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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-08-15 · N° 33. (15.8.1889) · p. Seite 131

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 33. (15.8.1889)
Date
1889-08-15
Page
Seite 131 (sequence 3)
Language
German
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־— 131 Cap. III, 47. In der Handsohrift stehen vor רתיתא nooh die Worte אחדת יתנא, welche in nnserem T&rgam fehlen. Cap. IV, 1. In nnserem Targnm steht in der Klammer das Wort בהה. In der Handsohrift fehlt die Klammer sammt dem Worte, Anoh heisst es in der Handschrift פיטלון für פלטין in nnserem Targum. Das Verständniss der Stelle leidet darunter nicht. Cap. IV, 2. In unserem Targum heisst es ... היכדין הוו עממק ממאבק מחתי? יתהה מלקבל(ס״א בליקבל) ערסיהון ומסתכלין בהון בנה דילדון ושיהון בנין שפריא כשופריהון... In der Handschrift lautet diese Stelle: . . . היכרין דוד עממק מסאבין מחתק יתהון כל קבל ערסיהון וממתבלק בהק בנק דילדון בניהק בנק שפריא כשופריהק .... Beide Stellen geben einen verständlichen Sinn; es ist schwer zu entscheiden, welche die ursprünglichere ist. Rathseihaft ist nur das (ם'א בלילבל) in unserem Targum. Cap. IV, 7. In uuserem Targam heisst es:... סמיהו הי1ו יתיר מן יוהרין (ס״א מוהורק)... dagegen in der Handschrift: ...;סמיקו.חיוו יתיר מן מזהירי .., Was ist wohl dieses מזהורין? Cap. IV, 9 Das Wortלייבין fehlt in der Handsohrift. Cap. IV, 17. Für das in nnserem Targum zweimal vorkommende לנוכראי steht in der Handsohrift לרומאי« Cap. IV, 1. In unserem Targum lautet die Ueber- Setzung des Verses vollständig also: חדיאי ובריחי ברתא דאדום דיתבא בארעא דעחן(בת״ק הנירמא חדיאי ובדוחי קרתא דמתכניא בארע ארמניאדס בסגיאק אוכלוסין ד_ין עמא נוכראי אף עליך עתיד למיתי פורענותא רצדיין יתיך פרכואי והעבר עליך כס דלווט תרר ותתרוקני: Dagegen ohne Klammer und ausserdem nooh wesentlich abweichend in der Handschrift.: הראי ובדוחי קושטנטינא קרתא דאדום רשיעא דמתבניא בארע ארמיניהא בסגיאין אוכלוסין דברן אדום או* עליך עתיד למיתי פורענותא רצדק יתך פרסדואי ותיעיבר עליך בם דלווט ירוד ותתרוקני. Cap IV, 22. Auch hier dieselbe interessante Erscheinung wie im vorigen Verse. Vollständig lautet der Vers in unserem Targum; ובת!" כן ישלם עדתך כנשתא דציק זתתפרקין על יד־ דמלכא משיחא ואליהו כהנא רבא ולא יופיו* ה' תוב לאנלותך ובהד,יא זימנא אסער עדתך ברתא דאדום דמלאה אוכלוסין ריתק פרסאי ועיקק לך רצדוך יתך ארוס אתפרסם קדם ה׳ על חובותיך. Dagegen abweichend in der Handschrift lautet der ganze Vera wie folgt: ובתר כן ישלם עוויתיך כנשתא חניון ותתפרקק על ידוי דמלכא משיחא ואליהו כהנא רבא ולא יסוף ה* תוב לאגלותיך וביהוא ומנא אסער עוויתיר רומי רשיעא דמתבניא באיטליאה ומליא אוכלוסק מבני אדום ריתק פרסאי וייעיקון עלך וחברון יתך ארום אתפרסם קדם ה׳ על חובחיך: Cap. V, ö. In unserem Targum heisst es: מצרים יהבנא סטר (בת״ר סעד־) לאתפרנסא תמן ... in der Handschrift fehlt die Klammer und das in der Klammer Angemerkte. Wie in der Handsohrift lautet auch diese Targumstelle angeführt im Commentare להס דמעה zu dem Buche Echah von שמואל די אוודא bei der Erklärung dieses Verses: והמתרגם דל תרנם מצרים Was ist aber unter סטר zu verstehen? יהבנא סטר לאתפרנסא תמן... Cap. V, 11. Für ארמאי in uuserem Targum heisst es in der Handsohrift רומאי. Wie in der Handschrift lautet diese Targumstelle auch im Commentare לחם דמעה zu diesem Verse..... ואפשר שנם המתרגם ותרגם... ודל נשיא דודו נסיבן לגבר בציון אתעניאו מן רומאי __ _ Dr. Jacob Reiss, Rabbiner.