Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 18 (1889)
- Issue
- N° 26. (27.6.1889)
- Date
- 1889-06-27
- Page
- Seite 103 (sequence 3)
- Language
- German
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— 103 ״ רב יוסף שלא יאסרו תורה ירושה היא לועWarum sind Söhne von Weisen nicht ebenfalls Weise? Es spricht Bab Josef: Damit sie nicht sagen, die Lehre sei ihr Erbe“ (um welches sie sich sonst nioht mehr bemäLen müssen). (Nedarim 81. Vergl Rasohi zur Stelle.) 99. 83, 9. 10. Mich riuwet din wol redender mnnt unt din vi] süezer sanc. daz die verdorben eint bi minen ziten. Eine ähnliche Todtenklage findet sich im Talmud: .״ הפה שהפיק מרגליות ילחך עפרDer Mund, der Perlen ausströmte, der 8011 Staub essen*. 100. 88,14—16. Swä der höhe nider güt und oach der nider an höhen rät gezucket wirt, dä ist der h׳f verirret. Vergl. Prediger 10,6 : ״Der Thor sitzt in grossen Würden und die Reichen weilen in der Niedrigkeit“. 101. 83,20.21. ־Wes stön die höhen vor den kemenäten? 8Ö snln die nidern umb daz riche röten. Vergl. Prediger ] 0,7: ״Ich sah Knechte auf Rossen, und Fürsten wie Knechte auf der Erde gehen41. 102. 83,22—26. Swä den gebrichet an der kunst, seht aa tuent si nicht mö man daz siz umbe werient an ein triegen: daz lören si die Fürsten, unde liegen, die selben brechent uns diu 1'eht und stoerent unser ö. Pfeiffer bemerkt hierzu (Ausgabe S. 238): 6״ bedeutet altherkömmliches Reoht und Gesetz“. Man vergleiche Prediger 5,7: ״Siehst du Bedrüokung des Armen und Beraubung des Rechtes und der Gerechtigkeit im Lande, 80 wundere dich nicht darüber, j denn ein Oberer ist über den Hohen als Hüter gesetzt, und über beide nooh Höhere“. 103. 87, 9. 10. Hüetent iuwer zungen: doz zimt wol dien jungen. ♦״ נצור לשונך מרעHüte deine Zunge vor Bösem.“ 104. 91,17. 20. Junger man, wis höhes muotes dur diu reinen wol gemuoten wip, tröwe dich libes unde guotes, unde wirde dinen jungen lip. In der Liedergruppe, welcher dieses Gedicht angehört, wendet sioh der Dichter von der tändelnden Minne weg, um das sittenreine eheliche Glück zu preisen. Sehr richtig bemerkt Wilmanns: ״Auch den Widerspruoh zwischen dem Minnedienst und den sittliehen Anschauungen liess Walther nioht unbemerkt, und obschon er im ganzen die hergebrachten Formen schonte, nimmt man doch das Bestreben wahr, ihre bedenklichen Folgen zu umgehen. In demselben Oyclus, dem die Lieder der niedern Minne angehören, bezeichnet er die Frau, der er seinen Dienst widmet, ausdrücklich als ein ledic wip (47,24), und in einer Gruppe von Liedern, die zu den ältesten gehören, stellt er den Besitz eines Weibes als •das letzte Ziel des Werbens hin, und dem entsprechend wünscht er 98,12 eine Vereinigung mit der Geliebten, gegen die keine Merker und keine Hut etwas einzuwenden hätten. Die tougenminne ist damit überwunden.“ (Leben und Dichten Walthers von der Vogelweide S. 181.) Zu den obigen Strophen stimmt folgender Satz: ״Geniesse das Leben mit einem Weibe, das du liebst alle Tage deines eitlen Lebens, die er dir gegeben hat unter der Sonne, alle Tage deines eitlen Lebens; denn das ist dein Theil im Leben und in deiner Mühe, die du hast unter der Sonne“. (Prediger 9.9.) 105. 91,21. 22. Qanzer fröide häst dü niht, 83 man die werdekeit von wibe an dir niht siht. Dasselbe lehren die Rabbinen: אמר ר׳ תנחום אמר ר, חנילאי כל יהודי שאי! לו אשר, שרוי בלא שמחה בלא ״ ברכה בלא טובה♦Es Spricht R. Tanohum im Namen des R. Chanilai: Derjenige, der ohne Frau ist, der ist ohneFreude, ohne Segen, ohne Glück“. (Jebamot 62.) 