Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 18 (1889)
- Issue
- N° 2. (10.1.1889)
- Date
- 1889-01-10
- Page
- Seite 6 (sequence 2)
- Language
- German
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— 6 — folgende Stollen: 1. Sunnel C. 2.3: .אל תדברו נבוהד נבוהה יצא עתק מפיכם בי אל דעות ד ולא נתכנו עלילות, ״ קשת נבורים חתים ונכשלים אות חילRedet nicht 80 stolz 80 stolz, nicht gehe Trotz hervor aas euerem Mnnde, denn der Herr ist ein Gott, der es merkt and von ihm sind begründet die Werke. Der Bogen der Starken ist zerbroohen and die Schwachen sind amgüret mit Macht“ Hiob c. 22,99: כי השפילו ותאמר נוה ושח עינים יושיע ,Wenn sie sich erniedrigen, so spricht er erhebt euch, and dem demüthig Blickenden hilft er." Psalm 31,29: אמונים נוצר ד׳ ומשלם על יתר עשה נאוה. ,Die Treuen hütet der Ewige und vergilt reichlich dem der Hochmuth übt.“ Esrathgebet:משפיל נאים ומנביח שפלים• ,Er erniedrigt die Hochmüthigen and erhebt die Demüthigen. — 4. 2, 6—13. Gote ist nicht verborg in vor, er siht durch a'lur herzen tor, ez si übel oder gaot: swaz ieman in der vinstrin tuot, oder in dem h6rzen wirt erdäht, daz wirt doth gar ze liehte fcr.iht, Al din werlt Ion enphät von gote als si gedienet hat Diese Sätze sind nichts anders als eine aasführ- Höhere Wiedergabe der Worte in Jeremias C. 16,19: אני ד־ חוקר לב בוחן כליות ולתת לאיש כדרכיו וכפרי מעלליו ,loh, der Ewige, erforsche das Herz, prüfe die Nieren, belohne den Menschen nach seinem Wandel and nach den Früchten seiner Thaten.“ Mehr noch erinneren sie an die Stelle im Massafgebete am Neujahrstage: אתה חופש כל חדת בטן ובו,חן כליות ולב אין כל דבר נעלם ממך ואין נסתר מננר עיניך. ,Da untersuchst alle Kammern des Inneren, prüfst Herz aud Nieren. Nichts ist dir anbekannt aud nichts bleibt deinen Augen verborgen.“ 6. 2, 14.15. Vil selten ieman missegät swer siniu dinc an got verlät. Man vergleiche hierzu Jeremias C. 16.7 ברוך ועבר ״ אשר יבטח בד והיה ד מבטחוGesegnet der Mensch, der aaf Gott vertraut, dem wird der Ewige ein Schutz sein.“ — 6. 2, 16.17. ־Wir 8uln mit allen sinnen Got vilrhten unde minnen. Es sind dieses Sätze, die im Pentateaoh oft wiederholt werden. Besonders im 5. Baohe Moses o. 6, ־v. 4 und 13: ואהבת את ד אלהיך בכל לבבך ״ ובכל נפשך ובכל מאת־ך.Du sollst lieben deinen Gott mi*1 ganzem Herzen, mit ganzer Seele and mit ganzem Vermögen.“ ״ את ד אלהיך תיראDen Ewigen, deinen Gott sollst da fürchten.“ 7. 2, 22—27: Dia aller kleinste gotes geschaft vertriffet aller werlde kratt. Got geschuol nie halm so schwachen, den ieman müge gemachen: der engel, tiavel, noch der man, ir keinz einn vloch gemachen kann. Eine Wiederspiegelang der Rede des Herrn, (Hiob C. 38—39) ist hier nicht zu verkennen. Der Ausdrack: din aller kleinste gotes gesohaft, stimmt za den Worten C. 39.1: הידעת עת לדת יעלי סלע ,Kennst du die Gebariszeit der Gemsen auf dem Felsen.“ Unter den Worten: Got geschuof nie halm 8Ö schwachen, ist der Satz enthalten C. 38.28: ״ .ולהצמיח מוצא דשאUnd er macht, dass Grashalme horvorwaohsen.“ Die Behaaptung: der engel, tiavel, nooh der man ir keinz einn vloch gemachen kan, gemahnt an die Aasspraohe R. Eliesers (Synhedrin p. 67 b): אין הש!־ י0׳ל לבראות ״ כריה פחות מכשעודה.Der Dämon kann ein kleineres Geschöpf, als ein Gerstenkorn, nicht ersohaffen.“ — אם מתכנסיז כל באי עולם לבראח אפילו יתוש ״ אחר איק יכוליןWenn aaoh alle Bewohner der Welt 8ioh versammeln, eine Müoke za erschaffen, so können sie das nioht.