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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1887-12-02 · N° 49. (2.12.1887) · p. Seite 197

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
16 (1887)
Issue
N° 49. (2.12.1887)
Date
1887-12-02
Page
Seite 197 (sequence 3)
Language
German
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— 167 Ps. 11,1 Wie mögt ihr sprechen za nfeiner Seele: איך תאמרו לנפשי ״Fliehet auf euren Borg, Vögel“. נודו הרכס צפור Dieser Vers, der schon nachträglich eine kanonische Recension, eine Kri-Glosse,נולי sing, statt נודו plur., erhielt and an dem schon die alten Uebersetzer, darunter auch Targum, weitere Conjecturen (הר כמו צפור statt ׳הרכס צפור; ■wagten, scheint erst durch Graetz seine ursprüngliche Gestalt (נוד מהר כמו צפור) erhalten zu haben. V. 2. Denn siehe die Ungerechten treten den Bogen כי הנה הרשעים ידרכק קשת Richten ihre Pfeile auf der Sehne כוננו חצם על יתר Za schiessen im Finstern auf Redliche. לירות במו אפל לישרי לב יתר bedeutet Strick nicht Sehne. Wozu auch das Hervorheben dessen, worauf das Pfeil gespannt wird. Der Warnungsruf wird dadurch nur schleppend. Und da יתר eigentlich Strick bedeutet, so könnte ja der Warnungsruf dadurch sein Ziel verfehlen, weil das Abdrücken eines Pfeiles, auf einen Strick gespannt, kaum das Ziel treffen dürfte. Graetz lässt auch על יתר unübersetzt. Der Parallelismus mit ישרי לב giebt aber die richtige L.-A. in die Hand: עלי תם — Für במו אפל mit Graetz במו אף zu lesen, empfiehlt sich nicht. Schiesst der Zornige sicherer? Besser ״ ממאכלaus dem Versteck“, von einem unsichtbaren Punkt. אפל heisst nicht Mitternacht, wie Graetz wohl nur, seiner Conjectur zuliebe, hier übersetzt, sondern Dunkelheit. ממאפל oder במאפל ist gleich 64,5) במסתרים). V. 3. Denn die Säulen werden zertrümmert. ,כי השתות יהרסון Der Gerechte — was tliut er? צדיק מה פעל צדיק מה פעל haben sich die Ausleger nicht zu• recht legen können. Olshausen emendirt מה יפעל ״ •was soll denn der Gerechte thun“ Aber ebensowenig I)׳■׳ wie 8 מה פעלich nicht schickt, schickt sich auch diese futurische Fassung nicht. Wurde ihm doch Eingangs jede andere Thätigkeit als die Flucht abgerathen. Mit מה פעלו (Graetz) ist auch nichts geholfen. Allein der Psalmist ist hier Onias III, der dadurch, dass er den Brüdern gegen Hyrkan Recht gab, ohne es zu wollen, schwere Folgen verursachte, und er fragt hier recht prägnant: ״Wenn die Säulen, worauf ein Staat sich stützt, die Wahrheit, das Recht und der Friede (Pirke Aboth 1,18), zertrümmert werden, was hat der Gerechte gethan?“ konnte er anders? durfte er anders als ein wahres Urtheil fällen? Er hat hierdurch die Zerrüttung im Staate nicht herbeigefuhrt, und er kann sich das nicht zum Vorwurfe machen. Dass er es redlich gemeint, wird Jeho ׳a ihn, den Gerechten, prüfen (V. 5). Es ist hier יבחן gegen Graetz, der dafür יבחר vorsehlägt, beizubehaken. — V. ti. Er lasse regnen aut die Frevler Schlingen ימטר על רשעים פהים Feuer und Schwefel und Gluthwind ist ihres Bechers Antheii. אש וגפרית ורוח זלעפות מנת כוסם פחים passt zu dem Bilde nicht; es regnet nicht mit Schlingen, auch mit Blechplatten (4. Mos. 17,3) nicht. Sollte es Kohlen bedeuten, müsste es פחם oder פחמים lauten. Mit dieser Conjectur giebt sich Graetz zufrieden, die aber bei Hupfeid und Hitzig keine Gnade fand, weil □פה nur die ״schwarze Kohle“ bedeute und das passt wieder nicht zum Bild. Augenscheinlich ist es, dass hier יחלי אש פחמי אש gelesen יי werden muss. Auch das Gleichmass des Verses gewinnt dadurch viel. — V. 7. Das ungewöhnliche פני ו kann der Dichter absichtlich gewählt haben, weil es a i das griechische Pneuma anklingt, was in jener Alles graecisirenden Zeit von Affeot gewesen sein konnte. Zur Chronologie. Von L. Cohen, Lehrer in Rees &. Rhein. (Fortsetzung aus No. 48.