Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 16 (1887)
- Issue
- N° 38. (16.9.1887)
- Date
- 1887-09-16
- Page
- Seite 148 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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148 — 7. ״Auf dem Friedhöfe ist jede Leichtfertigkeit“ verboten . . . Man isst und trinkt nicht, man lässt nicht das Vieh weiden, man lässt nicht Kräuter sammeln auf dem Friedhofe משום כבוד מתים wegen der Ehre des Todten“ . . . Wie die Boieitha aber hier(Megiiiah 29a,1 sagt: בית הקברות אין נוהנין בהן קלות ראש so sagt die Boreitha (Megillah 28 a.) בתי בנסיות אין נוהנין כהן קלות ראש. Ein Beweis, dass ״Gotteshaus“ und ״Friedhof“ in Bezug auf Heiligkeit auf einer Stufe stehen . . . 8. Ja, unsere Lehrer ordnen Erschwerungen an iu Bezug auf ״rein“ und ״unrein“, nur aus Ehrfurcht vor dem Todten. . . Eine Leiche nämlich — sagt der Jerusalemische Talmud, (Traktat Niddah 15 a) —■ die verbrannt worden ist, selbst wenn die Skelet-Form noch besteht, ist eigentlich ״rein“, aber wegen der Ehre des Todten sagten die Weisen, sie ist ״unrein“. Es wäre ja eine Beleidigung, eine Schmach für den Todten — wenn man sagen würde, diese Leiche ist ja völlig zerstört, es ist ja die reine Asche, was soll da verunreinigend wirken?“ Um diese ״Schmach“ von der Leiche abzuwenden, sagt die Tradition המת ״ שנשרף ושלח קיימת טמאdie verbrannte Leiche ist unrein! “ 9. Wie der Jerusalemische Talmud über den Werth einer Leiche denkt, das offenbart er uns bei der Erklärung des Gesetzes כפיית המטה• Her Trauernde nämlich hat nach jüdischer Vorschrift die Pflicht, das Bett, auf dem er ruht, schläft, ״umzubiegen“. — Warum? fragt der Jeruschalmi (Berachoth 39a) איקונין ״ אחת טובהdas herrliche Ebenbild Gottes liegt ״umgestürzt“ in deinem Hause da, stürze du auch deine Ruhe, dein Ruhebett, um“ — lautet die Antwort. 10. Bezeichnender, prägnanter aber als all das Vorangegangene, ist folgende merkwürdige Erzählung im Talmud. (Baba bathra 58 a.) — Ein Mann hatte zehn Söhne, Neun von diesen Zehn waren Bastarde (ממורים), und nur Ein er ״makellos“. — Als er sterben sollte, sprach er: ״Mein ganzes Vermögen gehöre Einem meiner Söhne“, natürlich dem ״legitimen“ der kein Bastard ist. Woran sollen wir aber wissen wer von den Söhnen Bastard und wer nicht? Ein Rabbi Banas weiss guten Rath. ״Gehet, sagt der Rabbi, zu den zehu Söhnen und klopfet und schlaget aufs Grab eures Vaters so lange bis er kommt und euch sagt, wer einst zu seinem Erben erkoren?! Die Neun Bastarde gingen und klopften und schlugen auf das Grab, der Zehnte aber ging nicht und schlug nicht — ״dieser Zehnte“ sagt der weise Rabbi, ist der echte legitime Universalerbe, die übrigen Neun gehen leer aus“. — ״Nur ממורים Bastarde, sagt Raschi, sind solche לוי פנים, solch’ freche Leute, fähig aufs Grab des Vaters zu schlagen, wer kein Bastard ist, respeetirt das Grab des Vaters“ . . . Wir fragen nun im Vorbeigehen nur flüchtig, wenn dazu schon — das Grab des Vaters zu schlagen — die Frechheit eines Bastards gehört, gehört nicht die Frechheit von zehn Bastarden dazu, den eigenen Vater mit eigener Hand verbrennen, die eigene Mutter mit eigener Hand vertilgen und vernichten zu wollen?!! (Schills!) iol^t.) Zur Chronologie.*) \ 1,1! L. Co I!en, ),011101• in Jiets a. Ulmin, (!