Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-07-04 · N° 27. (4.7.1889) · p. Seite 107

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 27. (4.7.1889)
Date
1889-07-04
Page
Seite 107 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/6492408-5990870-5991276--1747-5368671
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 107 - ■wie auoh im Oommentare 'שרש יש za Rath za dieser Stelle fol. 44 a. Im אנרת שמואל lautet das Targam: והמתרגם תרגם ואמרת אשכחת רחמין בעינך רבוני ארוס נחמתני ואכשרתני למדכי בקהלא דה" וארום מלילתא תנחומין על לב אמתך דאבטחתני למחסן עלמא דאתי דייך בצדהותא ואנא לית לי זכו למהוי לי חולקא לעלמא דאתי אפי־ עם חדא מן אמהתך .♦ Gleichlautend wie im 3 אנרת שמואלteht dasselbe im שרש ישי <מן מרה שלמה הלד אלקמן פירוש על מגילת רות דפוס קושמנטינה השגי״ח לפ״ק.). Nur heisst es im שרש ישי nicht ואכשרתני sondern לאכשרתני. Aus den angeführten Stellen aber erhellt auch ferner, dass in der Handschrift wie in unserem Targum richtiger היך בצדקותא anstatt הי בצדמותא ge* lesen werden muss. Cap. II, 14. Im Targum heisst es zum Schlüsse: ואשתארת, dagegen in der Handsohrift: ושיירת ואשארת חילוף. Die Stelle in der Handsohrift ist schwierig, lob glaube, die3e dunkle Stelle in der Handsohrift auf folgende Weise erklären zu dürfen. Die Ueber- Setzung ואשתארת im Targum zu dem Textworte ותותר ist nicht correct; denn ותותר heisst ״sie liess übrig“, dagegen ״ ואשתארתes oder sie wurde übrig gelassen.“ Dem Abschreiber war dies gleichfalls auffallend. Er meinte, es müsste eigentlich übersetzt sein und heissen entweder ושיירת oder ״ ואשארתsie liess übrig und bemerkte dies ausdrücklich durch das Wörtohen ״ חילוףVertauschung, Verwechselung =» anstatt, für“. Hinter חילוף scheint in der Handsohrift ואשחארת ausgefallen zu sein. Vollständig müsste die Stelle lauten in der Handschrift ושיירת ואשארת חילוף ואשתארת das heisst: entweder ושיירת oder ואשארת muss für ואשתארת gelesen werden. Es gerieth in die Hand- Schrift auf diese Weise die eigene Bemerkung des Abschreibers. *) (Sohluss folgt.) Recensionen. Ch. S. Slonimsky 3 יסודי העמד. Auflage, Warschau 1888 תרמ״ט, IV und 83 Seiten 8 ״. Ein Werk des berühmten Astronomen und Mathematikers Slonimsky empfehlen zu wollen, hiesse Eulen nach Athen tragen, zumal wenn, wie dieses bei kalendarischen Lehrbüchern nur höchst selten der Fall ist, dasselbe in 3. Auflage erscheint. Ein Vergleich mit der 2. Auflage (Sitomir 1865)ergiebt auoh aus der bedeutend vermehrten Seitenzahl des Buches, dass der ehrwürdige Herr Verfasser das auf dem Titelblatte gegebene Versprechen, eine vermehrte Ausgabe zu liefern, aufs Gewissenhafteste erfüllt hat. In einer leicht verständlichen Spraohe verbreitet sioh der erste Abschnitt in 27 Eapiteln über das Kalenderwesen der Egypter und Römer, sowie über den julianischen und gregorianischen Kalender. Eine sehr eingehende Behandlung erfährt dann das jüdische Kalenderwesen nach seinen verschiedenen Beziehungen und verdient die Methode zur Berechnung der ״Kewioth“ (Kap. 24 ff )als besonders originell und geistreich hervorgehoben zu werden. — Der zweite Abschnitt in 14 Kapiteln belehrt uns über den biblischen Kalender und die verschiedenen Phasen seiner Entwicklung bis zur Zeit des Talmudabsohlusses und in sehr ausführlicher Weise über die ״Tekufoth“ des Samuel und R. Ada. Als wesentliche Bereioherung des Inhalts verdient der dritte Abschnitt, aus 10 Kapiteln bestehend, angesehen zu werden, in welchem uns die Geschichte des jüdischen Kalender- Wesens vorgeführt wird. Er besteht zum Theil aus den Anmerkungen zu den beiden ersten Abschnitten *) Cap. II, 16 hat die Handschr. statt des