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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1887-01-06 · N° 2. (6.1.1887) · p. Seite 7

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
16 (1887)
Issue
N° 2. (6.1.1887)
Date
1887-01-06
Page
Seite 7 (sequence 3)
Language
German
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7 7) Spr. 3,ןOJ״nach LXX בר# statt בל& zu lesen“. Auch diese Textänderung wird wohl kein ernster Forscher — ernst nehmen. 8) Spr. 3,21 ״zu vocalisiren: אל יולי מעיניןד.“ Sonach wäre zu übersetzen: Mein Sohn! Nicht mögen strömen deine Quellen, bewahre Weisheit und Vorsicht. Nett, nicht wahr? Aber schade, jammerschade, dass die Existenz des parallelen Spruchs 4,21: 'אל יליזו מעיניך וכ den Herren die Freude an dem grossartigen FuDd vergällt! 0, diese garstigen Parallelen! Aber sie alle als ״Glossen“ aus der Welt zu schaffen, wäre doch nicht — hochweise. 9) Spr. 5,5 ״lies אל מות nUT“. Warum אל״“ hinzufiigen? Wissen diese Herren, die sich über Zunz und Grätz erhaben dünken, wirklich nicht einmal, dass bei ירד der Ort wohin auch öfter im Accu- ־ r sativ steht? Nun, dann bitten wir sie, sich nur Ps. 55,lti. Hiob 7,9. 17,1 <>. 33,24. Spr. 1,12 anzusehen. Genügt das den Herren? Sonst können wir ihnen noch mehr dergl. Stellen anführen. 10) 5,19 ״vocalisire דדיה“. Das lässt sich hören, wenn es auch weder uothwendig, noch neu ist. Wir setzen den Herren die Bemerkung Isaac Euchel’s in s. Biur z. St. hierher: ואמר י־דיה ידיך בכל עת על המשל מבהמות אלו שישקוך מהלב דדיהן, אמנם להיות מליצה וו בלתי נאות׳ בל־ אשכנז פרשתיה על הנמשל ותרגמתי דדיה כאלו נכתב ד ודיה מלשון נרוה דודים, והבונה עומדת במקומה. Zärtlichkeit) Werden uns die Herren nun glauben, dass sie uns eine mehr als achtzig Jahr alte Konjektur bieten? 11) Spr. 0,11 מתהלך״“. Warum? Etwa weil daselbst 24,34 ebenfalls מתהלך steht? Haben sich die gelehrten Herren denn aber auch jede der beiden Stellen im Zusammenhang augesehen? Wir glauben es kaum, da sie sonst doch wohl Bedenken getragen ׳* hätten, uns ihre neue Weisheit für die alte, in der sich eine so wunderbare grammatische und logische Feinheit zeigt, anzubieten. Spr. 0,0 — 11 handelt es sich um einen Trägen, der wenig oder nichts besitzt und dennoch nicht für die Zukunft *orgt.; ihn überfällt die äusserste Noth schnell, במהלך wie ein Räuber. (Mit dieser Intensivbedeutung des Piel vergl lat. grassator Wegelagerer, Strassenräuber, von grassari, dem Intensiv von gradi.) Spr. 24,30—34 dagegen handelt es sich um einen Trägen, der Mancherlei besitzt, aber es nicht zu erhalten bemüht ist; ihm kommt die Armuth מתהלך langsam, geschlichen, aber ebenso ״schildbewaffnet“, ebenso unbesiegbar, zumal der Träge, der früher vermögend war, Bedürfnisse bat, die demjenigen, der es früher nicht war, unbekannt sind, — daher Spr. 0,11 מחסרך (Sing), das. 24,34 aber מהסריך (Plural). 12) 0,19 ״vocalisire יפה“. Die Nothwendigkeit dieser Textänderung hinreichend zu begründen, sollte Herrn Gort doch sehr schwer werden. Gfr. Ewald, 1. c. § 109 a. 13) Spr. 7,17 ״נטפתי״. Also נטפתי משכבי מר ובי Ich habe triefen lassen mein Lager von Myrrhe! Wie können aber nur zwei von Gelehrsamkeit triefende Herren übersehen, dass נטר intransitiv ist und nur mit dem Accusativ der Sache, von der etwas trieft, verbunden, niemals aber mit doppeltem Accusativ konstruirt. wird? Cfr. Hohes). 5,5 und 13. 14) Spr. 8,31 ״בשחקו בתכלית אי־ץ וישעשע״. Wie ist es nur möglich, so etwas dem Druck zu übergeben! 15) ״Als Glossen scheidet er (Herr Oort) 1,16. 3,3. 4,7 aus.