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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-06-13 · N° 24. (13.6.1889) · p. Seite 95

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 24. (13.6.1889)
Date
1889-06-13
Page
Seite 95 (sequence 3)
Language
German
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— 05 — dar suo tragent si höhen muot: übte eint 31 bezzer, dü bist guot. Das Bevorzugen der Einen vor anderen edlen, stolzen und reichen Frauen scheint ein Reflex folgen* der Sätze zn sein: ,Sechzig sind der Königinnen nnd achtzig der Kebsweiber und der Jungtrauen ohne Zahl. Eine ist meine Tanbe, meine Vollkommene. Eine ist sie ihrer Mutter, die Auserwählte ihrer Gebährerin.“ (Hohes Lied 6, 7. 8.) ״Viele Töchter haben Buhm erworben, du aber übertriffst sie alle*. (Spräche Salomons 31, 29') 71. 53, 35—S8. Got hat ir wengel höhen fliz, er streich sö tiure varwe dar, so reine rot, so reine wiz, dä roeseloth, da liljenvar. Dieses ganze Gedicht enthält ebenfalls mehrere Anklänge an das Hohelied: ״Deine Wangen sind wie der Bitz ata Granatapfel zwischen deinen Schläfen.“ (das. 4,3.) 72. 54, '. Si hat ein ktlssin daz ist röt' ״Wie eine rothe Schnur sind deine Lippen.‘, (das.) 73. 54,13.14. Ez smecket, sö manz iender regt, alsam ez vollez balsam si. ״Deine Lippen, Braut, sie triefen Honigseim, Honig und Milch ist unter deiner Zunge und der Duft deiner Gewänder ist wie der Duft des Libanon.“ (das. 11.) 74.54, 17. 18. Ir kel, ir hende, ietweder fuoz, daz ist ze wensche wol getan. Hiermit vergleiche man folgende Sätze; ״Wie der Thurm Davids ist dein Hals.“ (das. 4) ״Wie lieb* lieh sind deine Tritte in den Schuhen, du Fürstentoohter.“ (das. 7,2) (Fortsetzung folgt.) Receasionen. Hirschfeld, Hartwig. Das Buch Al-Chazari des Abü-l-Hasan Jehuda Hallewi, im arabischen Urtext, sowie in der hebräischen Uebersetzung des Jehuda ibn Tifcbon. Leizpzig. 0. Schulze, 1887. XLIX und 361 Seiten Oct. Besprochen von Rabb. Dr. L 0 e v j• - Göttingen. Bi« vor wenigen Jahrzehnten war das Interesse, welches man arabischen Texten jüdischen Inhalts zuwandte, ein äusserst geringes. Jüdische Kreise empfanden das Bedürfniss, ihren Inhalt kennen zu lernen, aus dem Grunde nicht, weil meist gangbare Uabersetzungen solcher Werke ins Hebräische vorhanden waren und benutzt werden konnten, und weil man diesen Uebersetzungen fast unbedingt vertraute und von dem arabischen Original nichts besonders Neues erfahren zu können glaubten. Auch gab es bis dahin, wenigstens was die neuere Zeit anbelangt, nur ganz vereinzelte, wissenschaftlich gebildete Juden, welche des Arabischen mächtig waren. Den Arabisten andrerseits lag zunächst die Veröffentlichung klassischer Werke am Herzen und sie verspürten wenig Lust, das von Hebraismen und Vulgarismen durchzogene Arabisch jener Autoren, welches zudem noch durch die •Schreibung mit hebräischen Buchstaben einen eigentümlichen, zuweilen willkürlichen ortnographischen Charakter angenommen, in den Kreis ihrer Arbeiten zu ziehen. Allmählich jedoch erkannte man von beiden Seiten die Wichtigkeit, solche jüdischarabischen Litteraturprodukte zugänglich zu machen, wobei entschieden bahnbrechend die lichtvolle und erschöpfende Arbeit Munk’s über den arabisohen Originaltext des ״More Nebuohim“ gewirkt hat. Das unbedingte Vertrauen, welches man in die hebräischen Uebertragungen gesetzt hatte, machte der Hoffnung f^latz, durch das arabische Original über manches dunkle aufgeklärt zu werden, manche Lücken ergänzt *גי sehen, manches Neue auch zu erfahren, während andrerseits bei den Orientalisten das Streben nach der Kenntniss der