Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 16 (1887)
- Issue
- N° 15-16. (7.4.1887)
- Date
- 1887-04-07
- Page
- Seite 62 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- 62 — kanut. Das Jahr der Römer bestand bekanntlich noch lange nachher nar aus 10 Monaten. Dass die Hebräer neben dem Sonnenjahr auch nach Mondesmonaten gezählt, beweist am Triftigsten die hebraeische Bezeichnung für Monat durch ירח — ,חודש kommt nur selten, und auch nur an poetisch gefärbten Stellen, in den Schriften des A. T. tot*) — welche nur von der sic k stets erneuenden Wiedererscheinung des Mondes hergeleitet werden konnte; sowie die Eintheiluag in vier Wochen, entsprechend den vier Mondosphasen; und auch der wichtige Umstand, dass die Israeliten die Neumonde gefeiert haben. (4. Mos. 29, 11—17.) Wie haben aber die Israeliten das 12 monatliche Mondesjahr mit dem Sonnenjahr ausgeglichen? Sie zählten am Schlüsse des Jahres alljährlich 10 Tage dazu, soiass aus dem Mondesjahr mit 354 Tagen ein Jahr von 364 Tagen entstand. Vor Moses war Tischri der erste Monat, und der erste Tischri der erste Tag des Jahres (ראש השנה). Als man später, um das Mondjahr mit dem Sonnenjajir auszugleiohen, 10 Tage hinzuzählte, begann das Neujahr mit dem 10. Tischri CEz. 41, 1.1 Das Jahr der Sintfluth war ein Sonnenjahr von 364 Tage. Es begann am 17. des 2. Monats (1. B. M. 7, 11) und endigte im selben Monat am 27. (das. 8, 14.1 — Auch als Moses den Nissan als ״ersten der Mondesmonate“ einsetzte, erhielt sich die Erinnerung an Tischri, an welchem das Neujahr gefeiert wurde, und auch Spuren des früheren Cultus blieben zurück. (2. Mos. 16,8. 17,7.1. Und noch zur Zeit der zweiten Restauration wurde das Versöhnungsfest, wie die römischen Saturnalien begangen, fb. Taanith 26.) Die Benennung ראש השנה für den ersten Jahrestag kommt sonst bei keinem Volke, mit Ausnahme der Perser, die ihn Ne-ruz nennen, vor. — Die Kalanderregelung, der wir noch heute folgen, ist rein babylonischen Ursprungs. Hillel war es, der sie den Babyloniern entlehnt und bei deu Juden eingeführt hat, lange Zeit aber blieb sie G e 11 e i m gut(^.3OT TD) seiner Nachkommen Bis auf Constautin I. waren auch die Christen davon abhäugig. Und als man sich unter Constautin davon emancipirte, machten die Juden die Kalenderregeluug zum Gemeingut und gaben ihr Geheimniss frei. — Was der Herr Verfasser über den Namen des Monats מרחשת, der bei den Babyloniern ״A-ra-ahsam-nau heisst, sagt (S. 23—30), ist jedenfalls geistreich und scharfsinnig, aber viel mehr blendend als überzeugend. Es ist ja anzunehmen, wie der gelehrte Verf. selbst zugiebt, dass die Babylonier vom Marcheswau ihre Monate zu zählen angefangen haben, so kann A-ra-ah gleich ירח ~~ ארח genommen werden. Und weil Cheschwau der erste der Monate war , war nur er allein mit Araah ירח bezeichnet, das bei den übrigen der unnöthigeu Wiederholung wegen weggelassen wurde. Vielleicht ist auch מר im Hehr, soviel als ,der Erste“, der Monate. Dass ist nicht genüdaher vor, im Zach. 10, 3 כסוס הודו statt כסוס הודו zu lesen. Allein da nach Herodot UL, 106 den, er selbst anführt, das persische Pferd das indische an Grösse und Wohlgestalt überragte, wäre zu erwarten, *הוד .