Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 16 (1887)
- Issue
- N° 8. (17.2.1887)
- Date
- 1887-02-17
- Page
- Seite 30 (sequence 2)
- Language
- German
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— 30 — se.hhigemlo Professor biotot. und os ist wnhrlicli keine :niiii'iiolnno Aufgabe.;1111־ ein so giftgetränktos. von )!ersönliobcn Invoktivon strotzendes Machwerk. d;1s mit Kkol orfiillt. uiitwurton :׳n müssen. :dloin eingedenk dor S|1r. Siilom. XXVI. ö h;1 Ito ich doch oino Kntgegnung für geboten. Auf oino Vertlieidignng Zun/ons werde ich inioli allerdings nicht cinlasscn. weil or derselben nieht bedarf. Allo Anstrengungen dos Herrn de Lagarde und seiner Solnd!■ worden den Pfadtindor dor jüdischen Wissenschaft von seinem Piodestul nicht lierab/uzerron vermögen.') Auch für die Herren Kaufmann und Berliner, die nelien mir der besonderen Liebenswürdigkeit dos Herrn Professors sieh erfreuen, habe ich einzutreten nicht m'ithig: dieselben werden ihm schon seihst ihre Meinung zu sagen wissen. ) Nur sn weit die Auslassungen des Herrn de Lagarde sich auch auf mich beziehen, werde ich sie auf ihre Wahrheit prüfen, und ohne in seinen galligen. wiithemlon Ton zu verfallen, werde ich doch nachzuweisen mir erstatten, wie seine Beschimpfungen auf sein eigenes Haupt zuriiekfallen müssen. Wenn derselbe S. I (it) schreibt: ..Derartige Kritik, die das Wesentliche eines llueiirs. das Wesen eines Menschen aus Hass )!(■schweigt. welche Fehler schilt, die gar nicht da sind, welche Fehler, die da sind, über (iebiiln und mit ersichtlichem Behagen rügt, die den A schlägt, wo sie den l> meint, derartige Kritik ist einfach verächtlich••.־) so bin ich nachzuweisen in der Hage, wie wenig diese Kvpoktoration auf meine Kritik passt. F״s ist nicht wahr, dass ich das Wesentliche des Tcchen'schen Buches ..beschwiegen״ habe. \\ as ich ..beschwiegen•• habe, das sind weitere erasse Fehler und unsinnige Behauptungen des Buches, die man gar nicht discntireii. sondern höchstens der Lächerlichkeit preisgeben kann, und möge sich Herr Teehcn bei seinem Vertheidiger de Lagarde bedanken, wenn ich heute diese Fehler, die im Interesse Teehens besser ..beschwiegen״ geblieben wären, unten in (hm Anmerkungen ans Tageslicht ziehe: es geschieht dies bloss um nachzuweisen, wie wenig es der Wahrheit entspricht, dass ich ..Fehler, die da sind, über (iehiihr und mit ersiehtliebem Bolingen gerügt״; gerade aus l'nbehagen ander Kritik der fraglichen Schrift ba.be ich nur dasjenige, was so ganz auf der OberHiiehe lag und woran sich auch der einigermassen kundige Laie stossen musste, vorgeführt und ich habe mich dieser wenig erbaulichen Arbeit —• wie ich Kingangs meiner Beoension bemerkt — auch nur (lesshalb unterzogen, weil sich Tuchen auf Herrn Prof, de Lagarde stützen konnte. Ms ist daher auch nicht wahr. ..dass ich den .V schlug, wo ich den B meinte״, oder, wie sich der Herr Professor an einer frühem Stelle deutlicher ansdrückt. ..Sie meinten — sie müssten unsereins nicht für so dumm halten, das nicht zu wissen - als sie auf Techen schlugen, nicht diesen, sondern mich״. Aus meiner zuletzt citirten Aeusserung. so wie schon ans der ITcberschrift. meiner Uecension: ״Aus der Schuh■ de Lagarde's״ geht unzweideutig ') -Her! I’rot. de Lagarde macht sich sogar das kindische Vergnügen. Zunz den Dootorticel streitig zu machen. Der Herr Professor hat vollkommen Hecht! Wer auf Grund einer Schrift wie ״Zwei Göttinger Machzorhandschriften“ die Verleihung des Jtoctortitels einer Facultät emptiehlt, der würde mit diesem Titel einen Zunz schwer beleidigen. Cebrigons gilt hier das alte Wort: גדול מרבן שמו der Name ״Zunz“ bedeutet mehr als der Titel ״Doctor“ und ״Professor“. Und wenn der Versuch dos Herrn Prof, de Lagarde. dem Antisemitismus in der Wissenschaft Bürgerrecht ■zu verschalten, längst vergessen sein wird, so wird doch der Name Zunz noch immer mit Flu■- furcht genannt werden. *) Seitens des Herrn Dr. Berliner ist. dies in der soeben uns zugehenden Broschüre: ״Professor de Lagarde. nach seiner Natur gezeichnet“ in recht gründlicher Weise geschehen. (Red.) ג) Hier folgt unter Hinwois auf seinen hohen Rang ein unriäthiger Satz, auf welchen ich dem hohen Herrn mit einem Pfnt! antworte. hervor, dass ich so wenig wie der Rceensent in Ko. 24 des Litteraturbl. (vgl. die Stelle S. 94 ...