*) *) Zu der früheren Abhandlung ,,Daa Targum zu dem Buche Ruth“ im Litteraturblatte d. J. No. 27 und 2b sind einige Verbesserungen nachzutragen. In dem Absätze: Cap. I, 2 muss in dem Wort« רופילין statt des Sternzeichens ein י stehen und zum Schlüsse muss es heissen: ״Denn in beiden kommt wohl das Wort רופילין vor“ etc. — In dem Aulsatze: Cap. m, 15 muss es statt ולאייתי לה richtiger heissen ואייתי לד,• — In dem Absätze: Cap. IV, 4 muss es heissen: . . . אם רעוותך למפרוק פרוק In dem Absätze: Cap. IV, 5 muss es חקלא Statt חלהא heissen. J. R. Chronogramme. Die Leser hebräisoher Bücher kennen die häufig in denselben angewendete Methode, das Druckjahr anzuzeigen. Es wird nämlich ein Bibelvera oder der Theil eines solchen gewählt und aus diesem einzelne Buchstaben in grösserer Schrift gedruckt oder in irgend einer andern Weise von den übrigen Buchstaben unterschieden; das Ganze schliesst dann mit der Abbreviatur לפ״ק, d. h. dass die Tausende von der Schöpfangsaera ausgelassen werden. Der Zahlenwerth der aut irgend eine Weise ausgezeichneten Buchstaben wird alsdann addirt und zeigt die Summa die Zahl der Jahre an, mit Weglassung der Tausende. (Dies Letztere ist nicht immer der Fall; es werden auoh oft die Tausende mit angegeben. D. Uebersetzer.) Manchmal zeigt sich ein bewundernswürdiger Scharfsinn bei Auswahl der zu diesem Zwecke dienenden Bibelstellon, denn sie enthalten oft in künstlicher Zusammenstellung entweder den Namen des Verfassers oder den Inhalt des Buches oder sonstige Umstände, welche mit dem Erscheinen des Buches in Verbindang stehen. Diejenigen, welche sich für den Gegenstand interessiren, finden einige höchst interessante Bemerkungen über denselben in einer der jüngsten Nummern des ״Antiquary“, aus welchen hervorgeht, dass die Benutzung der Chronogramme nicht ausschliesslich bei den Juden stattfindet, wenn sie auoh denselben (höchstwahrscheinlich 1) ihren Ursprung verdanken. Eines der interessantesten Beispiele (jedooh nioht als Jahreszahl für das Erscheinen eines Buohes benutzt) ist folgender Vers: ״Da paoem Domine in diebus nostris, quia non est alius qui pugnet pro nobis, niai tu Deus noster.“ (״Gieb Frieden, Herr, in unsern Tagen, weil kein Anderer ist, welcher für uns streitet, als Du unser Gott!“); denn in diesem Falle war das Zusammentreffen mit der Jahreszahl in der That ein merkwürdiges. Im Jahre 1744 nämlich eröfinete der Erzbischof von Tr&ves (Trier) ein Friedensgebet mit den vorgenannten Worten*) und der Friede erfolgte auoh wirklich 1745. — Wenn nämlich die Vocale eines jeden Wortes dieses Verses naoh der Ordnung, welche sie im Alphabet einnehmen, durch Zahlen bezeichnet werden, also a 1, e 2, i 3, 0 — 4 und u 5 (z. B. Domine 4+3+2, also 432), dann als Summanden untereinandergeschrieben und addirt werden, so ergiebt die Summe die Zahl 1745. (Jew. Chr.) Litteraturbericht. Jüecensionen. Gestetner, Ad. Mafteaoh ha-Pijutim. Index zu Dr. Zunz’ Litteraturgesohichte der synagogalen Poesie. Heraasgegeben durch das Curatorium der Zunz-Stiftung. Berlin 1889. In Commission bei J. KaufFmann, Frankfurt a. M. VHI u. 127 S. 8*. Es ist eine dankenswerthe Gabe, welche den Freunden der synagogalen mittelalterlichen Poesie in vorliegendem Werke gereicht wird. Wenn es auch *) Die Antiphon ״Da pacem etc.“ ist ein Theil der Fürbitte (Sufiragia), welche der katholische Priester nach Vorschrift des Breviers an bestimmten Tagen za beten hat. Selbstverständlich hat der Bischof von Trier das ״Da pacem‘‘ nicht zusammengestellt, sondern dasselbe ist ein seit vielen Jahrhunderten feststehendes liturgisches Oebet, welches ausserdem, dass es in dem Brevier gebetet werden muss, in Kriegszeiten von den Bischöfen auch wohl anderweitig angewendet wird. — (Gütige Mittheilung eines katholischen Geistlichen. L. Cohen)

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