Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Litteratur-Blatt · 1887-12-09 · N° 50. (9.12.1887) · p. Seite 201

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
16 (1887)
Issue
N° 50. (9.12.1887)
Date
1887-12-09
Page
Seite 201 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/6492408-5990847-5991243--1333-5368544
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

dass dieser ursprünglich «״נ gewesen und־ der Füss abgesprungen sei, und mit Zuhülfen&bme der Emendation ששי in שלישי wäre der Fehler beseitigt• Natürlieh ist diese Ernendation wegen des יאו. plene ׳ jetzt nicht zulässig. Das richtige Monats-Davum ist daher aus der Grabinschrift nicht zu ermitteln, wenn auch der Wochentag (Freitag) unumstösslich fest* steht, oder man müsste statt י' ט lesen כ״ט, denn der 29. Tamus fiel aut Freitag. Es ist zu bewundern, dass weder der Herausgeber noch Herr Halberstamm den Fehler entdeckt haben. S. 182, No. 34: R. Moses b. Josia starb Sonntag, den 28. Jjar 5448. — Das Jahr hat die Formel!בח״ד. daher der 28. Jjar am Freitag. Zu den Anmerkungen und Zusätzen: S. 51, Z. 22 heisst es: David Oppenheim schreibt am Dienstag, 27. Siwan 5449 aus Hannover. — Dieses Datum ist unmöglich und fiel der 27. Siwan 5449 auf Mittwoch.*) Jbid. Z. 4 v. u. Krakau, am Montag, den 17. Siwan 5449. — Auch dieses Datum ist unmöglich und fiel der 17. Siwan 5449 auf Sonntag. S. 61, No. 70: R. Eliakim Götzel starb am Sabbath, den 19. Tebet 5518. — Das Jahr hat die Formel הח״א, daher der 19. Tebet am Freitag.**) S. 6׳, No. 74. R. Isao b. David Schapira starb Sonntag, 16. Elul 342. — Dieses Datum ist unmöglich und fiel der 16. Elul auf Montag. _ (Wird fortgesetzt.) Litteraturbericht. Recensiojieii. Kontros Tekanoth Agunolh. Briefe, betreffend die Chalizapfiicht oder •fähigkeit des Apostaten, heraus- ^geg. von Dr. Schwabacher. Odessa 1887. (Sohluss.) Die Entscheidung der Geonim wird jedoch auch damit begründet, dass sie aus dem eigentümlichen Anfang des Leviratsgesetzes: ״ WennBrüder zusammenwohnen.“ Die Gleichung (היקש) bildeten; ביהדות ffi פה ״ אף זה ביהדותWie der eine der Brüder, so müsse auch der andere ein Jude sein.“ Dagegen wird aber eingewendet, dass die Gleichung uustatthaft is‘, weil ihrer im Talmud keine Erwähnung geschieht, der bekenntlich die obigen Bibelworte anders deutet und verwertet. Herr Abelsohn suchte daher nach einem Autor dieser Gleichung und fand ihn — im Sohar- Chadasch, wo ein gewisser Rabbi Jizchak die Bibel- Worte also deutet, dass der Verstorbene und der Levir . . Brüder im Glauben, in der Anerkennung der Gottes- Vy herrschaft sein müssen (Brief 39; auch Briet 27 von Rabb. S. J. Stern). Und demnach sei die Gleichung der Geonim mit dem Ausspruch des angeblichen Tannai R. Jizchak identisch und also berechtigt. Aber abgesehen von der Jugend und dem kabbalistischeu Charakter des S. Ch., schliesst der Wortlaut der Stelle keinewegs den Apostaten aus. Anzuerkennen, ״ דאיהו מלכא על בילאdass Gott König über Alles,“ das gebieten doch alle monotheistischen Religionen. Auch die Stelle im Lekaoh-Tow ed. Wilija (Deut. S. 86 und *) Er wird wahrscheinlich Dionstag Abend geschrieben und mit vollem Recht — denn nach jüd. Rechnung zählt der Abend zum nächsten Tage — das Monats datum des nächsten Tages angegeben haben, während er den Wochen tag unverändert liess, und zwar wieder mit vollem Rechte, denn nach /üaristlicher Rechnung zählt der Tag bis Mitternacht. — Das- «61be Verhältnis dürfte auch bei den drei folgenden oben von Herrn Cohen bemerkten Nichtübereinstimmungen des Monats- Aatums