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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-08-15 · N° 33. (15.8.1889) · p. Seite 132

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 33. (15.8.1889)
Date
1889-08-15
Page
Seite 132 (sequence 4)
Language
German
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keine neuen Aufschlüsse bietet, so ermöglicht es doch, durch die sorgfältige alphabetische Ordnung sich sehr leicht in den Zunz’sohen Schriften orientiren zu können und sofort die Verfasser aller in Zunz* ,Literaturgeschichte der synagogalen Poesie“ und ״Nachtrag zur Literaturgeschichte“ angeführten Piutim, Selichoth und sonstiger Gebete kennen zu lernen. Wem dieses nicht genügen sollte, der findet hierneben noch die Seitenzahl des Zunz’schen Workss, wo dasselbe über Verfasser und deren Werke näheren Aufschluss giebt. 'Herr Gestetner verdient das Lob, diese an sich trockene Arbeit mit der grössten Gewissenhaftigkeit ausgefübrt und wie eine flüchtige Vergleichung zeigt, auch nicht ein einziges Werk aus den vorgenannten Zunz'schen Werken übergangen zu haben. Eine einzige Abweichung, welche sich auf S. 125 findet, darf vielleicht als Druckfehler angesehen werden. Ein Lied zu Ehren Abisohai’s beginnt hier תנה לי בום אשר ינים אונים. ßeiZunz s. 530 heisst es אשר ינים י נו ני ם» Aus dem Umstande aber, dass Herr G. dieses Lied ganz wiedergiebt, wogegen Z. nur die erste Zeile anführt, soheint auch die Möglichkeit hervorzugehen, dass Ersterem eine andere Lesart Vorgelegen hat, die Z. unbekannt geblieben war. Das schön ausgestattete Werk verdient die wärmste Empfehlung. Die Sorgfalt, mit weloher Herr Gestetner seinen Index ausgearbeitet hat, führte Recensenten zu einer Wahrnehmung, die er an dieser Stelle mitzutheilen sich dringend verpflichtet fühlt. Beim Nachschlagen fehlt z. B. die Menorah שני זיתים zu Sab. Chanukah, deren Verfasser שלמה in dem Akrostichon genau zu erkennen ist. Selbstverständlich fehlt sie auch bei Zunz, dessen Werke durch den Index keineswegs ergänzt werden sollten. Diese Wahrnehmung führte nun zu der weiteren Entdeckung, dass in den Zunzsehen Werken eine sehr beträchtliche Anzahl bekannter Piutium und Seliohoth aller Riten fehlen, deren Verfasser durohaus nioht unbekannt sind. Aas dem mir zu Gebote stehenden Material führe ioh nur folgende an: 1. הי דלו עיני למרום von David ben Elasar (portug.). 2. ה אם נדל עוני מנשוא von David (portug.). 3. ה, אדהים מושב יחידים von Abraham (portug.). 4. אזכרה מצוק אשר קראני von Josef, zum 10. Tebeth (polnisch). 5. שני זיתים von Salomon (Gabirol?) zum 1. Sab. Chanukah. 6. אודך כי עניתני von Menaohem birabi Machir zum 2. Sau. Chanukah. 7. Von den 7 Stücken des Elasar Kalir zu Sohekalim ist nur אז מאז ומות angeführt. Die übrigen 6 wird man auch im Index vergeblich suchen, was demselben jedooh nioht als Sohuld zugemessen werden kann, da Zunz selbst sie nioht anführt. 8. אור זרוע von Meu&chemb.Machir (1. Haphsakah). 9. אץ הוצץ von Elasar Kalir (P. Saohor). 10. שנותינו מפו בלהות von Salomon (2. Sabb. nach Pessach; polnisch). 