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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1887-08-12 · N° 33. (12.8.1887) · p. Seite 128

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
16 (1887)
Issue
N° 33. (12.8.1887)
Date
1887-08-12
Page
Seite 128 (sequence 2)
Language
German
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דרכן לישרוף gehören könnte, aber gesetzlich zu den הנקכרין gehört. Tossaphot können unmöglich mit Bezug hierauf die Ausdrucksweise אין דרך לשורפו recipiert haben. — Nicht anders ist es mit dem Andern, was Herr College Kohn gegen mich anfährt. ״Jost, der ja auch etwas hebräisch verstanden hat, übersetzt im Sinne von ״Usus“. Was hat unsere Controverse mit ״Hebräisch verstehen“ zu thun? Das ist conditio sine qua non Als ob ich mit meinem Einwurf hätte zeigen wollen, Herr College Dr. Cohn verstehe nicht etwas Hebräisch! Eben weil ich den Eindruck empfangen habe, dass er viel Hebräisoh versteht, halte ich es der Mühe werth, seine Artikel zu lesen und eventuell zu kritisiren. Aber deswegen kann Herr Dr. K. dooh irren, doch eben nicht an das gedacht haben, was bei mir sich in einer Ideen- Association zusammengefunden. Jost hat offenbar bei seiner Uebersetzung nicht im Entferntesten daran gedacht, dass etwas daran liege, wie das דרך hier übersetzt werde. Er hat לאן ףןקא übersetzt, nach dem talmudischen Grundsätze מילתא דלא רמיא לי׳ לאינש לאו אדצתיה. — Etwas bedenklicher ist die Berufung auf Bertiuoro, auf den ich mich bezog. Auf den von Dr. K. zitirten bezog ich mich nicht. Ich bezog mich auf Bertinoro zu der unserer Controverse zu Grunde liegenden Stelle Oholoth IV, 2, und Herr Dr. K. zitirt IV, 1. Was hat aber IV, 1 mit unserer Discussion zu thun? Die von Tossaphoth Chulin 125 b citirte Mischna ist IV, 2 und nicht IV, 1, und zu IV, 2 sagt Bertiuoro ausdrücklich (s. v. טומא בתוכה) wie ich citirt habe : שדרך הטומאה לצאת צ״כ סופה לצאת. Dass Bertinoro in der 1. Mischna sich anders ausdrückt, hat seinen guten, hier nicht hergchürigen Grund. So viel steht fest, dass an der von Tossaphoth citirten Stelle, in der 2. Mischna דרך von Bertinoro als ״Weg“ und nidit als ״Usus“ genommen wird. Daran ändert der Commentar zur ersten Mischna garnichts, so wenig wie Temura 33 b und 31 a. — Freilich wird die AusdrucksweisederTltossaphot.il Chulin 125 b nach meinen Bemerkungen zu Temura 33 b und 34 a noch räthselhafter, denn nach diesen ist כשר המת nicht דרכו להקבר, sondern מן הנקברין, um so weniger dürften Tossaphoth davon sagen אין דרכו לישרח. — Herr Dr. K. möge hierauss eben, dass ich nicht etwa aus Vorliebe für Feuerbestattung an seinen Ausführungen Kritik übte. — Ich will mir erlauben, auf einen neuen Gesichtspunkt, zur Erklärung der Tossaphoth Chulin 125b aufmerksam zu machen. Oholoth H, 1 besagt: אלו מטמאין באהל המת וכזית מן המת. Bertinoro z. St. citirt schon Nasir 49: wenn כדת verunreinigt, um wie viel mehr ein ganzes מת? Antwort: Unter מת ist hier zu verstehen נפל שלא נתקשרו אבריו בגידין. Ich frage nun: wiestehtesmitderCremation eines solchen נפל? — Bei einem solchen נפל dürfte wohl von jeder Seite die Cremation als gestattet angesehen werden. Denn כפרה bedarf es nicht, מיק fällt auch weg — also warum sollte es begraben werden müssen? — — Bei jedem späteren ת’.