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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1886-10-14 · N° 42-43. (14.10.1886) · p. Seite 165

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
15 (1886)
Issue
N° 42-43. (14.10.1886)
Date
1886-10-14
Page
Seite 165 (sequence 3)
Language
German
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165 — 10. Königstöchter sind Dein Hofstaat, I Stehen, Königin, in Ofirgold Dir zur Rechten. ' 11. Höre, Königstochter, und merke, Und neige Dein Ohr. Und vergiss Dein Volk und Dein Vaterhaus. 12. Und es gelüstete dem König Deine Schönheit. Denn er ist Dein Herr. 13. Und es fällt vor Dir nieder Betzur, Mit Geschenken warten Dir auf die Reichen des Volkes. 14. Ehrbare Braut, Königstochter! Deren Gewand Korallen in Gold gefasst. 15. Zu Salbenmi8eherinnen werden Jungfrauen Dir zugeführt, Ihnen nach Mägde Dir gebracht. 10. ביקרתיך, ein neuhebräischer Ausdruck für vornehm, hier Hofaamen. Ebenso im Talmud נשים יקרות (Synhedrin 43). Nach der Annahme des Talmud ist das Wort rein aramäisch;Adam sollte aramäisch geredet haben. Psalm 139 ist von ihm und dort kommt ja יקרו (V. 17) vor (Sanhedrin 38). In einer andern Stelle. Aramäisches im Ester? Antwort יקר (1.20) (Megila 9). - שגל heisst rechtmässige königliche Gemahlin, etwa Sultanin. Dazu passt aber nicht ,נצבר. Eine Sultanin und stehen? Es müsste vorausgesetzt werden, dc.ss auch der König gestanden, etwa unter dem Trauhimmel n3IT Es kommt aber im ganzen Psalm kein Wort vor, dass man es durchblicken könnte. Dazu kommt noch, dass der ganze Schmuck der Königin aus Ofirgold bestanden haben soll, was für das Königspaar ein Armuthszeugniss wäre. Selbst auf Simon passt es nicht (I. Mvkk. XV, 32) (V. 9). Im vorigen V. haben wir aber gezeigt, dass der Dichter sich bereits an die Königin gewendet, so hann נצבה noch weniger passen. Es muss daher auf die יקרות נשים die Hofdamen, welche zugleich בנות מלכים waren, bezogen und 81 נצצים• i“Qlü gelesen werden. — כתם> welches neunmal vorkommt, mit Graetz zu 3treichen und כהר an deren Stelle zu setzen, geht doch bei nüchterner Kritik nicht an. 11■ בת Pesch, vermuthet בתי und giebt es wieder ] mit ברחי; allein es muss hier מלך wie V. 14 ergänzt worden. Nur leise wage ich hier die Vermuthung auszusprechen, dass der eigene Name der Braut נדבת und sie selbst kananitischer Herhunft war, daher der Sturm unter den Pharisäern. Trotz 5. Mos. 21, 10—13, weil diese Ausnahme nur bei einem blos gestatteten Krieg מלחמת הרשות mit nichtcananitischen Stämmen, nicht aber einem biblisch gebotenen Krieg מלחמת חובה mit den angeblichen sieben cananitischen Völkerschaften שבעה עממין gelten lassen. בת wäre hier somit Bruchstück von נדבת ^Makk. 9.36—40) ישכחו עמך das passt besonders zu 5. Mos. 12. ויתאו — יפיך ist sehr zu beachten mit Vergleich von 5) וחשקת בה — יפת תואר■ mos. 21.11), worauf hier besonders angespielt. War ja diese Königstochter, wie wir bereits zur Genüge dargethan, eine Kriegsgefangene ,שביד, was auch כי הוא אדניך nur zu deutlich besagte, die aber dem Fürsten wegen ihrer Schönheit auffiel und gefiel. — והשתחוי לו ist für eine Königin und Königstochter eine starke Zumuthung. Und wozu sie am Hochzeitstage oder -Feste daran erinnern? Es muss aber mit den LXX zum Folgenden genommen werden. 13. Die Gliederung des V., wie er dasteht, bemerkt sehr richtig Olshausen, ist so unvollkommen, dass man denselben für verstümmelt zu halten hat. Es ist aber mit dem vorhergehenden והשתחוי לן in Zusammenhang zu bringen und ,ותשתחוד לך בת צור zu lesen. Unter בת צור ist somit nicht wie bisher aufgetasst eine tyrische Königstochter, sondern die Festung Bethzur, auf welche den Juden während der Makkabäerzeit viel zu schaffen gab, gemeint. Erst Simon der Makkabäer hat sie endgiltig erobert und wird auch seinen Grossthaten rühmlichst zugezählt I. Makk. (14, 733). 14. כל כבודה• Diesen V. nach dem vorliegenden massoretischenTextausiegen, heisstwirklichKiee mitdenZäbnenkauen. Und nur eine sinngemässe Conjectur kann diesem verunglückten Text auf helfen, st. כלה כבודה• •1 כל כבודה für פנימה ממשבצות liest schon Graetz nach Krochmai פנינים במשבצות. Der Zusammmenhang somit glatt und gefällig. 