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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1887-04-01 · N° 14. (1.4.1887) · p. Seite 56

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
16 (1887)
Issue
N° 14. (1.4.1887)
Date
1887-04-01
Page
Seite 56 (sequence 4)
Language
German
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drücken“, daher ״bergen“ und!״einsammeln* wiederspiegelt u. v. a. Seite XI und XII bringt einige Lesarten, die vom inasoretischen Texte abweichen, so übersetzt Samuel beu Chofni Gen. 50, Vers 25 והצליתס אתצצמתי מזה durchs arabische פסכדו בצטאמי ממכם, als ob אתכם stünde, wie dies thatsächlich im 2. Huche Mosis C. 13 V. 1!) steht. Jedoch von Belang sind die 3 angeführten abweichenden Les..rten nicht. Mit welcher Akribie der Connnemar von Samuel ben Chofni abgefasst wurde, erhellt, besonders aus dem Commentar zum Verse ,לבה שלמתם * עד, תחת ט*בד, wo eine förmliche Abhandlung über die verschiedenen Möglichkeiten der Vergeilung, die das Oberhaupt der tal mini isoh en Akademie zu Snra charukterisiren, vorhanden ist, und zwar werden die Fälle 1. משיב מוכה משיב רצה תחת .3 משיב טיבה תחת טובה .2 תחת רצה משיב רצה תחת רצה .1• טובה behandelt und mit zahlreichen Bibelstellen erhärtet. Die Gewissenhaftigkeit betreff Feststellung des Sinnes in der Thora, die auch den Talmud und ganz besonders den babylonischen kennzeichnet, findet sich hier wieder. Herrn dsraelsohn wünschen wir ein weiteres glückliches Fortschreiteu auf der von ihm begonnenen Bahn, da er siimmtliehe Eigenschaften zur Bewältigung seiner Aufgabe besitzt. Sobald wir dessen Werk: Leben und Werke Samuel ben Chofni’s“ in russischer Sprache erhalten, werden wir das Interessanteste davon im Litteratur-! blatt veröffentlichen. Dr. Griinwald. Jungbunzlau, den 2. Februar 1887. Archiv für Geschichte der Philosophie in Gemeinschaft mit Hermann Diels, Wilhelm Dilthey, Benno Erdmann und Eduard Zeller. Herausgegeben von Ludwig Stein. Die Geschichte der .Philosophie hat bisher keine Vertretung durch ein eigenes Organ gefunden. Die meisten Arbeiten auf diesem Gebiete sind in philosophischen, philologischen, theologischen etc. Zeitschriften so zerstreut, dass eine klare Uebersieht über die. Fortschritte dieser Wissenschaft zur Zeit ausserordentlich erschwert, wenn nicht gar unmöglich ist. Wir haben uns daher entschlossen, vom 1. October 1887 an ein ״Archiv für Geschichte der Philosophie“ bei Georg Reimer in Berlin erscheinen zu lassen. Diese Zeitschrift soll einerseits einen Sammelpunkt für selbstständige Arbeiten auf diesem Gebiete bilden, andererseits eiue möglichst vollständige Uebersieht über die Leistungen der Fachliteratur gewähren. ־ Die erste Hälfte des Archivs wird daher kleinere Abhandlungen und Mittheilungen in möglichst knapper Form enthalten, welche unsere geschichtliche Erkenntniss der Philosophie zu bereichern geeignet sind. Rein refieclirende Abhandlungen liegen nicht in der Aufgabe unserer Zeitschrift. In der Regel soll ein Beitrag zum Archiv höchstens eineu Bogen füllen. Neben der deutschen Sprache ist für die Beiträge auch die lateinische, italienische, französiche und englische zulässig. Die zweite Hälfte des Archivs ist Jahresberichten über sämmtliche Erscheinungen auf dem Gebiete der Geschichte der Philosophie gewidmet. Diese Jahresberichte sollen in möglichster Kürze und Vollständigkeit über Inhalt und Werth der hergehörigen Litteratur orientiren. Für die deutsche Litteratur haben die Unterzeichneten Herausgeber, für die ausserdeutsche haben italienische, französische, englische und nordamerikanische Gelehrte das Referat bereits übernommen. Das ״Archiv“ erscheint vierteljährlich in Heften von durchschnittlich 10 Bogen zum Preise von 12 Mark jährlich. Beiträge, für deren baldige Zusendung wir besonders dankbar sein werden, sind zunächst an den Mitherausgeber, Herrn Geh. Regiernngsratb Prof. Dr. Eduard Zeller (Berlin W.,Magdeburgerstr. 