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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-03-14 · N° 11. (14.3.1889) · p. Seite 43

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 11. (14.3.1889)
Date
1889-03-14
Page
Seite 43 (sequence 3)
Language
German
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Rabbiner hochinteressanten Responsum erscheint Brana als rechthaberisch, voll ״hierarchischer Gelüste“ and allzaleicht Kirchenstaaten in eigener Sache verhängend. S. 18. Dass ״Gimchen“, der Name der zweiten Gattin Maharils Juwel“ bedeutet, beweist auch der zweite Vers der ihr von dem Gatten gewidmeten Grabschrift מעי l'B על עטרת נפלי wo durch Strichlein über פ*ן die prägnante Bedeutung dieses Wortes angezeigt wird. S. 120. Brutlouf etc. Zunz citirt (G. V. S. 440) Otttried und Schwabenspiegel für Breiluft (?) S. 134. Zu Krapfeln citirt der Autor Zunz G. V. S. 441, der aber ganz unnötnigerweise einen romanischen Ursprung annimmt. Kreppchen oder Kröpfchen bezeichnet die Gestalt des auch heute noch im Osten wohlbekannten Backwerkes. S. 137. ״Chossenbrod“ auch heute noch in Polen üblich für das Backwerk, das dem Bräutigam vorgesetzt wird, wenn er das Haus der Braut besudet Zur Charakteristik Maharils wäre noch hinzuzufügen gewesen, dass er ausnahmsweise etwas mehr historischen Sinn verräth, als seine Zeitgenossen. In den ״Minhagim“ erwähnt er, dass Josef Kimchi in Mainz begraben ist, und dass dort ein Leichenstein aus dem vierten Jahrhundert mit der Inschrift שפחה חרופה gefunden worden sei (Wird fortgesetzt.) Litteraturbericht, Recensionen. 0 ביעור טיט היין. H. Schorr’s talmudisohe Exegesen auf ihren wissensohaffcliohen Gehalt kritisoh untersucht und beleuohtet von Mayer Kohn-Bistritz. Pressburg 1888. Verlag des Verfassers. XXXII. 240 S. (Fortsetzung) Besprochen von Distriktsrabbiner Dr, Cohn-Burgkunstadt. 12. In Koh. r. zu 6,3 finden sich vier Erklärungen des Wortes Dip' (1. M. 7,4. 23); in Ber. r. 32 vermissen wir eine derselben. Die erste Erklärung, welohe hier im Namen des R Berechja und dort anonym gegeben ist, gehört zu der Classe jener kurzen aramäischen Wortübertragungen, welche wie Citate aus Targum erscheinen und denen wir namentlieh in Ber. r. sehr häufig begegnen. Nach dieser Ansicht ist קיומא יקום; Ber. r hat den Plural ,TDVP statt קיומיא. Es hat sicherlich die Bedeutung, die auch im Adjectiv לןים und im Ithpaal zu Tage tritt: das Bestehende, das Sein, das lebende Wesen. Es gehört zu den Lieblings Wörtern der Kabbala und kommt im Sohar unzählige Male vor in Bedeutungen, die sich leicht aus denen des Pael und Ithpaal ergeben: in, 221 דלית בי־ מיומא (Bestand); 1, <68 קיומא דאדם קדמאה (Lebensdauer); lil, 130 עינא דהוא קיומא דכלא (das erhaltende Princip); I, 208 wird וצדיק ים1ד עולם (Spr. 10,25) ebenso wie im Midrasch zu P8. 136 gedeutet: והאי צדיק איהו קיומא דע־ (Stütze, feste Basis). — Die zweite Ansicht erklärt יקום als gleichbedeutend, weil gleich, oder besser ähnlich, lautend, mit אוקומיני (Ber. r.יקומיני und im sogen. Raschicommentar קו0עי) das bereits Musafia als o!x,ou|1£vr) erkannt hat, so dass 'היקום ע״פ הא zu übersetzen wäre: was bewohnt und angebaut war auf der Erde. Aber absolute Gewissheit haben wir nicht, dass R Abnn an dieses Wort gedacht hat; es könnte auch xelpeva xecji^Xia ״liegende Güter, Immobilien“ oder vielleicht Vjyoupevoi (cf. Sohar I, 69) vermuthet werden, aber gewiss nicht olxovopla, 6a8 lautlich mit קום keine Aehnlichkeit hat. — Die dritte Meinung, die sich nur in Koh. r. findet, erklärt יקים gemäss der causativen Bedeutung des Stamm- ״?.rte8 i“ Hiphii als ממון, weil der Besitz irdischer Glüoksgüter den Menschen ״auf seine Füsse stelle“, d. h. ihn aus der Niedrigkeit und Verzagtheit emporhebe, ihm Selbstbewusstsein und eine unabhängige Stellung verleihe. — Die vierte Meinung bezieht das Wort auf Kain, der nach dieser Aggada erst von der Sintfiuth hinweggerafft wurde. 