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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1887-09-09 · N° 37. (9.9.1887) · p. Seite 145

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
16 (1887)
Issue
N° 37. (9.9.1887)
Date
1887-09-09
Page
Seite 145 (sequence 3)
Language
German
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bald und so gründlich als möglich vertilgt and vereichtet werde.-— Wie das Judenthum über die — sit venia verbo — ״persönliche Heili keit des Todten denkt, wie hoch and heilig ihm das מת gilt, welches hohe Maas8 von Ehrfurcht, Pietät, Zartsinn das Jndenthnm der Leiche gegenüber von uns beansprucht, weiss jeder, der einen Blick in die jüdische, in die talmadische Litteratur gethan.- Der Todte wird nach jüdischer Tradition, so weit dies im Bereiche der Möglichkeit ist, behandelt wie ein Lebender, als' ob er, der Todte, Alles sehen, hören, wissen, fahlen und empfinden würde, and desshalb müssen wir uns gar sehr hüten, etwas zu thun, was gleichsam die ״Ehre* das ״Gefühl“ des Todten verletzen, was er, der ״arme“ Todte, als eine ״Verhöhnung“ seiner Ohnmacht, seiner Hilflosigkeit, seiner Armuth ansehen könnte. ״Wer des Armen spottet, lästert seinen Schöpfer“ (Sprüche 17.5). (Ports, folgt.) Zur Chronologie. Von L Cohen, Lehrer in Rees a. Rhein. (Fortsetzung aus Ko. 33.) t* Im גל עד von Eoppelmann Lieben ist Folgendes zu berichtigen: Zu No. 1: Josua s. Juda’s st. יום ב, ר טבת דסתש״ב לפ״ק). — Wie Rappoport in der hebräischen Einleitung (S. XXXIX) richtig nachgewiesen, fiel der 6. Tebet des Jahres 4702 nicht auf Montag, sondern auf Mittwoch. Da ihm auch das Alter des Grabsteines verdächtig scheint, emenäirt er ד)תשב) in 1546) 5307 =_־ (רסהש״ב), in welchem Jahre auch wirklieh der 6. Tebet auf Mittwoch fiel. Sollte nach Herren Hock’s Annahme jedoch das Jahr סתש״ב) das richtige sein, so stimmt in dessen Adnotationen zu No. 1 der 27. November 941 n. g. Z. nicht; dieses Monatsdatum fiel auf einen Sonnabend, dagegen de* 6. Tebet auf Mittwoch den 29. December 941. ' No. 7: Sohöndel, Gattin Gabriel’s, st. ליל ה* ר״ח כסל״ו(דסתשי׳ם. — Rappoport hat in der Einleitung bereits naebgewiesen, dass in diesem Jahre der Neumond Kislew auf Sonntag fiel. Die Gründe jedoch, welche ihn das Datum auf ליל ד ר״ח כסליו (ה) דשם verlegen lassen, sind sehr gewagt und scheint auch Herr Hock dieselben nioht stichhaltig zu finden, weshalb er das Jahr סתש״ם) nioht emendirt und dasselbe mit 979 n. g. Z. identificirt. Das wirkliche Datum bleibt noch zu ermitteln. No. 8: Herr Hock hat für den Sterbetag Jehuda b. Bezalel’s Donnerstag den 22. August 1609. Das Datum der Grabschrift ה ח״י אלול שם״ט fiel mit idem 17. September 1609 zusammen. (Vgl Zunz’ *Monatstage“ und Litt.-Bl. 1887 S. 117a.) No. 10: Salomon Ephraim Leutschütz st. יום ה׳ ז׳ אדר שני שע״ט. — Dieses Jahr hat die Formel הכ״ז und daher keinen Adar II. (Vgl. Berichtigung des Herausgebers in den Errata.) Herr Hock hat hierfür richtig den 21. Februar 1619; Zunz' ״Monatstage“ hat den 3. März —־ Sonntag den 17. Adar 1619. . No. 12: Jokei Epstein st. יום ד ז׳ אייר שפ״ח לפ״ק. — Der 7. Jjar שפיח mit der Formel זח״ג fiel auf Mittwoch. Herr Hock scheint שפ״ה gelesen zu haben und giebt als Todesjahr 1625 an. Aber auch in diesem Jahre mit derselben Formel fiel der 7. Jjar auf Mittwoch. Das wirkliche Jahr bliebe also noch festzustellen. Durchaus verwirrend ist aber kxiie Berichtigung des Herausgebers: תחת יום 1 1' אייר שפ״ח קרי יום די בי אייר שפייה *. Hier stimmt nicht einmal der Wochentag zu dem Monatsdatum, denn der 2. Jjar ,שפ״ד fiel auf Freitag. No. 26: Meier S. Elieser’s st. ד ב״א כסליו 29 קר״ן לפ״ק. Nov. 1589. — Herr Hook hat irrthümlioh 1590. No. 27: Elk eie, Tochter des Jesais Teomim, st. יום א׳ ב׳יא אב שפ״ד• — Der 21. Ab שפ״ד mit der Formel!