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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1887-07-29 · N° 31. (29.7.1887) · p. Seite 121

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
16 (1887)
Issue
N° 31. (29.7.1887)
Date
1887-07-29
Page
Seite 121 (sequence 3)
Language
German
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— 121 — er vol und dol gewesen, über die Gassen gelaufen als ein verdolter Mensch, seine trau geschlagen, den Nachbarn allen Verdruss angethan, in den vollheit vom Raidt in das Judenbad {am Raidthaus in Haft gezogen und darnach in den bürgerthurm geführt. “ Bevor wir unsere Abhandlung sohliessen, wollen wir noch einige die Juden zu Andernach betreffende Nachrichten folgen lassen, welche immerhin ein gewisses culturhistorisohes Interesse in Anspruch nehmen dürften. Zur Chronologie. Von L. Cohen, Lehrer in Rees a. Rhein. (Fortsetzung ans No. 30.) S. 65, Z. 9 v. a. Dr. Chronik erzählt: Es war im Monat Ab 1860, dem Sabbat vor der Trauerfeier über die Zerstörung Jerusalems. Und der 14. Juli war es, der Tag der Erstürmung der Bastille. — Sollen die in diesen beiden Sätzen stattgefundenen Ereignisse an ein und demselben Tage sich zugetragen haben, was jedenfalls angenommen werden ♦muss, da ein retrogrades Fortschreiten in der Zeit < 1 von dem Erzähler wohl nicht beabsichtigt sein konnte, so stimmen die Zeitangaben nicht. Der Sabbat von תשלה כאב, welches נדחה war, war am 28. Juli. Der 14. Juli war der Sabbat פ, פינחס, an welchem die Yerkündigang des Neumondes אב stattfand. Immerhin kann dieser, welcher noch in!תמו war, nicht mit dem zuerst erwähnten zusammenfallen und bleibt die Erzählung ungenau. Jabrg. VI. S. 11 oben: Mendelssohns Freunde veranstalteten am Dienstag, den 26. Mai 1786 eine Gedächtnisfeier. — Der 26. Mai war am Freitag. S. 25, Z. 4 v. u. Als Mendelssohn im Alter von 57 J. 3 M. 29 T. seine irdische Laufbahn beschloss. Das Alter Mendelssohns betrug genau 56 J. 3 M. T. (Vgl. Litt.-Bl. S. 51 b.) S. 174, Z. 11 v. u. Am 5. Juni 1846, Donnerstag Abend kam Friedländer in Berlin an. — Der 5. Juni war am Freitag. In der ״Allgemeinen Zeitung des Judenthums“ sind folgende Irrthümer zu berichtigen: Jahrg. XIII (1849) S. 564 b: Der Grabstein No. 2 hat das Datum: יום מנוחה ת כסליו שנת קכ״ו לפרט. - Der 5. Kislew 5126 (1365) fiel nicht auf Sabbath, welcher Tag doch zweifelsohne unter יום מדהה verstanden werden soll, sondern auf Donnerstag. Der Grabstein No. 5 hat das Datum : י״ד באלול יום ב■ רך־ח לפר״ט — Der 14. ElulöllS (1358) war am ז , Sonntag. Jahrg, XXII, (1858) S. 304 a, Z. 15: Nach dem Zeitungsbericht wurde die Chebrah Hachnassath-Kallah zu Berlin gegründet am 23. Mai 1720 (28. Jjar 5481). — Der 23. Mai 1720 war am 15. Jjar 5480, dagegen der 28. Jjar 5481 am 25. Mai 1721. S. 410 a, Z. 33: Jonathan Eibeuschütz starb den 21. Elul 5524, d. i. den 20. Sept. 1764. — Der 21. Elul war am 18. Sept. ( Vgl. auch Zunz’ ״Monatstage“.) Jahrg. XXVI, (1862) S. 343 b: Unter No. 1 giebt L. Schott das Datum eines zu Augsburg im Druck vollendeten Machsors an. Aus dem Chronogramm ergiebt sich 2mal die Jahreszahl 296, welche mit 1496 identificirt wird. — Dies ist ein Irrlhuin und entspricht das Jahr 296 dem Jahre 1536 der bürgerliehen Zeitrechnung. '* S. 494: Moses L. Heller und Frau starben zugleich ,ביום ג׳ ר״ח אייר תס״ב לפ״ד. — Der Neumond Jjar war in diesem Jahre am Freitag und Sabbath. Jahrg. XXVII, (1863) S. 