Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 16 (1887)
- Issue
- N° 14. (1.4.1887)
- Date
- 1887-04-01
- Page
- Seite 55 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/6492408-5990847-5991203--1153-5368395- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
einem unlöslichen Räthsel uns befänden, und für den Kritiker dürfte es schwer sein zu entscheiden, welohem Commentar von dem ältesten an, mit dem zuerst Abrabanel den Text beleuchtete, bis zu den neuesten, welche heute vorzüglich in Polen und Galizien das Licht der Welt erblicken, die Palme zu reichen sei. Von den commentirten Ausgaben vor 1863, welche bei Benjacob fehlen, finden sich in Herrn Osters Collection folgende, welche ich der Kürze halber nur nach den Commentaren benenne: 1. פסח מעובין, Konstantinopel 1742, gedruckt bei Jonas b. Jakob, 4°. -- Benjacob’s Bemerkung s. v , wonach er die Existenz dieser Ausgabe bezweifelt, ist mithin unbegründet. 2. זבח פשח, V. Abrabanel; Fürth 1746 fol., Brünn 1758, 4״ und zugleich mit jüd.-deut. Ueber- Setzung Fürth 1780 fol. Alle bei Benjacob genannten Ausgaben dieses Commentars sind ebenfalls vorhanden. 3. ח, ראשון מם׳ ארבע יסודות Offenbach 1783, 4°. 4. (פי׳ רשב״ץ (אפיקומן und jüd.-deut. Uebersetzung. ferner ',גבורות ד separat gedruckt; Prag 1784, 4°. 5. מעלה בית חורין Dyrenfurth 1794, 1796, 4° und Wien 1801, 4". 6. ספר הלולא דפסחא v. jissachar b. Josua; Lernberg bei J. Rosanes 1804, 4°. 7. צלי אש und jüd.-deut. Uebersetzung. Fürth 1804, 4°; — Sulzbach 1833 mit Commentar מטה אהק über חד גדיא. 8. יפה נוף, V. Chajim Gabriel b. Joseph; Lernberg, bei Grossmann den 3. Febr. 1808, 4°. 9. נופו של פסח או הגדת פסח לתינוקות ישראל, von Salmon b. Menachem Darschan. Jüd..deut. Paraphrase ohne Text. Berlin 1830, 8°. 10. לקיטת יצחק, V. Noah b. Simon, Verfasser des Deraschawerkes TO יתזלדות Herausgeg. von 8. Sohne Isaao; Warschau 1848, 8°. Das Tischgebet fehlt. 11. ישע אלדים, V. Jonat. Simon Fränkel Teornim; Lemberg 1854, 4°. 12. הול ישועה» v. Jonas Teomim, Rabb. in Lissa; Lemberg 1855, 4°. 13. נופת צופים, Warschau, bei A. Boraberg, 1860, 4°. Das Tischgebet fehlt und in בהא fehlt das zweite השתא עבדי bis Sohluss. 14. הכל בו ופי״ הגר״א ופי״ הרב המגיד דדובנא, Jerusalem 1862, 8״. Merkwürdig, dass auoh in dieser Ausgabe לשנה הבאה בירושלים sicff findet. (Wozu dieses?) 15. יעב״ץ ein Theil des ם׳ הקת הפסח, Wien 1863, 8° 16. אשל אברהם» v.Ab. Lichtschein 4°. (Titelbl. fehlt.) Interessant ist eine הגדה ohne Commentar, auf deren Titelblatt es heisst: וערבים ובפרט pno עם ציונים לקטנים שלא ישנו Karlsruhe 1796. 8״. Auch unter dem stärksten Mikroskop würde man nicht die Idee einer Figur finden. Zu לחם הפנים oder פי׳ על הגדה וקצת דרושים Saloniki 4° bemerkt׳ Benjakob: (?) חש״ד. Das Chronogramm אכול לחם וייטב לבך und die Bemerkung ״unter der Regierung Mahmud’s I.