4)zu rieh• ten, dagegen voml 5. April ab sämmllicheZusenduugen an den Herausgeber, Dozenten Dr. Ludwig Stein in Zürich. Berlin, März 1887. Pror. Dr Hermann Diels, Prof. Dr. Wilhelm Dilthey, Berlin. Berlin. Prof. Dr. Benno Krdmanu, Dr. l.iidninr Stein, Breslau. Zürich. Prof. Dr. Kduard Zeller, Berlin. (Da uns der gesell. Herr Herausgeber und — wie wir wissen — Begründer dieses einem wirklichen Bedürfniss entsprechenden litterarischen Unternehmens, Herr Dr. L. Stein, mittheilt, dass er sem Archiv auch gern für Beiträge zur Geschichte der jüdischen Philosophie offe.1 halten, und Schriften dieses Litteraturzweiges einer eingehenden Besprechung unterziehen wolle, haben wir obigen Prospect zur Kenntniss unserer gesch. IMitarbeiter gebracht, und empfehlen das Unternehmen der Förderung aller Forscher und Litteraturfreunde. Die Red.) Kin« litterariMche l ugev.ogenheit. In dem jüngst erschienenen dritten Hefte der auf Kosten des deutsch-isr. Gemeindebundes herausgegebenen ״Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland“ veröffentlicht Ludwig Geiger ״einen Brief Moses Mendelssohns und sechs Briefe David Friedländers“. Sämmtliche Briefe sind interessant und ziemlich beachtenswerte Den Friedläuderschen Briefen schickt Geiger eine kurze kritischbiographische Einleitung voraus, die er damit beginnt: ״Grätz hat ihn nach seiner Art misshandelt und höchst unwürdig dargestellt.“ Ich dächte auch diese neueste Ungezogenheit dieses jüdischen Treitschke gegen den Altmeister Grätz verdiente es wohl, an diesor Stelle etwas niedriger gehängt zu werden. Oder sollte der billige Muth dieses Geigers zweiter Classe gegen Israels grössten Historiker unserer Zeit so gauz ohne Zeichen sittlicher Entrüstung und Missbilligung bleiben? Diese unmanierliche Art der Kritik würde auch Abraham Geiger schwerlich gutgeheissen haben. Und leider muss ich es aussprechen, wo käme es in der christlichen Gelehrtenweit vor, dass ein Gelehrter von den höchst besoheidenen Verdiensten Ludwig Geigers es wagte, iu so ungebürlicber*Weise au Männern von Verdienst und unvergänglichem Ruhm Kritik zu übeu? Der enge Kreis literarischer und gelehrter Thätigkeit, den Herr Ludwig Geiger mit mehr Geräusch als erforderlich und nöthig beschrieben, giebt ihm wahrlich nicht das Recht, die gen. Zeitschrift zum Tummelplatz derartiger literarischer Ungezogenheiten zu machen. Und um eine solche Zeitschrift zur Beschimpfung unseres Historikers zu gründen, haben die Vorsitzenden des D. J. G. B., die Herren Kristeller und Lazarus, eine ״historische Kommission“ zusammenberufen, and dazu haben jüdische Gemeinden, wie Berlin, Hannover u. a , das Geld aus dem Gemeindeseckel hergegeben. Sie haben das Verdienst, dem Vogel das Nest bereitet zu haben, das er, wie vorauszusehen war, selbst beschmutzt. Km. -V erantwortlicher lledacteur J)r. Kuliraer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolf f, Magdeburg. Verlag von Robert F rie8 e, Leipzig.

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