Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 16 (1887)
- Issue
- N° 20. (12.5.1887)
- Date
- 1887-05-12
- Page
- Seite 77 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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1.!׳ -!< . יןy Wr*&hS1!*H — 77 — befohlen und empfohlen zu werden, da diese Sitte längst eine in Israel nicht blos von den Patriarchen, sondern (nach der midraschischen Litteratur) bereits von Adam her sanctioniert war. Da aber die Worte קבר תקברנו וד nur als Parenthese zu betrachten sind und nur den emphatischen Gegensatz zu לא תלין bilden, so war es nach dem Schriftsinn ganz einerlei, auf welche Weise der Justificirte bestattet wird, wenn nur die ׳לללת אלהים die Geringschätzung Gottes, beseitigt wird und der Justificirte nicht über Nacht am Holzblock hängen bleibt. Wären andere Leichen zur Zeit dieses Gesetzes durch Feuer oder sonst, in welcher Form auoh immer, bestattet worden, so sollte des Justificirten Leiche ebenso, aber, worauf der eigentliehe Nachdruck ruht, durchaus schon desselbigen Tages executirt werden. *) (Schluss folgt.) Zur Chronologie. Von L Cohen, Lehrer in Rees a. Rhein. (Fortsetzung aus No. 17.; In der ״Zeitschrift f. d. Geschichte d. Jaden in Deutschland“, Braunschweig 1887, finden sich f 3 Daten, die wegen der an ihnen stattgehabten Facta verdächtig scheinen. S. 233. Anmk. 3 wird berichtet, dass Jakob Heller am 1!) Januar 1510 in Augsburg ein getrolfen war. S 237, Anmk. 2, Jakob Heller kehrte am 23. März nach Frankfurt zurück. S. 243 alin. 2.: Bereits am 13. April fand die Auf- Zeichnung der Bücher statt. Die Juden nannten wahrscheinlich dem Schreiber den Titel etc. Merkwürdiger Weise fielen diese 3 Daten alle auf einen Sabbath. Es ist nun eben so wenig glaublieh, dass Jakob Heller am Sabbath in Augsburg eingetroifen, als dass er am Sabbath nach Frankfurt ,zurückgekehrt sei. Eben so weuig ist anzunehmen,! nass der Rath den Sabbath für die Aufzeichnung der Bücher, bei welcher die Juden sich nach Ansicht des Herrn Dr. Kracauer zu betheiligen hatten, gebilligt und nicht für Ansetzung eines andern Termins plaidirt haben sollte. Diese Vergünstigung würde ihm ja keinesfalls versagt worden sein. S. 251), Briet 2: Dem Rüsttage des Neujahrs 5519 (Sept. 1 789;. — Neujahr 5549 fiel in 1788. S. 202, Brief 3: 15. Adar 5552 (Februar 1792).— Der 15. Adar fiel auf den 9. März. Ibid. Anmk. 3: Prag 1784—1799. — Der erste Theil des ציון לנפש חיה erschien 1783. S. 200, Z. 4 v. 11. ״Ihren Brief vom 24. März ge- , schrieben. — Der 21. März 1792 fiel auf Sabbath, 1. Nissson. Z. 279, Z, 5 v. n. muss es st. 539 heissen 39ti. S. 298: Regeste Nr. 0 von 1350, Januar 4 ist unterschrieben: Geben au dem nähsten sunnentag vor dem zweliften Tag 1350. — Der 4 Januar 1350 war am Montag. S. 311, Z. 27: Maharam Padua (gestorben 22 Januar 15051. — Nach סדר הדורות, Warschau 1883, starb dieser im J. 1558 שיח. S. 319, Z. 19: Am 23. September (1051) am jüd. Neujahrstage etc. — Der jüd. Neujahrstag (1051) war 16. September. S. 389, Z. 5. v. u.: Chajim b. R. Jirmijah starb Mittwoch 20. Menachem 145 1085. -- Der 20 Menachern 445 war am Montag. * *) Die רבוי, dass zu קבר hinzugesetzte תקברנו! beweist nichts für die ausschliessliche Form des Erdeiigrakes, wie sie auch nicht im Geringsten für אי0ור הלנה bezüglich שאר מתים beweist, von