Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 18 (1889)
- Issue
- N° 40. (3.10.1889)
- Date
- 1889-10-03
- Page
- Seite 162 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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160 I Bächlein in die Hand cu geben, das sie mit ihren diesbezüglichen Pflichten bekannt macht und 3. einen reichen Sch&ts von biblischen und talmudischen Stellen nacbzuweisen, welche auf Erziehung und Unterrioht Bezug haben. Dieser Zweck dürfte durch das Eingehen in den Inhalt der Schrift auch voll• ständig erreicht werden. In 10 Kapiteln fährt uns! der Verfasser zahlreiche Stellen aus Bibel und Talmud , mit Erklärungen und Quellennachweis vor, welche! nach dem Inhaltsverzeichniss folgende Themata behandeln: Vom Jugendlehrer. — Vorzügliche Eigenschäften desselben. — Hochsohätzung derselben. — Hochschätzung des Jugendunterrichts. — Eigenschaften und Charaktere der Schulkinder. — Schuldisciplin. — Mittel zur Aufrechthaltung derselben. — Schwierigkeiten. — 10 formelle didaktische Lehren. — 10 objective didaktische Lehren. Jedem Kapitel geht eine entsprechende kurze Einleitung voraus und schliessen sich den pädagogischen auch anderweitige religiöse und ethische Belehrungen für das sociale Leben an. Das Büchlein verdient Allen, für die es geschrieben ist, warm empfohlen zu werden. Mögen daher zahlreiche Käufer den Herrn Verfasser ermuntern, uns durch das in Aussicht gestellte II. Heft recht bald zu erfreuen. Kees a. Rhein. L. Cohen. L,itterarische Notizen. Egjptlsche Ausgrabungen. Herr Professor Naviile gab in seiner jüngsten Vorlesung über die Ausgrabungen in Bubastis, wo er so glücklich war, die ausgedehnten Ruinen des der katzcnköpfijjjen Göttin geweihten Tempels zu entdecken, den dortigen Monumenten ein Alter von 3700 vor bis 200 nach d. g. Z. diese Geschichte in Stein, welche die ganze Periode der hebräischen Geschichte umiasst und unter den Ruinen einer berühmten Stadt in einem Theile Egyptens auigefunden wurden, welcher zu dem Schicksal Israels in so naher Beziehung stand, wie das Land Goschen, muss ohne Zweifel unter diesen monumentalen Berichten, in welchem die Lebensgesc.hichte von mehr als 26 Phaiaonen erzählt ist, die lang gesuchten Spuren des Aufenthalts Israels in \ Egypten zeigen. Die Forschungen des Herrn Naviile vom ן Jar ire 1887 haben indessen, wie wir befürchten, keine weiteren Fortschritte gemacht, weil, so lange Hamid Bey in archäologischen Luigen den Sultan von Egypten beherrscht, keiner englischen, französischen, deutschen öaer amerikanischen Ge- Seilschaft ein Firmac ertheilen wird, wenn nicht die gefundenen Schätze dem Museum Hamid Bay's zu Constantinopel ausgeliefert worden. Die Hyksos oder Schäferkönige hält Professor Naviile tür babylonischen oder mcsopotamischen Ursprungs und zwar wegen ihrer freundlichen Stellung dem Hebräer gegenüber und setzt ihren Einfall in Unter-Egypten und ihre Herrschatt in demselben in die Zeit des Einfalls der Elamiten in Babylonien (3200 ante'. Diese Entdeckung allein giebt uns eine schätzbare Aufklärung Uber manche duakelen Stellen, wenn wir erwägen, wie verwickelt der Knoten der Geschichte während dieser Periode der pharaonischen Chronologie gewesen ist, dessen Lösung erst mit der Kenntniss der Geschichte Israels in Egypten möglich wurde. Ihre glückliche Zeit, während welcher Joseph erster Minister des Königs war, ihre traurige Unterjochung durch eine nachfolgende Dynastie eingeborner Herrscher, welche die Hyksos vertrieben und die Hebräer zu Sklaven machten, blieben ein Problem, bis die steinernen Bibliotheken Aufschluss gaben und die intervenirende fremde Herrschaft Aufklärung verschaffte. Ueber die Nationalität der Hyksos schwebte indessen ein tiefes Dunkel und die Vorlesung des Herrn Professors Naviile scheint über ihre Herrschaft einiges Licht verbreitet zu haben. London. Herr Professor Sayce veröffentlicht in dem ״Newbery House Magazine“ Auszüge aus einer Uebersetzung der auf den Täfelchen von Tel-el Amarna“ in Oberegypten enthaltenen Inschriften. Die Entdeckung derselben wird in unsero Ansichten von dem alten Orient einen grossen Umschwung hervorrufen und gleichzeitig eine höcns1, wichtige Stellung bei der Bibelforschung und Bibelkritik einnehmen. In den ״Urkunden aus Palästina vor dem mosaischen Zeitalter“ überschriebenen Artikel bemerkt Herr Sayce, dass die Entdeckung vorerwähnter Täfelchen zeigt, dass die Schreibkunst in Palästina schon vor dem Exodus oder der Einführung des phönizischen Alphabets gepflegt wurde, und dass desshalb die lrühesten Berichte des A. T. nicht aut alte Traditionen zurückgeführt zu werden brauchen, wie dies gewöhnlich angenommen wird. Viele der Täfelchen enthalten Wörter und Formen, die viel eher canaanitischen oder hebräischen, als assyrischen Ur- Sprungs sind. Der gelehrte Professor verwendet sich für die Erforschung ähnlicher Tafeln auch an andern Orten. Nach seiner Meinung muss ״Kirjath Sefer“ eine Bibliothek gehabt haben und Palästina Schulen, in welchen die Schreiber die babylonische Sprache und Schrift erlernten. ,,Warum“, fragt er, ״können wir keine Excavators (Ausgrabungsmaschinen) zur Hebung der Kirjath-Sefer-Bibliothek und zur Ausfindigmachung jener andern Bibliotheken auftreiben, welche von so hochwichtigem Interesse für das Studium der heiligen Schritt sein müssten?“ Litterarischer Anzeiger. Soeben erschien: Henne-Am Rhyn: Die Freimaurer, deren Ursprung, Geschichte, Verfassung, Religion und Politik. Das einzig. Buch,'welches erschöpfende Auskunft gibt. Ferner in zweiter Auflage: Die Jesuiten, deren Geschichte, Verfassung, Moral, Politik, Religion und Wissenschaft, — Eine Warnungsechrift Preis ä 1,60 M. in allen Buchhandl. Gegen Einsendung in Briefmarken franko vom Vev leger: Carl Ziegcnliirt, Jfipjig. 12:115 Nur bis zum 10• October! Vom Jahrgang V. (1870) des Rabraer’schen Predigt-Magazins sind einige ungeb. Exemplare zum ermäßigten Preise von ft M. 50 Pf. haar franco zu haben bei der Exp. dies. Bl. Derselbe enthält 25 Predigten, darunter 21 Festpredigten (.10 zu ,רי׳ד u. ו ■כ\ U. ס z. Suekosfesta.) In meinemVerlag erschien soeben Die Lehrer der Mischiiah. Ihr Leben und Wirken für Schule und Haus nach den Quellen bearbeitet von Ur. M. Braunschweiger. Preis brosch. M. 8.— [2323 In eleg. Leinwandband M. 4.— Das Werk enthält ausführliche auf zahlreichen Quellennachweisen beruhende in geschm&ckvoller Darstellung gehaltene Biographien sämmtlicher Mischnalehrerin alphabetischer Ordnung. 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