“ Die Herren Siegfried und Oort scheinen eine uneingeschränkte Apotheose all ihrer Glossen erwartet zu haben. — — Das wäre also die beispiellose Weisheit des Herrn Oort, des Gewährmannes von Herrn S. Wir gehören sicherlich zu den Letzten, welche Prof. Grätz' Textkritik verhimmeln; wir haben dies bereits in No. 2 des Jüd. Litt.-Bl., Jahrg. 1885 (Collect. XXI a mE n d e)zu erkennen gegeben und behalten uns Weiteres in dieser Richtung vor. Aber einem Grätz ״text kritische Kapriolen“ vorwerftn, zumal wenn man selbst der zur Textkritik noth wendigsten Qualitäten entbehrt? Wahrlich, ob solcher Farcen hat die moderne Wissenschaft alle Ursache, ihr Haupt zu verhüllen.**) (Fortsetzung folgt) Reoensionen. j Kiblische Chronologie und Zeitrechnung der He-! bräer von Dr. Eduard Mahler. Wien, Carl Koengen, I 1887. XIV und 201 S. 8°. | Dass mit dem Titelwerke etwas ganz Neues ge- boten wird, muss unbedir~t zugestanden werden. Trotzdem könnte eine unbefangene Kritik ihr Urfcheil über dieses Opus nur in die Worte Deuter. 32,17 zusammenfassen, ,חדשים, מקרוב באו וכ,י, wozu Raschi und Sifri bemerken: Auch der Nichtjude, der dieses Werk sieht, muss sagen: Es ist das Phantasiegebilde eines Juden! Da aber mit diesem Urtheil dem Publikum ebensowenig als dem Verfasser und Verleger vollkommen genügt ist, so möge der Herr Verfasser selbst sprechen: ״Die Chronologie jener Epoche, die hier Gegenstand der Untersuchung sein soll, ist noch in mancher! Beziehung einer Verbesserung fähig. — Nichts vermag hier so sichere Anhaltspunkte zu bieten, als Naturereignisse astronomischer Art; findet man beispielsweise die Darstellung irgenil eines historischen Ereignisses mit einer stattgehabten Sonnenfiusterniss j in Verbindung gebracht, so lässt sich diese durch ן rechnerische Deduktion verfolgen und sonach der Zeitpunkt jenes Ereignisses finden.“ Von diesem Grundsätze ausgehend, will nun Verfasser die Hauptrnomente der biblischen Geschichte, und zwar von dem Auszüge aus Egypten und der Entstehung des israelitischen Königthums ausgehend, zum Gegnustande seiner Forschung machen, und gelaugt auf diesem Wege, auf welchem ihm natürlich der Bibelgläu bige, zu welcher Religion er sich 1 auch bekennen möge, nicht folgen kann, zu dem Re- I sultate, dass die wichtigsten Ereignisse, der zu erör- ' ternden Epochen mit Berichten in Verbindung ge- I bracht sind, die t.heils in kbirer, theils in etwas ver- ׳ hiillter Form aut stattgehabte So n nenfinsterniss e j hinweisen. Als Resultat dieser Forschung ergiebt sich nun zuerst, dass die neunte Plage, welche Gott als ein Strafgericht über Egypten verhängte, was natürlich den Verfasser nicht kümmert, nichts weiter als eine Sonnenfiusterniss war, welche 14 Tage vor dem Auszuge aus Egypten und zwar am 13. März 1334 v. Chr. stattgefunden hat. Wo übrigens der Monatsname!März schon 600 Jahre vor der Erbau- ' ung Roms herkommt, ist nicht angegeben. Dass ' diese Sonnenfiusterniss aber drei Tage gedauert, macht dem Verfasser keine Schmerzen. Er weiss «las i Hiuderniss geschickt dadurch wegzuräumen,!lass er! von der zweiten Hälft•* des Verses Exod. 10,22 die zwei letzten Worte trennt und zu dem folgenden Verse hinüberzieht.. Die Bibelstelle lautet demnach! in der Uebersetzung: ״da war dichte Finsterniss in I ganz Egyplenland. — Drei Tage sah Einer den Andern nicht.“ In diesem Kalle würde man keine i dreitägige Finsteruiss in der Bibel nachweiseu j können, sondern nur den Bericht entnahmen könueu,! *1 No. 1 d. Bl. S. 3 b %. 7 v. o. muss es lesen!nicht lassen) h.

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