Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 16 (1887)
- Issue
- N° 15-16. (7.4.1887)
- Date
- 1887-04-07
- Page
- Seite 61 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage zu No. 1516־ des ״Jüdischen Litteratur-Blatts”. Zur Chronologie. Von L. Cohen, Lehrer in Rees a. Rhein. (Fortsetzung aus No. 13.) Es sind ferner zu berichtigen: Jsr. Wochenschrift 1880, S. 200, Z. 17 v. o. ״Der 17. Ab (25. Aug. 1766)“. — Der 17. Ab war am 23. Juli. Jüd. Litteraturblatt 1881, S. 126, Col. II. ״Die Verfolgung begann am Sonnabend, den 8. Adar (6. März 1096.)“ — Der 8. Adar 1096 war am Montag, den 4. Februar. Jbid. S. 130, Col. I. Z. 9 v. u. ״Am 24. Cheschwan 27 — תקס׳־ה. November 1804.“ — Der 24. Cheschwan war am 29. Oktober. Meyer’s Illustr. jüd. Kalender 1882, S. 106. Hier ist vom Herrn Rabb. Dr. Rahmer als Geburtstag des sei. Rabbiners Dr. Z. Frankel וצ״ל der 1. October 1801 שמחת תירה angegeben. — Der 1. Ok- I tober 1801 fiel aber in diesem Jahre auf einen Donnerstag, auf welchen Tag שמחת תורה nie fallen kann. Dieser Festtag war im J. 1801 am 30. September. Auch die Inschrift auf dem Grabsteine תמם״א ist nach der richtigen Voraussetzung des Herrn Rabb. Dr. Rahmer falsch und muss, falls das bürgerliche Datum 1״. October 1801“ zutrißt, תקס״ב heissen. — Vor mehreren Jahren erhielt ich auf eine diesbezügliehe Anfrage die Auskunft, dass der l. October 1801 amtlich festgestellt sei. (Die betreffende Antwort ist mir leider abhanden gekommen und weiss ich nicht mehr anzugeben, wer der Schreiber war). Es collidiren also hier nicht nur das bürgerliche mit 1 dem jüdischen Monatsdatum, sondern auoh die j\ Jahreszahlen. Es wäre jedenfalls wünschenswerth, / nach zuverlässigen Quellen das Richtige festgestellt zu sehen. Jahrbuch für die Gescnihte der Juden H, 1861. In Familien-Megillah S. 55, st. Dienstag, 4. Nissan (2. April) 1721 1. 1. April. — S. 64, st. Dienstag, 3. Tamus (22. Juli) 1. Sonnabend, 28 Juni. — S. 65, st. Mittwoch, 13. Ab (7. Aug.) 1. 6. Aug. -- S. 67, st. Freitag, 28. August 1. Donnerstag. S. 69, st. am 5. Schewar, 17. Februar 1722 1. 23. Januar. S. 70, st. Freitag, 6. Jjar 483 7. Mai 1723 1. Dienstag, 11. Mai. S. 70, st. 3. Kislew 484 4. December 1723 1. 30. November. S. 71, st. 9. Siwan 21. Mai 1724 1. 31. Mai. Die Handschrift, welche ich in der Rosenthalscheu Bibliothek zu Amsterdam eingesehen, enthält ebenfalls diese Berichtigungen (vgl. die Note zu S. 71.) uns ist es unerklärlich, wie sich trotzdem aus dem berichtigten Exemplar die Fehler in das Jahrbuch haben einschleichen können. In Wiener’s ״Emek habaoha“ 1858: 8. 14, st. am 7. Tamus 1096 (1. Juli) 1. 30. Juni. S. 31, st. 20. Siwan (27. Mai) 1171 1. 26. Mai. S. 51, st. 23. Adar (6. März) 1328 1. 5. März. 8. 52, st. 13. Ab (26. Juli) 1349 1. 10. Ab תשעה באב נדחה a. 8. 59, st. 10. Siwan (24. Mai) 1420 1. 23. Mai. S. 68, st. 5255 (1492) 1. 