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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1887-02-17 · N° 9. (17.2.1887) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
16 (1887)
Issue
N° 9. (17.2.1887)
Date
1887-02-17
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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.9 &ג Jüdisches Jahrg. XVI.; Litteratur-Blatt. Zur BHtHrhtui; «Her Ja4eathuv1 and Jfaden betreffend*« )itler«rf*cl1e11 Cr• *cheimitiKeii «nf den! Gebiete der Philo• •ophie, («eschirhle, Ktfenogr*phif. Theo• loftfe, Orient«]!«, Cxe^eee, Homiletik, Mtorgik, Piitagorfk. Herausgegeben von Rabbiner l>r. Moritz Haliiiier. 0TLa<j9<j6w׳t^, 24. 0Fe׳6׳niat 1SÖ7, Bücher der elntichliglgen Mtter«tur.nelrbe der HetUH <׳ . *u^e8«mlt nenten, llntlen!8 diesem Blntte ein^’ehwtde Res|»r«4’l1» uic Bei KiiiNeiidum; T0n xnei Keceusions• Kveniplxren erfolgt einm»ll«e kurxe (<r«tis*lt1Kertion. Das ״Jüdische Litteratur-Blatt« erscheint wöchentlich in einem halben Bogeu Preis hei allen Buchhandlunfjren (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Mark. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei •dien Postanstalten und Buchhandlungen 3 Mark kostet) erhalten das ״Jüdische Litteratur-Blatt‘‘ gratis. - Inserate werden mit 25 Pf. für die gespaltene Petitzeile, Beilagen mit 15 Mark, berechnet und sind an die Expedition dieses Blattes zu senden MC* Buchhändler, welche direct oder durchRobert Friese iu Leipzig Inserate eiusendeu, erhalten -ö }£ Rabatt. t Inhalt: Wi ssen schaltliche Aufsätze: Einer, der nicht Liturgiker sein will. Antwort an Herrn Prof, de Lagarde. Von Dr. Bernhard Ziemlich, Rabbiner in Nürnberg. (Fortsetzung.) — Theologischer Jahresbericht für 1885. Federzeichnungen von Dr. Krön er, Rabbiner in Brandenburg a. d. H. (V. Fortsetzung.) Li tt eraturberi ch t: R ecens io neu: Goldhammer, Dr. Leopold. Die Psychologie Mendelssohns. Nachduck nur mit -voller Quellenangabe gestattet. Einer, der nicht Liturgiker sein will. Antwort an Herrn Prof, de Lagarde. Von Dr. Bernhard Ziemlich, Rabbiner in Nürnberg. (Fortsetzung.*) 4 Was de Lagarde sonst gegen meine Ausstellungen einzuwenden weiss, lässt sich im Wesentlichen auf l'olgenden Satz zuriiekliiliren: ״Techen will kein Liturgiker sein״ (S. Diese gewichtige, aus mehr als einem (-1 runde merkwürdige These habe ich gleich Eingangs gewürdigt; schlechter hätte wohl kein Mensch .Herrn Teehen vertheidigen können, als sein Lehrer de Lagarde mit dieser Behauptung. Aber so sehr sieh auch dieselbe — wie ich unschwer nachweisen werde —- mit den Thatsachen im schroffsten Gegensatz!■ betindet, so will ich sie mir doch gesagt sein lassen. Jcl1 will im folgenden die Schrift Techens von dem Gesichtspunkte aus betrachten, von dem sie de Lagarde gesehen wissen will, ich will mir wieder und wieder dessen Einwendung Vorhalten: ״Teehen will kein Liturgiker sein“ und gewissenhaft prüfen, ob unter dieser Voraussetzung die von mir gerügten elementaren Fehler des Huches verschwinden und dasselbe gerechtfertigt erscheint. Mehr kann doch wohl der Herr Professor nicht von mir verlangen. Nach der Techinimfrage, die Herrn Teehen bereits den Titel .,Teehiuimdoctor״ eingetragen 11atJ), gehe ich zu dem Nachweise über, dass Teehen lädierlieber Weise von einem ,,Achtzehngehet“ an Festtagen und Sabbathen spricht*) und dass er den Terminus *)Berichtigung: Der ,Setzer meiner Entgegnung in vor. Nr. scheint ein entschiedener Anhänger der de Lagarde- Techen’schen 'fechinimtheorie zu sein, da er eigenwillig zweimal תחינים statt תחינות gesetzt hat. Um jedem Missverständnisse vorzubeugen, möge hier die betreffende Stelle S. 30 b, ^. 