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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-04-12 · N° 15-16. (12.4.1889) · p. Seite 62

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 15-16. (12.4.1889)
Date
1889-04-12
Page
Seite 62 (sequence 6)
Language
German
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•2 — nach dem benachbarten Egypten im Westen aus, wo wir ihm als Ghasu d. i. Esau (der Anfangsbuchstabe ist das gutturale gh der Semiten) wiederfinden. Wer aber auch die Zwillingsbrüderschaft Esau’s und Jakob’s nach der Erzählung der Bibel nicht als historisch gesichert anerkennen, sondern wie die ganze Geschichte der Patriarchen als mythisch erklären wollte, würde doch diese Mythe mit der Wissenschaft darin übereinstimmend finden, dass die Verschiedenheit der Rassen nicht eine verschiedentliche Abstammung der Völker bedinge und die Behauptung von der Einheit des Menschengeschlechts nicht bedrohe. Denn gerade dies ist es, was die Bibel in Uebereinstimmung mit der AVissenschait durch die Erzählung von der Zwillingsbrüderschaft der verschiedentlich gearteten Söhne Isaak’s, des Esau und Jakob, zum Bewusstsein bringen will DieMenschen und Völker, so verschieden sie auch geartet, sind dennoch alle Brüder und von einheitlicher Abstammung. Diese Erkenntniss gehört zu den Grundlehren der Bibel von der Geschichte der Weltschöpfung her. Sie hat hier freilich zunächst ethische Zwecke. Wir wissen aber auch, Forschung und Wissenschaft führen ebenfalls die Entstehung der AVelt und die Descendenz ihrer Geschöpfe auf die Wirkung einer einheitlichen Kraft zurück. Verschiedenheiten, Abweichungen und Entartungen sind Folgen und Einflüsse verschiedener Einwirkungen und Störungen. AVio stellen sich nun zu den Ariern und Semiten die Germanen und Juden, von denen wir oben sagten, dass diese speciell unter diese Gegensätze begriffen werden? Die Germanen sind historisch nicht die Ureinwohner Deutschlands; dies waren die Teutonen. Germanen sind vielmehr die vom Hochlande Asiens eingewanderten Arier. Wie die Amoriter von Armenien (Hochland) in Kanaan einwanderten, so die Arier von Iran (Hochland) in Europa und speciell Deutschland. Ar (hebr. ״Har“, griech. ״Horos“) heisst ״hoch“, ״Berg“. Man vergleiche auch das griechische Ar-istos (Aristokrat) ״hochgestellt, vornehm“ auch unser deutsches ״Herr“; ebenso stammt der Name Ar-minius, oder Harminius (vgl. das obige ״Har“, Horos“) davon, und gleichfalls ״Herman“, mit geschärftem Hauchlaut ״German“. Die heutigen Deutschen sind demnach nicht die Ureinwohner Deutschlands, sondern wie die Juden hier eingewandert und die Juden haben, wie nachgewiesen, nicht rein semitisches, sondern wie die Germanen ebenfalls arisches Blut, sind sogar selbst Arier und denselben blutsverwandt. Juden und Germanen sind sich demnach nicht fremd, sondern haben eine gemeinschaftliche Herkunft von den Hochgebirgen Asiens und gehören ihrem Ur- Sprunge nach, der Bibel wie Wissenschaft zufolge, wie das ganze Menschengeschlecht, einheitlich einem und demselben Menschenpaare an. Sogenannte ras3enartige Verschiedenheiten sind in anderen Ursachen begründet. _ R.-A. Zur Lilteratur der Pessach-Haggadah. Vou L. Coli ec, Lehrer in Kees a. li.11. Die Collection der verschiedensten Ausgaben der Pessach-Haggadah im Besitze des Herrn Adolf Oster in Xanten’״) hat bis heute die immense Höhe von 220 Exemplaren erreicht. Von den weniger bekannten Ausgaben, die auch Benjacob nicht erwähnt, seien folgende angeführt: 1.!