Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 16 (1887)
- Issue
- N° 9. (17.2.1887)
- Date
- 1887-02-17
- Page
- Seite 34 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 34 han<l״lt. zu behaupten wagt: ..Die Thatsache, dass Tee he 11 über den Ritus lind alles damit zusa in m r n 11 a 11״ e 11 d e in seinem Buche auch nicht eine einzige S i 1 b c sagt. hätte jeden anderen als die drei .luden darüber belehrt, dass er nicht Liturgiker sein will״, dann 111:1•; jeder redliche Forscher, sei er .lüde ״der Christ, sieh ein Urthcil über die 'Wahrheitsliebe des Herrn Professors bilden, dann man er darüber entscheiden, ob es nicht eine wissentliche Verleumdung ist. wenn er uns aut Grund seiner nachweislich 1 ii g e n 11 a l'ten Behauptung einer ..in absichtlicher Verdrehung des Tbatbestandes aih H iss gennehten Unterstellung־‘ beschuldigt. Der nächstfolgende Vnrwurl'. den ich in meiner Kerension Herrn Terhen mache, ist. dass er den Autan!; vom Hilde der (Jebetstiicke nicht immer zu unterscheiden weiss. indem er s. 15 בגילה ברנה und זה צור ישענו als Anfänge von Pijutim bezeichnet '). hingegen S. 48 den Ot'an כבודו יתרומם fiir einen Uefrain des Jozc.r אל מתנשא hält. Rechtfertigt nun Herr l*r״f. de Lagarde diesen Vorwurf? Nein, er findet e* gut, auch ührr diesen 1*1111 kl zu schwei!׳en. Glaubt der liicse Irliiiimer am Schlüsse, die ehentiills in einem Missver.stiimlf1is.se, das anseinandcrzusety.cn mich zu weit führen wurde, ihren Prsprung halten, kann man. wenn man will, als Zugalie zu dem Ilauptunsinn dieser Beschreibung betrachten. Nun sagt, l’rnf. de Lugardo zur Recht frrUguiig Teoheus allerdings: ״Techen will nicht, l.iturgiker sein und nur die drei .luden wollen nicht darüber belehrt sein.1' Allein ich für meine Person mochte mich sehr gerne belehren lassen und darum trage ich den Herrn i'roiessor. ob Ueuu ״die!•'nrin der Sehibata“. das Ta Igeltet und das (tesrhemgebet. dio Techen unter Andern bosobreiht, nicht zur Liturgie gehörten und nicht eilt( 11 sehr wesentlichen liestandtheil des svnagogalen Ritus bilden, und ob er sieh nicht mit der Behauptung, ״dass Terhen über 1t 011 Ritus 1111!1 alles damit zusammenhangende in seinem Buche auch nicht eine einzige Silbe sagt‘' einer wissentlichen groben 1'nwiihrhoil sc,huldig gemacht hat V Aus diesem drastischen Beispiele, dem noch weitere folgen werden, ist zu ersehen: I. Wohin es führt, weint ein Nie■litliturgiker Gegenstände der Liturgie behandelt. II. Was von den Behauptungen des Herrn de Lagarde zu halten ist. s> Wie sehr Herr Techen hierbei sich selbst verwirrt und Verwirrung anrichtet, wollen wir hier naher beleuchten. Zunz erklärt (S. 1’. lib! kurz und klar: Das poetische Maarili besteht aus 11 vierzeiligen Strophen, '1 vor, I nach dem Sch'ma. Der dritten Strophe gebt meist ein längeres Stück voraus. Zuweilen hat das Maarili noch eine Zugabe, Bikkur genannt. Das sind zusammen 8 Stücke. Techen stellt nur 7 Nummern tiir das Maarib auf, indem er die dritte vier zeitige Strophe als Scblussstrophe zu dem mittleren Stücke rechnet, wogegen ja nichts oinzuweuden wäre. Dann lässt er als 1’. IV das unglückliche בגילה ברנה und als P. V זה צור ״מצנו folgen und bemerkt zuletzt: ״zuweilen folgt auf P. 111. sofort P. IV und dann erst die Formel בנילה> so z. B. B.!Kt': אלהיט ביתה.“ Neugierig diese Abweichung kennen zu lernen, schlage ich in einem hiesigen handschriftlichen Machsor das genannte Maarib nach und linde darin, dass, wie überall, aut das mittlere Stück אמן die dritte v i e rze i 1 i ge S t ro p h e בחולב אל פני tolgt, also dieselbe, die T. in dem von ihm autgestelltou Schema zu P. III zählt und die jetzt auf einmal unter der Hand in cimyi P. IV sich vorwandelt ״und daun erst folgt dio Formel בגילה“• Diese Auteinanderfolge erscheint '1'. als eine Abweichung von der Regel, die er mit ״zuweilen“ bezeichnet und doch wird er uns kein einziges Maarib antühren können, in welchem dio Aufeinanderfolge eine andere wäre, nämlich: mittleres Stück, dritte vierzeilige Strophe mit dem Schluss בגילה. Techen