16. Warum Esaw von seinem Vater geliebt wurde, sagt die Sohrift, 1. M. 25,28: jedoch unterlässt sie es zu begründen, warum die Mutter dem jüngeren Sohne ihre Liebe zuwandte. Um die Lücke auszufüllen, giebt der Midrasch (Ber. r. 62) einen Grund an: כל ״ שהיתר, שומעת קולו היתד, מוספת לו אהבה ונו¬¬Je öfter sie seine Stimme hörte, desto inniger liebte sie ihn.“ Die Quelle dieser Aggada findet ם־־כ in dem Participium אהבת; Sohorr denkt, der Aggadist habe in 5 את יעק׳aaa entdeokt und das sei die ״Stimme“ Jakobs! Aber wen es auoh richtig ist, dass die S”' ־ ’’ * יי " ' ' ‘ ' ' ' ’ . ein Wort, das gar nicht ״Stimme“ bedeutet und in der Prosa höchst selten vorkommt — kaum zu ihnen gedrungen sein. Das richtige Verständniss dieser Aggada esgiebt sioh aus einer Lesart, welche sioh in der Handschrift: des gekürzten Ber. r. findet, die ioh vor mehreren Jahren durch die bekonnte Güte des früheren Besitzers derselben, des Herrn Halberstam in Bielitz, mit unseren Druckausgaben vollständig oollationniren konnte. In dieser Handschrift lautet die obige Stelle: W כל אזן שהיתה. In dieser Fassung entspricht der Satz inhaltlioh der Aggada in Cap. 65: ״ .הקל רול יעקב אין יע־ שולט אלא בקולוNur duroh seine Stimme übte Jakob eine Macht aus; er nahm jedes Ohr fiir sich ein, wievielmehr das Mutterherz.“ 17. Im Hinblick auf die 2. M. 17,1 ff. erzählte Versündigung Israels und den unmittelbar darauf erfolgten Ueberfall Amalek’s sagt R Pineohus Ber. r. 65:קולו של יע־ מכנים והיד״ יד־ עשו מרמז לי׳ והוא אתי und R Bereohja: כשעה שיע׳ מרכק בקולו ידי עשו שולטות דכתיב וילונו כל עדת דכא עמלק ונו־(יניח ידו וגבר עמלק) Dem Sinne nach identisoh, unterscheiden sioh die beiden Aussprüche nur duroh der Art und Weise ihrer Herieitung aus der Schrift. Der erste Satz, in welohem מכניס in מכנ ס zu emendiren ist (cf. Dan. 2,12) wird aus dem defeotive geschriebenen הקל hergeleitet: ״Erzürnt und lästert die Stimme Jakobs, so nahen zu dessen Züchtigung die Hände Esaw’s; Gott winkt ihm und er kommt “ Im Satz des R. Bereohja liest die oben erwähnte Handschrift מרק statt [מדכי und für וילונו כ״ע ist natürlich 2 דלן העם. M. 17,3 zu lesen. Vielleicht hiess es ursprünglich מרנן כקולו ומרכק כידו nach 17,11. Der Sinn des Verses 1. M. 27,22 ergiebt sioh dem Aggadisten aus 2. M. Cap. 17: ״Sobald die Stimme Jakobs (gegen Gott) murrt, überwältigen ihn die Hände Esaws.“ (Fortsetzung folgt.) Das Buch der Religionen von A. Franz. Stuttgart. A Pfaulich & Comp. 1889. 136 S. 2 Mk. Es ist eigenthümlioh, wenn ein Name, der in deutschen Landen als Familienname häufig ist, auf dem Titelblatt steht, doch noch Zweifel zu äussern, ob hier nicht ein Versteokspiel mit dem Leser getrieben wird. Franz ist kein bei Juden gebräuohlicher Name, und doch ist es sehr unwahrscheinlich, dass dieses Buch von einem Christen geschrieben worden ist, trotzdem das Streben, objeotiv zu sein, nicht verkannt werden 8011. Wir vermuthen, dass ein jüdischer Theologe, der vordem ein geistliches Amt in Süddeutsohland bekleidet hat und dann wegen seiner radikalen Gesinnungen dies Amt hat aufgeben müssen, der Autor dieses Buches ist; hat doch dieser Herr sohon unter verschiedenen Namen seine Geistesprodukt« dem Publikum dargeboten; indess wir

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