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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-10-03 · N° 40. (3.10.1889) · p. Seite 160

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 40. (3.10.1889)
Date
1889-10-03
Page
Seite 160 (sequence 2)
Language
German
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158 8eits nennt ״Redak“ seinen Bruder immer רבי אחי ר־ בדצח, woraus weiter hervorgeht, dass er von diesem den ersten Unterricht erhalten hatte. Der ״Redak“ war aber auch eine Ausnahme von der allgemeinen Regel, nach weicher gelehrte Männer den grössten Theil ihres Wissens dem mündlichen Unterrichte veri danken. Er verdankte im Gegentheil den Haupttheil | seiner Gelehrsamkeit dem Studium, welches sioh über ' das ganze Gebiet der hebräischen Litteratur bis zum \ 12. Jahrhundert erstreckte. Er war Autodidact im ] wahren Sinne des Wortes. Geiger giebt uns in seinen Aufzeichnungen über ״Redak“ ein Verzeichniss der von diesem in seinen verschiedenen Werken angeführten Autoren, welches von beachtenswerthem Umlange ist. Ausser dem ausgedehnten Gebrauche, j welchen ״Redak“ von der Talmud- und Midrasch- J litteratur und den klassischen Schriften der Geonim, als Scherire, Rab Amram, Saadjah und Hai machte, benutzte er auch fleissig alles Bedeutende,! was von spanischen und provenzalischen Juden in 1 hebräischer Sprache geschrieben worden war, um sein j Wissen zu bereichern. Von den nordfranzösischen Gelehrten führt Geiger iudessen nur ״Raschi“ an, erwähnt aber merkwürdigerweise ״Rabbenu Tarn“ nicht, welcher doch in der Provence früher besser als sein berühmter Grossvater bekannt war und schon von ״Redaks“ Vater, R. Joseph, erwähnt wird. Dabei ist es ja wohl ausser allem Zweifel, dass ״Redaku die grammatikalischen Werke dieses seines beühmten Vorgängers ebenfalls eingehend studirt hat. Einen besonders mächtigen Einfluss übte auf ihn R. Jehudah Hajug aus Fez, welchen er mit Reoht den Begründer der hebräischen Sprachwissenschaft nannte. Mehr aber als diesem verdankte ״Redaku dem berühmten Jonah beu Ganaoh (Abulwalid), dem er oft blindlings folgt, weil er ihn für den bedeutendsten oder doch wenigstens productivsten aller Grammatiker hielt. אשר מלאו. לבו לכתוב ספרים רבים ולהאריך בדקדוק הלשק ובעניניו על כל אשר לפניו. R. Jonah’s arabisch geschriebene Werke wurden ״Redak“ durch die hebräische Uebersetzung des Juda ibn Tibban bekannt. Neben Hajug und Abulwalid, welche einen gebieterischen Einfluss auf nRedaku bei seinen Sprachstudien übten, müssen wir noch seinen eigenen Vater stellen. R. Joseph gebührt das Verdienst, das System der langen und kurzen Vocale in die hebräische Sprache eingeführt zu haben, welches auch die modernen Grammatiker als massgebend beibehalten haben. Er war auch der er6te, welcher in einem Lande, in welchem eine europäische Sprache gesprochen wurde, eine vollständige Grammatik geschrieben und mit glücklichem Eifolge den Versuch gemacht hat, das hebräische Vocalsystem dem des lateinischen Alphabets gleiohwerthig darzustellen. Für alle Fälle stellte er fünf Grundvooale, nämlich a, e, i, o und u auf, welohe mit den entsprechenden kurzen Vocalen das ganze Vocalsystem darstellen. Diese Theorie mag zwar in ihrer Anwendung auf eine semitische Sprache nioht vollständig entsprechend sein; sie ist aber ohne Zweifel den verwirrenden Systemen ältererjGrammatiker, z. B. Iben Esra’s, welche sich durch die Analogie mit dem Arabischen haben verleiten lassen, auch für das Hebräisohe nur drei Grundvooale anzunehmen, weitaus vorzuziehen. David Kimchi machte daher den weitgehendsten Gebrauch von seines Vaters Theorie und 80 wurde dieselbe durch seine Vermittlung