muss auch hier seine Abweichung von Zunz durch Verwirrung und durch Blossstellung seiner Unwissenheit büssen. Seinen l'rotector Herrn Prof, de Lagarde aber muss ich hier wieder fragen, ob denn die Schematisirung und dio Behandlung der Aufeinanderfolge der liturgischen Stücke nicht mit dem Ritus zusammenhängt und mit welchem Rechte er zu behaupten wagt, ״dass Techen über den Ritus und alles damit zusammenhängende in seinem Buche auch nicht eine einzige Silbe sagt und kein Liturgiker sein will“. Wer auf Grund einer solch plumpen Ableugnung Beschimpfungen ausstösst, der brandmarkt mit denselben niemand andern als sich selbst. Herr Professor etwa, sein Schüler Techen brauche den Unterschied zwischen einem selbstständigen liturgischen Stücke und zwischen einem Refrain, zwischen dem Anfang und dem Schlüsse eines hebräischen Gebetes nicht zu wissen, weil er .,geschulter Philologe״ ist und ,,nicht Liturgiker sein]will?" Wenn er sonst gegen meine Vorwürfe nichts vorzubringen weiss. dann timt mir sein Schüler Techen leid. Denn ich zweitle. nicht, dass auch jeder redlich denkende christliche Horschor mit mir der lieberzeugung sein wird, dass ein Niehtlitnrgiker die Be- Schreibung eines Machsor nicht übernehmen darf, wenn er sich nicht kläglich blamiren will. (Schluss folgt.) Theologischer Jahresbericht für 1885. Federzeichnungen v. Dr. Krone r, Rabb. in Brandenburga. d. II. V. (Fortsetzung.) Staunenerregend ist die Bibelfestigkeit des Hru. S. Nun, das wird sich wohl auch so gehören, wenn solch ein hoher Herr als kritischer Jahresberichterstatter der Litteratur zum A. T. auferitt. Nur einen Beweis י jener Bibelfestigkeit — nur einen, aber einen Löwen — wollen wir den Lesern vorführen: Im Jüdischen Litt.- Bl. 1885 Nr. 4 brachte Herr Dr. Caro-Pilsen eine Notiz über ״Gräuel Aegyptens“ in 1. M. 44», 84. Im Litb.-Bl. war statt Cap. 445 fehlerhaft. Cap. 3(» gedruckt, und diesen Druckfehler schreibt Herr S. ohne Weiteres zweimal nach und lässt ihn zweimal (S. 08 u. (50 des Jahresber.l nachdrucken.*) Ebenso flott wird die Notiz selbst abgethan: ״Caro macht die Entdeckung, dass תוצבה in Gn. 315, 34 Gegenstand der Verehrung bedeute. Sapieuti sat.“ Wirklich, macht Caro allein die ״Entdeckung“? Haben nicht, wie Caro zeigt, Targum, Raschi, Herodot, ja mehrfach das A. T. selbst Theil an dieser ״Entdeckung‘? Du fragst, eiusichtSr voller Leser, warum Herr 8. Caro’s Beweise mit keiuenl J Worte widerlegt? Nun, ist es denn nicht des Gegenbeweises ״für den Verständigen genug“, aus professoralem und kirclienräthlichem Munde eiu Sapienti sat zu vernehmen? Sag’, Leser, was willst Du noch mehr? Nach Allem, was wir über die Art und das Verständniss des Hrn. Siegfried, Lob und Tadel zu ertheilen, bisher dargethan, bedarf es wohl nicht erst unserer Versicherung, dass uns au Lob oder Tadel seitens des Hrn. S. ebenso herzlich wenig liegen kann, wie etwa an Lob oder Tadel seitens der Herren Nestle und Paul de Lagarde. Und doch empfinden wir — gestehen wirs offen — eine gewisse Befriedigung darüber, dass uns Herr S. in dem vorliegenden Jahresbericht nur mit ״Geschliffenheit“ beurtbeilt hat. In Zukunft wird uns sein Tadel ungleich lieber sein. Jene Befriedigung wird uns Jeder nachfühlen können, der an den Beweggrund denkt, den andernfalls Herr S. unsern ״Federzeichnungen“ supponirt hätte. Freilich würde uns auch das nicht allzu grossen Kummer bereitet haben. Damit eventuell das künftige Misswollen des Hrn. 8. gegen uns sich nicht auch gegen unsern Hrn. Namensvetter in Hannover (vorher in Münster, St. Lengsfeld und Erfurt) richte, bitten wir, uns mit demselben, mit dem wir eben nur namensverwandt sind, jedoch sowenig wie konsanguinisch irgendsonst in Beziehung stehen, nicht mehr zu ideutificiren. Im Register des Jahresberichts und auch sonst in demselben werden wir beide in keiner *) Aus diesen Gründen und weit ein Buch, insonders ein kritisches, sorgfältiger und öfter korrigirt wird, als ein Zeitungsblatt, wird auch wohl Niemand den fraglichen Fehler für einen Druckfehler ansehen.