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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-07-04 · N° 27. (4.7.1889) · p. Seite 108

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 27. (4.7.1889)
Date
1889-07-04
Page
Seite 108 (sequence 4)
Language
German
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1GS מ. statt כלוח ט״ו heissen כרוח כ׳, denn ein לוח ט״ו giebt es in der 3. Auflage nicht. S. 73 unter der Formel בש hat ר״ח אייר nur einen Neumondstag und zwar 1; es muss heissen t,l* S. 75. Beispiel 1 wird das deutsche Datum für ,יום א' נים[ ד״א תשדר gesucht und naoh der Anleitung ans 'לוח ה der 5. Februar gefunden. So frön kann aber der 1. Nissan nioht fallen und muss es statt 5. Februar heissen 5. Marz. Dieser Fehler resultirt aber aus der fehlerhaften Einrichtung des 'לוח ה» Nach diesem fällt wirklich der 1. Nissan aut den 5. Februar. Es ist aber in der ersten senkreohten Columne das Wort שפברואר hier nioht an seinem Platze und gehört die leitende Ziffer 2 neben א' ניסן in Februar schon in den Monat März. Aus den Rubriken 3, 5 und 6 werden sich hiernach auch für alle andern Jahre dieselben Irrthümer ergeben. Denselben Fehler weist auch das zweite Beispiel naoh, in welchem das bürgerliche Datum alten Styls für יום א' אייר ה״א תס״ט gesucht werden soll, in der Columne 5 steht neben א' אייר der 1. März. Nach der Anleitung 8011 von diesem 1 Tag abgezogen werden. Dies ergäben dann den 28. Februar 1709. Das wirkliche Datum für אייר ist aber der 31. März alten Styls 11. April־ neuen Styls. Die Zahl 1 in Columne 5 neben א׳ אייר gehört daher neben April. S. 81, Z. 7 v. u. ist 1891 statt 1890 zu lesen und s. 82 לוח ו׳ statt לוח ו׳. Rees a. Rhein._ L. Cohen. Literarische Notizen. Ser Elffel ■ Thurm im Talmud. Von N. H. Imber in London. In alten Zeiten, als den Menschen noch nicht, wie in der Gegenwart so vielerlei Beschäftigungen zu Gebote standen, sie zu zerstreuen, pflegten dieselben mit Vorliebe das Bauhandwerk. Vorzüglich war es aber die Errichtung von Thürmen, welche seit der Zeit des Thurmbaues zu Babel die Baumeister beschäftigte. Obschon nun in der Hegel Thürme zur Benutzung für die Lebenden, und Höhlen zur Beisetzung der Verstorbenen dienten, zeigten doch die ägyptischen Pyramiden und die Thürme der ewigen Buhe bei den Parsen das Gegentheil dieser Annahme. Der hebräische Name iür Thurm ist פל& (Ophel); dieses bedeutet ״Dunkelheit“, weil der Thurm einen bedeutenden Schatten wirft, während sonderbarer Weise das Wort מערה (Höhle) ״Licht“ bedeutet und zwar nach dem Princip ״Lucus a non lucendo“.*) ' Von dem Thurm zu Babel soll zur Zeit des Talmud noch eine Ruine vorhanden gewesen sein; ein Drittel desselben soll durch Teuer zerstört wurden und ein anderes Drittel in den Boden versunken sein. Von der Ruine dieses Thurmes sahen , *) לשל Thurm hat seine Benennung von der Radix לשל, welches im Hiphil ״hinaufklimmen“ heisst. (Vergl. Numeri 14,44) Von derselben Radix kommt auch das Wort עשלים Warzen, Deuter. 38,37 d. 11. Auswüchse oder Erhöhungen aut der Haut des menschlichen Körpers. (D.Uebers.) hohe Bäume wie Heuschrecken aus. Für die einstige Existenz des sagenhaften Hir am thurmes in Persien, welcher die 7 Himmel darstellen sollte, giebt es nirgends ein Zeugniss. Ein anderer berühmter Thurm war der auch von Josephus erwähnte Davidsthurm. Im ,.Hohen Lied“ lesen wir von dem grossen Thurm des Libanon. Ein alter Thurm jedoch verdient es, seines besonderen Interesses wegen heute in die Erinnerung zurückgeruien za werden. Wir finden nämlich im Talmud, welcher hierdurch die Ansicht seiner Verehrer, die ihn für eine Schatzkammer alles irdischen^ und überirdischen Wissens halten, unterstützt, einen Thurm קרן אסל (Eiffel-Thurm) genannt. Rabba bar bar Chanah erzählte von demselben, wie folgt: ״Als ich nach oben schauete, sah ich auf der Spitze des Eiffel- Thurmes einen Araber, welcher auf einem Kameel ritt und seine Lanze in die Höhe hob. Das Ganze erschien mir wie ein Wurm auf der Spitze des Thurmes.