verschiedenen arabisohen Dialeote, welches in allerneuester Zeit ja einen immer mäohtigeren Aufschwung nimmt, eine Einsichtnahme in die Werke jener jüdisch-arabischen Autoren wüusohenswerth erscheinen liess. So gab Landauer den arabischen Originaltext der אמונות ודעות von Sa&dja heraus, begann Derenbourg die Veröffentlichung des arabischen Textes von dem Misohnah-Commentar des Maimonides zu 80 ,טהרות ist auoh die uus vorliegende Textausgabe des Herrn Hirschfeld eine Frucht solchen Bestrebens. — Die Schwierigkeiten, welche der Herausgeber dabei zu überwinden hatte, waren nicht leiohter Art und wer des Arabischen kundig ist und jemals versdeht hat, einen mit hebräisohen Buchstaben geschriebenen arabischen Text zu bearbeiten, wird begreifen, was es heisst, nur einen einzigen und dazu noch fehlerhaften Text einer Veröffentlichung zu Grunde zu legen. Es wäre demnach diese Arbeit wahrscheinlich wenig erfolgreich geworden, wenn dem Herausgeber nicht die hebräische Uebersetzung zur Seite gestanden hätte, obwohl auoh diese in vielen Fällen sich als mangelhaft und ungenau erweist und das nicht unbedeutende Verdienst, das der Herausgeber sich erworben, ist deshalb um so höher anzuschlagen, dass er nämlich die oft unzutreffende und das arabische Original durchaus nicht ersetzende Ibn Tibbon’sche Uebersetzung entbehrlich gemacht hat. Ebensowenig nun, wie hier der Ort wäre, Inhalt und Gedankengang des Buches zu besprechen — dies gehörte vielmehr in den Bahmen einer Besprechung der 2 Jahre vorher von dem Herausgeber veröffentlichten deutsc hen Uebersetzung des Al-Chazari ebensowenig halte ich es für angebracht, hier den Text, resp. Textverbesserungen in den Kreis unserer Betrachtungen zu ziehen, da der formaleTheil — gleich nach Erscheinen desBuohes— in der ״Zeitschrift der deutschen morgenländischen Ge- Seilschaft“ von berufener Seite eingehend und erschöpfend behandelt worden ist. Nur einige Punkte möchte ich noch zur allgemeinen Charakterisirung des arabischen und des hebräischen Textes berühren. Das uns vorliegende Arabisch ist weder elegant, noch überhaupt klassisch zu nennen, sondern trägt oft ein etwas vulgäres Gepräge und, wenn wir direkte Spraoh• fehler, welche uns darin aufstossen, mit einiger Sioherheit auf unwissende Abschreiber zurückführen, — da die hohe geistige und wissenschaftliche Bildung Jehuda Hallewi’s uns dafür bürgen muss, dass er seiner Mutterspräche fehlerlos mächtig war, — so finden wir manches in seinem Ausdrucke, das ans Hebräische erinnert, manches wiederum das zu den selteneren Formen zählt, während andere Wörter und Phrasen in den ihnen dem Inhalte nach zukommenden Bedeutungen vergebens in den arabischen Lexicis gesucht werden und somit den arabischen Wortschatz bereichern als eigenthümliche Ausdrucksweise in Ort und Zeit des Verfassers. Ich nenne als Beispiele für das Letztere F. 128,12 בגנב und S. 94,17 כנאיך־ אל; in dem Letzten mag auch vielleicht ein Hebraismus stecken (. כינוי ל). Die Schreibweise ist dem der mit hebräisch geschriebenen arabischen Werken vertraut ist, nicht befremdend, sie weist stets dieselben Ungenauigkeiten und Inconsequenzen auf, wodurch auch die übrigen Schriften ähnlichen Genres sich höchst unrühmlich auszeichnen, doch wäre bei der Herausgäbe eine einheitliche, consequent durchgeführte Ortlxographie am Platze gewesen. Es macht der Text an manchen Stellen sogar den Eindruck auf mich, als wäre er nicht oopiert, sondern naoh einem Uictut etwas nachlässig geschrieben; z. B. 212, 15, wo nach Goldziehers Annahme durchaus statt פמשתהרון ent-

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