Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 16 (1887)
- Issue
- N° 6. (3.2.1887)
- Date
- 1887-02-03
- Page
- Seite 24 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Rashbam 2× ep/1002820
- Rashi 2× ep/1002670
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rufend, ״dass es ja aber vor J ”»00 Jahren bei den Parsen ganz anders aussah?“ Sind denn aber diese, die Parsen, rufe ich ohne Entrüstung aus, je nach dem verschiedenen Motiv in dem jüdischen Gesetze eines Besseren belehrt und dadurch bekehrt worden, den Juden die Beerdigung zu gestatten? Dr. K. ruft ein überdas andere Mal aus: ,כפרה muss sein***), darum muss Beerdigung sein, und darum entscheidet Maimoni אין שומעיו לו“ man achte nicht auf den entgegengesetzten Willen des Bestators.“ Aber wie fehlgegriffen, mein werthe’• College! es heisst ja bei Maimuni ausdrücHich, deshalb wird der letzte Wille nicht beachtet, weil es zweifelhaft sei, ob nicht בייעא das Motiv, denn wäre das Motiv כפרה, so wäre dem letzten Willen לא תקברוני zu genügen. Ich hoüe, mit dem folgenden Aitikel unser Thema zum Abschluss zu bringen; denn wenn Herr Dr. K. fortfahrt, aus dem עין יעקב Agadoth als ßeweismaterial ins Treffen zu führen, so lasse ich mich in keine Discussion mehr ein, denn wir kämpfen dann mit ungleichen Waffen, und ich bin insofern entschiedener, als wie mein Antagonist, ein Anhänger des Talmud, als ich mit diesem dem Ausspruch huldige: אין למדין מתיך הנדות .,Foiäsetzung totst.) Recensionen. Einstein, Berthold, Dr. B. Josef'Kara und sein Commentar zu Koiielet. Aus dem Ms. 104 der Bibliotliek des jüdiscL-theologischen Seminars zu Breslau zum 1. Male herausgegeben. Berlin. Ad. Mainpe. LS86. 60 Seiten deutscher uud ■15 Seiten hebr. Text in 8״. Die nordfranzösische Exegetenschule zählt zu ihren hervorragenden Vertretern R. Josef Kara und es ist jedenfalls durch die gründliche Studie dos Verfassers eine bisher gefühlte Lücke ausgefüllt worden. Der erste Theil bespricht in 7 Kapiteln R J. Ivara’s Abstammung, den Namen und die Familie, die Lebenszeit des R. Josef Kara und dessen Beziehungen zu Raschi uud R. Samuel ben Meir, Allgemeines über Kara’s Commentare, Spezielles über den Kohelet- Commentar uud zum Schlüsse wer!en die französischen Citate in Kara’s Commentar zu Kohelet zum grössten Theil richtig erklärt. Es folgen einige nachträgliche Bemerkungen von Dr. Berliner auf Seite 56—60, der ein anderes Mal über die in italienischen Bibliotheken befindlichen Kara-Handschriften ausführlich zu berichten verspricht. Der hebräische Text ist mit diplomatischer Genauigkeit wiedergegebeu, die Correctureu und Conjecturen sind in die Anmerkungen verwiesen, Vergleichungen mit Raschi und R. Samuel ben Meir, die sich von selbst ergeben, erleichtern die Controlle der Richtigkeit der Handschrift. Der Commentar zu Kohelet ist darum ganz besonders interessant, als sich K. bemüht, eine Einheit in dieses Chaos zu bringen. Zu den Erläuterungen der französischen Wörter S. 57 sei hier die Lösung des vom Verf. ungelösten איייפריסיש zu 1 שדה *שדותIl,s) gegeben: "אי joyau (Edelstein1, und פר״טש prets!protiosus;. Daselbst Anna, 5 ist שש*ד richtig mit Doppel-'*:’ geschrieben, weil man noch im 17. Jahrhundert seavoir statt des heutigen suvoir schrieb. ***) lcl« zweifelte in meinem ganzen Lehen noch keinen Augenblick au dem Ausspruch 'ב* אדם אין צדיק באר” עי und dass wir tille zu bitten haben, dass Gott Gnade tiir Recht;111 uns übe: ich glaube nur, das Grab ist nicht das unfehlbare rniversalmittel liir die Sühne. \Y. In Anbetracht der tüchtigen Leistung in dieser Erstlingsarbeit ist es zu wünschen, dass der Verf. den eingeschlagenen Weg fortsetze und den Kara- Commentaren