Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 18 (1889)
- Issue
- N° 32. (3.8.1889)
- Date
- 1889-08-03
- Page
- Seite 127 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Persönlichkeit angeführt. Bei seinem wachsenden Beichtham verlieh er Geld naoh allen Richtungen. Verschiedene Quittungen von ihm werden noch im Büreea des Archivs vorgefunden. Das einzige he• bräisohe Dooament, welches auf ihn Bezug hat und in den Soh’taroth 359 abgedruokt ist, zeigt, dass Vives ben Abraham in Gemeinschaft mit anderen be• deutenden Londoner Juden einen Vertrag mit Philip Bassett, einem der damaligen Judenriohter, abgeschlossen hat. Die 6 Juden der Hauptstadt, welche das Dooument mitunterzeiohneten, soheinen naoh dem• selben ein Retentionsreoht auf das Bittergut Boy ton in Finohingfield (Grafschaft Essex) erworben zu haben. Die Hypothek wurde von Sir Philip eingelöst, wofür demselben die dooumentarische Zahlungsurkunde über• geben wurde. Sowohl Abraham ben Vives als sein Sohn Vives ben Abraham nahmen unter den Londoner Juden eine hervorragende Stellung ein. Da aber keine Notizen über eine jüdische Gemeinde aus jüdisohen Quellen vorhanden sind, oder irgendwie erwartet werden dürften, 80 müssen wir mit den etwas mageren Nachrichten, welohe wir zusammengesucht haben, sohon zufrieden sein. Wenigstens haben wir 2 grosse Männer aus der alten Zeit ans Tageslioht gebracht. Das Targum zu dem Buche Echah. Verliältniss des edirten Textes desselben zu den! eines handschriftlichen Codex auf der Breslauer Sladtbibliothek, stammend aus dem 13. Jahrhundert, Codex No. 11. Von Dr. Jacob Heiss, Rabbiner in Kuttenplan. (Böhmen.) In Folgendem beschränke ich mioh darauf, der .Reihe naoh alle jene Stellen anzuführen, in denen das Targum zu dem Buche Eohah in unseren Aus• gaben und die genannte Handschrift desselben von einander abweichen und gelegentlich dahingehörende Bemerkungen anzufügen, ohne jedoch sioh aufdrängende, weitaasgreifende, wissenschaftliche Combina• tionen daran zu knüpfen, ohne aber auch jene Stellen zu berühren, in denen die Handschrift wohl mit unserem Targum übereinstimmt, die aber nichts weniger als leicht verständlich sind. Cap. I, 3. In der Handsohrift fehlt die Ueber- Setzung zu dem Verstheile כל רודפיה השיגוה» welohe in unserem Targum lautet:.וכל דהוה רדיף יתה אדביקו יתד Cap. I, 4. In unserem Targum muss das Stück: כל זמן דהוה ירושלם מתבניא סריבו ישראל למיסק לירושלם לאתחואה קרם הי תלת דמנין כשתא wegen seines Inhaltes jeden Leser befremden. Das gerade Gegentheii und gewiss das Richtige hat die Handsohrift: כל ומן דהוות ירושלים מתבניא סלקין כני ישראל לאתחואה קדם ה, תלת זימנין כשתא. Cap. I, 7. In unserem Targum heisst es: חיכו על טובהא די פסק מבינהא; in der Handschrift fehlt das Wort טובהא. Cap. I, 11. Anstatt גרנרניתא in unserem Targum steht in der Handschrift נתניתא♦ Cap. I, 17. Statt des unverständlichen Wortes כגינת in unserem Targum hat die Handsohrift פננת, was einen richtigen Sinn giebt. פגנת ולית דמלל תנחומין ״ על לבליSie (T. Zijou) klagte oder schrie vor Schmerzen und keiner redete Tröstliches für ihr Herz.