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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-01-31 · N° 5. (31.1.1889) · p. Seite 19

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 5. (31.1.1889)
Date
1889-01-31
Page
Seite 19 (sequence 3)
Language
German
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— 19 27—24 ,8 .38 י. Von donre mac man wunder sagen er tuotz ertrich allez wagen got himel und erde lat zergän unt wil dernäch ein schonnerz hän- , Vgl. pgaim 29: קול ר׳ חוצב להבות אש. קול ד־ יחיל מדבר ״Die Stimme des Ewigen bricht hervor in Feuerflammen. Die Stimme des Ewigen erschüttert die Wüste.“ •חדשדי pxi כי הנני בורא שמיש חדשים ,Ich ersoh&fie einen neuen Himmel und eine neue Erde.“ (Jesajas 65,17.) .״ בינה עולמות ומחריבןEr baut Welten und verwüstet sie.“ 29. 9, 3. 4. Gotes wunder sint sö groz des menschen sin ist gein in bloz. ״ עושה גדולות עד אין חקר ונפלאות לי־ אין מספריEr thut Grosses, das nicht au begreifen ist und Wunder, die nicht zu zählen sind.“ (Hiob 5.9.) 30. 10, 1—7. Ist, daz wir reiniclich lebn, sünde unt schulde ist uns vergehn die uns von herzen riuwent unt sich niht wider niuwent Erbermde unde gnäden rät von helle uns alle erloeset hat. Yergl. יעזוב רשע דרכו ואיש אק מחשבתיו רשב אל ״ ד׳ ררחמהו ואל אלהינו כי ירבה לסלוח■Es verlasse der Böse seinen Weg und der Ungerechte seine Gedanken und er kehre zum Ewigen zurück, und er wird sich seiner erbarmen und zu unserem Gotte, denn er verzeiht viel.“ (Jesajas 55.7). Mehr noch erinneren diese Strophen an die folgenden talmudischen Stellen: .״ אשרי מי שלא חטא ומי שחטא ישובHeil dem, der Sündenrein ist, wer aber gesündigt hat, der kehre zurück.“ (Jona 86.)אפילו רשע כל ימיו. עשה תשובה אין מיבירק לו ״ רשעו׳Wenn er auoh während seines ganzen Lebens Böses gethan hat, wenn er aber Busse gethan, so wird ihm seine Bosheit nicht aDgereohnet.“ (Eidusohin 40.) Der Ausdruck: ״die Sünde, die sich nicht wieder erneuert, die als Epitheton der wahren Busse . bezeichnet wird, gemahnt an den talmudischen Satz: האומר אחטא ואשוב אחטא ואשוב אין מספיקק בדו לעשות ״ תשובה.Wer da sagt, ich will sündigen und dann bereuen, wieder sündigen und abermals bereuen, dem wird keine Busse gewährt.־' 31. 10, 7—13. Got drier slahte geiste hät feschaffen wiez dar ombe stat az kan ich bescheiden wol; 1 nieman anders waenen sol. die engel mugen ersterben niht der sele reht alsam geschiht vische, wurme, vögele, unde tier diu hänt niht geisies als wier. Diese Verse sind eine Reminiszens aus Abot de R. Nathan C. 37 in modifizirter Form: שבעה בריות זו למעלה מזו. למעלה מכולם ברא רקףנ הרריע ברא כוכבים שמאירין לעולם. למעלה p למעלה p מכוכבים ברא אילנות שאילנות עושין פרוח, ולמעלה אילנות ברא רוחות רעות שרוחות רעות הולכות לכאן ולכאן ואילנות אינן וזין ממקומן. למעלה מרוחות רעות ברא בהמה שבהמה עושה ואוכלת ורוחות רעות לא עושות ולא אוכלות, הבהמה ברא אדם שבאדם יש בו דעה ובבד,מה p למעלה אין בה דעה. למעלה מן האדם ברא מלאכי השרת שמלאכי השרת הולכין מפוח העולם ועד סופו ובני אדם אינן כן• ״Sieben Geschöpfe hat Gott geschaffen; eines wichtiger als das andere. Wichtiger vor allen ist der j•*00 j1•6 ’-rr*ckt*8er *1® der Simmel sind die Sterne, . ® ~e Welt erleuchten. Wichtiger als die Sterne sind die Bäume, die Früchte tragen, während die Sterne keine Früchte tragen. Wichtiger als die Bäume sind die bösen Winde, die sich bewegen können, während sich die Bäume nicht von der Stelle rühren. Wichtiger als die bösen Winde sind die Thiere, die essen und arbeiten, während bei den Winden dieses nicht der Fall ist. Wichtiger als die Thiere ist der Mensch, der mit einem vernünftigen Geist begabt ist, während den Thiereu ein solcher fehlt. Wichtiger als der Mensch sind die dienstthuenden Engel, denn sie sohweben von einem Ende der Welt bis zum andern, während die Mensohen das nicht können.