mit dem Wochentage obgewaltet haben. (Red.) **) Er wird also Freitag nach Kiddusuh gestorben sein. *Rad.) Aum. 177) beweist nichts;‘ ohne Zweifel muss daselbst בגרים gelesen werden, wie in Sifre und Talmud. Es ist bekannt, wie leicht י und ר verwechselt werden. Zu . Gunsten jener Gleichung liesse sich vielleicht geltend machen, dass der Talmud, wenn er auch einzelne Ausdrücke zu anderen Zwecken deutet, doch auch dem Grundsatz huldigt, dass der einfache Wortsinn einer Bibelstelle durch keine midrasohischeDeutung verdrängt werden kann. Und der einfache Wortlaut, verglichen mit P3. 133,1, *«.Ist aut ein brüderliches Verhältniss hin als die Vorbedingung d8s Gesetzes. Dass von brüderlicher Harmonie nach dem Abfall des einen Bruders nicht mehr die Rede sein kann, besonders da nioht, wo man tiefverwundet in dem innig religiösen Gemüthe um den abtrünnigen Bruder wie um einen geliebten Todten trauert, ist selbstverständlieh. Damit soll abdr keineswegs gesagt sein, dass herzliche Freundschaft mit der Verschiedenheit des religiösen Bekenntnisses unvereinbar sei. Es ist psychologisch begründet, das unserem Herzen jeder Andersgläubige, ja selbst der Heide, näher steht, als der Apostat. Jene halten fest an den ererbten Sitten und Anschauungen ihrer Vorfahren, ihres Volkes; füglich tragen sie nicht selbst die Verantwortung, sondern die Verhältnisse, in denen sie geboren und erzogen wurden (Chullin 13b.) — Schliesslich ist noch zu bedenken, dass Jehudai Gaon kaum hundert Jahre nach den Saburäera lebte und ihm diese Textdeutung (אחים ביהדות פרט למשיט׳) vielleicht überliefert wurde. Die Ausschliessung des posthumen Bruders würde sioh demnach aus כי ישבו allein oder ררכי נעם ergeben, (s. Jewam. 17 b u. Tos. das.) Nach der reoipirten Halacha tritt die LeviratspHicht erst beim Tode des Kinderlosen ein; für uns ist demgemäss die zweite Gruppe massgebend: Rabbenu Chananel (״dessen Worte sämmtlich wie Traditionen betrachtet werden“', R. Jizchak Or-Sarua und sein Sohn Chajim Or-Sarua, nach welchen ein Apostat niemals Chalizafähig sein kann, gleichviel wann dessen Austritt aus unserer Religionsgenossenschaft erfolgt ist, und die Jewama eines solohen sioh ohne Chaliza wieder verheirathen darf. Wir schliessen mit dem aufrichtigen Wunsche, dass es dem Hm. Vf. gelingen möge, durch die Veröffentlichung seiner eigenen und seiner Freunde Gutachten über diesen Gegenstand seine Gegner umzustimmen und auf ״die Wege der Anmuth“ zu führen, damit kein Chillul-Ha-sohem entstehe, denn das wäre es, wenn ein Gottesgesetz derartig ausgelegt uud ausgeführt würde, dass dadurch das Gegentheil der Wirkung erzielt wird, die der göttliche Gesetzgeber beabsichtigt hat. Dem dritten Hefte, das noch Correspendenzen über dieselbe Frage bringen, und dem vierten, das sich über die Scheidungsfrage der Schwachsinnigen verbreiten soll, sehen wir mit gespannter Erwartung entgegen. Bargkunstadt. Dr. Jos. Cohn, Distriktsrabbiner. Deutsch, Heinrich, Direotor der Isr. Landes- Lehrer-Präparandie und Professor am Rabbiner-Seminar zu Budapest. Ungarisohe Pentateuoh-Uebersetzung und Erklärung. Der durch seine pädagogischen und Wissenschaftliehen Arbeiten in der jüd. Lehrer- und Gelehrtenwelt vortheilhaft bekannte Verfasser hat sioh durch das oben angezeigte Buoh neuerdings ein entschiedenes Verdienst um die ungarische Judenheit erworben. Während bis vor ungefähr zwei Jahrzehnten noch der Religionsunterricht in den jüd. Lehranstalten I Ungarns fast aussohliesslioh in deutscher Sprach«

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.