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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-06-27 · N° 26. (27.6.1889) · p. Seite 104

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 26. (27.6.1889)
Date
1889-06-27
Page
Seite 104 (sequence 4)
Language
German
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104 114. 118, 13—16, Sit man übel äne vorhte tuot, 8it man triawe milte zuht und 6re wil verpflegen 8ö s6re, sö verzaget an fröiden maneges muot. Vergl. Jesajas 24, 4.5: ״Es trauert und welkt das Land, es schmachtet und welkt die Welt, es trauern die Höchsten des Landes. Die Erde ▼ergeht unter ihren Bewohnern, denn sie haben die Lehren über• gangen, das Gesetz überschritten, den ewigen Bund gebroohen. — 115. 120, 2. Ich müsse ir vingerzeigen liden Dieser Ausdruck ist auch ein biblischer: שלח אצבע ״ ודבר און.Mit Finger zeigen und Unrecht reden.“ (Das. 58.10.) 116. 122,4—6. Min ouge michl wunder siht, diez wirs verdienen kunnen vil den ich, daz den so schoene heil geschiht. j Vergl. Hiob 21,7: ״Warum leiten denn die Bösen, , werden alt und gewinnen viele Güter?“! 117. 122, 18. II. Nü müeze got erwenden unser arebeit. j Aehnliche Ausrufe sind in der Bibel vorhanden. I (Psalm 123,3) .״ חננו די חננוSei uns gnädig o Gott, sei j uns gnädig!“ I Kecensionen. Philonis Alexandrini libellus de opifioio mundi! editit Leopoldus Cohn. Vratislaviae apod Guilelmum Koebner. (LVHI u. 108 S.) Den Lesern des Litteraturblattes und besonders diejenigen, die sich für die jüdisch-alexandrinische Litteratur interessiren, wird die Nachricht erwünscht sein, dass soeben als Specimeu einer neuen Aasgäbe der Werke Philo’s, des hervorragendsten Vertreters des jüdischen Hellenismus, dessen Schrift ״über die Weltschöpfung“ in neuer kritischer Recen- 8ion die Presse verlesen hat. Der durch seine Leistungen auf dem Gebiete der altklassischen Philologie in Fachkreisen wohlbekannte Herausgeber hat keine Mühe gescheut, am den Philonischen Text in möglichst correkter Gestalt zu erlangen. Die vielen Philo-Handschriften in den Bibliotheken zu Wien, München, Venedig, Mailand, Rom, Paris, Cambridge, und Oxfort hat er zum grössten Theile selbst an Ort und Stelle einer genauen Durchsicht und Prüfung unterzogen; mehrere wurden von befreundeten Philologen collationiert. In der Einleitung (S. I—XXXV) spricht der Verfasser in eingehender und gründlicher Weise über die Gestalt und den kritisohen Werth der einzelnen Handschriften und deren Verhältniss zu einander, über die bisherigen Ausgaben (XXV—XXXV), über fremde und eigene Verbesserungen des von den Handschriften überlieferten Textes (XXXV— XLI) und schliesslich über die Sprache und Ausdruoksweise des Philo (XLI—LVHI). Unter dem Texte 6ind nioht nur die wichtigsten Varianten der Codices angemerkt, sondern es wird auch auf die Parallelstellen in den übrigen Schriften Philo’s verwiesen, so dass jeder weitere Commentar überflüssig wird und Philo durch sich selbst erklärt erscheint. Den Schluss bilden eine Reihe von Citaten aus griechischen und römischen Schriftstellern, um die Abhängigkeit Philo’s von Plato’s Timäas, der Theologie und Ethik der Stoa und der Zahlentheorie der Pythagoräer zu erweisen, und ein ausführliches Sach- und Wortregister. Den Impuls zu seiner Arbeit gab dem Verfasser ein Preisausschreiben der Berliner Akademie der Wissenschaften, die auch die eingereiohte Arbeit des Preises für würdig erachtet hat. Die treffliohe Edition! ruft den Wunsoh hervor, dass der Verfasser bald die nöthige Aufmunterung und Müsse finden möchte, die Herausgabe des ganzen Philo in die Hand zu nehmen; dann wäre auch zu hoffen, dass wir einmal, vielleicht vom Herausgeber selbst, eine brauchbare Uebersetzung der Phiionischen Schriften erhielten. Denn bis jetzt sind nur einige von ihnen, und zwar keineswegs gut übersetzt worden. Mit weloher Vorsiobt z. B. die vom Institute zur Förderung der israelitischen Litteratur i. J. 1870 herausgegebene Uebersetzung der Philonisohen Schrift ״Ueber die mosaisohe Sohöpfangs• geschichte“ zu gebrauchen ist, lehrt sohon die Prüfung des ersten Satzes. Dieser lautet hier: ״ Unter den Gesetzgebern haben die Einen als recht festgestellt, dass die von ihnen ertheilte Gesetzesordnung prunklos und einfach sei etc.