“ (Bereschit Babba C. 39 n. 84.) (Fortsetzung tolgt) Ein judenfreundlicher Ronan. (Fortsetzung.) Jüngst non hat ein Schriftsteller B. Bott mann in der Zeitschrift ״Vom Fels zam Meer“ einen längeren Roman veröffentlicht, der es sioh zar Aalgabe stellt, den erfolglosen Kampf eines mit den glänzendsten Geistesand Charaktereigenschaften ausgestattet en Jaden gegen das Vornrtheil darzuthan. Wenn man nach einem Motto für den Roman sachte, so möchte man an die Worte denken: ״Ich hab’ nun einmal die Antipathie“ oder: ״Gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens“ oder: ״Ueberis Niederträchtige nimmer Dich beklage, denn es ist das Mächtige, was man Dir aach sage.“ Der Roman heisst ״Isaak Hennegauer“ er ist spannend von Anfang bis za Ende, aber während wir sonst oft bei sogenannten spannenden Romanen erleichtert aufathmen, wenn wir fertig sind, als seien wir einer Fessel entronnen, haben wir hier die erfrealiohe Nachwirkang eines echten Kunstgenasses, und es ist uns, als hätten wir ans in dem Quell gebadet, der ans die Kraft giebt, allem Vorurtheil za trotzen. Dieses Lob 801i nicht bedeuten, dass die Com- Position eine fehlerlose ist; aber es scheint ans gegenüber einem Kunstwerke, wie es nioht viele der Zeitgenossen schaffen können und das von der reinsten Hamanität durchweht ist, nicht unbedingt nöthig, mit überlegener Kennermiene zuerst die Fehler za rügen and dann herablassend aach die Vorzüge gelten za lassen, wie ja wohl sonst die Kritik ihres Amtes waltet, nein, mit warmem Herzen wollen wir dem Dichter das Opfer des Dankes darbringen, der in einer bösen Zeit, wo der Hass gegen die Jaden mit lautestem Lärm sich aaf den Markt drängt, wo aber Jaden and Judeogenossen vor jedem scharfen Worte der Abwehr sich scheuen und die Parole gilt, nar ja keinen Anstoss zu erregen, der es in einer so argen Zeit gewagt hat, ein so jadenfreundliohes Bild za entwerfen. Aach der Herausgeber der vielgelesenen Zeit• sohrift verdient Dank, dass er einem solchen Werke, welches selbt bei sonst liberalen Männern ein Naserümpfen hervorrufen wird, die Pforten seines Blattes geöffnet hat. Freilich hält es schwer, ein Buoh, das einen solchen litterarisohen Genuss gewährt, zarüokzaweisen. Wenn wir die Hüllen dieser Hefte sehen, so sollten wir kaam erwarten, dass inwendig solche Speise geboten wird. Denn auf dem Umschlag jedes dieser Hefte prangt eine grosse Reolame von Radolph Hertzog, bei dem es, wie man sagt, als keine Empfehlung gilt, ein Jadenfreund za sein. Ein reicher Strom modernen Lebens flathet durch die prächtige Dichtung; das Presspiratenanwesen z. B. wird mit einer Schärfe and einem Hamor geschildert, dass dagegen die jüngst erschienene Sohrift Fritz Mauthnere, welche unter dem Titel ״Schmock, die littorarische Karriere der Gegenwart“, denselben Gegenstand satirisch behandelt, vollständig verblasst; die Sohrift Mauthners ist anspruchsvoll; der Autor, der doch selbst am Tisch des Berliner Tageblatts sitzt und sioh eB dort gat munden lässt, (also bei einem Blatte, dessen Mitarbeiter nicht alle untadlioh sind und als dessen Leitsterne vielfach Reklame und Sensation gelten) thnt, als wolle er strafen und richten, aber er will in Wirklichkeit nur ein amüsantes Heftchen sohreiben; diese Absicht auszuführen, ist ihm kaum gelangen. Wie frisch und lebendig sind im Gegensatz hierzu die Schilderungen Rottmann’s, der diese Rotte Korah's der gerechten Verachtung