•'ortsuiziing nns No. :17.) No. ö(l: Pinchas, ein gelehrter Rabbiner, st. ביים 1 _ \*״ו ערב יום הכפירים תra Jahre רני mit der Formel זש״ג fiel לי״ב auf Sonntag. *) ln vor. Nummer (zu No. 1, Z. 8) muss es heissen: Der Teliot auf ,Montag tiel. No. 55: Bela, Tochter des Leviten Moses, st. am Sabbath und wurde begraben ביום א׳ כ״ח אלול דשן לפ״ק. — Im Jahre שני'ד mit der Formel בח״נ war der 28. Elul am Dienstag. No. 57: Moses Aaron b. Naphtali st. ביום ד׳ ט״ו פיון שדד לפ״ק. — Der 16. siwan שדד mit der Formel בח״ג fiel auf Sabbath. Falls auf diesem Grabsteine die Reihenfolge der 3 Brüder nach ihrem Sterbedatum progressiv von rechts nach links innegehalten ist, so wäre nach dem Datum des Elieser, welcher am 15. Ab שלל gestorben ist, der Schluss berechtigt, dass der Sterbetag des vorgenannten dritten Bruders Moses Aaron in das Jahr שנ״ה gefallen sei. In diesem Jahre fiel auch wirklich der 16. Siwan auf Mittwoch. Der Strich des ה ist jedenfalls verwittert und daraus ein ד entstanden. No. 58: Sch&lum b. Jizchak Mita 8t. 'יום ל ט״ו טבת שדד לפ״ק. — Hier gilt das bei der vorigen No. Gesagte; der 16. Tebet שדל fiel auf Sabbath, im Jahre שנייה aber auf Mittwoch und zwar nicht in den Anfang 1594, wie Herr Hock sagt, sondern auf den 28. Deoember dieses Jahres. Der Irrthum des Herrn Hock rührt wohl daher, dass auoh der 16. Tebet שדל in das Jahr 1594 fiel und zwar auf * Sabbath den 8. Januar: derselbe hat nur übersehen, I dass der angegebene Wochentag nicht zu dem Monatsdatum stimmt. No. 62: Chajim b. Jizchak Kohen’s wurde ermordet ב יח תשרי צי׳ר• — Dieses Datum fiel noch in 1509 und nicht in 1510. ’ No. 63: Kalmann, Sohn des ermordeten Moses st. יום א׳ כ״ח אב שצ״ג לפ״ק. — Der 28. Ab 5373 war am Donnerstag. Dieses Datum liesse sioh dadurch richtig stellen, dass man!כ״ל für כ״ח läse. Der 25. Ab fiel zwar auf Montag; es kann aber der Tod Sonntag nach Eintritt der Nacht erfolgt sein. No. 83: Reuben b. Höschki st. .יום 71 א׳ לח־׳ל פבח תל׳יג. — Der erste Chol-Hamold Pessach diese! Jahres mit der Formel!הב״ war atn Montag. No. 98: Simon Backofen st. צש״ק כ, אלול תצייד לפ״ק. — Dieses Monatsdatum stimmt genau zu dem Wochentage. Es ist daher auffallend, wenn der Herausgeber in den Errata bemerkt: 'S ותחת צש״ק אלול קרי צש״ק די אלול. Dieses Datum ist unmöglich, da der 4. Elul nie auf Freitag fällt und im Jahre תציל auf Mittwoch fiel. No. 114: Meier Fisc h e 1 Bunzlau st.ליל ש״ק י״ז כסליו תק״ל und nach der Inschrift am Fusse יום ש״ק יום ש״ק י׳יו כסליו וכנח נפשו(--תקך). — Herr Hock hat 1769 entsprechend dem J. תק״ל. Aus den sich widersprechenden Jahreszahlen lässt sich des Sterbedatum nicht genau bestimmen. Tag und Monatsdatum passen zu beiden Jahren. Die erste Inschrift hat Freitag Abend deu 17. Kislew 530 --- 1769 den 15. December (nach Sabbathaufaug) und die zweite hat Sabbath deu 17. Kislew 520 — 1759 den 7. December. Der 17. Kislew fiel zwar auf Freitag, jedoch zeigt die Angabe יום ש״ק, dass der Sabbath schon begonnen hatte. Da nun beide Jahre passen, so fragt es sich: Welches Jahr ist in Wirklichkeit gemeint? No. 119: Löw b. Joseph Kussowitz st. יום די I ״ב תשרי תקמ״ג\ — Der 12. Tischri 543 (1782) mit der ן Formel בחייה fiel auf Freitag; im J. 1783) תקמ״ד) 1 dagegen auf Mittwoch. No. 121: Jacob L e v i Schochet st. יום בי י' באב שי לפיל! |. — Der 10. Ab 5300 mit der Formel ן war am Mitwoch. Herr Hock hat 151.3, ent-j ן sprechend dem Jahre ש״ג mit der Formel בח״ג, in I 1 welchem der 10. Ab ebenfalls auf Mittwoch fiel. I ' Wenn das Datum des Grabsteines nach Emendirung I