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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1886-10-14 · N° 42-43. (14.10.1886) · p. Seite 167

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
15 (1886)
Issue
N° 42-43. (14.10.1886)
Date
1886-10-14
Page
Seite 167 (sequence 5)
Language
German
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Beilage zu No. 42—43 des ״Litteratur-Blatts”. n Eusebius Demonstr. evang. L c. 6. Joannes Chryst. ״Orat. in Jud., Cyrillus 1. c. (d. bi. adv. Julian ed. ״Aubert) IX. p 312.“ Vgl. ferner Just. Martyr 1. 1. Cap. 40 pag. 146—148 und dazu Note 3. Die Synagoge antwortete auf diesen Einwurf damit, dass sie Tür den Sabbat פ' צו, wenn dieser auf den 14. Nisan fällt, die Haphtara וצרבה (Maieachi 3,4—24) deren Grundgedanken, dass die Opfer Judas und Israel einst, nachdem die Läuterung der Priester und die Rechtsprechung Israels erfolgt sein werde, Gott wieder wie in den Tagen der Vorzeit und in den frühesten Jahren wohlgefällig sein werden. 1S) Dass eine ganze Reihe von Agadoth gegen die Deutung des Passalammes auf Jesum gerichtet, werde ich, 80 Gott will, bei einer anderen Gelegenheit nachweisen. Hier möchte ich nur ganz kurz auf zwei Punkte in der ״Hagada“ für ״Pessach“ aufmerksam machen, die meines Erachtens gleichfalls gegen die Bezeichnung des Passalammes auf Jesum gerichtet sind. Erstens glaube ich, dass der Ausspruch Rabban Gamliel’s, in der Mischnah Pessachim 10,5, wer die drei Worte: פסח מצה ומרור nicht ausdrücklich ausgesprochen und erklärt hatte, habe der Pflicht der Passafeier nicht Genüge geleistet, sei gleich der von demselben Rabban Gamliel eingeführten Gebetformel gegen die Mainin ״eine Paroie vor fremden und schädlichen Eindringlingen sich zu schützen“ (vgl. m. Artikel über מין Grätz’sche Monats. 1870 S. 166;67). Die Judenchristen hatten die Passafeier mit den Juden gefeiert, aber sie thaten es in Erinnerung an Jesum und seine Passion. — Ein zweites Moment gegen die Beziehung der Passafeier auf Jesum dürfte in der Charakterisirung des בן רשצ zu finden sein. Die Frage des ״abtrünnigen“ Sohnes ist in dem, oben nach Justin Martyr, gegebenem Sinne, wenn auch nicht mit gleicher entschiedener antinomistischer Tendenz, gegen die jüdische Passafeier gerichtet und gehören die Worte: 2) ואמרתם זבח פסח הוא ובו־. M. 12,27 noch zu der Frage.15) Was nützt euoh diese euere Feier, von der ihr behauptet, dass sie ein Passaopfer für Gott sei etc.? Darauf erfolgt die Antwort, dass nur die jüdische Passafeier die rechte sei, denn er, der ungerathene Sohn, wäre seines Unglaubens wegen eben so umgekommen, wie jene ungläubigen Sohne Israels, welche nach einer alten Ueberlieferung (Mechilta z. 2. M. 13,18) in den drei Tagen der Finsterniss (2. M. 10,22—23) gestorben und der Erlösung nicht theilhafrig geworden waren. Dieser Hieb sass um so fester, als dieselbe überlieferte Sage christlicherseits gegen libertinische, gnostische Christen, welche an dem Abendmahle nicht mit rechter Gesinnung theilnahmen, angewendet wurde (Brief Judas, 5). Der בן חכם würde sodann die Schriftgelehrten bezeichnen, welohe die Zeugnisse, Satzungen und Rechte, genau erforschen. Den treuen Jüngern dieser Richtung soll man ausführlich erzählen und erklären (ואף אתה אמור לו)- wi® 68 eben die Vorschrift für den Passa- '•) Die Ilaphtara וצרבה behandelt hauptsächlich den ״grossen Tag des Gerichts“, welcher der zukünftigen Erlösung Israels vor&ngehen wird. Diese Erlösung soll (nach itoscli Itasch. Hau. m. a. St.