106. 92. 21—24. Ich weiz wol daz diu liebe mac ein schoene wip gemachen wol: iedoch swelch wip ie tugende pflac, daz ist diu der man wünschen 801. Aehnliohes drüokt folgender Satz aus: ״Niohtig ist die Lieblihkeit und eitel ist die Schönheit, ein Weib, das Gott fürchtet, die 8011 gelobt weiden“. (Sprüohe Sal. 31,30.) 107 . 93, 1—3. Waz ist den fröiden ouoh gelich, dä liebez herze in triaven stat, in schoene, in kiaache, in reinen siten? Aehnliohes lehrt der Talmud (Sabbath 25):איוה עשיר כל שיש לו אשה נאה במעשים♦ »,Wer ist reich? Der eine tugendschöne Frau Witzt.“ 108. 98j 84. Diu guote wundet unde heilet. Dieses ist eine biblisohe Redeweise. ״loh verwunde und meine Hände heilen.“ 109.102,27.28. Des hinket reht und trüret zuht und siechet schäme diz ist min klage. Dieses ist eine den Propheten geläufige Mahnung, ״Das Recht weioht zurück, und die Gerechtigkeit steht in der Feme, denn die Wahrheit strauchelt auf der Strasse und die Geradheit kann nioht J kommen.“ (Jesajas 59, 14.) 110. 103, 13—28. Swa guoter hande würzen sint in einem grüenen garten bekliben, aie 801 ein wiser man niht läzen unbehuot. er 801 in spilen vor als ein kint mit ougenweide zarten, dä lit gelüst des herzen an, und git ouch höhen muot. sl boese unkrüt dar under, daz breche er &z besunder (141 erz, daz ist ein wunder), und merke ob sich eiu dorn mit kündekeit dar breite, daz er den fürder leite von siner arebeite: sist anders gar verlorn. Dieses Lied von dem Gärtner, der den Garten von Dornen säubert, damit die guten Kräuter gedeihen, gemahnt an Jesajas 5, 1.2: ״loh will nun meinem Freunde ein Lied singen, ein Lied meines Freundes von seinem Weinberge; mein Freund hatte einen Weinberg auf einem fetten Hügel. Er umzäunte ihn und reinigte ihn von Steinen, bepflanzte ihn mit edlen Reben, und baute in ihm einen Thurm, auoh einen Kelter haute er in ihm aus, und hoffte, dass er Trauben bringen wird, aber er braohte Heerlinge.“ 111. 110,20.21. Ich hän den muot und die sinne gewendet an die reinen, die lieben, din guoten. Diese und die folgenden Strophen gehören Gedichten an, die im 4. Buche der Laohmann’sohen Ausgabe stehen. Es ist nicht gewiss, ob dieselben von Walther herrühren, sie haben jedoch solohe Autoren zu Verfassern, die im Geiste Walthers gedichtet haben. Lachmann schreibt hierüber (S. 213): ״Dass nur Eine Strophe dieses Buches von Walther sei, ist wenigstens äusserlioh nioht zu beweisen. Die alten Sammlungen AB (D) a haben niohts davon, kein anderer Diohter erwähnt irgend eine Stelle daraus“ ״Den naiven Wettstreit um die Länge zwischen Blumen und Klee 114, 28 musste Walther sioh selbst abgeborgt haben, wenn das Lied Muget ir sohowen S. 51 sein ist und nicht vielmehr Leutolds von Seven. Auf keinen Fall verleugnet sich hier Walthers Schule, der vor allen Andern der von Singenberg angehört etc., J. Grimm.“ Die obigen Zeilen klingen, wegen der Häufung der Rosennamen, wiederum an das Hohelied an: ״Du hast mir das Herz genommen, meine Schwester, meine Braut.“ (4,9.) 112. 110, 26. Und ir rüther munt, der sö lieplichen lachet. ״Wie eine rothe Schnur sind deine Lippen und dein Reden lieblich.“ (Das. 4,3.) 113. 112, 3. 4. Müsste ich noch geleben daz ich die rösen mit der minneclichen solde lesen. ״In Gärten zu weiden und Rosen zu brechen“ (Das. 6.2).