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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1887-11-25 · N° 48. (25.11.1887) · p. Seite 193

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
16 (1887)
Issue
N° 48. (25.11.1887)
Date
1887-11-25
Page
Seite 193 (sequence 3)
Language
German
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dass unter dem 1. Adar I, welcher auf Mittwooh fiel, der 1. Neumondstag d. i. der 1. des Monats Adar I. gemeint sei. Dieser Begr&bnisstag fiel also auf Donnerstag 8. Februar 1663. — Im Zunz’ ״Monatstage" ist der 8. Februar fls Sterbetag angegeben. ££ 1844, Col. 347. Die Pest in Prag, vom 28. Tammus 1713 bis 1. Thebet 1714. Das mitgetheilte Klagelied fährt den Titel: Ein neues Klag-Lied etc. Aber den grossen erschrecklichen Ipusoh, welcher bei Prag angehoben hat (den) 28. Tammus 473 (1713) und regiert bis ר״ח Thebet 474 (1714). — Statt 473 und 474 muss es jedenfalls heissen 474 und 475 1714 und 1715. Nach dem Klagelied Strophe ,נ and ך hat die Krankheit am 28. Tammus 473 begonnen. Nach Strophe ,ה hat 8ioh ביים ב׳ כר תמח leider eine grosse Aenderung angefangen. Dieses Monatsdatum stimmt aber nicht zu dem Jahre 473, denn in diesem mit der Formelוש״ג fiel der 26. Tammus auf Donnerstag, dagegen im Jahre 474 auf Montag. Mithin fiel das Ende der Krankheit, welche 1 Jahr 4'/! Monate gedauert hat, mit dem 1. Tebet 475 zusammen. Sämmtliche Jahreszahlen müssen also um 1 vermehrt werden. >' Col. 397: Der Druck des hier beschriebenen r-omanischen Siddur begann יו□ חמישי די ימים יחדיו פה קוסטנטינא c •> מחדש מרחשק שנת Konstantinopel 1602. Die an Stelle der beiden Sternchen stehenden Buchstaben konnte der Redacteur nioht lesen. — Wenn das gesperrte Wort יחדיו mit dem Zahlenwerthe von 38 zu dem Cbrouogramm gehört und die Sternchen ein fehlendes Wort aus 2 Buchstaben bestehend, andeuten sollen, so müsste der Zahlenwerth derselben 1602—38, mithin 1564 betragen. Ein solches Wort existiert aber nicht. Benjakob hat im אוצר הםפרים unter ,ת No. 788 ebenfalls das Jahr שס״ב, ob aus Autopsie, ist sehr zu bezwei- — fein, denn in diesem Falle würde der gründliche | Forscher herausgefunden haben, dass der Wochentag! (Donnerstag) zu dem Monatsdatum (4. Marchesohwan שס״ב mit der Formel הב״ז nicht stimmt. In diesem Jahre fiel der 4. Marcheschwan auf Dienstag. Auch stimmt das Jahr 1002 nicht zu dem Monatsdatum, denn Marcheschwan ש0“כ fiel noch in 1601. Das Jahr 1600) שם״א) könnte richtig sein, denn in diesem mit der Formel זחי׳ג fiel der 4. Marcheschwan auf Donnerstag. (Wird fortgesetzt.) Litteraturbericht. Recensionen. Maybaum, Dr. 8. Die Zerstörung des Tempels und des Prophetenhauses zu Sohilo. 1887. In dem kleinen Heftchen von 25 Seiten sucht der als Bibelforscher nicht minder, wie als Kanzelredner bekannte Verfasser für eine Hypothese seines grösseren Werkes: ״die Entwicklung des israelitischen Prophetenthums“ in Bezug auf das im Titel angege-!jene Problem eingehendere Beweise zu bringen — Zur Zeit Eli’s stand der Tempel zu Schilo im höchsten Ansehen. In der Schlacht bei Eben Hae/.er trugen die Philister die Bundeslade als Beute davon, die sie später, nachdem deren Nachbarschaft dem Götzen Dagon etc. so schlimm bekommen, wieder auf einem ^euen Wagen mit 2 Kühen, die noch kein Joch gezogen, auf eigene Faust zurückschickten. Da kam sie aber nicht nach Schilo zurück, sondern wurde in Kirjath-Jearim verwahrt, bis sie David später nach Jerusalem brachte. Warum ging sie nicht nach