“ Der Text der Abot de R. Nathan ist in den Talmudausgaben an vielen Stellen oorrupt und unsicher.*) Auoh dieses Citat ist emendationsbedürftig, was aber nicht hindert den Sinn desselben zu verstehen. Von den sieben aufgezählten Gesohöpfen hat Freidank die drei letzten für seine Spruohdiohtung gewählt. Nur hat er die Ordnung umgekehrt. Da er nur auf die lebenden Wesen sein Augenmerk riohtete, so konnte er die vier ersten weglassen. 32. 10, 21, 22. Diu leben sin kramp oder sieht 8i wellent alle haben reht ״ כל דרך איש ישר בעיניוJedem erscheint sein Wandel als der beste.“ (Sprüche Salomons.) 33. 11, 3. 4. Wa uffe lige des meres grünt unt d’erde, wem ist daz kunt? איפה היית ביסדי על! מה אדניה הטבעו. ויסך בדלתים ״ ים בניחו מרדום יצא¬Wo warst du als ioh die Erde gegründet? Worauf sind ihre Sohwellen versenkt? Wer hat das Meer mit Thüren verschlossen, als er es hervorbrechen Hess und es aus dem Urgründe hervorkam?“ (Hiob 38, 4—9). (Fortsetzung folgt.) Litteraturbericht. Recensionen. Oppenheim, Ida. Epheuranken. Thorn. Sohwartz Buchhandlung 1889.|(340 Seiten.)J | ״Epheuranken“ betitelt sioh eine Anzahl Er- Zählungen, Novellen und Skizzen, die Fräulein Ida Oppenheim, den Lesern der ״Wochensohrift“ von früher her durch eine derselben bekannt, dem deutschen Lesepublikum darbietet, und wovon Einiges auoh auf den jüdischen Büchermarkt gehört, auf dem 80 selten ja eine echte Dichterperle glänzt. Ein sinniger Name für ein sinniges Buoh! Uns interessiren hier, in einem jüdischen Wochenblatt, wo nur Erscheinungen von jüdischem Interesse Besprechung finden können, freilioh nur die ersten 4 von den Verf. selber als solche bezeichneten Erzählungen aus dem jüdisohen Leben, diese sind aber auoh sinnig und innig. Die Seele derselben ist ein liebevolles Versenken in die äusserlieh zwar warm, aber an Gemüthsregungen so überaus reiche Welt des nunmehr fast untergegangenen Ghetto’s und schliesst sich damit, äusserhoh wenigstens, die jugendliche Verfasserin an Grössen, wie A. Bernstein und L. Kompert, an, die auch ihre Vorbilder gewesen zu sein scheinen. Der Gang der Er- Zählungen ist ein fast springender, ohne ermüdende Beschreibungen und sonstige Einförmigkeit glüoklioh vermeidend, darum fesselnd von Anfang bis Ende, die Spraohe eine warmherzige, edel und schön, dem Stoffe angemessen. Dabei ohne Prunk, ohne Üeberladung, frei von jenen Schörkeleien, jenem Sohwulst, der die jüdischen Litteraturerzeugnisse, die belletristisoben zumal, nur zu oft entstellt; von Einzelnem, wie ״rothe Sara“ S. 22, ״rothgoldene Löokohen“ S. 25 natürlich abgesehen, das man allerdings unsohön oder auoh noch schön finden mag. Da ist die Erzählung ״Die Geschwister“ eine Glorificirung innig treuer Geschwisterliebe, in der Verf. erzählt, wie zwei arme Waisenkinder, die das Leben auseinander ge- *) In letzter Zeit ist eine kritische Ausgabe der Abot de B- Nathan von Herrn Schechter erschienen, die ich aber nicht gesehen habe.

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