Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 15 (1886)
- Issue
- N° 42-43. (14.10.1886)
- Date
- 1886-10-14
- Page
- Seite 164 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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164 4. Gürte Dein Schwert um Deine Hüfte, Held! Es ist Deine Majestät, Deine Herrlichkeit. 5. Auf Deinem Wandel sei glücklich und grossmächtig, Der Demüthigen im Lande wegeu, Deine furchtbare Zier in Deiner Hechten. 6. Deine Pfeile sind scharf, Völker sinken unter Dich hin, Alle sind sie Feinde des Königs. 7. Dein Thron, o Herr! ist ewiglich, ein rechtschaffenes Szepter — Das Szepter Deines Königthums. טווס Pfau, dessen Federn nicht anders als besonders schön bezeichnet werden müssen. — על כן ברכך passt nicht. Der Segen Gottes soll Ursache, aber nicht Folge sein. Die Ausleger haben diesem Satz nur Gewalt angetban. ״Darum ist es klar, dass Dicli gesegnet“ (Olshausen). ״Darum, so lern eine göttl. Gabe die andere nach sich zieht und den Segen Gottes überh. verbürgt“ (Hupt'eld). ״Dieweil Dich Gott gesegnet hat, u. z. wie eine Ueherzeugung des Dichters hinzutügt, auf ewig“ (Hitzig). Aber schon Raschi vermuthet hier einen Lapsus יברכך ־= ברכך, Andere p על כי על. es ist aber בחר כך 8t. ברכך zu lesen, zu dem auch לעולם vollkommen passt. Und dieselben Worte sollen auch auf den ehernen Tafeln vorgeblich zu Ehren desselben Simon eingegraben worden sein. ״Und die Juden und die Priester beschlossen, dass Simon Anführer und Hohepriester sei auf ewig, bis ein glaubhafter Prophet auferstehen würde“ (1. Makk. 14.41). Unter לעולם Sind somit auch die Nachkommen inbegriffen. 4. Juda der Makkabäer war wohl ein Held, aber ungestüm. Simon war es nicht minder, aber umsichtiger. In Zeit der rossten Noth und ärgsten Bedrängniss betrauten ihn sowohl uda, als Jonathan mit wichtigen Expeditionen und selbstständigen Commandos, und er führte sie ruhmreich durch, ohne je eine Schlappe zu erleiden (I. Makk. 5.21 ff., 10.82 ff.). Er verdiente also die Bezeichnung נבול in des Wortes eigentlicher Bedeutung. 5. והדרך soll nach Vielen dittographirt sein. רככ sucnten die Ausleger aus dem Wege zu gehen; ja im besten Falle mehr herumzndeuton, als zu deuteln, weil es eben in diesem Zusammenhange und seiner einfachen Bedeutung nicht passt. Zu צלח passt aber nur דרך,!daher ובדרכך צלח st. והדרך צלח zu lesen, u. st.על דבר אמת וענוה צדק .ורב •1 רכב■ jedes wort für sich verständlich, aber im Zusammenhänge so ungefügig, dass man wieder seine liebe Noth hat, es zusammenzukitten. Der Text scheint hier verwischt gewesen zu sein — und ein Copist, der ihn dem Zahne der Zeit abjagen wollte, dem aber der richtige Instinkt oder die richtige Eingebung abging, hat nur geläufige Worte aus den Trümmern zu lesen gesucht. Jedoch lässt sich aus dem Zusammenhänge vermuthen, dass der ursprüngliche Text pעל דברת ענוי א gelautet haben musste. Ueber den Wechsel ארץ und צדק ist es interessant, die Massoreten zu Sprüche 816 zu hören. 1111 Psalm 67.5 muss wieder בצדק st. בארץ parallel mit מישור gelesen werden. ותורך, abermals ein Wort, welches im Zusammenhänge gar widerstrebend ist. Man lese "piT wie V. 2. Das Schwort, das er in seiner Rechten führt, ist ja sein Schmuck uud seine Zier. Ueber dessen Zusammenhang mit נורא siehe Hiob 37.22. Auch 4, 7.2 st. נורא תהלות - •אשר נורא הודך .1 אשר תנה הודך (2. Mos. 15,11). 6. עמים תחתיך יפלו ist hebräischer Sprachausdruck für besiegen, wie 18.32) יפלו תחת לגלי), worauf bereits Hupfeid hingewiesen. Diesen Satz aber als Parenthese zu nehmen, findet schon Olshausen als äusserst hart und in jeder Hinsicht zwecklos. Graetz findet es blos ungelenk, uud um den Satz gefälliger zu machen, greift er zur Emendation, aber ohne Glück, denn selbst wenn wir יפילו lesen u. es auf חציך beziehen, so bleibt es dennoch unbehiltiicli. Die Schwierigkeit ist aber gehoben, wenn wir das folgende בלב in כלם emendiren. Der Schlussvers ist Completarsatz und Erläuterung zu עמים. 7. כסאך אלהים. Herr, Richter, wie 2. Mos. 7.1 (Raschi). ״Dein Thron ein Gottesthron“, weil zusammengezogen aus כסאך כסא אלהים wie הארק ארק הברית=הארק הברית. (Jbn Esra.) Ohne Zweifel fehlt ein Verbum, das zugleich zu אלהים als Subj. und zu כסאך als Obj. passt, entweder הכק oder כוין (Olshausen). Entschieden stand hier ursprünglich אדני, wie man umgekehrt ,יהוד und אלהים auszusprechen pflegte, aber ein Copist, verleitet durch den folgenden עולם ועך*, welches ihm von einem Menschen nicht einleuchten konnte, 8. Liebest Gerechtigkeit, hassest Frevel, Darum hat Dich Elohim, Dein Gott, mit ־Wonnenöl gesalbt, Und Dich erkoren. 