomischen Werthe zu prüfen, verdient daher höohsten Dank. Des Verfassers Kritik ist nioht von agitatorischer Art, sie zeigt überall jene Selbstbeherrschung, die oft erst aus einer langen wissenschaftlichen Selbstdisciplin erwächst, und bei einer grossen Reihe von Berichten vermisst wird. Schon die Person der Berichterstatter muss vielfach Bedenken erregen, städtische Rechtsanwälte, Lehrer, Kapläne dürften zur Darstellung landwirtschaftlicher Zustände dooh nicht sonderlich geeignet sein. Einige Berichterstatter glauben unter dem Mantel der Anonvmität zweckdienlichere Beriohte erstatten zu können. Weitere Bedenken ergeben sich auoh aus dem ungeheuren Gebiete, das manchem Berichtenden zugefallen ist; das ganze rechtsrheinische Baiera mit 356 524 selbstständigen Landwirthen wird von einer einzigen mit der Sache betrauten Person behandelt, auoh über das ganze Königreich Württemberg liegt nur eine Auskunft vor, von einem zwar aus dem j Lande stammenden, aber im Grossherzogthum Hessen wohnenden Verfasser. Die eigentliche Statistik, das zugängliche Material über Zwangsversteigerungen, das kriminalstatistisone Material ist in auffallender Weise zurüokge8etzt. Man hat statistische Erhebungen nioht für möglich gehalten und sich deshalb mit sögenannten Stirnmungsberiohten begnügt. An Stelle exakten Belegm&terials sind in einer ganzen Reihe von Berichten zahlenmässig unbestimmte Antheile ohne alle Beläge gegeben. Reoht drastisch 6ind einzelne Citate: ״Der Rückgang des Wohlstandes unserer ländlichen Bevölkerung ist eine offenbare Sache“ beginnt ein Bericht und ein anderer betont: ״Es ist eine alltägliche Erfahrung, dass nüchterne, fleissige, strebsame Leute in die Hände der Handelsleute gerathen“. Ein Anonymus schreibt: ״Eine Pfändung folgt der andern, bis sohliesslich der verschämte Bauer um Haus und Hof gebracht ist. Dieser traurigen Beispiele sind dem Referenten aus seiner nächsten Umgebung nur leider zu viele bekannt.“ Als Stimmungsbericht wohl mittheilenswerth, statistisohen Werth aber haben derartige allgemeine Angaben keineswegs. Ebenso unbestimmt und unbelegt ist ein Berioht aus der Provinz Posen: ״Bei fast jedem Einzelnen dieser Tausende von kleinen Handelsgeschäften, die täglich von diesen Sohnorrern in der Provinz Posen abgeschlossen werden, sei es gegen Geld oder, was noch schlimmer ist, gegen Waare, wird die Unkenntniss der Leute über den Werth der Waare ausgenutzt und also gewuchert“. Ein anonymer Amtsrichter berichtet aus dom Regierungsbezirk Hannover: ״Der Wucher wird hier zu Lande wesentlich von Juden ausgeübt. Einer ist als Halsabsohneider männiglioh bekannt, andere stehen in nioht unbegründetem Verdacht.“ Das nennt man Statistik. Mit Recht resümiert der Verfa88er schliesslioh, dass die Beriohte grösstentheils als über den Umfang und die Verbreitung der einzelnen Wucherformen wissenschaftliche Erkenntniss gebend nioht betrachtet werden können. Es ist aber nioht nur die unwissenschaftliche Art der Enquete, die der Verfasser einer vernichtenden Kritik unterzogen hat, auch die antisemitische T e n d e|n z in vielen Berichten wird gebührend beleuchtet. Eine ganze Blumenlese beleidigender, die Juden als solche veräohtlioh machender Aeusserungen und Wendungen ist aus zahlreichen Berichten zusammenzustellen und der jüdische Jargon ist, wohl als Ersatz der mangelnden Statistik, zuweilen in Naturtreue wiedergegeben. Der Verfasser bedauert, dass dieser Art der Berichterstattung nioht Einhalt gethan ist, andrerseits ist grade diese Form der Darstellung durchaus dazu angethan, die Tendenz und den Charakter der Beriohte zur vollsten Klarheit zu bringen. X. Pflichten isr. Schulmänner nebst Erziehnngs- und Unterrichtslehren. Für Lehrer, Schule und Gemeindevorstände, Eltern und Sohulfreunde von Israel Singer, autor. Rabbiner zu S. a. Ujhely (Ungarn). I. Heft. XI. und 48 SS. Preis 80 Pf. Beim Verfasser, W. Pascheies in Prag, J. Kauffmann in Frankfurt a. M. und Ch. D. Lippe in Wien. Bescheiden an Umfang, aber desto reiober an Inhalt ist das köstliche Büchlein, duroh welohes der Herr Verfasser sich gewiss die dankbare Anerkennung aller derer sichern wird, welche mit Liebe zu den Kindern ein Interesse für die Schule verbinden. In einem ausführlichen Vorwort wird als Zweck der Sohrift angegeben: 1. die Behauptung, dass Bibel und Talmud keine mit der modernen Schulpädagogik übereinstimmende Lehren enthalten, als Irrthum zurüokzuweisen; 2. den Eltern und Schulleitern ein

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