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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-03-14 · N° 11. (14.3.1889) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 11. (14.3.1889)
Date
1889-03-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Abonnenten der ,Israelitischen Wochenschrift“, die vierteljährlich bei allen Postanstalten and Buchhandlungen 3 Hark zahlen, erbalten das ״Jüdische Littetatur-Blatt“ gratis. — Inserate werden mit Pf. für die gespaltene Petitzeile, Beilagen mit 20 Hark, berechnet and sind an die Expedition dieses Blattes zu senden Buchhändler a. Lehrer, welche direct oder durch Robert Friese Inserate einsenden, erhalten 25 X Rabatt. I n h n 11: Wissenschattliche Aufsätze: Die Judenverfolgungen zur Zeit der Kreuzzifge. Von Rabbiner Dr. Le vy-Göttingen — Ueber ״Freidanks Bescheidenheit“. Von Dr. S Gelbhaus. (Fortsetzung.) — Bemerkungen zu Güdemanu’s Geschichte des Erziehuiigswesens. Bd. III. Von Rabb. Dr. Caro-Pilsen. Litteraturbericht: Receusion: 3יליר טיט היהO.H.Schorr’s I TT ” talmudische Exegesen aut ihren wissenschaftlichen Gehalt kritisch untersucht und beleuchtet von Meyer Kohu-Bistritz. (Fortsetzung.) — Das Buch der Religionen von A. Franz. Stuttgart. A. Pfaulich & Comp. 18811. Notizen. — Inserate Die Judenverfolgungen zur Zeit der Kreuzzüge. Von Rabbiner Dr. Levy-Göttingen. Kinleitnng. Wohl kein Ereigniss in der Weltgeschichte, zumal von weittragenden, bedeutsamen Folgen, liesse sich nach weisen, welches nur eine Ursache gehabt hätte. Allerdings wetteifern oft einseitige und tendenziöse Geschichtschreiber mit einander, das Eintreten geschichtlicher Ereignisse grade von der Ursache abhängen zu lassen, welche ihrem Wissens- und Gedankenkreise verwandt, oder der Tendenz ihrer Darstellung dienstbar zu machen ist. Und mau darf eine solche Ursache auch nicht gleich als gradezu falsch bezeichnen: allein ebensowenig, wie man im Stande wäre, sich von einem Bauwerk, welches man nicht mit eigenen Augen geschaut, aus einem Steine desselben eine richtige und zutreffende Vorstellung zu machen, ebensowenig vermag eine solche Dar- Stellung uns ein wahres Bild der Geschichte zu geben. Vielmehr wird erst eine mit Ruhe, Schärfe und Klarheit, sine ira et Studio geführte Untersuchung über die Entstehung und Entwickelung der historischen That- Sachen durch Erschöpfung und klare logische Be- Ziehung aller zusammenwirkenden ursächlichen Kräfte mit überzeugender Gewalt eine wahrheitsgetreue Reproduction des Geschehenen vor die Seele führen können. — Hat nun die Entstehung der Kreuzzüge im Mittelalter und die Fortentwickelung mehr als eine Ur- Sache gehabt — Kampf zwischen Christenthum und Islam, zwischen Abend- und Morgenland, zwischen Kaiserthum und Papstthum, erschütternde Naturereignisse, Erwartung des Weltunterganges, Verarmung und Druck des Volkes — und sind diese Ursachen von den meisten Historikern immer nur theilweise angeführt worden, 80 ist dieses bei den Judenverfolgangen, welche um diese Zeit stattfanden, nicht minder der Fall. Während dieselben von vielen Seiten lediglieh als etwas von den Juden selbst verschuldetes i hingestellt werden, hat es auch an Solchen nicht ge-; fehlt, welche diese Beschuldigungen nicht immer mit I den rechten Waffen zurüokgewiesen. — Es soll nun | Aufgabe dieser Abhaudluug sein, au der Hand eines i möglichst vollständigen historischen Materials eine 1 knapp zusammengefasste Darstellung der Judenver-; folguugen während der Kreuzzüge zu bieten, eine | Aufgabe, die ihre Berechtigung hauptsächlich dem! Umstande verdankt, dass einerseits die bisherigen Be- 1 arbeituugen dieses Gegenstandes einen grossen Theil der zugänglichen jüdischen Quellen (die liturgischen J Poesieeu) meist wenig oder gar nicht Berücksichtigt , haben, während andrerseits die in den letzten Jahren j stattgefundene Veröffentlichung einiger aus der Zeit I der Kreuzzüge stammenden Schriften*! eine Reotifij zirung früherer Darstellungen dringend erheischt und ' unsere Kenntniss jener Ereignisse bereiohert. Es wird ן daher kaum überraschen können, wenn in diesen | Blättern, — obwohl es nicht gelungen ist, jedes I Dunkel aufzuhellen — mauche neue, von den bisj herigen abweichende Anschauung sich geltend macht, j manche bisher kaum gekauDte Thatsache zur Evidenz j gelangt. — Ueber ״Freidank’s Bescheidenheit“ Vou Dr. S. Gelbbaus, Rabbiner zu Nordbausen. (Fortsetzung.) 87. 60, 1. 2. Diu nidigen herzen gewinnet manegen smerzen. Vergi. Sprüche Sai. 2,39 ״ ..ירקב עצמות קנאהUnd ein Frass in den Gebeinen ist der Neid.“ j 88. 61, 1. 2. Miu eines loben dsist ein viht, volgens ander liute niht. I Vergi. das. 27.2 ״ .יהללך זר ילא פיךAndere sollen dich loben aber nicht deiu eigener Mund. 89. 61, 9. 10. Man lobt nach töde manegen man, der 10p zer werlde nie genan. Die6er Spruch erinnert an ein in jüdischen Kreisen verbreitetes Sprichwort, welches durch die auf einander folgenden Perikopeu 6, 7. 8. des dritten Buches Moses entstanden ist. .״ אחרי מות, הדושיט, אמורNach dem Tode wird man heilig genannt.“ 90. 61, 19. 20. Swes ist z8 lützel oder ze vil, nenederz ich da loben wil. Vergi. Sprüche Sai. 30.9 .ראש ולישר אל תתן לי ״Weder Reiohthum noch Armuth sollst du mir gehen.“ 91. 62, 2—5. Mtnes vindes raunt lobet mich ze keiner stunt, unt ist daz er mir quotes gibt, deist doch in seinem herzen mht. *) נורות הישנות ed. Mannheimer, מונטרם וררמייזא *d. Jeilinek u. a.

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