15• מרקמות ist wieder für die Ausleger eine harte Nuss zu knacken. ׳Raschi: כבגדי רקמה. statt ברקמות (der Erklärer zu Mendelssohns Psalmübersetzung, Hupfeid) Graetz, der sich daran klammert, verbindet es mit ולמשה wodurch aber die Härte, wenn nicht gar vermehrt, durchaus nicht gemildert wird. Es liegt aber sehr nahe, לרקחות mit Bezug auf das Königsgesetz I. Sam. 8.13 zu lesen. Auch für 1 תובל למלך• 16. Geführt mit Freude und Jubel, Ziehen sie ein in den Palast des Königs. 17. Statt Deiner Väter werden Deine Söhne sein, Als Fürsten wirst Da sie einsetzen im ganzen Lande. 18. Singen will ich Deinen Namen, Damit die Völker Dich verherrlichen immer und ewig. lieber die Bezeichnung ש׳ הגדול♦ (Fortsetzung.) Neben der Erklärung der Tossaphoth zu Sabbat foi. 87 b, deren auch Jost in den oben oitirten Bemerkungen gedenkt, führt L. Landshut in seinem ״) מגיד מראשיתd. i. geschichtliche Einleitung über die Entstehung der Hagada und der sie begleitenden Gebräuche, Berlin W. Adolf & Comp.“ 1856) Seite 21 noch zwei, bezw. drei andere Erklärungen der Be- Zeichnung: ש, הגדול an. Die Deutungvon קמחא דאבשונא (vgl. Benjaoob, Büoherschatz S. 319 No. 979), wonach die Bezeichnung ש״ה daher kommen soll, ״weil dieser Sabbat“ (als der 10. Nissan) ״der erste Sabbat gewesen“: שבו נכנסו ישראל למצות. (Eine ähnliche Erklärung soll sich in Plessner’s אב? טובה finden.) Im תניא (vgl. Benjakob 1. 1. s. v.) wieder, wird die Bezeichuung ש״ה darauf zurückgeführt, dass am Sabbat vor dem Passahfeste der Gottesdienst sehr lange gedauert hatte, weil die zahlreichen Vorschriften und die Bedeutung des Festes ausführlich besprochen worden, darum nannte das Volk diesen Sabbat den ״grossen“, soll heissen, langen Sabbat. Mir stehen die von Landshut angeführten Sohriften nicht zu Gebote, ich kann daher auf dieselben nicht ganz genau eingehen, ich möchte daher gegen die gegebenen Erklärungen nur so viel bemerken, dass gegen dieselben der Umstand spricht, den Landshuth a. a. O. erwähnt, nämlich, dass im römischen מחזור nicht nur der Sabbat vor dem Passafeste, sondern: בל שבת שלפני כל ירט ויייט שבת הגדול genannt werde. Vielleicht ist ein Herr College, dem das ״römisohe Maohsor“ zu Gebote steht, so freundlich mir mitzutheilen, ob auch die Sabbate vor den ״Tischrifesttagen“ die Bezeich- תובלנה לך. Es ist noch immer Anrede an die Königin. Man führt ihr eben das bevorstehende Wohlleben vor Augen, u. zwar als Ersatz für das Vergessen ihres Vaterhauses und Volkes. רעותיה Wieder passt weder auf בתולות, noch zu לך und אחריה? Daher 1. אחריהן נערות, Mägde für die Salben mischen: den Jungfrauen. 17. תחת אבותיך. Pesch.חלף אבהיכי נהוון בניכי. Also noch immer Anrede an die Königin. Der bisher in solcher Aussicht einer glanzvollen Existenz und königlichen Comforts gestellte Entgeld war noch nicht genug für das, was verlangt wurde, das Vergessen des Vaterhauses und Volkes, woh laber ihre Nachkommen, ihre Kinder, die zu herrschen bestimmt sind im ganzen Lande, also für dein Vaterhaus, deine Kinder. Und das ist wieder ein Beweis, dass sie eine Fremdländische war. Wäre die Braut desselben Stammes und die Ehe, wie von Hiskia, der nach Graetz Held dieses Ps. sein soll, nicht anders zu erwarten ist, keine gezwungene, die Braut aber nur an ihr Vaterhaus und Familie denkt und in gar zärtlicher Liebe anhängt, wird ein fromm begeisterter Dichter, was er unter allen Umständen überhaupt zu Zeiten Hiskias sein müsste, unmöglich ihr zurufen oder gar zumuthen können: ״statt Deiner Väter Deine Kinder“. 18.אזכירה־בכל דר ודר. Vermeinte der Dichter ewig zu leben? Daran scheint auch Hitzig Anstoss genommen zu haben und erklärt, ״ich will gedenken machen“. Die rabb. Ausl, können wieder diesen Ausdruck, auf einen Menschen angewendet, sich nicht erklären, daher Rasch! ,כלפי הקבד. Gott ist hier Gegenstand. Erwägt man aber, in welchen hohen Ehren das Hohenpriesterthum bei den Juden stand, und dass man es sich als Gott zunächst stehend oder gar zu seiner Hechten sitzend vorstellte, so wird man es gar nicht befremdlich finden, besonders l bei Simon passt auch das U«brige, wurde er ja in diese Würde I für ewig eingesetzt, 8t. אומרה •1 אזמרה (Ps• 18.50).

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