seine Aufmerksamkeit auch fernerhin zuwende, da er mit kritischem Blicke historische Gründlichkeit verbindet. Rmg. Milli/., Dr. Isak. Ueber die jüdischen Aerzte im Mittelalter. Berlin 1S87. Verlag von M. Driesner. Der Verfasser führt uns die Hauptvertreter der Arzneiwisseuschaft unter den Juden des Mittelalters vor in ihrer’ Bedeutung für die Entwicklung der Medicin selbst und in ihrem Einfluss aut die jüdische Literatur und die Stellung der Juden in den Haupt- Staaten Europas und Asiens. Dann geht er den innern und äussern Ursachen nach, auf die sioh dieser Einfluss und die hervorragende Wirksamkeit der jüdischen Aerzte auf den verschiedenartigsten Lebens- und Wissensgebieteu, insbesondere also der Arzneikunst selber, zurückfiihren lassen und beleuchtet, schliesslich die störende und fördernde Einwirkung, welche die herrsehenden Mächte des Mittelalters auf den ärztlichen Stand unter den Bekennen» des jüdischen Glaubens ausgeübt haben. Die Aufgabe, die sich der Verfasser gestellt hat, war nach den umfassenden Vorarbeiten auf diesem Gebiete eine nicht zu schwierige. Immerhin zeugt die Arbeit von grossem Fleisse und eingehendem Quellenstudium, bietet in der kritischen Darstellung mannigfache neue Gesichtspunkte dar und fesselt durch das warme Interesse für den Gegenstand und die liebevolle Behandlung desselben. Dr. med. S. Scherbel-Lissa. Litterarische Notizen. Iler Name מזיא. Dev Ursprung und die Bedeutung dieses- Namens sind bis heute noch nicht festgestellt. Im Seder Hadorotb. Warschau, 1883, S. 210 finden wir einen Elusar ben מדאה ans Toledo, welcher im .labve 1205 starb und zu den Ti'ägern des Namens מליא in keiner Beziehung zu stehen scheint. Zunz (Ges. Sein•. III S. 212) führt zehn Träger des letzteren Namens an und hält denselben für einen Ortsnamen. Nachzutragen wären an dieser .Stelle noch D ,lizehak Isak Coblenz 1751 .מזיא. angeführt in תולדות יעב״ץ Amsterd. 1HCS, S. 20, und nach Brüll’s .lahrbuch IV. S. 102. 2) Chaim b. Elieser. Verfasser des ישנות “*ים über Proverbien und Koheleth (Amstevd. 1705.. In Benjakobs איצר הספרים ■s- 507 No. 011 beisst der Verfasser jedoch l'liaim b. Elieser יודתנש l Was bedeutet dieser Name?) Ferner nach Brüll׳ s .Jahrb. VII S. •40 Amu. 1. •'!) Elieser I.iepmann und sein Sohn Isaak .1502), — Carmolv hält die Träger dieses Namens liir Nachkommen deutscher Juden, die l:!|s nach der Insel ..Zia“ (Br. Jahrb. V S. 222 hat hierfür , Zav") geflüchtet und später nach Deutschland zurückgekehrt sind D. Podiebrod hält das Wort für eine Abbreviatur von מזרע יהירים אנוסים und מז. wie der Verfasser des ב;ין שילמה iGtl'enhuch 17M-I —.;»»;> sieb nennt, für eine Abkürzung dieses Namens. Benjakob S. •S1 No. 515 bat die Abbreviatur מ״ן. Was ist nun das Richtige V — Wenn der Zufall oil zu den wichtigsten Entdeckungen tühi'f, si. giaubc ich auch hier, durch einen solchen auf die richtige Spur gekommen zu sein. Der in Zunz a. a. O erwähnte Samnel, Rabbiner in Frankftm a. M., I^eisst in 5 א"“ הישר b ■nicht 5 a, wie es dort in der Anmerk, heisst. מיייא nicht ׳מדא wotür s 7;( ״ jedoch wieder ׳שמואל מזיא steht, welcher!'instand bisher noch von keinem Forscher berücksichtigt wurde, leb trage daher nicht das geringste Bedenken, die Schreibung ..׳מי״א' für die ursprüngliche und allein riebtige zu halten und das Wort mit Mysiu — Mysie — Mvsien. Prov inz in Kleinasien) zu identiliciren, sowie alle anderen Beuennungen als מ״". מ1. צ!ייא und Natan b. Salomon 'איד) טא 0 ׳• דיישד■' Varianten dieses einen Ortsnamen bezeichnenden Wortes zu halten. L. Gehen-Rees am Rhein. \ ei'ant wörtlicher Redacteur Dr. R a 11 me r, Magdeburg. Druck von D. L. Wollt, Magdeburg. Verlag von Robert F ries e , Leipzig