Sohilo zurück? Die einfachste Annahme wäre, dass Sohilo naoh der Schlacht bei Eben-Haüeer zerstört wurde — und diese Annahme ist in der That allgemein gemacht worden. Maybaum bestreitet nun diese Annahme und setzt die Zerstörung Sohilo’s als einen wichtigen pragmatischen Faktor in die Zeit der Theilung des. Reiches, kurz vor- oder nachher. Er fasst nämlich die Geschichte folgendennassen auf. Die Centralisation des Opferwesens ist die Frucht einer geschichtlichen Entwickelung naoh dem allgemeinen Gesetze des Kampfes ums Dasein, welohe erst zur Zeit des Josijahu naoh ״Promulgirung des Deuteronomiums“ zur Reife gekommen Vorher standen die verschiedenen Jahwe-Tempel in einem gewissen gespannten Verhältniss. Jeder strebte nach der grössten Bedeutung, sowohl für sich, als für das . י ״ י Sache der Priester, und unter diesen besonders der Abtheilung der redegewandten ״Propheten“; denn mit jedem grossem Tempel war ein ״Propheteu-Haus* in gen. Eigenschaft einer Priester-Ordnung verbunden. Durch Alter sowohl, wie durch den Besitz der ״steinernen Moses-Tafeln“ war der Tempel zu Sohilo wohl der angesehenste seiner Zeit. Mit dem Verlust der Moses-Tafeln in der Schlacht bei Eben-Haezer, . ging ein grosser Theil dieses Ansehens, und ebenso ein Theil des darauf basirten politischen Ansehens des Stammes Ephraim. Die Abnahme dieser politischen Hegemonie kam in erster Linie dem bedeutendsten Rivalen des Stammes Ephraim, dem Stamme Juda, zu Gute. Das Ansehen des Stammes Juda wuchs noch mehr, als sich ihm die Gelegenheit darbot, die von den Philistern zurückgesandten Moses-Tafeln gewaltsamerweise an sich zu reissen — denn als solche ist die Domizilirung derselben in Kirjath-Jearim aufzufassen. Der Stamm Juda wurde immer mächtiger, namantlieh gewann Jerusalem sehr dadurch, dass David die ״Moses-Tafeln“ dahin überführte. Je mehr Ephraim an Ansehen verlor, desto höher loderte die Eifersucht dieses Stammes gegen Juda auf. Namentlich schürte diese Eifersucht die Priesterschaft, resp. das Prophetenhaus Schilo’s. Lange konnte diese Eifersucht nioht hervortreten, denn der Ruhm David's und Salomo’s gewann, durch Gewalt oder Glanz, alle Bruderstämme. Endlich gegen das Ende der salomonischen Regierung, als das Volk unter dem Steuerdruck die Schattenseiten des königlichen Ruhmes verspürte, war die Gelegenheit zu dinem Aufstande günstig. — Diese Gelegenheit benutzte der Prophet Achijah aus Schilo, um den ehrgeizigen Jerobeam naoh der Krone lüstern zu machen. — Jerobeam’s erste Unternehmungen waren nioht von Erfolg, er musste naoh Egypten fliehen. Aber nach Salomo’s Tode trat, wie bekannt, der Erfolg durch Theilung des Reiches ein. 10 Stämme folgten der Fahne Ephraims unter Jerobeam Was hat den Abfall von Juda begünstigt? Was die Bande zerrissen, die Israel mit dem glorreichen Hause David's verband? Sollte nichts anderes wirksam gewesen sein, als der allerdings brüske ״Rath der Jungen“, den Rehabeam befolgte? — Maybaum | hält dafür, dass die Zerstörung des Tempels i und Propheten-Hauses zu Schilo der einflussreiche Faktor zu diesem Umschwünge gewesen sei. Sei es, dass Salomo selbst naoh dem vom schilonischen Propheteuhause augeschürteu Aufstaude des Jerobeam, diese Zerstörung noch vollzogen; sei es, dass diese Zerstörung nach der Erhebung Jeroleams erst eine That Rehabeam’s gewesen. Die schwankenden Stämme wurden durch diese tempelschänderische That dem Hause David’s ab- und Jerobeam

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