25—29 noch einmal ihren Platz linden: ״Aus Zunz, auf den wir uns trotz des Herrn de Lagarde berufen w6rden, S. P. Beilage 1, ist zu ersehen, dass die regelmassige Bildung תחינות üblich ist, und in zahlreichen Machsorhandschriften habe ich nie anders als תחינות gefunden.“ ’) S. Kroner, Jüdisches Litteraturblatt 1887, Nr. 1. *) Eine gleiche Kenntniss der Elementarbegriffe der jüdisehen Liturgie verräth Herr Teehen, wenn er S. 14 נעריצך conseqnent eine ״Sabbathnummer“ nennt, als ob diese Nummer שבעתא nicht verstellt. Wie rechtfertigt der Herr Professor diese Unwissenheit? Er gellt darüber mit Stillschweigen hinweg, wahrscheinlich weil erdenkt: mein Schüler Teehen ״will nicht Liturgiker sein“, er braucht die liturgische Unterscheidung zwischen ״Siebengehet“ und ,.Achtzehngebet•1 nicht zu wissen, ihn geht die liturgische Terminologie nichts• an. .fa, warum hat er dann über Dinge, die er nicht versteht, geschrieben? und warum hat er sich angemasst, von der von Zunz angegegebenen liturgischen Terminologie abzuweichen, ״um einige Unklarheiten zu vermeiden“, da er doch selber über die einfachsten liturgischen Begriffe so wenig im Klaren ist? Und wenn Herr Prof, de Lagarde angesiclits der offenkundigen Thatsache, dass Teehen von S. 0—17 seiner Schrift die Bestandteile des jüdischen Gebetritus und die dahin gehörige Terminologie, henicht auch an Festtagen üblich wäre. Doch will ioli hiev nicht alle falschen Bezeichnungen und Verkehrtheiten antühren, die sich Herr Teehen in dem. was mit der Tephilla zusammenhängt, hat zu Schulden kommen lassen. Aber ein Beispiel, das wegen seiner unfreiwilligen Komik auf die Lachmuskeln unwiderstehlieh wirkt, möchte ich doch dem Leser zu seiner Erheiterung nicht vorenthalten. Als letztes Stück der ״Form der שבעתא nennt Teehen a. a. (). 11 7״. XV'IIl der achtzehn: אלהיג, ואלדי אבותינו; p.vii, segen xvm: ב־ א׳ יי המברך את עמו ישראל 1 ."בשלום 'mnittelbar darauf wird גשם und טל in folgender Weise beschrieben: ״Musaf n 4 and 7 (ת׳ גשם und ת, טל Kalirs) sind insofern von der Form der שבלתא abweichend, als aut P. 11 sofort die übrigen fünf Piutim folgen, nur durch ‘ככת getrennt, vor 1’. VIT ist n XVHI der achtzehn angedeutet, nach P. VII folgt erst der Segen zu n II (in ת, טל), oder es ist die Sabbathnummer נער״צך angedeutet (ת, גשם)♦“ Nach dieser Beschreibung wird also im Geschein und Tal vor den letzten stücken זכור אב mul טל תן ( p. vii) ברכת כחגים und ״ ) שים שלוט XVHI der achtzehn, s. oben) gesagt, nach טל תן folgt sofort der Segen zu n II der achtzehn, d. i. כ׳ א׳ י־ מחיה המתים, nach וכור אב hingegen נעריצך. Dass hier ein grandioser Unsinn steckt und dass in keinem Ritus der Welt vor den letzten Stücken von Geschem und Tal ״n XVIII der achtzehn“ eingeschoben wird, muss jeder Kundige sofort erkennen. Allein auch dor Unsinn hat ja seine Methode und will darum erklärt sein. Wie ist nun Teehen aut diesen lächerlichen Unsinn gekommen'! Ich bin in der Lage, das Räthsel zu lösen. Bekanntlich werden die Stücke לכור .אב und טל תן — wie viele andere Gebete, namentlich Selicboth — mit den Worten אלהינו ואלה, אבותינו eingelfeitet. Mit denselben Worten beginnt aber auch ברכת כחגים, die Teehen als den Anfang von ״n XVIII der achtzehn“ (s. oben) bezeichnet. Da er nun vor den genannten Stücken ,,אלהינו ואלד ״ אבות,!!angedeutet“ fand, so glaubte er, es sei mit denselben die letzte Nummer der XVIII gemeint und überraschte die Liturgiker mit der ganz neuen Entdeckung, dass vor den Schlusspijutim des Geschein und Tal ברכת כחגים und שים שלום, nach denselben, nicht etwa wie man erwarten sollte, bei beiden מכלכל חיים gesagt wird, sondern beim Tal ״folgt erst der Segen המתים JTnÖ ‘י 'K 'כ, beim Geschem ist die Sabbathnummer נעריצך angedeutet.“

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