verständlichen Wortes אסיריא im Targum zu dem Textworte הצבתים das r&thselhalte Wort עתריה. Was soll dies Wort bedeuten? der 2. Auflage, zum grössten Theil aber aus ganz neuen Abhandlungen, als welche besonders die Kapitel 42—45 und 47—50 anzusehen sind. Diesem Theile Bchliessen sioh einige Anmerkungen an, in welchen der greise Herr Verfasser ה׳י״י״ו seine Ansichten gegen Pineies, Bernstein, Dr. Ad. Schwarz u. A. vertheidigt, hierauf ein trefflicher Commentar zu der dunkeln Talmudstelle (Rosch haschanah 20) ׳נולד קודם חצות ומד שעי מכסי סיהריא וכר ferner ע״ד ב׳ ימים ר״ח בחדש מלא und endlich eine Erklärung über die Misnah Erachin 2,■1, welche nebst einigen Anmerkungen zu dem Vorhergehenden den theoretischen Theil des Werkes abschliesst. Sehr zu bedauern ist, dass der Brief des Herrn Dr. M. Steinschneider an den Verfasser, der höohst schätzbare litterarisohe Notizen enthält und in der 2. Auflage abgedruckt ist, in dieser neuesten Auflage keine Aufnahme gefunden hat. Für das praktische Bedürfniss enthält das Werk 6 Tabellen: 1. Die 14 verschiedenen Formen der Kalenderjahre. Eine wesentliche Verbesserung hat diese Tabelle dadurch erfahren, dass diese 14 Jahresformen auf einer Tabelle (2 gegenüberstehende Seiten) dargestellt sind, während sie in der 2. Auflage 14 Seiten in Anspruch nehmen. Duroh die neue Conoentr.irung des Inhalts wird die Uebersioht bedeutend erleichtert. 2. und 3. enthalten die קביעות für 1255 Jahre und zwar von 4409 (649) bis 5663 (1903). 4. und 5. dienen zum leichten Auifinden des bürgerlichen Datums alten Styls für jedes jüdisohe Datum der Jahre 4400 (640) bis 5700 (1940). Wünsohenswerth wäre auch eine Tabelle für den umgekehrten Fall gewesen. 6. lehrt den Wochentag für jedes bürgerliche Datum alten Styls auffinden. (Will man diese Tabelle auoh für das bürgerliche Datum neuen Styls benutzen, 80 ist für das 19. Jahrhundert erst die Zahl 12 zu dem Datum alten Styls hinzuzählen). Auoh hier wäre eine Tabelle zur Auffindung des Wochentages für jedes jüdisohe Datum am Platze gewesen. Sämmtliohen Tabellen ist eine Gebrauchsanweisang nebst praktischen Aufgaben and deren Lösung vorausgeschiokt. Den Schluss bilden eine Tafel üer Finsternisse von 1889 bis 1898 und ein Druckfehlerverzeichnis. Wer sich über die Theorie des jüdischen Kalenderwesens in seinen einzelnen Zweigen eingehend belehren will, darf nur zu diesem vortrefflichen Bache greifen; es giebt Aufschluss über alle einschlägigen Fragen und ist meines Wissens von keinem andern derartigen Werke übertroffen worden. Es sei daher jedem Freunde dieser Wissenschaft angelegentlichst empfohlen. Einige unberiohtigte Irrthümer, die aber auf das Conto einer zu flüchtigen Correotur zu stellen sind, mögen hier ihre Berichtigung finden: ä. 7, letzte Zeile heisst es: In einem Schaltjahre sind 2 Adar .אדר א׳ מן מט יום ואדר ב׳ מן ל יום — Das Umgekehrte ist der Fall; Adar I hat 30 und Adar II 29 Tage. In der 2. Auflage findet sioh derselbe Irrthum. s. 15, z. 5 ist statt שם״ד במעוברות zu lesen שפ״ה (Richtig in der 2. Auflage.) Z. 11 die Zahl der Wochentage ש ״נ כפשוטה oder שפ״ד כמעובדות endigen mit vollen Woohen. — Das Sohaltjahr hat aber wenigstens 383 Tage und soll es hier statt שם״ד wahrscheinlich 378) שע״ח) heissen, denn dieses ist die Zahl der 54 vollen Wochen, die wenigstens in einem Schaltjahre Vorkommen müssen. (Auch die 2. Auflage hat שמד.) S. 19 Z. 13 v. u. muss es statt הלוח ט״ו heissen 'לוח ב uud zwar auf Grund der neuen von der 2. Auflage abweichenden Einrichtung der Tabellen; in dieser ist "ט״ am Platze; ebenso muss es in Z. 6 v.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.