“ Es muss aber folgendermassen übersetzt werden: ״Von den übrigen Gesetzgebern haben die Einen iu sohmuokloser und einfacher Weise angeordnet, da83 das, was bei ihnen herkömmliche Sitte war, rechtskräftig sein solle etc.“ Bei der hohen Stellung, die Philo in der Geschiohte der jüdischen Litteratur einnimmt, ist sicherlieh zu erwarten, dass auoh jüdische Theologen sich in den Besitz der angezeigten Schrift, obwohl sie streng philologischer Natur ist, setzen werden. C. Bgk. Literarischer Anzeiger. 9QT Angebote und Gesuche antiquarischer Bücher der jüdischen Litteratur von Rab binern, Lehrern und Cultusbeamten werden zu ermä88igtem Preise (die 4gesp. Zeile h 10 Pf. baar) aufgenommen. Unter fern großen pDlitifdjea Bettungen £>eutf$lanbe nimmt ba« ca. 70.000 übonntnten befi^en« ©trltner Sägeblatt unb ßanbelSjeitung unftreitig einen ber erften ©läge ein. Sie btroorteeg entert Öeiftnnaen beb ״berliner Xageblati“ in ©ejug auf tafd)e unb ju&ertäffige Wadjtlebten übe! alle tmebtigen ffiteigniffe, brnd) umfaffenbe befonbtte Xtaljt« betidjle feiner an allen SSdtblägen angcftcHten eigenen iforrefponbenten »erben aUgem. gcbüljr. aneifonnt. 3n einer befonb. bodft. $anbel«jeitung »abrl ba» ״©. X." bic Sntercffen bc» ©ublif., »i! biej. b. £>anbel* u. bcc gnbuftric burd) urpatt. u. unbefang. ©euitticilung. 3n ber ©iontagSaulg. b. ״©. X.״ :״Bdtgeift* geben fid) bie trft. ©djtiftft. mit gebieg. ©eittäg. ein 6tcHbid)ein- ׳•Ca« iQuftr. ©i|bl. ״Ult“ erfreut fiep »egen feiner borjfigl. SUufir., |o»ie feine» trefjenb. ©ipe« lllngft ber @unft ber beutfdj. Seferaelt. Sie «S)eut|d)e fieftbafle' bringt al< ״iduftr. gamilienbL" tleiae, §erj unb Üemütb anteg. ®tjäljl., fornie Äuffäpe belehr. 3nl)alt8■ gür Berfiteuung u. Unter(), folgen Dtebuje, Stfitljicl, ©JaUÜufgabtn 1c. 3m tlgl. ©omonfculd. bc« rSebfi. Quart, etfefi. ein t)8d)fl fpaunenb. (Roman u. ©. ©alt» unt. bem Xitel ״öolbbl. §aat*. Unt. ®titerbeiterfef). gebieg. gaebauhmtaten auf ad. ßanptgebieten, af» fiittcratur, ffunft, *ftionomie, ßtiemie, Xeetnologic u. «Äebijin etldjtirt. i. ״©. X." regelm. »ettpti. Origin.-geuidet. Xa» Ä©. X.“ bringt au«fühtl. ©arlament«ber., 8tef)ung«l.b.©rcuf1. gotterie, fern, (iffetten* ®crloofuna., reidit). u. ttcplgefupt. Xage«»5?euigl. a. b. 5teidj«t)aupt|labt u. b. ©10». 3״terefi. l6erid)t«Derf>. — 2Jton abonnlrt auf ba J ״©. X.“ bei ad. ©oftanftaHcn bt« Xeutfdfen Sieidjc« für ade k ©lütter infammen für 5 Wort 26 ©fenniq oierialjatrlicb — ©robenummern gtati» unb franto. In meinem Verlag ersch. soeben: Dichtung in itirec Bezjahung zur biblisch-rakbinitchen Litteratur I. Hett: ״Freidank’s. Bescheidenheit“ von Dr. S. Üelbliau. Preis M. 1.(0. Frankturt a. M. J, Kauffmann. 3n meinem ©erläge crfc^ien ioeben: &ran!furter 3Srael. HloltS־ italenOer für baö Saljr 5650 (Se*t. 1889 — >t. 1890.) mit bitten interrffantm ©et trägen, ©re■« 35 ©f. ©egen ffiinfenbuna oon 45 ©f. (25 tr. 5. ©.) erfolgt granfo«3u|et1bung. J. gauffimanu. 19* Kethabot - Formalare (hebr. u. deutsch) SS Pf., & Stück für 1 M. baar. Das Ganse der jOd.- deutschen Schreibschrift in 88 lithogr. Vorschriften, methodisch geordnet: 10 Pt. Dr.Bahmer,Diehebr.Trad!t!eaen in den Werken des Hieronvmas. Th. I. (Statt 1.50) 60 Pf. — Die bibl. Erdbeheatheorl•. Eine exeg. Studie (st.lM.) 40 PL — Trauerrede an der Bahre eines Vorstehers. 20 Pf. — Rede z. 8ilbemenHochzeit20PL Die Chennka• Wunder, Festspiel in 3 Akten für Schalen und Familien. (0 Pf. Goldeehmidt, Dr. J., Schiller’■ Weltanschauung u. die Bibel. SO Pf. Zu beziehen durch die Exped. der ״Israelit. Wochenschrift“ Verantwortlicher Bedacteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Draok von D. L. Wolfi, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzg .

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