Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Litteratur-Blatt · 1887-12-09 · N° 50. (9.12.1887) · p. Seite 202

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
16 (1887)
Issue
N° 50. (9.12.1887)
Date
1887-12-09
Page
Seite 202 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/6492408-5990847-5991243--1334-5368545
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

— 202 — «rtbeüt wurde, bürgert sich jetzt der Gebrauch der tragarischen Sprache iu denselben immer mehr ein. Um den Gebrauch der UDg. Sprache beim ReligionsuDterrieht für Lehrer und Schüler zu erleichtern, hat Herr Heinrich Deutsch, der als Pädagoge •wie als Gelehrter am berufensten dazu ist, bereits verschiedene in ung. Sprache verfasste Lehrbücher veröffentlicht, die sich des ungetheilten Beifalls seiner Glaubensgenossen in Ungarn erfreuten. Gleiche Anerkennung wird wohl auch diese jüngst erschienene Arbeit finden. Wissenschaftliche Gründlichkeit und seltenes pädagogisches Tactgefühl haben den Verfasser befähigt, der Aufgabe, die er sich gestellt, nach jeder Richtung hin gerecht zu werden. Die Uebersetzung ist in correcter, edler Sprache gehalten und schliesst sich möglichst dem Urtext an, ohne dem ung Sprachgebrauch Zwang anzuthan. Die Sach- und Worterklärungen, welche vielfach Originelles bieten, sind knapp und concis und dabei durchweg klar und verständlich. Offenbar hat sich der gelehrte Verfasser Raschi’s klassischen Commentar zum Muster genommen. Sicherlich wird das vortreffliche Buch in den ungarischen Schulen bald die verdiente weite Verbreitung finden. —u — Die Jubelschrift zum 70. Geburtstage des Prof. Dr. H. Grätz. (Breslau bei S. Schottländer. 1. Abth. deutsch und französisch 324 S. 2. Abth. hebr. 88 S.) enthält folgende Beiträge: I. Deutsche Abtheilung. 1. Die Berner Handschrift des kleinen Aruoh von Rabbiner Dr. J. P er l e s - Münohen. 2. Les expulsious des Juifs de France au XIV siecle par Isidore Loeb-Parlis. 3. Beleuchtung einer dunklen Mischna von Rabb. Dr. A. Schwarz-Karlsruhe.*) 4. Der Gott der Rache. Ein Beitrag zur Ethik des jüd. Volkes von Rabbiner Dr. M. Güdemann- Wien. 5. Der Prüfstein des Menachem ben Salomo von Prof. Dr. W. Bacher-Budapest. C. Das stammelnde Mädchen von Dr. J. Egers- Berlin. 7. Un passage sur les Juifs au XII siecle, fraiuit de!,Autobiographie d’Ousama par Hartwig Derenbourg, Professeur-Paris. א Jarobh-am oder die Theilung des Reiches. Ein Beitrag zur jüd Ge. '•fdohte und Alterthumskunde von Lector M. Friedmann-Wien. 5*. David Friedländer und Probst Teller von fiabbiner Dr. B. Rippuer-Glogau. 10. Einige Notizen als Ergänzungen zum 2. Theil meintr Schrift: Blicke in die Religionsgeschichte von Rabbiner Dr. M. Joel-Breslau. 11. Der kleine Sifre von Rabbiner Dr. N. Brüll- Frankfurt a. M. 12. Die ersten Culturbestrebungen der jüd. Gemeinde Posen unter preuss. Herrschaft von Rabb. Dr. Ph. Bloch-Posen. 13. Geschichte des Laudrabbinats in Schlesien. Nach gedruckten und ungedruokten Q1ell?n von Rabbiner Dr. M. Braun-Pless. 14. Barthold Dowe Burmania und die Vertreibung der Juden aus Böhmen und Mähren, von Prof. Dr. D. Kauf mann-Budapest. 15. Haggadi8che Analekten aus den pseudo-hiero- *) ln dieser Arbeit sind folgende 2 sinnentstellende Fehler za berichtigen. 8. 73 Note 2 muss es heissen: ״Dürfte man auch annehmen ... dann wäre die Aasdrucksweise noch immer keine mathematisch ganz genauo, denn ll‘/,—■/״ =ll'/l0.“ — 8. 78 ist in der Gleichung lM;a zu lesen. uymianischen Quaestiones von Rabb. Dr. M. Rahmer- Magdeburg. II. Hebräische Abtheilung. 1. Einleitung and Ergänzungen zum Aruch von Rabbi Samuel ben Jacob Chama herausgegeben von Salomon B a b e r -Lemberg. 2. טנלת פודי הקלעים von Rabbiner Dr. A. Kisch- Prag. 3. תקנות קדמוניות נעשו בבולונייא ופורלי בשנת קע״יו וקע״ח מכל האיטליאה von S. J. Halb erstamm-Bielitz. 