nioht nur populär, sondern zuletzt auch universell. Auch andere wichtige Theorien trug ״Redak“ aus seines Vaters grammatikalischen Werken zusammen, so z. B. seine lichtvolle Methode bei der Bildung der Substantive משקלי השמית. Endlich verdient noch erwähnt zu werden, dass ״Redak“ auch seines Vaters Absicht zu der seinigen )nachte, wonach das Suffix ״fl“ als Verkleinerungssilbe in Wörtern wie שבהו; ,אישון anzusehen sei. Es scheint auch, dass R. Joseph diese Entdeckung bei dem Studium der europäischen Sprachen gemacht hat, wo man ebenfalls den Substautiven Endungen anhängt, durch welohe dieselben zu Diminutiven werden. וכן דרך ל• דלעו שמוסיפין אותיות ללזהטין (Fortsetzung folgt.) .הדבר Das Targum zu dem Buche Schir ha-Schirim. Verhältnis» des edirten Textes desselben zu dem eines handschriftlichen Codex auf der Breslauer Stadtbibiiothek, stammend aus dem 13. Jahrhundert. (Codex No. 11.) Von i)r. Jakob Reisa, Rabbiner in Kuttenplan (Böhmen). Der hochgelehrte Dr. Zunz s. A. weist in d. g. V. S. 325, Note a, darauf hin, dass im Targ. Cant. Cap. I, 2 ein Stüok sioh findet, welches der letzten Epoche des geonäischen Zeitalters angehört und bemerkt ferner S. 362, Note 0, dass sish im Targ. Cant. Cap. II (Ende) Ideen sich finden, die an die spätere Eabbala grenzen, nämlich von den 70 Namen Gottes. Diese Bemerkungen gelten auch vollinhaltlich von unserer Handschrift, welche hierin mit unseren Targumausgaben übereinstimmt. Das sind wichtige Fingerzeige für die Erforschung der Entstehungs- und Abfassungszeit des Targums zu dem Buche Schir ha-Schirim in seiner heutigen Gestalt. Unter welchen Namen war aber dieses Targum bekannt? Von hoher Bedeutung ist diesbezüglich die von Zunz angeführte Behauptung Galatins (de arcanis p. 178), dass die gewöhnliche Recension des Targ. Cant, die jerusalemische sei, und es auch ein Jonathanisches zum hohen Liede gebe. Der Aruoh citirt zu Cant. Cap. m, 2 unter תרנום ירושלמי:1 פלטיא s. Zunz d. g. v. S. 80, c. Unter dem Namen Jonathan aber wird das Targum zu Schir ha-Schirim erwähnt in dem mit dem Worte בכוחלא beginnenden Tossafot im Traktate Baba bathra fol. 16 b, worauf sohon Chajes in seinem Werke א&רי כינה S. 17 a aufmerksam machte. In dem mit dem Worte פריו beginnenden Tossafot im Traktäte Sabbath fol. 88 a wird gleichfalls eine Targumstelle aus Schir ha-Schirim ohne nähere Benennung von Rabbenu Tarn angeführt. Die in den beiden Tossafoth gebrachten Stellen aus dem Targum zu Schir ha-Sohirim stimmen jedoch nicht überein weder mit unseren Targumausgaben nooh mit unserer Handschrift, wie weiterhin gezeigt werd3n wird. Eine spätere Autorität, der Verfasser des Commentars מתנות בתנה zu dem Midrasch Rabboth bringt zur Erklärung einer Midrasohstelle in שיר השירים רבה Cap. I, 12 das Targum zu Schir ha-Schirim mit der Angabe: . . .ובתרגום יונתן. Allein die daselbst angeführte Stelle weicht von unseren Targumausgaben wie auch von unserer Handsohrift ab. Diese einleitenden Bemerkungen dürften geeignet sein, den Werth des Folgenden und das Interesse für dasselbe zu erhöhen. Cap. 1,1. In unserem Targum heisst es: ברוח נבואה . . . פתחו כולהום; dagegen in der Handsohrift: ברוח קודשא ... פתחו כולהום פומהום. Sowohl in unserem Targum als auch in der Handschrift ist ferner Folgendes zu lesen: ... דהכדין כתיב ומפרש על ידוי דישעיה נביא דהכדין כתיב שירא הדין... Das zweite דהכדין כתיב ist störend. Dazu bemerkt schon נאולת הנר wie folgt: ונמחק הכדין כתיב דרג ישעיה הנביא שירא (Rothenburg, Eljakim Gottsohalk. ספר גאולת הגר ביאור לתרגום.) Ia dem Commentare זרע אברהם zu dem Midrasch שיר השירים רבה, in der Ausgabe des מדרש רבות

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