Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 15 (1886)
- Issue
- N° 40. (1.10.1886)
- Date
- 1886-10-01
- Page
- Seite 157 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 157 — 7וכור־) das charakteristische Wort am Anfänge den tarnen verleiht. Die Bernfang K’s. auf die Ausdrücke הלל המצרי richtiger הללא מצראה (י oder (Cod. Münohen Rabbinowicz a. 1.) הלילא דסצראי (Beraoh 56 a) und הלל הגדול (Berach 4a; Pessaoh 113a; Taanith 19 a — Mischna 3,9) oder ה׳ הגדולה (Tossephta Taanith ed• Zuokermandel Absch. 3 pag. 219; Jeruschalmi: Taanith 67 a; Pessachim 32 c) ist noch werthloser *); denn die Behauptung, diese Benennungen kommen von den. Ausdrücken: ממצרים Ps. 114,1 beziehungsweise גדלות und נדלים. Ps. 136,4; 7; 17. ist eine durch nichts begründete Vermuthung K’s. £3 müsste, wenn diese Vermuthung richtig wäre, nach Analogie ähnlicher Ausdrücke, dann ד.' ממצרים bezw. ה׳ נדלות oder גדלים heissen. 10) Dann aber hat der sehr geehrte Herr College Kr. vergessen, dass auch im Ps. 136 ein Mal das Wort: מצרים in Vers 10 vorkommt, daher nach seiner Theorie auch Ps. 136 ה׳ מצרא׳ heissen könnte.“) Selbst die Benennung 'הלילא מצרא kommt vielmehr1J) daher, weil dieses הלל beim Genüsse des Passaopfers, welches der Erinnerung an den Auszug aus Egypten geweiht war, gesungen worden, weil der in diesem הלל enthaltene Psalm 114 den Auszug von Egypten feiert und weil endlich dieses הלל gleich der Erinnerung an die Befreiung aus Egypten den doppelten Zweck verfolgt: Dank für die zu Theil gewordene und Vertrauen auf die in Zukunft zu Theil werdende Erlösung zu erwecken, wie das im Talmud Pessachim 117 a richtig angegeben wird. ״Die Propheten hätten die Einrichtung getroffen, dass man diesen הלל sage: על כל פרק ופרק ועל כל צרה וצרה שלא תבא עליהם ובו". _ (Fortsetzung folgt.) Verwechselungen von נו und ט• Von Rabbiner D. Simonsen in Kopenhagen. Ein Philologe, welcher mit einiger Sicherheit die niedere Textkritik treiben will, oder bei Herausgabe eines Textes nothwendig treiben muss, muss genau wissen, welche Buchstaben oder Buchstabenverbin- ’) Wieder fein vorsichtig! Warum sagt denn Herr G. nicht ausdrücklich, dass bei פ־ שקלים erst das 88. Wort, bei פ• פרה erst das 21. Wort der Paraschah den betr. Sabbathen den Namen verleiht? Freilich das hätte das ganze Concept verrückt. Wir können es ihm noch durch viele andere Beispiele verderben, von denen wir hier nur zwei anführen: Der Brauch des ״Taschlich“ hat seinen Namen nicht vom ersten, sondern vom 28. oder 88. Worte des betr. Gebets erhalten; Ps. 27 wird von ל״ח אלול bis הוש״ר nach Früh- und Abendgebet nicht etwa wegen seines Anfangs, sondern mit besonderer Rücksicht auf v. 5 (כי יצפנני במכרז), v. 0 (זבחי תרועה) und V. 13 (לולא, rückwärts — אלול) gesagt. Kr. ') Warum? Ist ,denn eine chaldäische Benenn ito; als» solche ״richtiger“, als eine hebräische? Uebrigens bediente sich der hebr. Bezeichnung הלל המצרי ein Mann, der, wie mir Herr G. einräumen dürfte, in Dingen fraglicher Art mindestens ebensoviel verstand, wie wir beide zusammen — Heidenheim. S. dessen Scholie zu Ps. 136 in■ den von ihm corrigirten Siddurim. Kr. ’) Wie werthvoll und berechtigt diese souveräne Bemerkung ist, zeigen wir sogleich sub. 10. Kr. J0) Kostbar! Nach der ״Vermuthung“ des Hm. G. müsste es also z. B. nur שקל 'D nicht ׳ שקליםB heissen, denn in dieser Paraschah kommt ja nur "שקל" vor. Nun wissen wir doch, was ,,richtiger“ ist. — Kr. "l per sehr geehrte Kollege hat vergessen, dass ein Wort oder Wortgefüge, das zur Nomenclatur einer Schrift oder eines Sclirifttheils dient, entweder nichts mit dem Hauptinhalt der Schrift oder des Sclirifttheils zu schaffen hat, wie מ, חזית oder den Hauptinhalt andeutet, wie הלל המצרי. Kr. ’) Ein ״vielmehr“ setzt zwar nur ein ״vielweniger“, aber hiermit doch immer Etwas voraus, in vorliegendem Falle den Einfluss