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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-02-28 · N° 9. (28.2.1889) · p. Seite 34

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 9. (28.2.1889)
Date
1889-02-28
Page
Seite 34 (sequence 2)
Language
German
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34 — Ueber ״Freid&nk’s Bescheidenheit“. Von Dr. S. Oelbhaus, Rabbiner zu Nordhausen. (Fortsetzung.) 53. 25, 25—2*5, 1—3. Sine wclleut niht gelouben hän daz ieman miige nich töde erstan. Das got den man erschaffen hät, deist groezer dan daz er erstät. In Synhedrin 81 wird dieses Thema in fast gleicher Weise abgehandelt: א*ל ההוא צדוקי לנביהא בן פסיסא ודן לכו חייבא דאמריתו מיתי חיץ. רחיץ מיתי דמיתי חיין א״ר ווי לכץ חייבא דאמריתו מיתי לא חיץ דלא הוו ״ חיץ דהוו חיי לא כ'שEs sprach ein Zaddacäer zu Gabiha ben Pesisa: Wehe euch Sünder, die Ihr sprechet die Todten werden auferstehen. ־Wenn die, die einst lebten, starben, wie sollen denn die Todten | lebendig werden. Darauf erwiederte er: Wehe euch I Sünder, die Ihr sprechet, die Todten werden nioht auferstehen. Wenn diejenigen, die einst noch nicht da waren, ins Leben gerufen wurden, (durch die Geburt) um 80 möglicher dass die schon einmal lebten, wieder zum Leben erweckt werden“. 54. 2b. 19—22. Hochvart gitcheit unde nit diu habest noch vaste ir ersten strit: daz schein et an Adame; sus verdarp sin reiner säme. Diese Verse erinnern an den talmudisohen Spruch : .״ הקנאה ודתאוה והכבוד מוציאץ את האדם מן העולםDer Neid, die Begierde und die Ehrsucht bringen den Mensohen aus der Welt“. (Abot C. 4.28.) 55. 28, 23—25. Hochvart stieget manegen tac unz si niht hoeher komen mac: so muoz si danne vallen. Vergl. Sprüche Salomons 16,18: .לפני שבר נאק ״Hoohmuth vor dem Sturze“. 56. 30, 25 —31,1. Diu werlt git uns allen noch bonge bitter galten Vergl. Sprüche Salomons 5, 3.4: כי נופת תטופנה ״ שפתי זרה וחלק משמן חכה ואחריתה מרה בלמהDenn Honigseim triefen die Lippen der Fremden und glätter als Oel ist ihr Gaumen, aber ihr Ende ist bitter wie Wermuth.“ 57. 31, 2—5. Diu merlt stritet a&re näch guote, witze und ere ich weiz wol daz nie werltman der drier dinge genuoc gewan. Diese Strophen erscheinen als eine Modification des Spruohes ״ .אץ אדם מת וחצי תאותו בידוEs starb noch kein Mensch der die Hälfte seiner Begierde befriedigt hat“. 58. 31, 18.19. Swer got unt die werlt kan behalten, derst ein saelic man. Einen ähnlichen Gedanken enthält der Spruch: ״ יפה תלמוד תורה עם דרך־ ארץSchön ist, wenn man die Gotteslehre mit Weltsitte vereinigen kann“. (Abot C. 2.2.) 59. 32, 15. 16. Das herze weinet manege stunt, so doch lachen muoz der munt. Vergl. Sprüche Sal. 14.1( ״ גם בשחוק יכאב לבAuch beim Lachen weint das Herz.“ 60. 32, 25—38,1: Swer mit der werlde umbe git, unt des dehemen meister hat, mac der den Sünder, widerstan den wil ich zeime meister han Vergl. 1. Könige 8,46: כי אץ אדם אשר לא יחטא ״Denn es giebt keinen Mensohen der nicht sündigt.“ Der folgende Abschnitt (S. 33,6 bis S. 40,8) handelt von den Sünden. In demselben finden sich dem Thema entsprechend bald mehr, bald weniger deutliehe Anklänge an biblische Stellen. 61. 37, 20. 21. Nehein sünde wart 80 gröz, sine habe mit riuwe widerstöz. Vergl. Bosch haschana 17: נדולה תשיבה שמקרעת ״ נדדGross ist die Beue, denn sie kann selbst ein gefälltes Urtheil rückgängig machen“. 62. 