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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1886-11-04 · N° 45. (4.11.1886) · p. Seite 175

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
15 (1886)
Issue
N° 45. (4.11.1886)
Date
1886-11-04
Page
Seite 175 (sequence 3)
Language
German
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176 — Sterblichen (Pa. 103, 8—14, Hiob 42,6 * *•): ,loh habe Nachsicht mit Staub and Asche. “ Auoh an dieser Stelle, wie aas 1. M. 18,27 4 ,׳. M. 19,17; 5. M. 9,28 a. a. m. ist zngleioh anwiderlegbar bewiesen, dass in der ׳Bibel 3םר and אפר ,Staub and Asohe“ promisoae?ebrauoht werden and dass 1. M. 13,19, worauf im 1almad, bezüglich der Leichenbestattang nirgends Bezog genommen, von manoher christlichen Seite and aaoh einigen jüdischen Stabilen aber grosse Bedeutung für Erdbestattung gelegt wird, auch übersetzt werdep Aann: ,Und Asche sollst du werden“.־ (Vgl. P8. 104,29.) Und bemerkenswerth genug, — unser Nachruf lautet ja: ״Friede seiner Asohe“! CoücCialiBa. Von Dr. Kroner, Rabbiner in Brandenburg a. d. H. xxvl ueber אפיקומן möchten wir nunmehr, wie wir uns in unserer Schlussbemerkung zu Herrn Dr. Goldfahn’s Artikel über שבת הנדור־*) (Beüage za No. 42j43 des Litt.-Bl.'S. 167b Endel Vorbehalten, auch unsere Ansicht äussern. Werfen wir vorab einen Rückblick auf die bisherigen Deutungen des אפיקומן‘, Die älteren Erklärungen durch אפיקו מנייכו oder אפיקו מיני מתיקה dürfen wir wohl vom Standpunkteernst• wissenschaftlicher Etymologie ohne Weiteres als unhaltbar bezeichnen. Levy in seinem Ghald. Wörterbuch XL 261 b hält für wahrscheinlich, dass אפיקומן vom grieoh. imxo|1(£c0 komme, eigentlich Nachträgliches, dann Nachtisch heisse, und übersetzt den Anfang von Pessaohim 10,8: Man darf nach dem Verzehren des Pessachopfers keinen Nachtisch halten. Wir vermögen die Ableitung von '•) loh nehme, abweichend von der allgemein üblichen Auflassung diese Worte nicht als Hiobs, soudera als Gottes Ausspruch nnd glaube damit manche exegetische Schwierigkeit gehoben zu haben. *) Hier im Unterhaus dürfte uns wohl noch eine kleine Debatte über den sogen, ״grossen Sabbath“ gestattet sein. Auf die Anfrage von sehr gesell. Seite, warum wir in unseren •Gegenbemerkungen sub 7 und 10 nicht auch darauf hingewiesen, dass die פ' עקדה nach Herrn Goldfahn ״richtiger“ ם' ויעקד heissen müsse und dass das charakteristische ויעקד nicht der Anfang, sondern erst das 152. Wort der Paraschah sei; warum wir ferner sub lä nicht hervorgehoben, dass die Hattaraworte Jerem. 7 , 22—23 Angesichts der Sidraworte 3. M. 7, 36—38 wenig zu ״beschwichtigen“ vermögen — erwidern wir, dass uns diese und viele andere Gegenbeweisstellen nicht entgangen sind, dass wir indess unsere Gegenbemerkungen für völlig ausreichend gehalten haben. — Die Notiz S. 168 b des Litt.-Bl. erscheint uns fast durchweg irrelevant. Der betr. Determinationsregel treten schon auf den ersten Blättern der Thora Ausnahmen (״grammatische Abnormitäten“!) entgegen, 80 1. M. 1.31 יום הששי, ■das. 2.3 ויום השביעי ferner im Dekalog gleichfalls ‘יום השב, 1. sam. 19.22 בור הגדול, Jerem. 27.3 מלאכים הבאים, das. •38.14 מבוא השלישי ü. dergl. m. Und ist nicht auch ״שבת שלפני פסח.הגדול" eine ״grammatische Abnormität“, da zweimal die Determination durch ה fehlt? — Indess kommt hier weder jene Regel, noch die Menge der Ausnahmen von derselben in Betracht; denn in dem Wortgefüge שבת הגדול ist שבת ebenso St. constr., wie unter anderm in שבת נחמו, also שבת (mit Patach unter Beth) zu lesen und darf gar nicht durch ת determinirt sein. Ob die Haftarah וערבה in spätem Zeiten am שבת הגדול wenig oder sehr üblich war, ist für die vorliegende Frage ganz unerheblich, wie wir in unserer Gegenbem. sub 17 dargethan. Dass שבת הגדול eine Abkürzung von שבת שלפני פסח הגדול sei, trifft auch schon