“ Möglich aber ist כגינת corrumpirt für בגינת; denn בגן und פנן bedeuten dasselbe. Cap. I, 19. In der Handschrift steht abweichend von unserem Targum noch das Wort רובאי vor דעלו עם טיטום, und die Worte מן כפנא vor אתנגידו sind hinzugefügt. Cap. I, 20. Für das Fehlerhafte מעי איתגרו in unserem Targum muss^naoh der Handschrift gelesen werden 1מעי אדגר. Mau vergleiche 'die Parallele in unserem Targum Cap. II, J. 1, die oorrekt 18t. Cap It. 2. In unserem Targam ist za dem Vers• theile חלל ממלכה ושריה die tfebersetzung אפים מלט־תהא ורכרכנהא, dagegen heisst es in der Handsohrift אפים מלכותא דחם רברבנהא♦ Der Verfasser des גאולת הנר scheint statt רחם vor sich דהם gehabt za haben: denn in dem ספר גאולת הנר ביאור לתרגום (Rothenburg, Eljakim Gottschalk) wird von ihm das räthselhafte דהם mit der Sohriftsteiie למה תהיה כאיש נדהם «!,klärt. In dem פירוש המלות zu dem Worte דהם bemerkte er; דש אומרים אותיות הפוכות זכן בדניאל הרמין יתעבד• Levy erwähnt iu seinem ohal. Lex. niohts von דהם oder דחם, sondern liest דחם (= DT! trnpn.) und bemerkt, dass ed. Ven. I. D.TT hat. Wie ist also hier die Ent- Scheidung zu treffen? Cap. II, 3. Für דמשלהבא in unserem Targam steht in der Handschrift רמצלהכא• Cap. U, 5. In der Handschrift steht abweichend von unserem Targum hinter כרגיתהא noch das Wort מטורהא. — Cap. II, 9. In unserem Targam steht in der Klammer folgendes stück: על די נכסו חזירא ואובילו מז דמיה עלויהק. In der Handschrift ist die Klammer nioht. Der Verfasser des גאולת הנר führt gleichfalls die bei uns in der Klammer stehende Stelle an mit der Bemerkung, dass ihm die Quelle dieser agadischen Notiz nicht bekannt ist. Allein man vergleiche nur diese Stelle unseres Targums mit einer Stelle im Targum soheni za dem Buche Esther Cap. I, 3, die genügenden Aufsohlass giebt. Dort heisst es: ♦.♦ וכד חזא פיתחא דבית מר!דשא דעמא מסאכא קיימין לקיבליה סתם נפשיה ולא צבא למפתחא ואתון כל חיילותא דכשדאי ואייתין עמהון תלת מאה ושיתק גמלין טעינין נרגין די פרזל ובלעת אינון פני־תא ברייאתא דבית מקדשא ועד כען לא יהבק נפשתהון לאיתפתחא עד דאתא פרניטום ונכם חזירא וזרק מן דמיה על בית מקדשא וסאיב יתיר. מן כתר דאסתאב פתח נפשיה... Cap. II, 10. In unserem Targum heisst es in einigen Ausgaben קטרו סקין על כסריהון; in anderen wieder: קטרו סקין על כסריהון♦ In der Handschrift steht: קמארו פקק על כשריהק♦ Cap. II, 13. In der Handsohrift fehlt das in unserem Targum vor כסגיאות stehende Wort תכריך♦ Cap. II, 19. In der Handsohrift steht כשיח מטרת שפרפרא für כשירד שפרפרא in unserem Targam. Dass כשידו corrumpirt ist aus ■ בשיחי, ist leicht zu ersehen. (Schluss folgt.) Litteraturbericht, Kecensionen. Starke, Th. Israel, so du verdirbst, ist’s deine eigene Sohuld! Ein Christenwort an die Jaden. Kaisers* lautern. 42 S. August Gotthold. An dieser Schrift ist nur der Titel etwas werth; das ist wahr, wenn Israel verdirbt, so ist es seine eigene Schuld; aber diese Wahrheit ist alt; im Uebrigen ist die Broschüre eine Missionsschrift nach dem Recepte: und bist du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt. Angeheftet an diese Schrift ist eine Buchhändler- Anzeige, in der die abscheulichste Antisemitenlitteratur empfohlen wird; hier gilt: sage mir, mit wem du umgehst etc. Der Autor ist wirr uud verkehrt, wiederholt laugst Gesagtes, er lebt sozusagen wie ein Trödeljude vom Handel mit alten Sachen. Wenn er einmal einen selbstständigen Satz leistet, so erklimmt er die höchsten Stufen des hohem Blödsinns. So z. B. S. 33.