welchem falsch aufgeiassten thalmudischen Interdict die .Tudenhoit erst am Anfänge des Jahrhunderts sich zu emaucipiren begann. S. 391, Z. 6 muss es statt 169= 1709 heissen 469. S. 392, Z. 15: Sie fielen plötzlich über heilige Gemeinden am sechsten Passahtage 4907 a. m. (=- 24. April 1147). — Der sechste Passahtag 1147 war am 23. März. In Jost’s ״Israelitischen Annalen“ sind folgende Irrthümer zu berichtigen: Jahrgang 1839, S. 35a, Anmk. **): Reggio 0. Sohebat 5490 — Februar 1730. — Der 6. Schebat war am 24. Jauuar. S. 41a: Luzzato sandte ein Schreiben an das Rabbinat zu Livorno (1. Adar 5490). — Dieses Datum ist verdächtig, weil es auf Sabbath fiel. Nach Sabbath- Ausgang müsste es der 2. Adar heissen. S. 43a: Luzzato nahm am 1. Kislew (Dec. 1734) von den Öeinigen Abschied. — Der 1. Kislew war am 20. Nov. S. 55 a: Dieser Abraham b. David Maimuni ist geboren 24• Elul 1556 (1245) am Freitage in der 4. Tagesstunde und beschnitten am 2. Neujahrstage. — Der 24. Elul 1556 aera Contr. entsprechend dem J. 5005 der Schöpfungsaera mit der Formel בח״ה fiel auf einen Sonntag; das Jahr 5000 hat die Formel זש״ג, mithin war auch der 2. Neujahrstäg ein Sonntag. S. 86a unten: Rlbg. beendigte s. Comm. zum Pentateuch am 23. Schebat 91!also 1331 Auf.) Am 23. Schebat war aber schon!1er 1. Februar. S. 91b: Die Kreuzritter überfielen die Juden in Speyer am Freitage, den 8. Jjar (1096). — Der 8. Jjar war am Sabbath, oder es müsste dann der 7. nach Sabbath-Eiugang, welche Zeit schon zum 8. zählt, gewesen sein. Der 8. Jjar fällt nie auf Freitag. S. 94 b. Nach dem Mainzer Gedenkbuche starb i R. Elia b. Moses Loanz zu Worms am 21. Tamus 1636 -— 5395 ן. — Der 21. Tamus 5395 entspricht dem 7. Juli 1635, welcher auf Sabbath fiel Zunz ״Monatstage■4 hat den 24. Juli (1630;, weiches Datum dem 21. Tamus (Donnerstag; entspricht. Was ist richtig? (Wird fortgesetzt.) ftecensionen.. Ziemlich, Bernhard Dr. Das Machsor Nürnberg. Ein Beitrag zur Erforschung des Ritus und der Commemarlitteratur des deutschen Machsor. Berlin 188(i. In Commission bei Ad. Mampe. (Schluss.) Zum ersten Male erhalten wir hier eine Beschreibung des Nürnberger Machsors, die der Bedeutung desselben angemessen ist, denn die christlichen Gelehrten und Bibliothekare, die es erwähnen, sind mit Vorurtheilen erfüllt und haben keine Ahuuug von seinem litterarischen Werthe. So werden denn auch die bisherigen geschichtlichen Nachrichten über dieses Werk geprüft, als blosse Vermuthungen uud als | Trugschlüsse erwiesen, uud ein negatives Resultat i festgestellt. Mit Ausnahme des Epigraphs, aus welchem | hervorgeht, dass die Handschrift für eiuen R. Josua j b. Jsaak geschrieben und am Donnerstag d. 4. Ellul ן des Jahres 509 (1331) vollendet wurde, ist Näheres | über den Schreiber und über den Wohnsitz des Bej sitzers nicht zu eruiren. Das schön geschriebene und mit vielen kunstvollen Initialen verzierte Werk enthält ausser den Stammgebeten für die Fest- und Fasttage, sowie den aus verschiedenen Riten bekannten Pijutim noch 150 Dichtungen, die sich nur in sehr seltenen und meist handschriftlichen Ritualien vorfinden. Hier nun hat der Autor gezeigt, wie mau vorgeken muss, um ein liturgisches Werk zu beschreiben. Die aus den polnischen und deutschen Riten bekannten Pijutim, sofern sie im Machsor N. enthalten sind, werden ohne