“ ergeben aber ohne Schwierigkeit das Druckjahr 1739 — צ״ט. Mahmud I. regierte von 1730 bis 1754 und ist in dem Chronogramm nur das Jahrhundert als selbstverstündlich fortgelassen. Von demselben Verfasser erschien auch, wie es in der Vorrede heisst: בית דוד über die 4 Turim, Saloniki 1750. In den Ausgaben מעשה ידי יוצר von Salomon Kluger, Lemberg 1886 und פי' חדש יקר ונעים von Moses Schick, Lemberg 1880 fehlt ebenfalls das Tischgebet. Der Commentar zu אהד מי יודע bei Benjakob מ No. 358 heisst nicht מנד ישרים, sondern מגד מישרים, Hannover 1851, 8”. Das kleinste Format aller הגדות hat die nach portug. Ritus ohne Commentar mit vielen niedlichen Figuren, Amsterdam 1840 (Westentaschenformat). Recensionen. Jsraelsolin, J. Samuelis ben Chofni, trium sectionum posteriorum libri Genesis versio Arabica cum commentariis. E ras. cod. biblioth Publ. Imperial. Petropolit. nunc primum edidit. Petropoli apud A. Zinserling MDCCCLXXXVI. XII 184 Seiten in 8*. Samuel ben Chofni’s Pentateuch ist dem Namen nach schon den Forschern von Jbn Esra her bekannt; als einer der letzten Gaonen verdient er die vollste Beachtung des Historikers wie die des Theologen in gleicher Weise. Harkavy ganz besonders hat wesentlieh zur Würdigung Samuel ben Chofni’s beigetragen und zwar in seiaen ״Studien und Mittheilungen aus der kais. Bibliothek zu Petersburg“ (1880) Band IU. Da aber der Schriftsteller nur aus seinen eigenen Werken richtig beurtheilet werden kann und soll, so hat Jsraelsohn sich ein Verdienst duroh die Herausgabe der 3 letzten Paraschot des Genesis in der arabischen Uebersetzung und mit dem arabischen Commentar Samuel ben Chofni’s erworben. Dar Herausgeber, dessen Erstlingsarbeit diese Ausgabe ist, versprioht in kurzem eine Arbeit über das Leben und die Werke Samuel ben Chofni’s in russischer Sprache herauszugeben (p. XI. in der Einleitung). Es wäre wohl vortheilhafter gewesen, wenn nicht in deutscher, so doch in lateinischer Spraohe das Wesentlichste über Samuel ben Chofni, besonders was Jsradsohn Neues vorzubringen hätte, zu geben; da das Russische lange noch nicht Weltsprache ist. Die Einleitung beschäftigt sich mit der Hand- Schrift, der die 3 Kapitel entnommen sind, und führt einige grammatikalische, syntaktische und lexicalische Eigenthümlichkeiten im Arabismus des Samuel ben Chofni an. Hierbei möchte ich den Verfasser aufmerksam machen, dass die Grammatik sich erst aus der Schriftspräche entwickelt, und daher die Grammatik erst ein nachgeborenes Kind der Schriftsteller ist, dass ferner bei Samuel ben Chofni, wie wir dies beim Ladino (Jüd.-spanisch)und Jüd.-Deutschen beobachten können, viele im Leben gangbare hebräische Worte in Volksgebrauch übergingen und dadurch bei den arabischen Juden das Bürgerrecht erhielten, wie dies z. B, in der deutschen Spraohe mit dem Worte Fenster. Briet, wo ersteres aus dem griechischen;pa:vs<rc;a, letzteres aus dem englisohen brief ״kurz“ stammt, der Fall ist. Ueber die Worte ist zu bemerken, dass Samuel ben Chofni dasjenige Arabisch schreiben wollte, das in Sura von dem Volke und ganz besonders von den Juden gesprochen wurde. Der Begriff Sohriftspräche stand im 11. Jhdt. noch lange nicht fest, wenn auch Koran und Grammatiken bereits vorhanden waren, und dialectische Eigentümlichkeiten konnten wohl keinen Abbruch dem Werthe der Uebersetzung und des Commentars machen. Wird dieses berücksichtigt, so werden uns die lexikalischen Eigenthümlichkeiten die in der Einleitung von p IX—XI angeführt werden nicht mehr befremden; dass תועד arab. minatus est, erklärt sich aus dem biblischen והועד בבעליו u. dem talmudischen שור המועד u. a, dass arab. עשם pro injusto habere אשם; dass arab. כבש frumentum coiligere, ״accondere“, da sich in diesem arabischen I Worte das hebr. ״ כבשbezwingen“ eigentlich ״nieder-