Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 18 (1889)
- Issue
- N° 30. (25.7.1889)
- Date
- 1889-07-25
- Page
- Seite 119 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Londoner Archivs auszuliefern, in welohem die Dupli* cate aller von den Jnden der Hauptstadt abgesohlossenen Geschäftsverträge deponirt waren. Er war demnach sowohl Geriohtssecretär als Archivverwalter. Sein Nachfolger im Amte war Abraham ben Yives, dessen Name, obschon in den lateinischen Urkunden oft vorkommend, in den ״Schetaroth“ nicht gefunden wird. — Dies wnr aber nicht das einzige Mal, dass Abra• ham ben Muriel in Ungnade fiel. Es scheint, dass er schon bald nach dem Beginne seiner öffentlichen Carriere etwas begangen haben muss, was ihm eine Zelle im Gefängnisse zu Windsor eintrug, von wo er nach London spedirt wurde, um vor den Richtern in Westminster zu erscheinen. Die noch vorhandenen Acten lassen weder ersehen, worin sein Vergehen bestanden hat, noch geben sie Aufsohluss über das Ergebniss der richterlichen Untersuchung. Möglicherweise waren es nur seine Reichthümer, welche das Gesetz als ein Vergehen ansah und liegen auoh Beweise in Menge vor, welche zeigen, dass sein Leben nicht ungetrübt dahinfloss. Dass aber Abraham aussergewöhnlich reich gewesen sein muss, unterliegt keinem Zweifel. Als im Jahre 1225 eine Prüfung allei im jüdischen Archiv zu Coloht jter vorhandenen Documente vorgenommen wurde, wurden die Contraote Abrahams, laut welcher er seinen christlichen Zeitgenossen enorme Summen geliehen hatte, in sehr beträchtlicher Anzahl vorgefanden. Solche zahlreiche Posten über Darlehen, welche zu 2 Pence per Pfund und Woche verliehen wurden, müssen natürlich eine ansehnliche Einnahme erzielt haben. _ (Schluss folgt) Zur Chronologie. Von L. Cohen in Rees a. Rhein. (Fortsetzung.) Ein Fehler, der nur Folge der reinsten Oberääohlicbkeit sein kann, findet sich in dem Datum zur Vorrede vonR.Jonathan Alexandersohu’s,Ehrenrettung“ Dessau 1846. Dasselbe lautet: Berlin '1 'יום נ 7 תמת ה׳תור לם־׳ק. Juli 1846. — Der 6. Tamus 5606 war am Dienstag, den 30. Juni Ausserdem finden sich in dem hebräisohen Theile תומך כב1ד folgende Irrthümer: s. 3, Gutachten No. 3: עש״ק תש״בי תק״צא לפ״ק (18. September 1830) תש״בי ist mir unerklärlich und vermuthe ich, dass es תשלי heissen 8011. Der 18. September war im Jahre 1830 aber am שבת יום א‘ דלאש השנה und ist jedenfalls das Gutachten an diesem Tage nioht geschrieben worden. s. 60, z. 28: ביום י*נ תשלי כל ישלי לב לפ״ק (28. Ootober 1841). — Der 13. Tischri 5602 war am 28. September 1841 und fällt nie auf den 28. October, da das späteste bürgerliche Datum für לאש השנה der 6. October, mithin für den 13. Tischri der 18. October ist. s. 66, z. 10 v. u.: 23) ל״ח אב תפצ״ח לפ״ק. August 1838. — Der Neumond Ab 5598 war am 23. Juli und fällt nie aut den 23. August. Das späteste bürgerliche Datum für ל״ח אב ist der 8. August. S. 67, Z. 5: 8) יום ב׳ אך טבת תקצ״ט. Januar 1839). — Der 21. Tebeth war am 7. Januar. S. 70, Z. 14: 18) ה׳ ג׳ טבת תר׳ב. December 1841). — Der 3. Tebeth 5602 war am 16. December 184.1. Z. 21: א' ד ניסן תל“א (April 1841). — Der 7. Nissan 5601 m. d. F. 1TD war am Montag (29. März) und 184 am Sonntag unmöglich. Z. 33: 30) ט׳ אלול תקצ׳־ח. October 1838). — Der War am August und fällt nie auf den 30. Ootober. Das späteste bürgerliche Datum für ל״ח אלול ist der 7. September, mithin für 9. Elul der 15. September. Merkwürdig ist auoh die Jahreszahl, unter welcher der hebräische Theil dem Dr. Leopold Beer in Franklurt a M. gewidmet wurde. Das Chronogramm אשל יבל.