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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-03-14 · N° 11. (14.3.1889) · p. Seite 42

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 11. (14.3.1889)
Date
1889-03-14
Page
Seite 42 (sequence 2)
Language
German
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42 Vergi. das. 26, 24. 25.;בשפתיו ינכר שונא ובקרבו ישית מרמה כי יחנן קולו אל תאמק לו כי שבע תועבות ״ בלבן.A-n seiner Rede erkennt man den Feind, wenn er auch im Herzen falsch ist. Wenn er auch seine Stimme lieblich macht, so glaube ihm nicht, denn sieben Greuel sind in seinem Herzen " 92. 62, 12—15. Ez vint an im ein iealich man ze schelten gnuoc, derz merken kan. Man ec schelten er verheere, der merkete wer er waere. Dieses erinnert an den talmudischen Ausspruch: .״ כל הנגעים אדם רואה חוץ מנגעי עצמוAlle Gebrechen sieht der Mensch, nur seine eigenen nicht." 93. G4, 12. Süezia rede senftet zom Vergi. Sprüche Sal. 15,1 ..ישיב חמד *p ״ מענהEine sanfte Antwort beruhigt den Zorn.“ 94. 65, 26 27. Vröude unae herzoleit nieman mit ein ander treit. Vergi. Spr. Sal. 14,10 לב יודע מרת נפשו ובשמחתו ״ לא "תערב וי*.Das Herz kennt die Bitterkeit der Seele nnd in seine Freude mischt sich kein Anderer." 95. 66, 19. :.0. Der dritte koufetz äne strit, der eigen umb almuosen git. Dieses stimmt zu dem talmudischen Ausspruoh: .״ וצדקה תציל ממות בו שמצילתו מדינה של ניהנםAll־ mosen errettet vom Tode etc., d. h. Es errettet vom Höllengericht “. (Baba bathra 20 a.) 96. 68, 1. 2. Der mich unt al die werlt geschuot, der hoeret gedanke sam den ruot. Vergi. Psalm 94,9—11. הנטע אק כר ד־ ידע מחשבות ארם. ,Der das Ohr geflanzt hat etc. Gott kennt die Gedanken der Menschen“. 97. 69, 5—8. Drin dinc niht gesäten kan, die nelle, viur unt gitegen man, daz viertle sprach noch nie ״genuoc“, swie vil man im zuo getruoc. Diese "Strophen sind eine undeutliche Wiedergabe der Sätze 15.15 in C. 30 der Sprüche Salomons : שלש הנה לא תשבענה ארבע לא אמרו הק שאול ועצר רחם ארץ ״ לא שבעה מים ואש לא אמרה הק.Drei Dinge sind nicht zu sättigen und das Vierte sprach nicht: ״Es ist genug". Die Unterwelt, der Mutterleib, die Erde wird nicht des Wassers satt, und das Feuer sprach nicht: ״Es ist genug". Eine willkührliohe Abweichung Freidanks von den Salomonischen Sprüchen ist nioht anzunehmen, da die Veränderung nicht zum Vortheile des Gedankens ausfällt. Auch ist nicht einzusehen, was sonst den Dichter zur Nichtbeachtung der ur־ sprünglicheu Fassung veranlasst haben könnte. Die Variation lässt sich aber erklären, wenn man annimmt, dass der Verfasser der Besoheindenheit die biblisohen und rabbinischen Sentenzen nicht selbst gelesen, 80ndem sie nur von Andern gehört hat, und manche derselben im Verlaufe der Zeit seinem Gedächtnisse entschwunden waren. Eine Untersuchung, ob er die neutestamentlichen und profanen Sentenzen in Büchern gelesen hat, geht über den Rahmen dieser Studie hinaus. August Koberstein (Grundriss d. Gesch. der deutschen Nationallitteratur 1847, 1. Band, S. 272) zweifelt, ob Freidank überhaupt lesen konnte. Auch Wolfram von Eschenbach hat die Kunst des Lesens nicht verstanden. (M. S. H. 4. 198.) 98. 70, 9. 10. Wem mac der luter nazzer gehn den man siht in der huhve swebn? Vergi. Hiob ■״ מי יוזן טר־\ר מטמאWie kann denn Reines aus Unreinem hervorgehen•" 99. 71, 9. 10. Genuogo gaebe lere gebnt, die selbe ungaebectiche lebnt. Das ist eine Reminiscenz des talmudischen Spruches .״ יש נאה דורש ואינו נאה מקייםEs giebt Manchen, der schön predigt, aber selber die Lehre nicht befolgt.“ 100. 72, 1—5. Lant unt liute girret sint, snä der kiinec ist ein kint, unt sich die vürsteu vlizent, daz si vruo enbizent VerglgPrediger 10,16. ״Wehe dem Lande, dessen König ein Kind ist, und dessen Fürsten frühe essen. (Siehe den Urtext.) 