“ Wie der Araber mit seinem Kameel hinauigekommen war, hat jedoch der Rabbi nicht erzählt. Sollte dies vielleicht durch ein Hebewerkzeug geschehen sein? Der Talmud lässt uns auch über den Standort dieses Thurmes im Unklaren. Werden nicht vielleicht künftige Gelehrte hieraus Veranlassung nehmen, diese Begebenheit in das Jahr 1818־ hinauf zurücken, und den Ort des Ereignisses nach Paris zu verlegen, in welchem ja ein wirklieber ״EiffebThurm“ sich heute unsem Blicken zeigt? Oder werden sie nicht etwa behaupten, dass mit der Erzählung eine Interpolation von 1900 Jahren vorgenommen worden sei? _ (Jew. Stand.) Der Ursprung der hebräischen Sprache. Interessant ist die Mittheilung, welche ״Jewish Standard“ über einen Vortrag des Herrn Imber in London über dieses Thema macht, weshalb ich mir erlaube, sie auch zur Kenntniss deutscher Leser zu bringen. — Herr Imber hatte während seines Aufenthalts in Palästina die Bekanntschaft des Professors Paul Vernie gemacht, der ihn gelegentlich um Feuer zum Anzünden seiner Cigarre bat. Das Wort ״Licht“ אור wurde bald darauf der Hauptgegenstand ihres Nachdenkens und Herr Imber versuchte zu zeigen, dass die Wurzel fast aller hebräischer Wörter in den 3 Wörtern ־ אש= Feuer, אור =» Licht und חשך Finsterniss, wiederzufinden sei. Von diesen sollen daher alle hebräisehen Wörter abstammen. Das Wort pא z. B. ist zusammengesetzt aus den צ Wörtern אור־רץ das kreisende Licht; ebenso ist das chaldäiscbe ארפה zusammengesetzt aus אור״ פה das sich bewegende Licht. Die Menschen wussten also schon in den ältesten Zeiten, dass die Erde sich bewege. Die Wörter הר Berg, הרה schwanger, נהר Strom, הר! Glanz, ור Kranz, צהר Fenster, “|w Blick, שורה Re.ihe etc., entstammen alle dem Worte קללה ,אור Fluch, קהלה Versammlung, כלה Braut, ,חלד Kuchen etc, stammen von קלי Brennen oder Feuer her. Alle diese "Wörter können daher auf den Wurzelbegriff ״Feuer“ zurückgeführt werden. So war z. B. das Wort קהלה ursprünglich eine Versammlang zur Anbetung der Sonne; in dem Worte כלה tritt \^ns versteckt das schöne Bild ״die Strahlende“ entgegen. Bei Fluch אלול oder קללה denken wir an den Gott des Feuers. Zum Schluss bemerkte Herr Imher noch, dass das Zeitwort קל in! der chaldäischen Sprache ״leuchten“ oder ״brennen“ bedeutet; j ebenso bedeutet das Wort ״Kadima“*) ״Osten“. Mögen sich daher unsere Herzen stets nach Osten richten, von wo Licht, : Leben und Freiheit kommen, welche Begriffe wir alle in dem I Worte אור wiederfinden■ Ex Oriente lux! L. Cohen. I *) Name des Vereins, in welchem der Vortrag gehalten wurde. Litterarischer Anzeiger. fCf Angebote und Gesuche antiquarischer Bücher der jüdischen Litteratur von Rah binern, Lehrern und Cultusbeamten werden zu ermässigtem Preise (die 4gesp. Zeile k 10 Pf. baar) aufgenommen. A usserordentlich e Preisherabsetzung. Die Buchhandlung 8. Schwelm in Frankfurt a. 11 , lietert, so lange der geringe Vorrath reicht: Bertbold Auerbach. Briefe au seinen Freund Jacob Auerbach. Ein biographisches Denkmal. Mit Vorrede ’ 0n Frledr. Spielhagen. צ Bände. Gross-Lex.- Format. Elegant brosch.Fraukfuit 1884. y» Ludeopreis Jk. 15 in nur äk. i.■יי- NB. Die beiden Bände enthalten, wie Frledr. Spielbugen in der von ihm verfnssten Vorrede ausdrücklich bemerkt, die YOlIständigeSelbstbiographie von Berlh. Auerbach, seine persönliehen und litterarischen Be- Ziehungen mit den bedeutendsten Schriftstellern und andern Kory• pliäen der Gegenwart und seine diesbezüglichen Auslassungen darüber. Geldlicher, J. Der Mythos bei den Hebräern und seine geschichtlicheEntwicklung. Leipzig 1876. Statt Ladenpreis M. 10 nur X. 3. UrUnbauni, Ä. Jüdisch-deutsche Chre tomathie. Zugleich ein Beitrag zur Kunde aer hebräisehen Litteratur. Leipzig. 1883. Statt Ladenpreis M. 14 nur M. 4. [2078 Billig zu verkanten: משניות. טורים 4, מ־׳א, חיט י״ד. אלפים ש״׳ם, מהרש״ל, ״ מהרש״א, רשב״א. v. a.ספרים einzeln oder im ganzen. Moritz Happ, Lehrer. 3076] in Pleichen (Posenh ——— Ml — . II 11.1 Für eine Bibliothek werden nachstehende Bücher gesucht u. werden Angebote durch die Expedition dieser Zeitung unter B. B. 87 erbeten. First, Orient, 1840,41,44,47, 48. כרם חמד Bd. 1—7 auch einzeln. Frankel, Vorstudien zur Septuaginta. Schuat, jüd. Merkwürdigkeiten. Dessauer, Ritualgesetze a.Juden. Löwe, Schulchan Aruch, complet, event. Orach Chajim. Geigir’s wissenschaftliche Zeitschritt I, II. Dukes, Sprache der Mischt.a. Wolf, bibliotheca hebraea 4 Bde. LeYy, nouhebr. u. chald. Wörterbuch. — Ausserdem sind Angebote aus dem Gebiete d. hehr. u. jüd. Wissenschaft zur Anschaffung willkommen. [3U77 המאסף, תקמ״ד, תקמ״ה_ Verantwortlicher Kedacteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolft, Magdeburg. Verlag vou Robert Friese, Leipzig

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