‘, in Choloth ist also an ein solches גפל mit zu denken, also auch auch in VII.2 המת כבית. Wenn nun Tossaphot die Frage aufwirft: Warum replizirt an dieser Stelle r. Jose nicht ebenfalls יכול הוא להוציאה לחצאים גאו לשורפה במקומה so bezieht sioh diese Frage von vorne herein nicht auf gewöhnliche Leiche i, die ja מן הנקברים sind, und — was bisher nach meines Wissens nich bemerkt wurde ja auch nicht zerschnitten werd en dürfen. Vielmehr geht die Frage dahin: R. Jose sollte repliziren: bei einem נפל שלא נתקשרו, was ja implicite auch immer מת involvirt, sind כלן טהירין, denn es könnte ja verbrannt etc. werden. Auf diese Frage antworten die Tossaphoth: אין דרך לשורפו ולנתחו, denn wenn das unreife נפל auch verbrannt etc. werden darf, 80 ist es doch nicht ״U 8 u 8“. — Bei dieser Auffassung, deren pilpulistischer Färbung ich mir bewusst bin*), die aber bei den Tossaphot doch w ,hl denkbar ist, würde die vielumstrittene Tossaphoth-Stelle für die Ansicht des verehrten Herrn Collegen Dr. Wiener ihre Beweiskraft verlieren. Dr. G01d80hmidt-Birkenfeld. 2. Die Conjeetar צצים Ich habe mich sehr gefreut, als ich aus Nr. 32 de« Ltbl. ersehen, dass College Dr Goldschmidt, wenn auch um einige Monate später, auf dieselbe Idee kam, der ich anderweitig längst Ausdruck gegeben. Vor einigen Monaten nämlich schrieb ich an Collagen Dr. Feile henfeld - Posen in zwei Zeilen die Holz- Conjectur Goldschmidts, ״anstatt צצם wäre צצים zu lesen, denn bei der Akedah waren auch צצים♦“ — Ja ich ging auf diesem ״Holzwege“ noch um einen Schritt weite:’ und wollte das für Herrn Goldschmidt ganz unerklärliche אדם (das naoh G. ein ״superkluger Corrector“ ganz eigenmächtig in Tossafoth hineingekleckt) א(ו)ד(י)ם — Feuerbrände lesen die Asche rührte demnach her □(״ מצצ(י)ם וא(ו)ד(יvon Holz und Feuer br änden.“ So meine Hypothesen vor Monaten . . . Nachdem bei einer mündliehen Besprechung aber Herr Dr. Feilchenfeld diese Hypothese bekämpft, und ich selber diese Holzconjectur nachträglich etwas ״hölzern“ gefunden; meine 11ס1^ו1סנםס0-צצמות hingegen sich des Beifalls gediegener Hebraisten erfreute, liess ich die erstere fallen und verlieh nur der zweiten öffentlich Ausdruck . . . Damit sei aber nicht gesagt, dass ich meine ־עצמות Combination etwa für absolut wahr oder auch nur für ״geistreich“ halte; im Gegentheil! Ich lechze nur darnach, dass Jemand die Schmach, den Schein der Lächerlichkeit in einer viel glücklicheren und auch geistreicheren Weise vom Haupte der Tossafisten abwälze, als ich und College Goldschmidt es zu thun vermochten. Denn, welche Conjecturen auch aufgestellt werden mögen, die Aunahme, dass Tossafoth resp. die Mischnah es vorschreibt, ״wenn es bis zum Monat Kislew nioht geregnet, dann soll der Sohn die Gebeine des Vaters verbrennen, und mit der Asche dieser väterlichen Knochen sich das Haupt bedecken, damit der Himmel sich mit Wolken bedecke.“ Diese Annahme, sage ich, und darin stimmen gewiss alle Vernünftigen überein, ist eine grenzenlose Absurdität, eine duroh und durch unjüdische Lächerlichkeit . . . . Und wenn man auch nicht so ״massenhaft“ Asohe verbrauchte, wie Dr. Goldsohmidt glauben mochte,**) da man doch nur die Stelle ״בבקום תפילין״ bedeckt resp. bestrichen, so ist docs die ganze Annahme principiell eine Ungeheuerlichkeit und deshalb eine Unmöglichkeit. Wenn College Goldschmidt die Leser seiner Arbeit aber glauben machen will, dass ich gesagt oder geschrieben ״es hat sich Jemand lächerlich gemacht“,! 80 geräth er — gewiss unbewusst — stark in Conflickt mit der W a h r h e i t.***) Als Psychologie muss er den Unterschied zwischen dem objectiven ״heiteren *) rilpulistische Abhandlungen sind fortan ausgeschlossen. (Red.) **) Den massenhaften Aschengebrauch hat doch aber Herr Dr, Kohn selbst als sehr wichtigen Gegenbeweis hervorgehoben (in No. 28 S. 1) und Herr Dr. G. hat ja nur Herrn Dr. IC.’s Beweismoment zu den seinigen gemacht unter ausdrücklicher Bezugnahme auf K.! (Red.) ״**) So ungern wir in die Controverse eingreifen, so halten wir es doch für unsere Pflicht, unsere gosch. Mitarbeiter zu bitten, von persönlichen Ausschreitungen Abstand zu nehmen, da wir uns sonst genötliigt sehen, die Debatte zu schliessen. (Red.)

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