des Wortes מצרים. Nun, ich habe wohl nie bekundet, dass mir der Begriff, der belebende Geist eines Wortes ״viel mehr" gilt, als das Wort, der todte Buchstabe?! Kr. dangen in den Sohriftg&ttungen der handschriftlichen Vorlagen sioh ähnlich sehen and also von weniger genanen oder wenig kündigen Abschreibern leioht verwechselt werden. Die classisohe Philologie hat daher aach seit lange die Sohriftkunde unter ihre Fächer anfgenommen and es liegen bedeutende Werke vor, die es dem Anfänger leioht machen, auch in Städten, wo keine vorzüglichen Handschriftensammlungen sich finden, sich mit den bemerkenswerthesten Typen vertraut za machen. Wie wichtig die Sache auch für Orientalisten ist, zeigt, dass eia Mann wie Fleischer es nicht verschmäht hat, eine Ausgabe von ״Ein Handert Sprüchen“ so einzuriohten, dass der Anfänger daraus eine Kenntniss von gewöhnlichen Naohlässigkeiten and Sohreibefehlem bei Abschriften gewinnen kann. Zam Besten der Herausgeberthätigkeit innerhalb der jüdischen Kreise scheint mir bis jetzt wenig geleistet za sein; denn dasjenige was einige Bibelkritiker durch aasgedehnte Benatzaag der Baohstabenvertaaschang, sowohl innerhalb als Qaadratbaohstaben- Alphabete, als innerhalb der sogen, samaritanisohen Schrift erlangt zu haben glauben, hat bei der Bearbeitang der späteren hebräischen Litteraturwerke jedenfalls keine Fraoht tragen können. Man verzeihe es mir desshalb, wenn ich eine Reihe von Beispielen, die ich bei zufälliger Leotüre angemerkt habe, hier aaffuhre, um‘nur an einem Exempel darzulegen, wie durchgehend solche Verwechslungen sein können, wie nöthig es daher wäre, dass die Typen der verschiedenen hebräischen Schriftgattungen durch Herausgabe der guten Handschrift -Facsimilien leioht zugänglich würden. — . Alle Fachgenossen, die hebr. Handschriften in den Händen gehabt haben, wissen, so viel ich glaube dooh nicht genug, dass נו und ט sioh oft verwechseln die folgende Beispielsammlung, die wie schon gesagt gar nicht mit Absioht zusammengesuoht ist, soll es zeigen, dass es durchaus nioht als Conjeotur zu bezeichnen ist, wenn man wo ט nicht passte, es mit נו versucht oder umgekehrt. In Bezug auf meine Behauptung, dass die Gleiohung 1ט=נ nioht genügend anerkannt wird, möchte ioh nur auf denjenigen Gelehrten verweisen, der unstreitig der jetztlebende grösste Kenner von hebr. Handschriften genannt - werden darf, und als der einzige, der fiir moderne technische "BcnnttkünSe " bedeutender geleistet hat, auoh gerade für unsern Fall im Folgenden vielfach anzufünren ist: Steinschneider. In seiner ״ pseudepigraph. Litteratur* p. 32 will derselbe der Züge wegen בליט׳ bei ibn Zaddik Mikrokosmos 49 mit den anderseits bekannten כלינום nicht in Verbindung bringen, was dort, wenn unsere Gleichung richtig ist, gar keine Schwierigkeit hat und sioh auoh durch Lesarten in Hss., die 4as*» bewahrt haben, sioh als das Richtige ergiebt (vgl. Kaufmanns Attribatenlehre p. 294 und meine Besprechung dieses Buches Theol. Litzeitg 16. Febr. 78). In den Supercommentaren zu ibn Ezra zu Gen. 1, 31 findet sich eine Stelle aus Joseph ibn Wakar (vgl. Steinschneider Alarabi 240 A. 1), in welcher jedem Planeten ein besonderes Volk angewiesen wird. Dem Saturn gehören bei Zarzah in Margaliuth Toba (8 b) הטבעיים, welohes Volk nicht viel kenntlicher wird, wenn man in der vollständigen Ausgabe von Mekor Chajim (6 d) liest: הטביים, wenn man nioht eine Gleiohung in Anwendung bringt und also liest: הנוכיים die Nubier, was sioh auch handschriftlich belegen lässt, indem eine dem Breslauer Seminar gehörige Handschrift (cod. Saraval 53) riohtig 80 liest), wie sioh auoh in einer vermuthlioh zweiten Reoension des- *) Das Beste bietet Sachs (Beiträge I, 161 ff.) der auch 167 das von mir Behandelte anregte. Unser Fall ist somit gelegentlich von de Lara, Kohut n. A. besprochen.