9. Myrrhe und Aloe, Cassia, O Braut! — Deine Gewänder. Aus Deinen Palästen, erfreuen Gewürze aller Art Dich. vermuthete אלהים und schrieb auch so עולם ועד ist aber ebenso wie V. 4 mit Bezug auf I. Makk. 14.41 von Simon riehtig ausgedrückt, 8. אהבת צדק vergleiche 1. Makk. 14,14.35. — שמן ששק kommt nur noch Deuterojes. 61.3 vor. Auoh Jirmia 30.9 muss wohl לשמן ששק st. לשם ששון gelesen werden. — אלהים יהוד■ אלהיך אלהיך. Nach Simon II. dem Gerechten begann man, nach tahnudischer Ueberlieferung, mit der Benennung Gottes mm, in Sprache und Schrift, scrupulös zu thun. Und so verfiel man in Anbetracht dieser noch nicht ganz aufgeklärten Benennung von einem Extrem ins andere. Uranfänglich benannte man Menschen und Sachen ,יהוד CG0nfcs. 4.26, 12.8, 13.4, 21.33, 26.25, II. Sam. 5.20 ff.). Und später nahm man selbst bei Anrufung Jehova’s davon Umgang, diesen eigenen Namen auszusprechen. Elohim oder Adonai mussten ihn ersetzen. Im Schreiben gar schrieb man ״ שםder Name“. Und שם, der älteste der Söhne Noa’s, ist nur Umschreibung für mm. (?! Red.) מדבריך vor Deinen Genossen; der Ausdruck ist eigenthümlich, wenn damit die andern Könige gemeint sind: an die Höflinge darf doch nicht gedacht werden (Olshausen). An die מרע־ם, die den König gerade bei der Hochzeit umgaben, denkt Hupfeid. Das Richtige hat Graetz errathen, 1. ויבחרך• Nur muss ich mit ihm rechten, weil er es auf Hiskiah anwenden will. Er sollte ältere Brüder, die ihm den Thron streitig machen sollten, gehabt haben, er aber wurde auserwählt. Graetz muss aber erst beweisen, dass Hiskiah ältere, oder überhaupt Brüder hatte. Und er beweist es; wurde doch einer dem Moloch geopfert (II. Röm 16.3), und wieder einer ist im Kriege gefallen (II. Chr. 28.7). Von der Concurronz dieser todten Brüder als Kronprätendenten kann aber unmöglich die Rede sein; allein wer einmal Brüder hatte, kann ihrer mehrere gehabt haben. Wenn diese Beweisführung sich selbst richtet, so möchten wir doch fragen, wie der fromme, im Wege des Gesetzes wandelnde Hiskiah doch dazu kam, seinem ältem Bruder, wenn er einen hatte, entgegen dem Königsgesetz, den Thron streitig zu machen? Aber auf Simon den Makkabäer passt es jedenfalls. Schon sein Vater Mattathia hatte ihn zum Haupte seiner Brüder ausersehen (1 Makk. 2.65). Und dann galt bis dahin die Priester- Ordnung der Saducäer (Zadokiten) als die für die Hohepriesterwürde allein legitime (Ezech. 40.46 , 43.19 , 44.15, 48.11). Bei Simons Regentschaft wurde aber in einer grossen, zur Beschlussfassung gütigen Versammlung des Volkes, der Priester, der Volksobersten, aller Schichten der Bevölkerung also beschlossen, dass Simon Hohepriester sei auf ewig bis ein glaubwürdiger Prophet gefunden wird 7) לעולם ועד■ Makk. 14, 28—41). Simon konnte somit mit Recht als der Erkorene angesehen werden. 9. קציעות, Mussaphia in seinen Zusätzen zum Aruch sub voce מר mag Recht behalten, dass die Griechen die Benennung der Gewürze von den Hebräern her hatten. מר Myrrhe, אהלות - - Aloö, aber die Wandlung des Wortes קציעות ist unverkennbar. Ursprünglich קדה bebr., Cassia griech., קעילות neuhebr. — כל בגדותיך der Plural ist aussschliesslich בגךים (Graetz). Dazu muss es sehr auflallen, dass jener heldenmüthige Mann und Kriegsgewaltige, dess einziger Schmuck und Zier sein umgürtetes Schwert war und dessen furchtbare Majestät in seiner starken Rechten schillerte, sich wie ein Weib parfümiren sollte V Und welchen Nachdruck wollte man noch mit dem Wörtchen כל geben V Der Dichter wendet sich aber hier schon an die Braut, st. כלה .1 כל• Ihm schwebt auch Hoheslied 4.10 ff. vor Augen und er verräth sich und dies so sehr, dass er בגדתיך schreibt, weil er au שלמתיך denkt. — «מני שמחוך Das Wort kann den Umständen nach nur Subjekt zu dem folgenden Verbum sein und erklärt am natürlichsten aus 150.4; doch ist es sehr bedenklich, מני für eine kürzere Pluralform statt מנים auszugeben, und wahrscheinlich muss diese Form selber wieder hergestellt werden (Olshausen, Hupfeid und viele Andere). Graetz wendet aber sehr richtig ein, warum gerade מנים Saitensplel bei der Krönung eines Königs? Aber was bietet er dafür? 1. מנגינות» Nun trägt es sich mit demselben Recht, warum bei der Vermählung des Königs nur Zitherspiel? Und dooh liegt das Richtige sehr nahe. Hier ist von Gewürzen und ihrem verbreitenden Duft die Rede. Die Emendation ergiebt sich von selbst. Statt מני W 1. זנים wie (Chron. H. 16,14). Besser ist,den ganzenStichosemerRadikalcorrektur zu unterziehen בהיכליך זנים ישמחוך.