101. 78, 9. 10. Ez enhat nieman wisen muot niiuan der gotes willen tupt. Vergi. Sprüche Sal. 15,32. .ושומע תוכחת קונה לב ״Und wer auf Zurechtweisung hört, der erwirbt weisen Sinn“. — 102. 79, 5. 6. Wisheit michel elter ist, danne kunst ant. al der werlde list. Vergi. Spr. Sal. 8,22. ד* קנני ראשית דרכו קדם ״ מפעליו מאד.Der Herr hat mioh erschaffen am Anfang seiner Schöpfung, vor allen Werken am An־ beginn." 103. 80,10—11. Swer niht wol gereden kan, der swige, unt ei ein wiser man. Vergi. spr. Sal. 17,28. .גם אויל מחריש חכם יחשב ״Wenn ein Thor schweigt, so wird er auch als ein Weiser angesehen“. 104. 81, 7. 8. Salomön hat doch war geseit, diu werlt ist gar ein ilppecheit. Vergi. Prediger 1.2. ״ הבל הבלים הכל הבליEitelkeit der Eitelkeiten, alles ist Eitel. 105. 82, 12. 13. Der töre verhüt deheine vrist swaz in eine herzen ist. Vergi. Spr. Sal. 29,11 .8״ כל רוחו יוציא כסיל«ia ganzes Innere verräth der Thor.“ 106. 84, 6. 7. Wir gevallen alle uns selben wol, des ist das lant der tdren vol. Vergi. Spr. Sal. 12,15. ״ דרך אויל ישר בעיניוDem Thoren gefällt sein Weg.“ 107. 86, 18. 19, Diu müte niht ze lohe stät swer git da’r selbe niht enhät. Das erinnert an den talmudischen Ausspruoh: ״ המזבז אל יבזבז יותר מחומש שמא יצטרך לבריותWer überaus mildthätig sein will, 8011 doch nioht mehr als den Fünfttheil seines Vermögens verschenken, denn er könnte selbst bedürftig werden und dann seinen Mitmenschen zur Last fallen“. (Ketubot 50a.) 108. 86, 20. Müte machet werdiu lant. Vergi. Spr. Sal. .״ צדקה תרומם נרMildthätigkeit erhebt ein Volk.“ Bemerkungen zu Glldemann’s Geschichte des Erziehungswesens. Bd. III. Von Rabb. Dr. Caro-Pilsen. (Fortsetzung aus No. 6.) S. 103. Wäre zu erwähnen gewesen, dass die Beschneidüng neugeborener Knaben gewöhnlich im Gotteshause stattfand, dass jedoch diese Ehre nur legitimen Kindern zu Theü wurde. Weü KG. Nr. 24 wird der Umstand, dass ein Kind in der Synagoge beschnitten wurde, mit zu den Beweisen für dessen Legitimität gerechnet. S. 91. Es bleibt eine noch zu lösende dankbare Aufgabe, die innere Steuergesetzgebung der jüd. Gemeinden im Mittelalter näher zu beschreiben Die gleichzeitigen Rechtsgutachten, sowie die von Güdemann cititten Nimuke des Menschern Merseburg geben reiches Material. Zwei solcher Entscheidüngen mögen als Beispiele grossherzigen und engherzigen Sinnes hier verzeichnet werden: l Eine Familie die aus Angst vor Verfolgungen in einer Gemeinde Zuflucht gesucht hat, darf in ihren Unterhalt nach Massgabe ihres Gebrauches und Hausaufwandes nicht gestört werden, bis dass der Grimm vorüber ist. Zu den Abgaben für den Herrn der Stadt sollen sie 1m Verhältnisse zu ihrem Erwerb ein geringes beitragen. 2. פרדכת» ein Privatier oder Beschäftigungsloser (Bb. 55a.), kann gegen die Ansiedlung eines Nichtheimatberechtigten Widerspruch erheben, denn or kann sagen: obwohl Du mich im Gelderwerb nicht hinderst, so könnten doch Funde, die Du machen könntest, von mir gemacht werden(!), so mancher Verdienst käme mir zu, wärest Du nicht hier, auch vertheuerst Du durch Deine Anwesenheit den Miethzins für Wohnungen und so mehrere nicht qualiticirbare Einwände (Erinnert das nicht an Lanzelot Sobo im Kaufmann von Venedig, der von dem Uebertritt eines Juden zum Christen! hum die Theurung des Schweinefleisches befürchtet?) S. 21. Zu den Lichtfarben, welche der Autor bei der Schilderung Israel Bruna's anwendet, stimmt der Schatten nicht, welchen das RG. Josef Kolons (169 ed. Lemberg) über diesen Gelehrten verbreitet. Nach diesem iür die Stellung der

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