88, 23—26. Swer daz mansche zündet mit rate, d az ez sündet, diu sünde üf 8ime nack lit 1^_~3 ze der er sinen rät da git. Vergl. המחטיא את הרבים כמעט אץ מספיקץ בית ״ לעשות תשובהWer Andere zu Sünden verleitet, dem wird fast keine Busse gewährt“. (Joma 87 a.) 63. 39, 6—9. Wazzer leschet für unde gluot, almuosen rehte daz selbe tuot. daz löschet sünde zaller zit da manz mit guotem willen git. Vergl. Sprüche Salomons: ״ מתן בשתר יכפא אףEine milde Gabe im Verborgenen löschet den Zorn. 64. 39, 16. 17. Almuosen bitet vür den man, der selbe niht gebiten kan. Vergl. Succa 49 ״ נדילה צדקה מכל הסרבנותaumosen ist wichtiger als alle Opfer.“ 65. 39, 18. 19. Merket, swer vür den andern bite, sich selben loeset er dä mi e. Vergl. Baba Kama 92: בל המבקש רחמים על ״ הבירו והיא צריך לאותו דבר הוא נענה תחילה.Wer für einen Andern um Erbarmen betet und selber hilfsbe• dürftig ist, der wird zuerst erhört“. — 66. 40, 10. Vil riche tump und armen fruot. Vergl. Prediger 9.11: ״ וגם לא לחכמים לחםDie Weisen haben kein Brod.“ 67. 40, 17. 18. Swer riche ist, ol erz teilen wil, der hat iemer vriunde vil. Sprüche Salomons 19.6: ״ רבים יחלו פני נדיבViele begrüssen deu edlen Geber“. 68. 41, 8. 9. So swache liate werdent rieh, so ist niht so unvertregelich Vergl. Sprüche Salm. 30, 21.22: תחת שלש רגזה ״ ארץ בוי ונבל כי ישבע לחם.Unter Dreien zittert die Erde etc. Und wenn ein Hungerleider sich mit Speise sättigt.“ (Fortsetzung folgt.) Zur Chronologie. Von L. Cohen in Rees &. Rh. Im Verlaufe dieser Artikel (vgl. die letzten Jahrgänge des Litt.-Bl.) habe ich des öftem auf die Wirrnisse hingewiesen, welche daraus entstehen, wenn zum Zwecke historischer Arbeiten die Zeitangaben aus handschriftlichen oder gedruckten Quellenwerken ohne weitere Prüfung auf ihre Bichtigkeit nur einfach abgeschrieben werden. Die grössten Gelehrten haben sich auf diese Weise der Verbreitung ohronologischer Irrthümer schuldig gemacht und der Glaube an die Autoritäten hat nicht wenig dazu beigetragen, diesen Uebelstand zu einer wahren ״Epidemie“ zu gestalten. In unserer Zeit, welche an chronolo• gischen Hilfsmitteln durchaus keinen Mangel hat, sollten Gesohichtschreiber, Biographen und Bibliographen es sich zur Ehrenpflicht machen, die vorhandene» Hilfsmittel*) fleissig zu Bathe zu ziehen. Ihre Benutzung lohnt sich reichlich, nicht nur durch Ersparnis an Zeit und Mühe, sondern mehr noob durch das beruhigende Bewusstsein, an der Hand eines zuverlässigen Führers gegen Irrthümer gesichert zu sein. Ist es nicht zu bedauern, dass in den zahlreichen historischen Litteraturerzeugnissen, welche unserer Zeit ihr Entstehen verdanken, seien dies nun umfangreichere Geschichtswerke, Monographien oder Zeit- Schriften, überall noch so viele chronologische Irrthümer zu Tage treten, für welche die Schuld nur zum geringsten Theile die Setzer und Correktoren trifft? — Gewiss dari unsern heutigen Forschern die Befähigung, ein Datum richtig berechnen zu können, zugetraut j werden. Wer will sich aber, ernsten Studiea hingegeben, (1er Mühe unterziehen, an die Lösung eines *) Zuverlässig uml lür den practisclien Gebrauch eingerichtet, da sie kein• Berechnung nöthig machen, sind ausser meinem DTE מפתח לקבוע für 1750—1960 noch: D. Friedländer העמד״ TO, für 1861—1930 und Salomon. V.\ Freund ״Vergleichende Datum-Tabellen“ für 1784—2UK).

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