ש אף! נח־ף ergiebt die Zahl תל״ו; das Titelblatt hat aber als Druckjahr ,יך d- *• 1T"1r1♦ Mir scheint demnach die Widmung nach dem Drecke des ganzen Buches stattgefunden zu haben und das vorgeklebte Blatt, welches die Widmung enthält, später gedruckt worden zu sein. Die ,Allgemeine Zeitung des Judenthums “, Jahrgang 111 (1839) enthält als Beilage zu No. 96 in Betreff der quest. Angelegenheit ein Sendschreiben an Herrn Moses Sopher von Dr. Z. Frankel, in welchem sich folgende Irrthümer finden: Sp. 3, Z. 23: Schreiben vom 26. Sohebac 5594 (Januar 1834). — Der 26. Schebat war am 5. Februar. Note 1.יום ד כ״ב שבט תרצ ד. — Der 22. Sohebat 5594 m. d. F. וש״ה war am Sabbath, den 1. Februar. Note 2. 13 ננהי ליל ג׳ כ־׳ח למב״י תקצ׳ד. Jjar 5594. — Der 1 . Jjar war am Donnerstag, den 22. Mai 1834. Sp. 7, Z. 15: Den 13. Tisohri 5595 (September 1834). — Der 13. Tisohri war am 16. Ootober. Sp. 15: Datum zur Unterschrift des Oberjuristen in Prag, am 15. Schebat 5597, d. i. der 23. December 1836. — Der 15. Schebat 5597 war am Sabbath, den 21. Januar 1837. Am Sabbath schreiben? Vier der hier angeführten Daten sind glücklicherweise in ,Ehrenrettung“ und ״תומך כב1ד״ folgendermassen riohtig gestellt: 1. 2. Schebat 5594 (12. Januar 1834). 2. 12) אוד ליום א׳ ב׳ שבט תרצד. Januar 1834). 3. 5) יום ד׳ כ״ו שבט תהצ׳ד. Februar 1834). 4. 15. Tebeth 5597 d. L Freitag, den 23. Deoember 1836. (Wird fortgesetzt.) Recensionen. Heumann, A. J. הוכדק והשכחה. Ged&ohtniss und Amnesie. Krakau 1888. Kl. 8°. 88 S. Preis 1.30 M. Gedächtnis und Amnesie — ein viel versprechender Titel! Das thema probandum ist geeignet, ein sehr actuelles Interesse in uns wach zu rufen, zumal wenn man gläubig auf die wahrlich nicht blöde Ankündigung des Autors lauscht. Sein Büohlein soll sich danach verbreiten über: Begriff und Wesen des Gedächtnisses, Stärkung und Schwächung desselben, Arten der Amnesie, Gedäohtnisspflege bei Kindern, Mnemonik. Vielleicht hat uns unsere gar zu vertrauensselige Gläubigkeit irre geführt und uns zum Theile durch eigene Schuld grosse Enttäuschung gebracht. Der Verfasser verbreitet sich auoh wirklioh über alle uns von ihm in Aussicht gestellten Materien, aber fragt mich nur nioht wie? Wenn man bedenkt, wie glücklich der Verf. in der Wahl seines Thema’■ gewesen, über das er bei gehöriger Siohtung und Beherrschung des grossen und ergiebigen Stoffes uns 80 leicht in fesselnder Weise hätte orientiren können, muss man es lebhaft bedauern, dass er so unglüoklioh in der Behandlung und Ausführung seines Tbema’s gewesen. Der Verfasser, vermuthlioh Autodidakt, hat entschieden viel gelesen. Sein Gedäohtniss und seine Exoerpte scheinen ihn auch nioht im Stiche gelassen zu haben. Ihn bat gewiss die beste Absioht bei Abfassung seiner Sohrift geleitet. Wenn wir aber auoh seine Absioht als volle, baare Münze nehmen, kommen wir damit nioht erheblich weiter. Der Verfasser will sein Büohlein Schülern in die Hand geben. Was sollen aber Schüler mit den allgemein und abstraot gehaltenen Erörterungen, welohe oft nur sehr lose