Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 16 (1887)
- Issue
- N° 6. (3.2.1887)
- Date
- 1887-02-03
- Page
- Seite 23 (sequence 3)
- Language
- German
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" ״w-r1 sam vor Gott aufgeh äufte Asche der beabsichtigten Opferung Jsaacs erinnern, was wie שופר של איל und manches Andere das זכות אבות zu fordern geeignet sei. Und כאן מצא ב־יח מקום לגבות שטר חובו hier muss ich die Ordnung unterbrechen und schon ■jetzt lauten Protest gegen die Art erheben, wie Herr Dr. Kohn meine schlichte, durchaus wahrheitsgetreue Wiedergäbe der Mischnahworte zu einem Raisonnement aufbauscht und mit Declamatiouen uud Exclamationen verbrämt, als hätte ich mir wer weiss was zu schulden kommen lassen. Dazu habe ich ja gleich von vornherein befürwortet, dass ich mit der Crematiou nicht Propaganda treiben, sondern die bestimmte Frage beantwortet haben will: ist diese Art von Leichenbestattung nach Bibel (darauf komme ich in einem späteren Artikel zurück) und Talmud םור& oder מותר Könnte ich als Leser des ״Litteraturbl.“ ausschliesslieh Collegen, Talmudistep voraussetzeu, so köunte ich meine und seiue Erörterungen getrost unbefaugenen, vorurteilslosen Lesern überlassen. Dr. K. aber, der durch seine ausführliche Interpretation der Institution von עגלה ערופה von der festlichen Stirnmung am 15. Ab und anderes für uns Selbstverständf liehe auch einen Leserkreis vou Laien voraussetzt, nöthigt mich, diese um die Gefälligkeit zu bitten, meines Antagonisten Entrüstungen nichtohne nochmalige Prüfung meiner Worte hinzunehmen. Dazu hat er mir gegenüber einen ohne Vergleich leichteren Kampf, ihm ist jede Aeusserung des Talmuds und ferner auch des einschlägigen rabbinisch apokryphischen Litteraturzweiges ein unfehlbarer Codex, mir, wie ich das ebenfalls befürwortete, durchaunicht, wie keinem der zeitgenössischen Theologen, der nicht mit verbundenen Augeu alles acceptirt, sondern auch dem eigenen rationellen Judicium etwas zutraut. Wenn ich mich aber dennoch auf den Talmud berufe und auch nur eine Stelle für meine Behauptung herausfäude, so K genügte dies für überzeugt sein Wollende vollkommen. Wenn beispielsweise ein Talmudist auch nur eine i Stelle im Evangelium gegen das herrschende Dogma, i ein Christ auch nur eine talmudische Stelle nachweisen könnte, die für sein Dogma spricht•, so hätten sie jeder nach seiner Weise genug bewiesen. Dr. Kohn hat sich bisher immer und immer nur an zwei von mir nur nebensächlich hingeworfene Aeusserungen gehalten, an die ״akademische Unterhaltung“ uud ,,es bedarf als Sühne nicht (ausschliesslieh) des Grabeswehs“. Nun findet sich in meinem Gutachten in der ״Flamme“ vou diesen beiden Aeusserungen garnichts vor, warum geht er nicht auf die Hauptsache אסור oder מוהר ein?*) Und sollte man es glauben? vor 1 */, Jahren sprach auch er vou einer ״ ןacademischen Unterhaltung“, denn was ist es anders, wenn er No. •'M der ״Jüdischen Presse“ 1885 zu dem Resultat gelangt, der Beweis für קבורה מן התורה ist nur אסמכתא בעלמא: heisst dies etwas Anderes, als die Gemara war sich bewusst, aus der Vorschrift לאתלין und קבר תקברנו für den Justifizirten lässt sich nach dem schlichten klaren Wortsinn durchaus nicht auf שאר מת״ם und gar ausschliesslich auf Beerdigung constatieren uud er kommt zu dem Resultat, die Beerdiguug uud gar auch fiir שאר מתים sei eine הילימ. *) Opportunität, Sympathie uud Antipathie ihr die eine Alt der Leichen bestattung, Aesthetik, Pietät, wird zu allerletzt Krlediguug linden: hier aber wird die Frage dahin zugespitzt: ist aus liieel und Talmud, aber nicht etwa aus dessen legen- 1 dischen Unterhaltungen und mystischen, kabbalistischen, nach-! dalmudis.