פסח מצובי Livorno 5548 (1788) 4°, Verlag von Abraham Isaac Castello und Elieser Saadon. Diese Ausgabe enthält ausser der הגדה mit dem vorgenannten Commentar von Bl. 37 bis 62 Jacob Simon *) Vergl. Juhrg. 1888. No. 12—13. Sinigadia’s מכשירי פסחא, oder 248 Vorschriften über Käschern und Glühen der Pessaohgeräthe. Benjakob hat auch dieses Werk nicht gesehen; er oitirt dasselbe unter מ No. 1174 unter dem Titel מכשיר פסחא nach Gerondi’s ת1לדות גדולי ישראל> welches ebenfalls מכשיר statt מכשירי hat. Ferner hält er dasselbe für eine Haggadah nebst Vorschriften für den. Seder etc. Dies ist aber nicht der Fall. Der Verfasser sagt in der Vorrede: ״Wie Benvenisti der Haggadah 365 (שס״ה) Vorschriften für die Pessachfeier im Ganzen beigegeben, so will ich 248 (רמה) Vorschriften über Käschern und Glühen mit dieser werthvollen הגדה vereinigen.“ Er scheint aber naoh einer Bemerkung auf dem Titelblatte ebensowenig wie Benjakob die Ausgabe ״Konstantinopel“ 1742 (vgl. Litt.-Bl. 1887 S. 55) gekannt zu haben, da er nur die erste Ausgäbe ״Venedig“ erwähnt. 1. ס׳ הגדה וספירת העומר עם כוונת האר״י זללדדה Lemberg, gedruckt bei F. Galinski 1852, 52 Bl. 8״. 3. ספר עת רצון oder הש־־פ עם חוקת הפסח von Benjamin Seeb Wolf Benzion, Frankfurt a. O. Gedruckt bei Wittwe Prof. Dr. Grillo, 1775, 26 Bl. 4*. Diese Haggadah ist ein Theil des bei Benjakob unter ע No. 672 erwähnten Gesammtwerkes עת רצון, Salkwo 1777. Nach dem Inhalte der Vorrede hat der Verfasser ausser den von Benjakob in Klammern angeführten Werken auch noch verfasst: Moralische Vorträge für die Feiertage und den 9. Ab, sowie über die Haphtaroth des 9. Ab und der 7 Trostsabbathe. 4. מרבה לספר mit Uebersetzung und Commentar voa M. L. Landau, Prag 1833, 42 Bl. 8 '. Benjakob hat unter ה No. 83 nur die Ausgabe 1830. Um mit der Zeit alle existirenden älteren Ausgaben vereinigen zu können, möohte ich die Bitte des Herrn Oster, im Interesse der Bibliographie und Litteratur ihm fortwährend Offerten über ältere seltene Ausgaben zu machen, hiedurch ergebenst unterstützen. Nachträglich will ich auch noch einer in meinem Besitze befindlichen הנדה erwähnen, welche im Tischgebet einige Lesarten hat, die ich in keiner andern Ausgabe gefunden. Es ist dies eine Ausgabe ohne Commentar und Uebersetzung, Amsterdam bei Props 1729, kl. 8״. Die abweichenden Lesarten sind: הוא הטיב ומטיב ייטיב לנו ferner: הרהמן הוא ישלח לנו את אליהו הנביא זכור לטוב ויברך אותנו כל אחד ואחד ממנז כשמו. Im folgenden Verse heisst es: אבא מרי statt אבי מורי. Eine Ausgabe Frankfurt 1749 hat ebenfalls אבא statt אבי. T I Litteraturbericht. Kecensionen. לקורות הגורות ער ישראל: Beiträge zur Geschichte der Judenverfolgungen von Jonas Gur 1 a n d. Krakau; 888. Zweites Heft. Schilderung der Judenverfolgungen während der Jahre 1648—49 von Abraham ben Samuel Aschkenasi. (Schluss.) Drittes Heft. Inhalt: 1. מנלת סתרים> ein Bittgebet von Mose Narol. 2. Eine Selicha für den 20. Siwan von Scheftel Hurwitz. 3. ואל מלא רחמים ein Gedächtnissgebet von demselben. 4. Ein Klagelied über die Verfolgung v. 1648 von Mordechai aus Kremsier. 5. Ein Brief über die Verfolgung v. 1768 von einem Zeitgenossen. 6. Nachtrag.

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