*) In J. M. Zunz’ עיר הצדק (Geschichte der Krakauer Rabbinate), Lemberg 1874, ist Folgendes zu benähtigen: S. 5, Note: R. Elieser, Brnder des רמי א, starb am Mittwoch, Neumond Ab 5383. — Das Jahr hat die Fermel בש״ז, daher Neumond Ab am Freitag. S. 15, Z. 6 v. u.: Die Leiche der Bela, Wittwe des R. Jsac Kohen, wurde von Oesterreich hergebracht am Dienstag״ den 12. Tebet 5630, und war dort gestorben am Dienstag, den 12. Kislew. — Der 12. Tebet 5360 war am Donnerstag. S. 40, Z. 4 v. u.: R. Meier b. Gedaljah (Meharam von Lublin) starb am Mittwoch, den 16. Jjar 5376. — Das Jahr hat die Formel הכ“ז, daher der 16. Jjar am Dienstag. Wahrscheinlich ist aber י״ו ein Sohreibfehler für י״ז, weil es in Folge eines frommen Gebrauche» Regel war, 15 durch ט״ו und 16 durch TIS zu bezeichnen. S. 44. Hier wird nach Wolfs Bibliotheoa hebr. die Grabschrift von Moses Joseph, Sohn des Moses Mordeo hai Margoiiot mitgetheiit:משה יוסף במחורר משה מרדכי מרגליות starb במם נ׳ ך אייר לפרט ולסדר נשא את ראש — Verfasser findet es auffallend, dass der Sohn den Vornamen des Vaters führt, was damals in Polen nicht Sitte war, es müsste denn der Sohn nach dem Tode des Vaters geboren sein, welcher im Jahr שע״ז stattfand. Das Chronogramm ergiebt aber nach Ansicht des Verfassers als spätestes Todesjahr des Sohnes das Jahr שנג, also die Stichbuchstaben "נשא“ und 2 mal א״“ aus den folgenden Wörtern. In diesem Falle findet aber 1. die Frage wegen Führung des väterlichen Vornamens keine Erledigung und 2. stimmt das Monatsdatum nicht zu den Wochentagen, da der 20. Jjar שגג auf einen Sab b ath fiel. Streichen wir ein אלף und nehmen das Jahr שנב, so erhalten wir für den 20. Jjar wieder einen Sab b a t h. Streichen wir beide אלת und nehmen nur das Wort נשא als Stiohos des Chronogramm», so erhalten wir zwar für den 20. Jjar einen Dienstag, aber der Vater lebte noch und konnte der Sohn nicht seinen Vornamen führen. Wie kann trotz dieses Widerspruches dennoch die Richtigkeit des Datums erwiesen werden? Wenn eine Conjectur gestattet ist, so erlaube ich mir, folgende Lösung vorzu schlagen, welche beide Schwierigkeiten zugleich hebt Wir setzen 1. den Geburtstag des Sohnes kurz nach dem Tode des Vaters und ersterer führt der Sitte gemäss den Namen des' Verstorbenen. 2. Nehmen wir als Stichbuchstaben für das Todesjahr aus dem ChronogramaÄias Wort את allein, oder in Verbindung mit einem לוש* aus dem vorhergehenden oder folgenden Worte; auf diese Weise erhalten wir für dasselbe entweder ת״א oder ת״ב und in diesen beiden Jaliren fiel der 20. Jjar auf einen Dienstag. Der Sohn konnte hiernach alsdann schon das 24. oder 25. Lebensjahr erreicht und auch die Epitheta der Grabschrift in vollem Masse verdient haben. (Wird fortgesetzt.) Recensionen. Kontres Tekanoth Agunoth. Briefe, betreffend die Chalizapflicht oder -fähigkeit des Apostaten, herausgeg. von Dr. Schwabacher. Odessa 1887. (Forts.) *) ln voriger No. Col. 193, Z. 2 muss es nach dem Worte Nea'mondstag heissen: ״Adar 1, d. i. der 30. Schewat, und unter dem 2. Adar I der zweite Neumondstag Adar!.etc.“

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