1495. S. 84, st. 4. Ab (14, Juli) 1545 1. 13. Juli. S. 118, st. 17. Kislew (14. Nov.) 1570 1. 15. Nov. S. 146, st. 13. Nissan (11. April) 1605 1. 1. April. S. 215, Anmkg. 313 st. Sabbath, den 17. Nov. ׳ 1570 1. 18. Nov.! In Lewysohn’s נפשות צדיקים Frankfurt a. M. 1855 stimmen folgende Wochentage nicht zu den Monatsdaten. No. 2. Sonntag, 21. Tebet 4842. — Der 21. war Sonnabend. No. 8. Dienstag, 22. Tebet 4922. — Der 22. war Mittwoch. No. 13. Freitag, 19. Tebet 5014. — Der 19. war Donnerstag. No. 14. Freitag, 25. Jjar 5021. — Der 25. war Dienstag. Vielleicht ist hier der 28. Jjar gemeint, welcher auf Freitag fiel. No. 15. Mittwoch, 11. Nissan 5022. — Der 11. war Sonntag. No. 27. Mittwoch 11. Tischri 5179.״— Der 11. war Sonntag und kann nie auf Mittwoch fallen. No. 27. Sonntag, 21. Ellul 5178. — Der 21. war Dienstag. No. 27. Sonntag, 10. Ellul 5178. — Der 10. war Freitag. Es ist sehr zu bedauern, dass bei Veröfientlichung alter Grabsteininschriften so viele chronologische Fehler zu Tage treten. Die verwitterten, oft schwer zu enträthselnden Schriftzeichen dürfen daher nicht nach blossem Dafürhalten reproduzirt werden, sondern bedürfen in Bezug auf die Datumangaben sorgfältiger Vergleichung und Berechnung. Nur dann können Irrthümer vermieden werden. Geiger’s ״Nachgelassene Schriften“ Band III S. 91, Z. 9 v. o.: ״am 11 Tischri 1506 der s. A., d. h. October 1194.“ — Der 11. Tisohri war am 27. Sept. 1194. Jbid. Z. 26 v. o.: ״am 8. Tisohri 1511 (Oct. 1199). — Der 8. Tischri war am 30. September 1199. S. 5. Jos. S. del Medigo geboren am 16. (6. a. St) Juni 1591 25. Siwan 5351. — Der 16. Juni war am 24. Siwan. (Wird fortgcjjetzt.1 Litteraturbericht. Recensionen. מקדמוניות היהודים. Beiträge zur jüdischen Alterthumskunde von A. Epstein Wien 1887. (Commissionsverlag Ch. D. Lippe.) Wenn je ein Buch, mit der Empfehlung, es sei ״ רב הכמותqualitativ gehaltvoll“ eingeführt zu werden verdient, so ist dies bei dem in der Ueberschrift genannten der Fall. Diese ״ Beiträge “ sind voll wissenschaftlichen ״Gehalts“ unb bieten des Neuen und Ueberraschenden viel, sehr viel. Herr Epstein hat sich durch sein Werk als vielseitiger Gelehrter und als nüchterner und ernster Kritiker eingeführt,*) seine anregenden Beiträge werden nicht verfehlen, in den massgebenden Gelehrtenkreisen Aufsehen zu erregen; wir wollen auf dieselben hier näher eingehen. In der ersten Abhandlung (Seite 1—23.; ״Ueber die Monats- und Jahresrechnung der Juden“ (חדשי ושנת ישראל) beweist der Verfasser, dass die Hebräer noch vor Moses, naoh Mondesmonatea und Sonnenjahren gerechnet, somit schon damals auf einer fortschrittlichern Culturstufe, als ihre Nachbarvölker, gestanden. Selbst Homer zählte nur nach Monaten, ein Jahr bestehend aus 12 Monaten war ihm völlig unbe- *) Als Maecen der jüd. Wissenschaften erkannten ihn sohüi. trüher Letteris und Gottlober, die ihm ihre Geisteserzeugniss״ widmeten.