-hen Schritten, ein ausdrücklicher א״סור gegen Feueri bestattung aufzuhuden V Wie ich nachweisen kann» haben sich gründliche Talmudtorsclier, die durchaus nicht neologisch, sonj dern einem gemässigten Conservatisnms huldigen. mir gegen-! Uber dahin ausgesprochen, dass ע״פ דעא ein איסור gegen : Feuerbestattung nicht besteht. W. Und Herr Rabb. Dr. Hildesheimer stimmt ihm dort bei mit dem Bemerken : ״leider werde nur unsereins*, das heisst doch wohl, wer nicht auf die Unfehlbarkeit des Talmud schwört, ״dies nicht acoeptiren“. Freilich aber fehlen durchaus die Kriterien für eine ה׳ל׳כי, denn wo eine solche präsumirt wird, muss nach «lern Kanon des Maimuni auch der leiseste Hinweis also jeder רמו fehlen, vgl. auch über dieses Thema die bekannte Aeusserung Ascheri’s zu Mikwaoth, das so überaus lehrreiche Responsum R Jair Bachraohs 192 und wie der verewigte Zach. Frankel in der Hodegetik sich darüber äussert, was damals alle Zeloten in Feuereifer versetzte, nämlich, was die Weisen במועצות ודעת eruirt und begründet haben, wurde mit der Bezeichnung היל״ין belegt. Auch ich glaube, ohne im Geringsten mein eigenes Votum damit abzuschwäeben, an dieses במועצות ודעת für die Leichen bestattung im allgemeinen und die Beerdigung insbesondere und werde in dem Artikel (Bibel) אי״ה darauf zurückkommen. Wie kann aber Hr. Dr. K vollends aa seine hier folgende Aeusserung 1. 1. vergessen, die ich hier wörtlich uud buchstäblich wiedergebe: ״von קבר allein“, so lässt er den Talmud concludieren, ״vom Infiuitiv ohne persönliches Fürwort ist kein Beweis zu bringen, denn in dieser Form kann es auch heissen ״einsargen“, ״bedecken“ und nicht ״beerdigen“; von תקברנו mit dem persönlichen Fürwort aber, das allerdings ״begraben“ heisst לא משמע ליה ist wieder nicht für שאר מתים bewiesen.“ Und einige Zeilen weiter: ״Der Unterschied zwischen קבר im Infinitiv und תקברנו wäre nach R. Chama also ein sehr grosser; ״im Infinitiv bedeutet ״ קברeinsargen“, ״bedecken“, ״den Todten dem Anblick der Menschen entziehen“; תקברנו mit dem Pron. pers. heisst allerdings ״ihn beerdigen“.**) Und in der That entgegnet ihm in einer Note Herr Dr. H.: ״das ist durchaus nicht eiuzuseben. und wenn der Infin. ״einsargen“ heisst (er meint hiesse), so heisst (hiesse) das verb. finit, mit dem Objekt durchaus nichts anderes.“ Es ist mir in meinem ganzen Leben noch keine litterarische Beschäftigung so schwer und sauer geworden, als die mir fast aufgenöthigte Widerlegung der — wollte ich nicht grundsätzlich jedes aufreizende j Wort, zumal gegenüber einem gelehrten Collegen, veri meiden, dies Wort, wenn auch noch so euphemistisch | ausgedrückt, lauten würde —: Sophisterei meines Antagonisten. Jch will zugeben und habe ja sogar I bereits vor 13'4 Jahren in der ״Flamme“ darauf hin* gewiesen, dass dem Schabor’schen Disput das religiöse! Parsensystem als Untergrund gedient haben könne, | nicht aber kann nach dem ganzen Tenor der naohfol- : geuden Discussion über das Motiv בייונא oder כפרה j von der mens sana zugegeben werden, dass auch hier ן irgend ein bestimmtes Factum — dass Käuze uud Abtrünnige, die nach der Phantasie des Dr. K. ״der Mode huldigen, lieber von singenden Vögeln gefressen (sic) I werden wollten“ — Vorgelegen habe. Warum denkt : man, wenn man schon hier von etwas Thatsächlichem i ausgehen will, nicht lieber an R. Eleasar b. Sohimeon, : der doch wahrlich kein ״Kautz“ und ״Abtrünniger“ war; und sicherlich auf כפרה nicht verzichtete, (B. Mezia 84), u. doch aufseinen Wunsch 18—22 Jahre uubestattet blieb, | (was gewiss durchaus nicht zu billigen war). ״Für uns, ja für u n s “ betonte ich, ist die Un tersuchuug wegen des Motivseine gleichgiltigegeworden.“ Braucht sich Dr. K. über diese Aeusserung zu entrüsten, aus- **1 Man wiirilo glauben, nicht des Dr. IC., sondern meine (Wioners,) Wurfe hier zu lesen; t’reilich 11:1! für mich die Verdoppetung קבר תקברני nur die Bedeutung der Iutensivität: ,.ja und ja an demselben Tage sollst du ihn bestatten,“ ohne dass nach meinem schlichten Vorstande eine verschiedene Bedeutung zwischen קבר und תקברנו ointreten kann. W.