בש״ד fiel auf Dienstag den 6. August 1624. Die Leiche wurde exhumirt und nach Prag gebracht 7 יום ה׳ י־יא איירשפ״ו. Mai 1626. — Herr Hook hat irrthümlioh als Todesjahr 1584 und als Jahr der Exhumirung 1586. No. 34: Abraham, Sohn des Märtyrers Salman aus Pos selb erg, st. ני בוי אדר לעירןך. — Der 26. Adar des Jahres עת״ו mit der Formel זש״ג war am Freitag =» 20. März 1716. Der Herausgeber berichtigt in den Errata: להגדיל הלמי׳ד במלת לעתו כי הפרט תה״ו. Audi Herr Hock giebt als Sterbejahr 1746 an und verweist in einer Note auf יערות דבש 1. p. 75. In der Ausgabe Sulzbach, 1799 S. 70 (nicht 75) wird dieses Martyrium als im Jahre 1746) תק״ו) stattgefunden erwähnt. Aber auch in diesem Jahre mit der Formel בח״ג fiel der 26. Adar auf Freitag. Hiernach wäre das Jahr festgestellt und zur Identifioirung des Monatsdatums mit dem Wochentage hätte man nur כ״ג statt כ״ו zu lesen; das Füsschen des גימל ist jedenfalls abgesprungen. No. 39: Saiman Emrichs, st.מש״ק ר״ח מרחשון 2 «» תם'ט. October 1728. — Herr Hock hat Ende 1729. No. 40: Abraham b. Aaron st. יום ב׳ ביום כפור של״ה. — Jom Kippur 5335 mit der Formel הביו war am Sabbath. Im Jahre של״ד dagegen fiel י״כ auf Montag. No. 46: Chaja, Gattin des Prager Oberrabbiners Jesaias, st. יום ה׳ ד אדר השני ohne Angabe des Jahres. — Hierzu bemerkt der Herausgeber in den Errata תחת מלות יום הי קרי יום ד׳ und übersieht ganz, dass der 4. Adar II eben so wenig, wie der 4. Adar I auf einen Mittwoch fallen kann. Herr Hock hält das Jahr 1620 für das Sterbejahr (Vgl. Note 105). In diesem- Jahre, entsprechend dem Jahre שי׳פ mit der Formel בש״ז fiel aber der 4. Adar II nicht auf Donnerstag, sondern auf Montag. (Fortsetzung folgt.) Litteraturbericht. Recensionen. Kurrein, Dr. Adolf. Rabbiner in Bielitz. Traum und Wahrheit. Lebensbild Josefs nach der Aagada. 1887. Im Selbstverlag des Verfassers. Besprochen von Dr. Krakauer, Rabbiner in Pasewalk. Es gehört bekanntlich zu den charakteristischen Eigenthümlichkeiten der Agada, dass sie, zum Zwecke der Belehrung, in die innersten Tiefen des Seelenlebens hinabsteigt, dass sie bei ihrer Beurtheilung biblischer Personen den redenden oder handelnden Menschen uns in seinen Affeoten darzustellen versucht und gleichzeitig auch den Gedanken der göttliehen Vergeltung in den einzelnen Begegnissen und Schicksalen der Menschen naohzuweisen bestrebt ist. Diese, man möchte sagen, überaus fruchtbaren Gesichtspunkte der Betrachtung, die freilich auch zum grossen Theil durch die Ueberlieferung gegeben sind, verleihen ihrer Darstellung eine solche Lebendigkeit, eine solch unverwelkliohe Frische, dass sie selbst dann noch immer anmuthend wirkt, wenn der Charakter des Ueberschwenglichen allzudeutlich an ihr hervortritt. Wer es nun unternimmt, diese poetischen Schätze des Judenthums, oder einen Theil derselben, im Gewände der deutschen Sprache ersoheinen zu lassen, darf gewiss auf den Dank jedes

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