\11a! Nun wissen wir. wo Bartel den Most, holt!״ etc.) ein Hehl daraus machte, dass Herr Prof, de Lagarde mit verantwortlich zu milchen ist. Ich habe den Herrn Professor keineswegs ..für so dumm‘•, sondern im (regentheil für so gosoheidt gehalten, dass er deutlich herauslesen wird, dass er mit gemeint sei. Wenn er mir trotzdem eine Art Hinterhältigkeit verwirft, dann nWlss ich heuti* womöglich noch klarer und deutlicher mich ausz.u(lrück(‘11 suchen, damit er mir am Milde nicht wieder vorrücke, ich hätte hinterlistige Anspielungen auf seine Person gemacht und ihn für so dumm gehalten, dass er nicht dahinter kommen werde, wer eigentlich gemeint sei. Kndlieh ist es nicht wahr, dass ich ..Fehler geschölten, die gar nicht da sind״. Auch keinen einzigen, der in meiner 14 e r e 11 s i o 11 11 erv o r g e 11 o I» e 11 e n F c h I e r 11 a t d e L a g a r d e zu entkräften vermocht. Ich trete hier sofort den Beweis der Wahrheit an. הה״גים meint, der Herr Professor S. lös ..könnte eben so korrekt sein y wie תד,לים "dev ״הפילין. hat aber auch kein einziges Beispiel angeführt, wo eine unregelmässige Pluralhildung von תחינה vorkommt. Aus Zunz. auf den wir uns trotz des Herrn de Lagarde berufen werden. S. P. Beilage 1 ist zu ersehen, dass die regelmässige Bildung תחילס üblich ist und in zahlreichen Maehsorhandschriften habe ich nie anders als החינים gefunden. Diese Bildung wird darum als die allein richtige aiizusehen sein, so lang(: nicht■ das (־regentheil erwiesen ist. Dürfte man nach den Analogien Lagarde's willkürlich unregelmässige Pluralhildungen sich erlauben, dann könnte wie תחיניב neben תחינות so auch ער,ידים, הוכחים, סליהיב, פתיחים neben der regelmässigen Bildung korrekt sein! Sehliesslieh giebt de Lagarde seihst zu, dass im Oodex gar nicht תחינים. sondern תחנונים Stellt, und erweist liiert'"’( ' durch, wie sehr ich liecht hatte, darauf aufmerksam ־ zu machen, dass תדילם keine hcrechtigte grammatische Form, sondern lediglich eine Lesart des Herrn Techen sei. wie הארץ st. שעלו שחקים ,תוערץ st. שאלו שחקים (Xo. .005) 11. (Igl. m. (Forts, folgt.) Beerdigung und Feuerbestattung in Bibel und Talmud. Von Rabbiner Dr. Wiener in Oppeln. (Fortsetzung.) Ueber das, was mein Widerpart bezüglich meines Citats aus Nimnke Joseph vor bringt, würde ich kein! Wort verlieren, wenn ich nicht da.s semper aliquid J haeret*) befürchten müsste. Ich bitte die Leser nur um den Gefallen, im Nim. Jos nachzuschlagen, ob ich diesen Commentator, der sich zwar nicht ganz so deutlich wie die Gemara ausdrückt, etwas anderes sagen lasse, als wie der Talmud Synh. 47 b sich äussert, ich wollte nur auch die Worte einer nachbiblischen Autorität als Gewährsmann für mich anführen. Die dort den הרוגי בית דין gegenüberstehenden יהרוגי מלכות tlie nicht erst der vermeintlichen Sühne durch das Grab bedürfen, sind durchaus keine Märtyrer für ihren israelitischen Glauben, wozu sie Hr.K. (lassen wir der Kürze wegen die Titel weg!) stempeln will, sie haben sich vielleicht sogar irgend wie vergangen, aber nach jüdischem Gesetze nicht das Leben verwirkt. Aber um mich eines Besseren zu belehren *) Mündlich würde vielleicht seine Exclamation garnicht. so provocirend lauten uud klingen, wie sie sich schriftlich ausnimmt. — In vor. Nr. bitte ich auf S. 28 in der Notiz 2 folgende Stellen zu berichtigen: Z. ö ist לא st. לך zu lesen; ibid. Z. 14 ist zwischen לא und נאמר das wort ,למצוד hinzuzufügen; Z. 19 muss es st. u n wahrscheinlich heissen: ״wahrscheiniich“, und S Zeilen weiter ״wonach“ statt wenn.