}, gleich der Erlösung aus Egypten, im Nissan erfolgen: בניסן נגאלו, בניסן צתידין ליגאל. War und ist sonach die Haphtara וצרבה Ihr ש‘ הגדול nicht, die allergeeignetste, die all«rnbeschwiohtigendste“<' Kr. ״) Dass in den Midraschim sehr oft blos der Anfang eines Verses citirt wird, während die betreffende Deutung sich noch auf den Schluss des Verses oder auch auf den folgenden Vers bezieht, ist bekannt. Vgl. Buber, Pesikta pag. 50 b Note 142 und meine Bemerkung: Littbl. der ״Jüd. Presse“ 1870 S. 15 b. Diese Deutung, dass Vers (2. M. 12,27) noch zur Frage gehört, ist nicht neu, ich fand dieselbe nachträglich auch im מ, לאכת מחשבת von 04 משה חפץ• Königsberg pag. 84 a. abend vorschreibt (ביבי®!*!(כהלכות הפסח nach dem Passamahle dürfen die Theilhaber nioht entlassen werden‘שאי׳ מפטירץ אחר ם0ח אפיקמ׳) (״), sondern die Erzählungen und Schilderungen des Auszuges aus Egypten und Besprechungen der Bedeutung der Befreiung aus Egypten müssen die ganze Nacht (vgl. Tossephta Pessachim Cap. 10.) oder wenigstens bis Mitternacht (Meohilta z. II, 13,14) dauern. Bacs-Topolya. Goldfahn. Daten-Berichtigungen zu Dr. Grätz’ ״Geschichte der Juden“. Von L. Cohen, Lehrer in Rees a. Rhein. Bei eingehendem Studium der Werke grosser Meister ist es natürlich, dass Einem auch das Kleinst e nicht entgeht. Meine Beschäftigung mit chronologischen Materien machte es sehr oft nothwendig, zum Zwecke mannigfaoher Aufklärung zu dem Geschichtswerke des hochgeschätzten Gelehrten, nicht um in demselben Irrthümer zu suchen, sondern nur, um durch dasselbe bei meinen eigenen Arbeiten Irrthümer zu verhüten, greifen zu müssen. Es darf daher nicht Wunder nehmen, wenn mich auch dieses grosse Geisteswerk von der Wahrheit des Ausspruches überzeugte: ״errare humanum est.“ Es wäre vielmehr ein Wunder, wenn dasselbe, als ein Menschen werk, von Irrthümern freigeblieben wäre. Was sioh mir in den Bänden VI—X der 1. Auflage (die früheren Bände sind für meinen Zweok von geringerem Belang) nach sorgfältigster Vergleichung und Berechnung als Irrthum ergeben, habe ioh eben 80 gewissenhaft riohtig zu stellen gesucht und hoffe, dass der hochgeschätzte Forscher es mir verzeihen wird, wenn ioh im Interesse der Wissenschaft in Folgendem das Resultat meiner Bemühungen niederlege. Dr. Grätz. 1. Bd. VI. S. 130, Z. 12 v. 0. 1108, 20. Jjar 2. Mai. 2. S. 224, Anm. Z. 2 v. u. Abr. Jbn Alfachar soll am Mittw. 25. Tebet in einem der Jahre 1224, 1228, 1281 mit den Jahresformeln בשה. TCO, נכה Oder נכן gestorben sein. 3. S. 266, Z. 14 v. o. Palm- Bonntag (lö. Marz) 11D0. 4. S. 323, Z. 9 v. o. (4. Marcheschwan 14.0ctoberll65. 5. S. 384, Z. 3 v. u. (8. Tischri - 10. Sept. 1199). 0. S. 405, Z. 11 v. o. 8. Januar 1215 - 8. Schobat. Berichtigung. 1. Der 20. Jjar 1108 fiel auf 3. Mai. 2. 1224 ist unmöglich; dieses hatte keinen 25. Tebet, weil es mit 8. Schebat begann und mit 19. Tebet endete. 1228 war 25. Tebet Mittw. 5. Jannar. Da nach der Annähme 1231, in welchem 25. Tebet auf Mittwoch 1. Januar fiel, zu spät ist, so kann nur 1223, in welchem 25. Tebet — Mittw. 20. Dec. war, oder 1228 richtig sein. Zunz in ״Monatstage des Kalenderjahres“ hat 22. Dec. 1239. Der mit diesem correspondirende 25. Tebet fiel aber auf Donnerstag. 3. Palmsonntag 1190 war 18. März. 4. 4 Marcheschwan 1165 war 12. Oktober. 5. 8. Tischri 1199 war 30. Sept. Vielleicht ist 1190 gemeint, in welchem die Monatsdaten correspondiren. 6. 8. Januar 1215 war 6. Schebat. (Schluss folgt) ״) ich halte:אפיקמו für 1rtx0:v0)vEa hebräisch: חבורה oder: £7nx0Ev(1>v0{ hebr. כן החבורה. — (Ueber das vielgedeutete אפיקומן erlaube ich mir demnächst, ein Novum zu veröflentliehen, das den Zusammenhang der ganzen Mischna Pessachim 10,8 in ein klareres Licht rückt. Kr.)

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