11. שש מאות מקראות hat 4 mal das Akrostichon שלמה; (Sab. Sohelach; polnisch). Ausser diesen fehlen bei Zunz noch zahlreiche Piöcen, die einem Fachmanns Material za einem zweiten Nachtrage in hinreichender Fülle bieten würden. — L. Cohen. LitterarIsche Notizen. Aut die beiden Fragen im Litteraturblatt No. 31 gingen uns mehrere Antworten zu, von denen wir die plausiblem mittheilen wollen: 1. Anlangend dio er ste Frage, weshalb man beim Abschluss der Aclitzehn-Benndiktion seinen hebräischen Namen nennt, welcher in einen Bibelvers eingeflochten wird, will es mir scheinen, dass die Quelle dieses religiösen Brauches in dem Traktate Joma 53b zu finden ist, zum mindesten von dort hergeleitet werden könnte. Die Sitte nämlich, dass man drei Schritte zurückgeht, motivirte einmal unser unvergesslicher Leopold Löw (Szegedin) im Humor damit, dass man um des Friedens willer, mit welchem das Gebet abschliesst, drei Schritte zurückgehen müsse. Im Ernste aber liegt die Erklärang tür diesen heiligen Brauch der angeführten Stelle gemäss darin, dass man sich formgerecht von der Majestät des Königs des Weltalls nach gethanem Gebet verabschiede und wie man gottgefällig gebetet hatte, so menschenwürdig seine Mitmenschen mit dem Grusse des Friedens begrüsse; indem man sich mit seinem Namen vorstelle, der, wie der Grass nach rechts und links, (nach talmudischer Etiquette) geschieht, so zur Rechten u. Linken des Bibelverses Anfangsu. Schlussbuchstaben findet. 2. Die zweite Frage aber weshalb die Namen Moses, Aron und Abraham nicht unter den Lehrern der Mischnah und des Talmud Vorkommen, lässt sich, nach meinem Dafürhalten, damit beantworten, dass die Ehrfurcht vor diesen Namen zu gross war, als dass man sich in pietätsvoller Zeit hätte entschliessen können, diese bei der Geburt einem Knaben beizulegen. Es geht dies aus der Stelle Bezah 38 b unzweideutig hervor, wo der Name ״M o s e 8“ einen Eid bedeutet, und ist nach dieser Analogie auch auf Aron zu schliessen, der als höchstes Ideal des Stifters des Friedens in Familie imd Gesammtheit galt, und noch mehr von dem Erzvater Abraham, den der Prophet (Jesajas II, 57,2) den Einzigen nennt, den Gott berufen und gesegnet hatte. Galt es doch als höchstes Ehren-Attribut ״ein würdiger Sprössling des göttlichen Stammvaters“ in Israel zu sein. Dr. N. in Baja. Litterarischer Anzeiger. fCjf Angebote und Gesuche antiquarischer Bücher der jüdischen Litteratur von Rab binern, Lehrern und Cultusbeamten werden zu ermässigtem Preise (die 4gesp. Zeile ä 10 Pf. baar) aufgenommen. Im Selbstverläge des unterzeichneten Verfassers ist erschienen: yer 1■ seiner empirischen, analj• tischen und moralischen Behandlang, nicht vom theolologischen Standpunkte. Das Werk bildet nicht blos ein Handbuch tür Prediger und Lehrer bei Behandlung der Vnaterblichkeitslehre, sondern kann auch in jeder gebildeten Familie als interessante und spannende Lektüre Verwendung fanden, da in ihm Fragen zur Erörterung kommen, welche von jeher den denkenden Menschen beschäftigt, nirgends aber eine so eingehende Besprechung gefunden haben, wie es hier der Fall ist. PrelH X Hk. Moritz Scherbel, Prediger. Gumbinnen. [2197 Ha dem kommenden Rosch haschana-Fest empfehle ich den noch geringen Vorrath meines Werkchens: PnfdjeMiMeujüWefe. Dasselbe enthält, wie bereits bekannt gegeben, neben dem Genannten noch eine grosse Anzahl von Gelegenheitsgedichten und humoristischen Vorträgen bei allen treudigen Vorkommnissen im JBdischen Hanse. Preis 1 Mk. [2198 Horltx Scherbel, Gumbinnen. Geschäfts-Eröitnung. Mit dem heutigen Tage eröffne ich in Berlin C. eine Hebräisoh.e Buohhandlung. Ich halte ein reichhaltiges Lager von allen Gegenständen des JOd. Kultus. 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