4. Sefer ha-Ot, (האות 'D) Apokalypse des Pseudo- Propheten und Pseudo-Messias Abraham Abul&fia von Prediger Dr. A. Jelli n ek-Wien. (Eine Besprechung der einzelnen interessanten Beiträge und zum Theil sehr werthvollen Editionen wird im neuen Jahrgänge folgen. Red.) Liitterarische Notizen. 1. Zur Exegese des Talmud und Midrasch. Der Vers Genes. 9.2*2 ויכן ה* אלוד, את הצלע Wird an verschiedenen Stellen des Talmud und Midrasch auf eine Wurzel aus dem Arabischen oder einer solchen בכרכי הים zurückgeführt. (Berachoth 61a . und ebenso in den t&lmnd. Parallelst. Sabbath 95, Erubin 18,2, ן Nidda 45; R. Simon b. Menasia erklärt das p’l etc. , מלמד שקלעה הקבה לחוד, וכר שבן בכרכ* הים קורי( לקלעית׳ בנייתא. Aehniich in Aboth r. Nathan c. 4:שכן הורק בכרכי הים לכלה בנאית• Tanchuma (Warschau, Löwensohn 1873), Wajera c. 1 liest: .קישט את הכלה דכתי׳ ויכן וכר בכרכי הים קורק לכלה כונה• Dagegen in der Buber’sche Ausgabe wajera c. 4 קישטה... בערבי׳ קורק לגדילת׳ בנייתא• Diese Bubersche Ausgabe hat diese Stelle noch einmal in Chaje c. 2, u. z. stützt Bnber die L. A. mit einer ״römischen Handschrift.“ Rabha Genes, c. 8 (gegen Ende) zitirt: כלות של רבן מקשט und c. 18 קשטה ככלה... אית אחרק דק־קרלקלעת בנייתו. Das ייבן wird also in den talnmd. Parall - Stellen mit ,יקללד in den Midraschim mit קשטה übersetzt. Uobereinstimmend^ soll ein wie קלעית ,קלעה oder כלה lautendes Wort in צלביא \ oder כרכי ר,*ם ühersotzt werden mit einem wie ־ ^נאית' ,«״ת■» etc. lautenden Worte. Nach der von Buber recipirten L. A. soii ,גדילת in ערביא heisse» בניית• — Was 8011 nun ויבז bedeuten V 1 Hier ist des Räthsels Lösung, von dem ich hoffe, dass es als ״Ei des Kolumbus angesehen wird. — Gemeint sind wohl die Worte xa/J,, die Schöne, und Venus. Die כרכי הים sind die ״westlichen“ (3י) Gegenden, also die, Lateiner, und ערביא ist רב', .מערב wird .,Iso abgeleitet vön ״Venus“, קשטה oder קלעה das heb xaXfj er schmmdtte sie, er machte sie zu einer ״Venu. 1 .״,\d. da Veens y.aX־ij: ״er machte sie zu einer ״Braut‘‘, ,170. גדילתא entstand missverständlich aus ללעה, indem mau dies ,,für Gewebe“ nahm. (גדילים ■ גדילת׳.) - Zu meinem Bedauern ergiobt sich daraus, dass die so ausgezeichnete Buber’scho Ausgabe die ganz unmögliche L. A. b קישטה" נדילתא hat Zu גדילת׳ kann nur קלעה genommen T werden. G01 d schm id t - Birkeuteld. 2. Historisches Ouiproquo. In Zunz’ ״Mouatstage“ heisst es: ״Den 28 Dezember (1235) bluteten Märtyrer in Lauda.“ In dessen ,,Litteraturgeschiehte zur synagogalen Poesie“ 8. 334 lesen wir: ,.Isaak ben Natan betrauert in einer Gesera-Selicha אתל, כחלתנו מכל העמים die Opfer in F n l d a vom Dezember des Jahres 1235, — Dass hior ein und derselbe Ort gemeint sei, unterliegt keinem Zweifel. Die Be- Stimmung des wirklichen Schauplatzes aus diesen nackten sich widersprechenden Angaben verursacht jedoch Schwierigkeiten und zwar um 80 mehr, als in neueren Geschichtswerken neben Lauda reup. Fulda auch der Ort .,Bi schofshei m“ genannt wird. — Einen Ort dieses Namens finden wir aber ebensowohl in der Nähe Fulda’s, südwestlich von diesem in Bayern, als einen andern, nordwestlich von Lauda, der im gewöhnlichen Lehen Bischotsheim a. d. Tauber, oder auch Tau herb i sc h o f s h e im genannt wird. Der Widerspruch beiZunzjinehraber noch dieNachbarschatt zweier gleichnam ... g e r Orte, die gleichzeitig mit Lauda resp. F u 1 d a in Verbindung' gebracht werden, machen die Bestimmung der Localität fast unmöglich und bedarf es zur Lösung dieser Schwierigkeit gena u ere r geographischer Angaben nach zuverlässigen Quellen. Cohen- Rees a. Rh. "Verantwortlicher Rcdactenr Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert F riese, Leipzig,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.