deshalb nicht zu, weil die Namen פסח גדול und פסח קטן am allerwenigsten in talmudischer Zeit gebräuchlich waren; vergl. z. B. Pessachim 95־, wo nur die Bezeichnungen ראשון HM und פסח שני vorkommen. Wichtig ist in der ganzen Notiz nur die Mitthsilung, dass auch der sei Prof. Frensdorf! die Aasicht vertreten habe, der Name שבת הגדול sei schon früh, und bestimmt schon cur Zeit׳ des בית שני bekannt und gebräuchlich gewesen. Kr. i7ttxop(£0) mifc dem Gesetz der Transformation grieohischer Wörter in neuhebräisohe (talmadisohe) ebenso• wenig in Einklang zu bringen, wie die Meinnng Goldfahn’s,אפיקומן sei das griechische imxoivwv(« oder ItcixoIvwvo; Gesellschaft, bezw. Theilhaber. Ungleich mehr nähert sich nach unserm Dafür• halten aie Erklärung daroh inl xwpov (8. Spenoer, De legib. Hebr. L. HI. Cap. IX. p. 91; Landaas Anm. za Aruch 8. v) dem Richtigen; and wir würden dieser Erklärang beipflichten, wenn wir genöthigt wären, den Ausdruck אפיקומן״ durch zwei grieoh. Wörter za erklären. Eine solche Nothwendigkeit liegt indess nicht vor: dem pאפיקו entspricht in jeder Hinsioht das griech. iidxwjio;. Bezüglich der Verwandlung de« S oder 8 in ז weisen wir nur hin auf VjXtaaxö; — אלייסטן (Menaoh. 8,6) gesonnt, durch die Sonne gereift, sowie auf sioarius ־— sicarioas סיקריקק (Gittin 5,6) Meuchelmörder. Wir übertragen also den Anfang von Pessaohim 10,8: Man 8011 nicht nach dem Genass des Pessachopfers die Feier als Theilnehmer lärmender Gelage und Umzüge (xöfiot) besohliessen. Besonders fandenbei den Griechen an ihren Feiertagen solche Gelage and Umzüge in Beziehung aaf irgend eine Gottheit, vorzugsweise auf Baohus, statt und wurden oft bis tief in die Nacht hinein fortgesetzt. Nun sollte aber selbst jeder Sohein der Naohahmung heidnischer Sitten gemieden werden, and das erst recht bei der, den entschiedensten Kontrast zum Heidenthum darstellenden, Pessaohfeier. Unsere Auffassung findet sich, wenn auch nioht strengwissen• schaftlich (etymologice), doch saohlioh (realiter) Pessachim 119b bestätigt:מאי אפיקומן?אמר רב שלא יעקרו מחבורה לחבורה. Durfte also einerseits die Pessaohfeier nicht lärmend ui^d um her sch wärmend begangen werden, 80 durften andererseits die Theilnehmer an derselben sich nioht schlaff und interesselos verhalten; daher fährt unsere Misohna (Pessachim 10,8) fort: ישנו מקצתן יאכלו. כלן לא יאכלו וב׳. Kurz, die Pessaohfeier sollte nach unserer Misohnah den Cha• rakter ernster Freude tragen, wie sie eben einem Fest der Geistesfreiheit eignet. Recensionen. Tawrogi, Dr. A. J. Der talmudisohe Tractat ״Derech Erez sutta“ naoh Handschriften und seltenen Ausgaben mit Parallelstellen und Varianten, kritisch bearbeitet, übersetzt und erläutert. (Schluss.) s. 4 אם יאמרו אתרים עליך דבר רע גדול יהיה בעיניך כקטז אם תאמר כל אחריםדבררעקמןיהיהבעיניךכגדולעדשתלך ותפיים ״ אותוReden Andere übel von dir, B0seida8Grö88te in deinen Augen geringfügig, hast du aber von Andern übel geredet, so sei auch das Unschuldigste in deinen Augen ein Bedeutsames, so dass du dioh.beeilest, ihn (den Beleidigten) auszusöhnen“. Wie konnte Verf. hier übersehen, dass נחל und קטן nioht 8achlieh, sondern persönlioh zu nehmen ist: ״der Kleinste“, ״der Grösste“? Offenbar ist gemeint: Wer dich verleumdet, schätze ihn gering, sei er auch ein Grosser; hast du jemand verleumdet, betrachte ihn als einen Grossen, sei er nooh so gering, und suche seine Verzeihung zu erlangen. — Daselbst אל יהי פרקך רע שאק זה שבחה של תורה אלא יהא פרקך נאה ,dein Lebenswandel sei nioht angeziemend, denn daduroh entwürdigst du die Religion“ etc. . . . dein Lebenswandel? die Religion? — Hierher gehört offenbar die Parallelstelle Tanith 16 a (Ende) ופרקו נאה, was auch in תפלה לש״ץ aufgenommen wurde. Der Talmud erklärt a. a. 0. פרק Jugendzeit; שלא

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