615: Rabbiner Oppenheim in Gr. Becskerek theilt ein hebräisches Actenstück, datirt von Magnesia 1555 mit, welches am Schluss folgendes Datum hat: ביום חמישי ז־ ימים לחדש שבט ודשט-ן ליצירה. — Dieses Datum ist unmöglich weil des 7. Schebat nie auf Freitag fällt und im J. 5315 auf Sonntag fiel und zwar auf den 30. Dec. 15 5 4 (nicht 1555.) Jahrg. XXIX, (1865) S. 59 a, Z. 15 wird eines Briefes des Centralconsistoriums von Frankreich an den Minister des Innern vom 14. Mai 1864 erwähnt. — Dieses Datum ist verdächtig, weil es auf einen Sabbath fiel. Jahrg. XXX, (1866) S. 83a oben: Herr Dr. Ad. Neubauer berichtet über ein karäisches Manuskript, welches auch die Geschichte der Grausamkeiten Achmed Pascha’s bringt und lässt die sämmtlichen Daten, von welchen kein einziges stimmt, un berichtigt passiren. Zuerst heisst es: Am Donnerstag, den 15. Adar (1521) liess Muhamed Bey den Achmed hinrichten. — Der 15. Adar war am Freitag und kann auch in einem gewöhnlichen Jahre nie auf Donnerstag fallen. Das Jahr 5284 (1524) hat die Formel 1הכ״. Weiter: Der 15. Adar vom Jahre 5284 (1524) fiel auf den 20. Februar. — Richtig ist der 19. Februar. Ferner: R. Samuel bar Nachman erzählt auch, dass am 17. Adar (Montag) 5283 (1523) eine Mondfinsterniss in Aegypten statt hatte, am Sabbath den 18. Nissan, wie auch am 20. Nissan (Montag) 1523 Erdbeben in Aegypten waren. — Der 17. Adar 5283 war am Mittwoch, der 18. Nissan war am Freitag und kann nie auf Sabbath fallen, und der 20. Nissan war am Sonntag und kann nie auf Montag fallen. Endlich: Am Freitag Abend, 15. Tebeth 5286 (1526) war wieder eine Sonnenfinsterniss. — Der 15. Tebeth war am Sonntag und zwar am 31. Dec. 1525. Nach einer vorausgeschickten Bemerkung wollte Herr A. Neubauer Herrn Dr. Gr ätz, der sich in dem IX. Bande seiner Geschichte der Juden in diesen Daten nicht zurechtfinden konnte, aufklären, hat aber, wie hier erwiesen, leider das Ziel verfehlt. S. 53sb, Note: Dr. Salmon L. Steiuheim starb in Zürich den 18. Mai 1866. — Zunz’ ״Monatstage“ hat den 19. Mai. Jahrg. XXXI, (1867) S. 246b, Z. 33: Der Tag zur Wahl des römischen Königs wurde auf Mittwoch den 27. Januar 1764 angesetzt. Am 22. März, Freitag, kam dieser in Heusenstamm an. Sonntag den 24. März ging der Gemeindevorsteher, eine Audienz zu erbitten. — Diese Wochentage stimmen alle nicht zu dem Mouatsdatum: Der 27. Januar war am Freitag, der 22. März am Donnerstag und der 24. am Sabbath. (Wird fortgesetzt.) Litteraturbericht. Russland, der Träger des ״Me11schheits“-(1!eda11keus. Ein Wunder hat sich begeben und der Wunderthäter ist: Der Antisemitismus! Die Sonne, die grosse, herrliche, lichtfunkelnde Sonne hat einige Flecken; die Nacht, und zwar eine schwarze, flüstere, von Gewitterwolken eingehüllte, auf Augenblicke von wilden Blitzen durchzuckte Nacht, sie entbehrt der Sonnen-Fleclra. Ein klarer Kopf, ein geistreicher Denker, ein denkender, reicher Geist zieht eine Parallele und das Resultat ist: weil die Sonne Flecke hat und die Nacht Blitze und keine Flecke, ergo . . . ist die Nacht Träger in des Lichtes und die Sonne Träger in der Nacht! — Die Sonne, das grosse, herrliche, lichtfunkelnde Gestirn am Himmel der Menschheit ist — wer wird es leugnen? — Deutschland. Es hat seine Sonnenflecke, und zwar einen grossen, schwarzen Fleok: den Antisemitismus. Die Nacht, eine gewitterschwarze,

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