כסוס פרם kommt aber auch anderwärts in ähnlicher Zusammensetzung vor als הוד נחרו (Hiob 39,20) gleich הוד קולו (Jes. 30,30). Dass des ״Pferdes“ in der Genesis keine Erwähnung geschieht, ist allerdings ein beredetes Schweigen für das Alter dieses Buches. Da erwiesener Massen auch die alten Aegypter das Pfern nicht kannten. Ob aber die Hyksos es gewesen, die das Prerd in Aegypten eingeführt, darüber hätte der Herr Verfasser sich deutlicher aussprechen müssen, weil erst bewiesen werden muss, dass die Hyksos Arier uud keine Semiten waren. Aus dem Grunde, dass der ״Haase“ den Griechen heilig und der Aphrodite geweihet war, uud Arsinoe und ihr königlicher Gemahl Ptolemäus Philadelphus den Kultus der Aphrodite eifrigst betrieben, ist noch nicht zu schliessen, dass die Septuaginta unter diesem König bewerkstelligt wurde und daher ארנבת, welches ln der Sohrift unter den unreinen Thieren gezählt wird, nicht übersetzt, sondern mit שעירת הרגלים umschrieben wurde. Denn der Begründung, des babyl. Talmud, weil die Frau des Königs sich so nannte (Megila 9), steht ja, wie M. Epstein selbst anführt, die Version des jerusalemischen (Meg. 1,9) und Wajikrarabba (13), wonach die Mutter so geheissen, en tgegen. Das spräche wieder für die Annahme Graetz’, der sich für Ptolemeus Philometor entschied, wobei אמו, das auf den Namen des Königs passt, sehr zu beachten wäre. (Schluss lblgt.)?tue un|'.!Berlage empfehlen mir: M. Sachs Mn. SabbathptrbigteK ~ 2 m. (flott 42) nur 6 95». Mannheimer, $tcbiatcn 2 25b. (jfatt 6) nur 3 Wl. Karpeles l$onfirmatton3rcbcu2!W. Maler k Salomou ($ra&=, üajual« u. 0.!Heben 2 Xljcilc, 2 'DU. Geiger Abr. nacfjgrl. mlffcnfdjaftl. ®Triften, i'reb., *riefe, Mb» tianbl. jc., 6 *b. ftotl 40 »If. nur 12 3Kf. — Cassel I) Wei(f)id)tc b. bibl. Vitteiotur 2!Bbc. iftatt 7 SHt.) jiir 4 Hilf. Joraet. paucbibliotbef 15 *äitbe.!Romane bon *ernjtcln. (!Bügele Uiaggib, *fenbei ®ibbor) fon, Äomprrt, »oön u. «.jebunben fiatt 65 3JM. nur 20 wt. (uugeb. 15 SRI.) offerirt gegen '•Baar,;al)lung ('•Bofinnd)11n 1)111 r) Willi Jacob Hohn & Co., *nrf)ljanblung in *vealau. 1j Beachtungswerth für Gc- S" U Litteratur und Verleger fil hebräischer Werke. [800 jj Zur sauberen und ge- U sclunackvollen Herstellung | Hebräischer Werke S zu billigsten Preisen empfiehlt | sich die 9 Buch- und Kuiist-Brnckerei ״ von ijj G. Zahn ä H. Baendel, | Kirchhain X.-L. Haupt oder Anfang ארחשמנא der Name eines Gottes war. gend bewiesen. Hochinteressant ist die Abhandlung über die Urheimath der Thiere (S. 31—36). Das Pterd zum Beispiel war trüber nur bei den Indern und Persern zu Hause. Daher die gemeinsame Benennung des Pferdes bei den Ariern, im sansk. A<jva, Zend A9pa, Pers. Asp, und Arm. Asb, bei den Indern desgl. M. Epstein sohlägt ״*) Dasselbe lässt sich wohl auch von ירח sagen, das jedenfalls verwandt mit oder gleich ארח, ,das zur bestimmten Zeit periodisch Wiederkehrende “ (1. B. M. 18,11.) ist. Das arab. ״ ארךbestimmen“, bes. von d. Zeit (תאריך), ist auch wohl damit verwandt. W. Verlag von Gfcebr. Levisson Firma: D. F*r00ps Jz. Zwanenburger-Straat 26 in Amsterdam. An die Herren Restaurateure, Kaufleute etc. [054 Annoncen für deu jüdischen Miniatur-Kalender tür das Jahr 5648 a "> Cent. pr. C. werden angenommen bis 10. April. Preis einer Ganaen Seite 51k. 7.— ״ ״ Halben ,, ,, 4.50 ״ ״ Drittel 1.50: ״ ״ Om!Berlage ber ®tnbt'fdicu!B1uf)l)nnblmtg in Berlin!V W. Unter benllinbcii 61 erfdjicu unb ift aud) bnvrf) jebe *11(f)t)auMu11g ju bc• jiefien: ״lieber Stoffe altbeut־ fdjet ^Joefie" bau Xr. $. ®elbt)aue, Jiabbiner unb ^Stetiger *1! Roibbanfeu. ^rei« 9 «Kart. Beitrag( 1899 A. Epstein. I. Xteil. $rtil 4 ÜJtarf. (Semmiffiond )Betrag von Ch. Lippe in ffilen. 3 Mleaui, 400 fportraits frrühmthtiteu he* Jubenthnm• ber ffurtrab iebtjrft entfjaltcnb, offerire für fltarf (3 fl. — .1 iHu&el) franco. (911 J. Wiese» Beßrer, jOfterubt a. ftarj. Verantwortlicher Redacteur Dr. Hahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig